.... "*< -I ■^Üfe «1»*'^«^^ "Jt:'«- — - ; • 19 Jahresbericht über die Fortschritte auf dem Gesamtgebiete der Agrikultur-Chemie. Neue Folge, IX. 1886. isj^wyoiik Der ganzen Reihe Neimimdzwanzigster Jahrgang. ßOTANICAL GARDEN Unter Mitwirkung von Dr. Dafert, I. Assistent der agrikultnrchem. Versuchsstation Popjielsdorf b. Bonn, Dr. E. A. Grete, Dirigent der landwirtsch. Versuchsstation Zürich, Dr. K. Hornberger, Docent der Kgl. Forstakademie Münden, Dr. Chr. Kellermann, Kgl. Reallehrer in Wunsiedel, Dr. C. Kraus, Kgl. Lehrer der Ackerbauschiüe Triesdorf'. Dr. J. Mayr- hofer, I. Assistent der Kgl. Untersuehungsanstalt Erlangen, Dr. E. v. Raum er, Assistent der Kgl. Untersuehungsanstalt Erlangen, Dr. E. Schulze, Professor am Polytechnikum Zürich, Dr. Br. Tacke, Assistent der agrikulturchem. Versuchsstation Poppeisdorf b. Bonn. Dr. W. Wolff, Oberlehrer am Realgrainasiiun und der Landwirtschaftsschule in Döbeln herausgegeben von Dr. A. Hilger, Professor der angewandten Chemie an der Universität Erlangen. BERLIN. Verlag von Paul Parey. YerlajshaniilDiig für LacdirirUchatt Cartenbao QEd rorstsum. 1887. Inhaltsverzeichnis. Boden. Referent: J. Mayrhofer. Seite Der Granit vmter dem Cambrium des hohen Venu, von A. v. Las sau Ix . 3 Chemische Untersuchungen der vom Ätna im Mai und Juni 1886 ausgeworfenen Stoffe, von L. Ricciardi 3 On some Quarz-Felsites and Augite-Granites from the Cheviot-District, von J. J. Harris Teall 4 Über die sogenannten Liparite und Sanidophn'e aus dem Siebengebirge, von A. V. Lassaulx , 4 tn^ergang von Dolerit in Homblendeschiefer, von J. J. H. Teall . . . . 4 Beitrag zur Kenntnis der Diabas-Mandelsteine, von E. Dathe 5 Über die Grauwacke von Eisenerz „Der Blasseneck-Gneifs", von H. v. Foul Ion 5 Memminger AJmerde, von Hans Vogel 6 Über die in Westpreufsen und dem westlichen Rufsland vorkommenden Phos- phoritknollen und ilire chemischen Bestandteile, von OttoHelm. . . 7 tjber das Vorkommen von Löfs im Kanton Bern, von E. v. Fellenberg . 7 Über Verwitterungsprodukte des Granites von der Luiseuburg im Fichtel- gebirge, von A. Hilger und K. Lampert 7 Verwitterungsvorgänge bei krj'stallinischen und Sedimentärgesteinen, von R. Schütze 9 Der Ortstein und ähnliche Sekundärbüdungen im Diluvium imd Alluvium, von Ramann 10 Beiträge zur Kenntnis des Alluvial -Bodens in den Niederlanden, von J. M. van Bemmelen 11 Die Zusammensetzung imd Bildung der sauren Böden im niederländischen AUm-ium, von J. M. van Bemmelen 12 Chemische Untersuchung einiger Gesteine und Bodenarten Württembergs, von E. Wolff 13 Ackererde und Untergrund von Franzenshütte (4 Werst nördl. von Dorpat). Ein Beitrag zur Kenntnis des Devondetritus des mittleren Embaeh, von C. Schmidt 14 Über die Zusammensetzung eines Weinbergsbodens von Saint- Andeol (Mün- dung der Rhone), von de Gasparin 16 Analysen nordamerikanischer Bodenproben, von EdgarRichards . . . 16 Untersuchungen über Bodenabsorption, von 0. Kellner 16 Quantitative Bestimmung einiger im Boden vorhandenen absorptiv gebimdenen Basen und Versuche über die Frage, ob die Pflanze nur gelöste und ab- sorbierte oder auch stärker gebundene, unlöslichere Nährstoffe aufnehmen kann, von 0. Kellner IT Über das Maximum an gebundenem Stickstoff, welches der Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, von 0. Kellner 19 iTser das Verhalten des Harnstoffes im Ackerboden, von 0. Kellner . . 20 Direkte Bindung des atmosphärischen Stickstoffs durch thonige Bodenarten, von Berthelot 20 I* rv Inhaltsverzeichnis. Seite Über Bindung von Stickstoff in kultivierten Boden, von H. Joulie ... 21 Die Stickstoffanreicherang eines in Wiese liegenden Bodens, von P. P. D e h 4 r ain 21 Stickstoffquellen der Pflanzen, von Gilbert 21 Beobachtungen über die relative Menge und Bestimmung des Ammoniaks im Boden, von Berthelot imd Andre 22 Über die Bestimmung des im Boden enthaltenen Ammoniakstickstoffes und über die Menge des assimilierbaren Stickstoffes im unbearbeiteten Boden, von Anton Baumann 23 Über die Mikroben des Bodens, deren Nutzen für das Wachstum höherer Pflanzen, von E. Laurent 24 Über die in dem Erdboden lebenden Organismenformen, von Frank . . . 25 Über die chemischen Umsetzimgen im Boden unter dem Einflüsse kleiner Organismen, von Landolt 25 Über Umwandlimg von Ammoniak in Salpetersäure, von König . . . . 25 Untersuchungen über die niederen Pilze der Ackerkrume, von L. Adametz 25 Oxydation des Ammoniaks im Boden, von J. Uf feimann 25 Untersuch imgen über die Bildimg des Natronsalpeters im Boden, von A. Müntz 25 Üljer den Einflufs des Gipses auf die Nitrifikation, von Warington. . . 26 Bestimmung des organischen Kohlenstoffes in Bodenarten, welche freien Stick- stoff fixieren, von Berthelot 26 Eeduktion des Calciumsulfates durch verschiedene anaerobische Fermente, von Quantin 26 Über die durch Mikroorganismen bewirkte Reduktion u. Oxydation, von A. M ü n t z 27 Untersuchungen über die Zersetzung der organischen Substanzen, von E. Wollny 27 Über Wasserverdimstung aus dem Boden und den Pflanzen, von F. A. H. Marie Davy 28 Untersuchimgen über ilie Feuchtigkeits- imd Temperaturverhältnisse des "Bodens bei verschiedener Neigung des Terrains gegen den Horizont, von E. Wollny 29 Untersuchungen über den Einflufs der physikahschen Eigenschaften des Bo- dens auf dessen Gehalt an freier Kohlensäure, von E. Wollny . . . 30 Untersuchungen über die Wasserkapazität der Bodenarten, von E. Wollny . 31 Über Prüfung der Bodenarten auf Wasserkapazität und Durchlüftbarkeit, von Heinrich 32 Litteratur 33 Wasser. Referent: W. Wolf. 1. Trinkwasser. Über ein Trinkwasser mit T}-phusbacillus, von E. Geissler 34 Typhusbacillen in einem Trinkwasser der Stadt Mühlbeim a. Eh., von Moers 35 Der Keimgehalt brauchbarer Trink- und Nutzwässer, von G. Wolffhügel . 35 Verhalten verschiedener Bakterienarten im Trinkwasser, von Meade Bolton 35 Mikroorganismen im Münchener Trinkwasser, von Leone 36 Bakterioskopische Untersuchung der Brunnenwasser in Stettin, von Link . 36 Beiträge zur bakteriologischen Untersuchung natürlicher Gewässer, von Mar lapert-Neufville 39 Das Trinkwasser von Livorno, von Longi 42 Über die alkahsche Reaktion von Brunnenwasser, von OttoSchweissinger, C. Brunnemann, F. Muck 42 — 43 2. Mineralwasser. Chemische Untersuchung des Mineralwassers zu Langensalza, vonE. Reichardt 44 Analyse des Absatzes in dem Mineralwasser von Chabetout, von F. Thabuis 44 Mineralwasser von Chätel-Guyon, von Caraöre 44 Der Jamnicer alkalisch-muriatische Säuerling, von G. Janecek 44 Untersuchung des Kochbrimnens in Wiesbaden, von R. Fresenius . . . 45 Freies Jod in dem Mineralwasser von Woodhall Spa., von J. A. Wanklyn. 45 Analyse einiger Mineralwässer von Java, von St. Meunier 45 Inhaltsverzeichois. V Seite Bakterien iü schwefelhaltigen Wässern, von L. Olivier 46 Analyse der Mineralquellen der griechischen Inseln Aegina und Audros, von K. Danibergis 46 Intersuchuiiüoii, Vorhalten und Reinigung anderer Wässer, See-, Flufs-, Abwässer etc. Bromgehalt des Meerwassers, von E. Berglund 47 Beiträge zur Chemie des Meerwassers, von Axel Harn he rg 47 Seewasseranalyse von der Düne von Helgoland, von Xiederstadt . . . . 47 Chemische Untersuchung von Seewasserj^roben , von Adolf Kliemetschek und Jos. Sobieczky 47 tljer eine Salzquelle im Moorgehiet des Würpeflusses, von M. Fleischer . 47 l'ber die Bakterien im Mainwasser, von B. Rosen b er g 48 Ül)er das Grundwasser, von Renk ... 49 Analyse des Moldauwassers, von Fr. Stolba 49 Untersuchung des Grundwassers in Rom, von A. Celli u. F. Marius-Zuco 49 Bildung und Zersetzung vun Nitraten und Nitriten in Flufs- und Quell- wässern, von J. Munro 49 Reinigung des Wassers für die Textilindustrie, von Ernst v. Cochenhausen 49 Refuigung der Seine und Entwässerung von Paris 49 Verfahren zur Reinigvmg von Abwässern, von M. Nahnsen 50 Über Wasserreinigung durch Filtration von A. G. Salomon und V. de Vere Mathfw 50 Über die Reinigung der städtischen Abwässer, von Tidy 50 Die Reinigung der städtischen Abwässer zu Essen, von Wiebe .... 50 Über das Pasteur-Chamberland'sche Filter, von Finkelburg 50 Über Filtration von Wasser, von W. Hesse 50 Über Wasserfiltration im Grofsen, von Coccone 51 Anhang 51 Litteratur 52 Atmosphäre. Referent: R. Hornberger. Untersuchung über den Gehalt der atmosphärischen Niederschläge an Stick- stoffverbiudungen und über das Maximum an gebundenem Stickstoff, wel- ches der Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, von 0. Kellner 52 Untersuchungen über den Sauerstoffgehalt der Waldluft, von E. Ebermayer 54 Über den Kohlensäuregehalt der Atmosphäre, von 0. Waltershof er . . 55 Die mittlere Regenmenge Deutschlands, von II. Töpfer 55 Ll)er die Entstehung des Tau's, von Aitken 55 Ülier Nebelbildung, von R. Helmholtz 56 Untersuchimgen über die durch die Hygroskopicität der Bodenarten bewirkte Wasserzufuhr, von J. S. Sikorski 56 Die Vorausbestimmimg des nächtlichen Temperaturminimums 57 Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land, von J. Hann 58 Temperaturunterschied zwischen Wald und Feld, von Th. Nördlinger . . 59 Einflufs der Wälder auf das Klima, von A. Woeikoff 59 Über den Einflufs der Wälder auf das Klima von Schweden, von H. E. Bamberg 60 Über den Einflufs des Waldes auf die kUmatische Temperatur, von J. Hann 60 Einflufs der Gebirgswaldungen auf die Vermehrung der Niederschlagsmengen, von Ander lind 60 Einflufs der Gebirge auf das Klima von Mitteldeutschland, von R. Assmann 61 Einflufs der Schneedecke auf die Temperatur der Luft, von R. Assmann . 61 Einflufs der Schneedecke auf Klima und Wetter, von A. Wojeikoff ... 61 Über die Ursache der zunehmenden Zahl der Bützschläge, von P. Andries 62 Die Blitzgefahr in der sächsischen Schweiz, von Joh. Freyberg . . . . 63 Litteratur 63 VI Inhaltsverzeichnis. Seite Die Pflanze. Asclieiiaualysen. Referent: C. Kraus. Asche japanischer Pflanzen, von 0. Kellner 65 Asche der Heidelbeere, von R. Hornberger 71 Asche der Wucherblume (Chr^-santhemiun segetum), von R. Heinrich . . 71 Asche der wilden Kartoffel von Paraguay, von E. Schmidt u. L. Richter 71 Asche von Lallemantia iberica, von L. Richter 72 Zusammensetzung von Sandwicke, von E. Schmid 72 Anbau und Zusammensetzung des Beinwell, von E. Schmid 73 Vegetation. Referent: C. Kraus. A. Samen, Keimung, Keimprüfung. Keimkraft der Rübenknäule, von P. Grassmann 73 Über die Keimungsverhältnisse von Raphanus, Raphanistrum, von F. S c h i n d 1 e r 74 Anthoxanthum Piielii Lecoq et Lamotte, von F. Nobbe 75 Ozon und Keimung, von A. Vogel 76 Die Samen von Brassica iberifolia, eine neue Verfälschimg des weifsen Senf- samens, von C. 0. Harz 76 Ein neues Fälschungsmittel des weifsen Senfes (durch indischen Raps), von H. Steffeck 76 Anatomie des Baumwollen- und Kopaksamens, von H. v. Bretfeld ... 76 Beschreibung der Samen von Lallemantia iberica, von L. Richter . . . 76 Über mikrochemische Prüfungen von Pflanzensamen auf Eiweifskörper, von T. Szymanski 76 Die einheitlichen Methoden der Österreich-ungarischen Samenkontrollstationen zur Wertbestimmung des Saatgutes 76 Die einheitUchen Methoden der Österreich-ungarischen Samenkontrollstationen zur Wertbestimmung des Saatgutes, von v. Wein zier 1 77 Samenknntrolle der Versuchsstelle zu Marburg im Jahre 1885 Neuer Keimapparat, von V. Th. Mager stein 76 B. Assimilation und Stoffwechsel. 3 Beiträge zur Kenntnis der Chlorophyllfunktion, von A. Nag am atz . . 78 Die Thätigkeit des Chlorophylls im ultravioletten Dunkel von G. Bonnier und L. Mangie • 78 Das Chlorophyll und die Reduktion der Kohlensäure durch die Gewässer, von C. Timiriazeff 79 Photometrische Untersuchungen über die Absorption des Lichts in den Assi- milationsorganen, von J. Reinke 79 Über Reduk-tion der Kohlensäure im pflanzlichen Organismus, von H. Putz 80 Über Büdung von Stärkekömem in den Laubblättem aus Zuckerarten, Man- nit \m<\ Glycerin, von A. Meyer 80 Über die Ungleichheiten in der Zusammensetzung der Gase in den Blättern, die sich in Luit befinden, von S. Peyron 81 Über die Atmung der Pflanzen, von G. Bonnier und L. Mangin ... 81 Untersuchungen über die Respiration der Blätter im Dunkeln, von P. P. Deherain und L. Maquenne 82 Beiträge zur Kenntnis des Sauerstoffbedürfnisses der Bakterien, von G. Liborius 82 tjher die Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von Berthelot und Andre . . 83 Über die Bildimg der Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von Berthelot u. Andre 84 Über die Absorption der Rübenwurzeln während des Wachstums, von H. Leplay 85 Über tlie Bedeutung der organischen Säuren für den Lebensprozefs der Pflan- zen, von 0. Warburg 86 Die Assimilation des Asparagins durch die Pflanze, von P. Baessler . . 86 Inhaltsverzeichnis, "VH Seite Ein Beitrag zur Kenntnis der Eiweifshildung in der Pflanze, von C 0. Müller 87 Über die Wärmemengen, welche von den Pflanzen abgegeben und aufgenom- men werden, von G. Bonn i er 88 Zur physiologischen Bedeutung des Gerbstoffs in den Pflanzen, von M. W e s- termaier 89 Über das Assimilationssystem, von G. Haber 1 an dt 89 C. Ernährung. Über Verteilung und Wanderung der Nitrate in den Geweben der Pflanzen, von G. Capus 89 Vber die Aufnahme von Ammoniak durch die Blätter, von C. N erger . . 90 Welche StickstoöqueDen stehen der Pflanze zu Gebote, von Hellriegel. . 90 Über die Sticksto^iuellen der Pflanzen, von H. Gilbert 91 Die Stickstofffrage vor, auf imd nach der Naturforscherversammlimg, von A. B. Frank 91 Die wesentlichen chemischen Elemente der Pflanzen, von Th. Jamieson . 91 Kritische Besprechung von de Vries „Plasmolytische Studien über die Wand der Vacuolen" von W. Pfeffer 91 D. Stoffbewegung. Zur Kenntnis der Verwendung der Kohlehydrate in den Pflanzen, von L. B r a s s e 92 Lösung der Stärke in den Blättern, von L. Brasse 92 Über das Verhalten von Stärke und Zucker in reifenden und trocknenden Tabaksblättern, von H. Müller-Thurgau 93 Untersuchungen über das Saftsteigen, von S. Seh wendener 94 E. Zusammensetzung in verschiedenen Entwiekelungsperioden. Chemiscli -physiologische Untersuchmigen über das Wachstum der Kartoffel- pfianze bei kleinerem und gröfserem Saatgut, von U. Kr eu ssler . . . 94 Über die Entwickelung der Zuckerrübe, von A. Girard 97 F. Verschiedenes. Das Zahlenverhältnis der Geschlechter, von F. Hey er 99 Das Waclistum der Lichttriebe der Kartoffelknollen unter dem Einflüsse der Bewurzelung, von C. Kraus 100 Über die Wirkung des durch eine Chininlösung gegangenen Ijchts auf die Blütenbildimg, von J. Sachs 100 Der Einflufs des Sonnenlichts auf die Lebensthätigkeit der Mkroorganismen, von E. Duclaux . . . . • 101 Über den Einflufs höherer Temperaturen auf die Fähigkeit des Holzes, den Transpirationsstrom zu leiten, von C. A. Weber 101 Über den Transpirationsstrom in abgeschnittenen Zweigen, von F. Darwin und Pt. W. Philipps 101 Über die Lnbibition des Holzes, von E. Godlewski 102 Die Transpiration der Pflanzen und ihre Einwirkung auf die Ausbildimg pflanzlicher Gewebe, von F. G. Kohl 102 Ein Transpirationsversuch, von L. Errera 102 Über die Wasserleitungsfähigkeit des Kernholzes, von C. Rohrbach . . . 102 Die Wasseraufnahme durch die Oberfläche oberirdischer Pflanzenteile, von K. Osterwald 102 Über die Austrocknungsfähigkeit der Pflanzen, von G. Schröder . . . . 102 Austrocknung von Pflanzen in wässerigen Salzlösungen, von A. Levallois . 103 Über die Ursache des Mark- und Blattturgors, von J. Böhm 103 Über den EinfiiiTs der Standortsverhältnisse auf die Struktur der Pflanzen, von R. Keller 103 Über normale Absonderung stickstoffhaltiger Stoffe aus Hefe- und Schimmel- pilzen, von U. Gayon imd E. Dubourg 103 Über einige biologisch-chemische Eigenschaften der Mikroorganismen, von A. Poehl 103 Vm Inhaltsverzeielmis. Seit» ii. Pflnnzcnkiiltur. a) Allgemeines. tTber die Beeinflussimg der Widerstandsfähigkeit der Kulturpflauzen gegen ungünstige Witterungsverhältnisse durch dieKulturmethofle, von E. Wollny 103 Über den Einfluls des spezifischen Gewichtes des Saatgutes auf das Produk- tionsvennögen der Kultur])flanzen, von E. Wollny 104 Bedeutung der Zucht neuer Kultun'arietäten und besseren Saatguts, sowie des Samen wechseis für die Landwirtschaft, von Calberla 105 Die schwedischen Bestrebungen auf dem Gebiete der Saatkornproduktion, von C Boysen 105 b) Getreide. Über die chemische Zusammensetzung imd physikahsche Beschaffenheit amerikanischer Cerealien, von Gl. Richards ou 105 Anbauversuch mit schwedischen Saatfrüchten in Weihenstephan, vonE. Lehner t 108 Anbauversuche mit schwetlischem Saatgetreide, von L. Just 109 Auswahl der Weizensorten von F. Schindler 109 Über den Klebergehalt des Weizens von F. Schindler 110 Anbau englischen Weizens in Österreich, von F. Schindler 110 Über fremde und einheimische Weizen Varietäten, von F. Schindler . . 111 Über den Wert versclüedener Weizensorten, von F. Heine 112 Anbauversuche mit Weizensorten aus Palästina, von Edler 113 Kreuzungsprodukte verschiedener Weizenvarietäten, von W. Rimpau . . 113 Kreuzung von Weizen und Roggen 113 Die Kultur verbesserter Weizensorten, von G. Millon 113 Die Weizenanbauversuche in Saint-Remy, von Cordier 113 Zur Qualitätsbeurteilung des Hafers, von W. Hoff meist er 113 Versuche über den Kulturwert verschiedener Hafervarietäten 1885, von 0. Beseler und M. Märcker 115 Anbau versuche von Hafersorten, von J. Kühn 116 Anbau versuche mit Hafer in Saint-Remy, von Cordier 117 Haferanbauversuche, von F. Heine 117 Anbau von Triumphhafer, von S. Angele 118 Zur Qualitätsbeufteilung der Gerste von W. Hoffmeister 118 Über das Verhältnis des Speizeugewichts einer Anzahl in Ostpreufsen ge- ernteter Gerstensorten, von Klien 119 Über mehlige und glasige Gerste, von Chr. Grönlund 119 Über beregnete und nicht beregnete Gerste, von Fr. Farsky 120 Gerstenanbauversuche mit Saatgut verschiedeneu Ursprungs, von M. Märcker 120 Litteratur über Gerste 122 Die Saatfruchtauslese auf nassem Wege, von J. Wolff 123 Konsenierung feuchter Kömer, von R. Sydow 123 Litteratur 128 c) Kartoffeln. Die wilde Kartoffel von Paraguay, von F. Nobbe 123 Über den Einfluls der Bodenart auf den Ertrag, Stärkegehalt und die Er- krankung verschiedener Kartoffelsorten, von G. Marek 123 Das Abwelken der Steckkartoffeln, von A. Leydhecker 126 Das Häufeln der Kartoffeln, von PaulGabler 128 Kartoffelanbau versuche, von 0. Cimbal 129 Vergleichende Anbauversuche mit verschiedenen Kartoffelsorten im Jahre 1885, von F. Heine 132 Kartoffelanbau versuche, von F. Janowsky 137 Über Kartoffelbau, von Liebscher 137 Die Kartoffel als Futterpflanze, von E. Pott 137 d) Rüben. Über Schofsrüben, von Fr. Herles 137 Das Aufsdiiefsen der Zuckerrüben - 140 Inhaltsverzeichnis. IX Seite Das Vereiüzelnen der Zuckerrüben, von H. Brie in 14() Elektrische Kulturversache bei Zuckerrüben, von Braune 140 Die Resultate der in Böhmen im Jahre 1885 aus<,'eführtcn Kultiirversuche mit verschiedenen Riibenvarietäten, von A. Nowuczek 141 Prüfimg österreichischer Rübeusamensorten, von E. v. Proskowetz jun. . 142 Vergleichender Anbau von acht Zuckerrübenvarietäten, von A. Petermann 142 Rübenanbauversuche in der Provinz Sachsen 188ü, von M. i\rä reker . . 143 Auswahl der Samenrüben von F. Kudelka 14ö Litteratur 145 e) Futterpflanzen. Futteranbauversuche in der Schweiz 1884/85 145 Anbauversuche mit verschiedenen Rotkleesaateu im Jahre 1884/85, von H Pateusen 149 Anbauversuche mit verschiedenen Kleesorten 152 Vergleichende Anbauversuche mit Sorghn und Mais, von Troschke . . 152 Futtermais und Sorghum als Grünfutter 153 Vergleichende Untersuchung von vier Lupinenarten, von Troschke . . . 153 Der amerikanische Wiesenschwingel, von F. G. Stehler 154 Samenmischimgen für ein- und mehrjährige Elleegrasfelder, von Neergard 155 Spergelsamen, von Möller-Holst 155 Symphytum as])ernmum als Futterpflanze, von E. Pott 157 Waguer'scher Futterbau, Mitteilung von Krocker 157 Die Sandwicke im Jahre 188G, von Schirm er 157 Kochia villosa, Chenopodium nitroriaceum, Atriplex nummularia als Futter- pflanzen 157 Der Besuch des Rotklees durch die Bienen, von C. Schachinger . . . 1.58 Weifser indischer Raps .... 158 Litteratur 158 f) Verschiedenes. Über Asclepias Cornuti imd die verwandten Alien (4 AbhandUmgen) , von G. Kassuer 158^ Winterlein, von A. Leydhecker 159 "Winterlein, von Hutter 159 Der Flachsbau in Frankreich, von G. Dangers 159 Versuche über Kultur und Verarbeitung des Flachses, von St rehl u. Fritze 159 Genista linomm, eine neue Gespinstpflanze, von Th. Magerste in . . . 159 Der Versuchsgarten des deutschen Hopfenbauvereins in Spalt, von C Kraus (Dritter Bericht.) KjO Beobachtungen über die Kultur des Hopfens im Jahre 1885 160 Der Sommerschnitt des Hopfens und seine Wirkung auf die Ertragsfähig- keit, von 0. Koch IGO Anbau von Teichrolir 160 Anbau der Quinoapflanze, von F. v. Thümen 160 Verschiedene Litteratur 161 Anhang-. Unkräuter. Vertilgimg von Wiesenunkräutern durch den Auftrieb von Schafen auf die Wiesen zur Winterzeit, von F. Alzer 161 Vertilgung des Scliachtelhalms 161 Vertilgimg der i.juecke 161 Vertilgung der Distel 161 Vertilgung des Huflattichs, der wilden Möhre u. dgl 161 Beschreibung und Vertilgung des Kleewürgers, von L. Just 162 Die Würger oder Sommerwurzpflanzen, von F. v. Thümen 162 X Inhaltsverzeichnis. Seite Pflaiizeiikraiikheiteu. Referent: Chr. Kellermann. A. Krankheiton durch tierische Parasiten. I. Reblaus. L e b e n s g e s c h i c h t e. Fortsetzung der bei der Erziehung der Rebläuse in Erihren erzielten Resul- tate, von P. Boiteau 162 Geographische Verbreitung. Deutschland (N essler) 162 Schweiz 163 Frankreich (Tisserandj 163 Kroatien 163 Ungarn 163 Portugal (Desclozeaux) 163 Australien 163 Sonstige neue Fundorte der Reblaus 163 — 164 Bekämpfung. Verordnung, betreffend die Ehifuhr und die Ausfuhr von Gewächsen u. s. w. des Wein- und Gartenbaues 164 Vorkehrungen im Bezirke Komeuburg gegen das Weiterschreiten der Reb- laus, von Jablanczv 164 Vortrag über die Erfahrungen mit amerikanischen Rebsorten, von H. Göthe 165 Vortrag über den dermahgen Stand der Reblausfrage, von Moritz . . . 165 Litteratur 165 — 167 n. Die übrigen Schmarotzertiere. Nematoden. Grenze der Lebenszähigkeit der Weizenälchen, von G. Penne tier . . . 167 Rübennematoden in Geti-eidefeldern, von Kriegesmann 167 Zur Vertilgung der Nematoden mittelst Fangpflanzen, von Hellriegel . 167 Älchenkrankheiten, von v. Thümen 167 Insekten. Rhynchoten. Die Erdlaus, Tvchea Phaseoli, eine neue Gefahr für den Kartoffelbau, von F. Karsch" 167 Diaspis pentagona, eine neue Krankheit des Maulbeerbaumes, von Cantoni 168 Noch ein neuer tierischer Kartoffelschädling, von v. Thümen 168 Auf zum Kample gegen die Blutlaus, von Göthe 168 Zur Bekämpfung der schädlichen Blutlaus, von Glaser 168 Vernichtung der Rosenschildlaus, von M. Scholtz 169 Hymenopteren. Abermals ein neuer Parasit der Rebenwurzeln, von F. v. Thümen . . . 169 Lepidopteren. Conchyhs epilinana in Böhmen, von Purghardt 169 Zygaenaraupe an Klee etc., von Besnard 169 Raupenvertilgung 169 Das Schwefeln als Mittel gegen den Heuwurm, v. J. Schlamp 169 Neues Mittel zur Bekämpfung der Tortrix uvana, von Artunovic . . . 169 Dipteren. Beiträge zur Kenntnis landwirtschaftlich schädlicher Tiere, von Ritzema Bos 170 Neues über zwei Getreide schädigende Fliegen, von v. Thümen . . . . 170 Inhaltsverzeichnis. XI Stite ijber die Verbeeriuifxen des Weizens durch Chlorops taeniopusMeig., von N o w i ck i 171 Kartoffelfäiüe durch Insektenlarven, von F. Cohn- Breslau 171 Mafsregeln gegen Cecidomyia destnictor 172 Coleopteren. Ein Mittel zur Bekämpfung des Luzemekäfers, von Vialla 172 Sitones griseus, von A. Hoff mann 173 Die Erdflohe und ihre Bekämpfung, von E. S. Zürn 173 Über zwei Arten der Blattkäfergattung Phratora als Schädlinge, von G.Joseph 173 Schaden durch Engerlinge im Rüsselsheimer Gemeindewald, von Klipstein 173 Vorschläge zur Vertilgung der Maikäfer imd dadurch der Engerlinge, von Cogho 173 Vertilgung des Rebstechers, von Bauer 174 Über den Dralitwurm, von Tyniecki 174 Vertilgimg des Kornkäfers, von E. Schultz 174 Anhang. Das Sapokarbol em Radikalmittel gegen die Blutlaus u. s. w., von K. G. Lutz 174 Das Einbeizen der Maissaat mit Petroleimi, von F. v. Thümen .... 174 Schutz der Saatbeete gegen Vögel, von Brill 175 Vernichtung der Insekten in Gewächshäusern, von Dybowski 175 Über das Vergiften schädlicher Insekten, von Nessler 175 Die dem Hopfen, den Cereahen und den Fruchtbäumen schädlichen Insekten von Louis Passy 175 Über Mäusevertilgimg, von Dr. Crampe 175 Schutz der Tanne gegen Rehverbifs, von Yelin 176 Schutz der Kulturen gegen Rehverbifs, von Schubert 177 Waldbeschädigungen durch die Eöthelmaus im AVinter 1885/80, vonBeling 177 Litteratur 177—179 B. Krankheiten durch pflanzliehe Parasiten. Bakterien. Über die Mosaikkrankheit des Tabaks, von A. Mayer 179 Die Krankheiten des Ohvenbaumes und die Tuberkulose insbesondere, von L. Savastano 181 Peronosporeen. Über das Auftreten der Peronospora im Jahre 1885, von v. Thümen . . 181 Peronospora-kranke Trauben aus der Umgebung von Monastero bei Afjuileja, von E. Rathay 181 Das Wiedererscheinen der Peronospora, von Giuseppe Cuboni .... 181 Einige Versuche der Bekämpfimg der Peronospora mit Kupfervitriol, von Graf de Latour 182 Über die Reduktion des Kupfersulfates bei der Woingärung, von H. Quantin 182 Über Kupfergehalt der Weine aus Weingärten, die zur Bekämpfimg der Perono- spora mit Kupfervitriol behandelt wurden, von Bolle 182 Behandlung des Weinstockes mit Kupfersalzen gegen den (falschen) Meltau, von Crolas und Raulin 183 Bericht über die in der kgl. Weinbauschule in Conegliano ausgeführten Ver- suche zur Bekämpfung der Peronospora, von Giuseppe Cuboni. . . 183 Anwendung von Schwefelkalium gegen Peronospora, von P. Hugounen(| . 184 Resultate der gegen den falschen Meltau und gegen die Tomaten- und Kar- toffelkrankheit gerichteten Behandlungen, von E, Prillieux • . . . 184 Praktische Behandlung des (falschen) Meltaues, von Desclozeaux . . . 185 Ein Bespritzungsapparat gegen Peronospora, von R. Dolenc 185 Das Kupfer in der Ernte von Reben, von (Javon und Millardet . . . 185 Verstäuber, beschrieben von L. de Sardriac 186 Die Vernichtimg der Peronospora, von H. de France 186 Peronospora infestans. Über das Jensen'sche Verfahren zur Besiegung der Kartoffelkrankheit, von F. Nobbe 186 TTT Inhaltsverzeichms. Seite Einflufs der Bodenart auf den Ertrag etc. verschiedener Kartoffelsorten, von G. Marek 187 Uredineen. Die Rostpilze der Rosa- und Rubusarten imd die auf ilmea vorkommenden Parasiten, von J. Müller 187 Roestelia caneellata, von Prillieux 189 Peridermium pini. von Cornu 190 Ustilagineen. Verluste beim Weizenanbau durch Kupferntriol als Schutzmittel gegen Schmier- brand, von P. Grafsmann 190 Zur Frage des Beizens von ^Yeizen mit Kupfervitriol, von Pin der . . . 191 Verschwendung der Salicylsäure gegen den Brand im Getreide, von Schröder- Nienburg 191 Ascomyceten. Über einige Skier otinien und Sklerotienkrankheiten, von A. deBary . . 191 Die Sklerotienkrankheit der Kartoffeln, von F. Cohn 196 Beiträge zur Eutwickelimgsgeschichte der Pyrenomyceten, von F. v. Tavel 196 Über Gnomonia erythrostoma, von B. Frank 196 Exoascus Aceris, von Linhardt 197 Über Alkoholgärung und Schleimflufs lebender Eichbäume, von Ludwig . 197 Eine neue Weizenkrankheit, von v. Thümen 198 Phoma uwola, von Prillieux 198 Eine neue Krankheit der Mandelbäume, von M. Cornu 198 Beitrag zur Kenntnis der Orchideenwurzelpilze, von W. Wahrlich . . . 198 Melasmia Empetri, von P. Magnus 199 Basidiomyceten. Über den Wurzelpilz des Weinstockes, von Sehnet zier. 199 Eine bisher wenig beachtete Weizenkrankheit, von F. v. Thümen . . . 199 Anhang. Kranke Trauben in den Rebpflanzungen der Vendee, von Prillieux. . . 199 Über die Melanose, von P. Viala und L. Ravaz 200 Beiträge zur Kenntnis der Krankheiten unserer Kulturpflanzen, von J.Eriksson 200 Pilze an Nadelhölzern, von Rostrup 202 Pilze auf Kulturj)flanzen, von Rostrup 202 Fusicladium pjTinum, von Schröter 202 Phoma Armeniacae, von v. Thümen 202 Wurzelfäule, von Mortillet 202 Flechtenvertilgimg, von M. Scholtz 203 Über eine neue Weizenkrankheit, von F. v. Thümen '. 203 Verwendung von Salicylsäure in der Landwirtschaft, der Reben- und Garten- kultur, von V. Thümen 203 Mafsregeln gegen schädliche Organismen 203 Litteratur 203—208 C. Krankheiten aas verschiedenen Ursachen. Untersuchungen über Schneebruchschaden, von Bühl er 208 Beschädigung der Kiefer durch Beimischung oder Unterbau von Buchen, von Walther 209 Untersuchungen über die Ursachen des Gummiflusses der Kirschbäume, von Tschaplowitz 209 Über Gelbfieckigkeit, von P. Sorauer 210 Untersuchungen über die Wirkung des Eisenoxyduls auf die Vegetation, von 0. Kellner 210 Die Räucherung der Reben gegen Frühjahrsfröste bei Freiburg i. Br. . . 210 Mittel gegen das Lagern des Getreides in Niederungen, von Rettich . . 211 Litteratur 211—212 Inhaltsverzeiclinis. XHI Seite Referent: E. A. Grete. I. Düngerbereitiui«: und Dihisrcranalyscn. Zusanimensetziui«; von Käseabfallen, von E. v. Wolff 212 üiingwert der Abfälle aus amerikauisdiem Baumwoll-Saraenmehl, vcin J. König 213 Düngwert des eingedickten Osmosewassers, von A. Gawalosky . . . . 213 Abwässer einer Poudrettefabrik, von A. Müller 213 Die Zusammensetzung einiger Meeresprodukte, die in Japan als Düngemittel verwendet werden, von 0. Kellner 213 Abwässer der Stärkefabrik Wittingen 213 Chemiscbe Zusammensetzung des Niederschlages in Absatzgruben einer Zucker- fabrik, V(in Farsky 213 Die Zusanmiensetzung einer pliosphathaltigen Erde von Bergstadtl, von Farsky 215 Cber Düngerverluste in kleineren Wirtschaften, von J. Spöttle . . . , 215 Über Kadaverdünger, von Toepelmann 215 ITber die Konservienmg des Stallmistes, von Hickethier und Holde fleifs 215 Beiträge zum Studium des Stalldüngers von A. Andoynand und Ed. Zacharewicz 217 Zusammensetzung von Superphosphatgips, von A. Petermann 219 Doppelsuperjihosphat imd Superphosphatgips, von P. Wagner . . . . 219 Super})hosphatgips-Einstreu, Mitt. von Schippau & Co 219 Neues über Düngerfabrikation, von Stutzer 219 Über den Wert der badischen Torfe als Streu- und Düngemittel, von J. Nefsler 219 II. Düngerwirkung-. Ein Düngungsversuch mit Thomasschlaeke bei Hafer, von H. Bieler jr. . 220 Düngimgsversuche auf Hochmoorboden, von M. Fleischer, A. Salfeld, F. G a a z , B. V. d. H e 1 1 e n 221 Rübendüngungsversuche pro 1885 in Hildesheim imd Göttingen, von Müller 223 Prüfung des Düngerwertes der Thomasschlacke, von Wrightson und Munru 223 Yergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und anderen Phos- phaten auf Moorboden 225 Düngungsversuche auf Wiesen 227 Düngimgsversuch mit verschiedenen Phosphaten und mit Chilisalpeter auf Niederungsmoor, von Plötz-D Ölungen 227 Vergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und anderen Phosphaten von Fittbogen 228 Vergleichende Düngungsversuche zu Roggen mit Thomasschlacke und anderen Phosphaten, von M. Sievert 231 Abhandlung über Thomasschlacke von Stutzer; desgl. von P. W a g n e r ; desgl. von H. v. Lieb ig; desgl. von H. u. E. Albert-Biebrich 231 Düngungsversuche zu Gerste imd Hafer mit verschiedenen Phosphaten von H. Sellschop-Lexow 231 Versuche über den Wert der Phosphorsäure in gemaMenen Thomasschlacken, von M. M ä r c k e r 232 DüngiuQgsversuche in Baden, von J. Nefsler . . 234 Phosphatdüngung in Hannover, von F. Brügmann 238 Düngungsversuche in Hohenheim, von Strebel 238 Gerstenanbauversuche, von Dr. Rehm u. a 238 Wirkimg der Kainitdüngimg, von Pirscher . 239 Düngungsversuche bei Kartoffeln von S c h r e w e und Dr. K 1 i e n . . . 239 Haferdüngung von T h u n 240 Zuckerrübendüngung, von A. N a u t i e r 240 Die Rentabilität der Kunstdüngung, von L ü d k e 240 Beispiel natürlicher Düngung durch vulkanische Asche, von Pue de Dome 240 Wirkung von Kunstdünger auf Geestland, von Scheidemann. . . . 241 Vergleichende Düngungsversuche mit Chihsalpeter und schwefessaurem Am- moniak, von V. Mager st ein 241 JJber Wirkimg von Chilisalpeter gegenüber den Ammoniaksalzen, von M ä r c k e r 241 XIV Inhaltsverzeichüis. Seite Über Handelsdünger, von J. vandenBerghe 247 Schwefelsäure als Düngemittel, von F r. F a r s k y 247 Wirkung des Eieselwassers bei Bewässerung von Wiesen, von J. K ö n i g . 248 III. Allgemeines. Vher die (Ammoniak-) konsernerenden Eigenschaften des Gipses und Konsorten, von Ad. Mayer 249 Neue Feststellung des Handelswertes der Phosphate, von P. Wagner . . 250 Über die finanziellen Ergebnisse der Stadtreinigung in 19 niederländischen Städten im Jahre 1884 251 Über das Verhältnis des Harnstoffs im Ackerboden, von 0. Kellner . . 251 Über Düngungsversuche, von P. Wagner 251 Zur Frage der Stickstoff düngung, von E. Wein 251 Wie können wir Eiimahmen und Ausgaben imseres Ackers ausgleichen, ohne zu künstlichen Düngemitteln zu greifen, von Adalb. Smolian . . . 251 Über das Liegenlassen des Stallmistes auf dem Felde, von M. Speck Frhr. V. Sternberg 251 Die Bedeutung der Kalisalze als Düngemittel, von W. Lobe 251 Eine neue Theorie der Düngung, von Lieb seh er- Jena 251 Litteratur 252 Pflanzeiiehemie. Eeferenten: A. v. Eaumer, A. Hilger. I. Fette. Waehsarten. Über die Oxydation der Öle, von Ach. Livache 252 Cholesterin in vegetabilischen Fetten, von Ed. He ekel und Fr. Schlagden- hauffen _ 253 Über einige Punkte in der Prüfung der Öle, von Leonard Archbutt . 253 Ergänzende Bemerkungen über die Methoden zur Prüfung der Öle, von AI fr. H. Allen 253 IL Kohlehydrate. Über die Einwirkung von Brom und Wasser auf Lävulose, von M. König 253 Über Reisstärke, von Livio Sostegni 253 Über Lävulose, von Alex. Herzfeld und Heinrich Winter .... 254 Über Maltode.xtrin, von Horace T. Brown 255 Über Zuckerarten in keimenden und nicht keimenden Cerealien, von C. 0. Sullivan 255 Über die Produkte der Oxydation des Mannit mit übermangansaurem Kah, von Fr. Iwig und 0. Hecht 255 Über die Bildung von Lävulinsäure, von C Weh m er und Tollens . . . 256 Über Einwirkung von Blausäure auf Dextrose, von Heinrich Kiliani . 256 Über das dextrinartige Kohlehydrat der Samen von Lupinus luteus, von E. Steiger 257 Über das Vorkommen von Raffino.se in der Gerste, von C. 0. Sullivan . 258 Über die E.xistenz der näheren Bestandteile de.s 3Iilchzuckers in den Pfianzen, von A. Müntz 258 Anilide der Galaktose und Lävulose, von Ssorokin 258 Untersuchungen von Melitose oder Raffinose aus Melasse, Baumwollsamen und Eukalyptus manna, von P. Kieschbiet und B. Tollens . . . 258 Saure Gärung der Glykose, von Boutroux 258 Über die Produkie der O.xydatinn des Mannit mit übermangansaurem Kah, von Fr. Iwig und 0. Hecht 259 Neue Gärung der Glukose, von Maumenc 259 Cyklamo.se, ein neuer Zucker, von Gustav Micha ud 259 Verbrennungs- und Bildungswänne von Zucker, Kohlehydraten luid verwandten mehrwertigen Alkoholen, von Berthelot und Vieille 259 lühaltsverzeichais. XV Seite Über die durch Inversion von Lichenin entstehende Zuckerart, von Peter Klason 259 Untersuchung über die Einwirkung verdünnter Säuren auf Traubenzucker und Fruchtzucker, von M. Conrad und M. Gut h zeit 259 Über die Zersetzung des Mih-hzuckers durch verdünnte Salzsäure, von M. Conrad und M. Guthzeit 260 Über Arabonsäure und die aus Lichenin entstehende Zuckerart. von R. W. B a u e r 261 Verwaudhuig der Ghikosen in Dextrine, von E. Geimaux und L. Lefovre 261 Zur Kenntnis der Kohlehydrate, von R. Wallach 261 Zur Kenntnis der Melitriose (Raftinose), von C. Scheibler 262 Über Mannit im Cambialsafte der Fichte, von J. Köhler 263 Zur Kenntnis der Kohlehydrate, von M. Honig und St. Schubert . . 263 Über Gärung der Cellulose mit Bildung von Methan und Kohlensäure, von Hoppe-Seyler 263 Über Arabinose." von Heinrich Kiliani 264 Die Anärobiose und die Gärung, von M. Nencki 265 Ül^er Raffinose (Melitose) und ihre quantitative Bestimmung, von R. C r e y d t 265 Glykose und die Verzuckerung des Stärkemehls, von L. Cuisiuier . . 266 Über den Zucker süfser Kartofleln, von Herm. MüUer-Thurgau .... 267 Studie über eine Inversion der Saccharodiose, von M. A. Ladureau . . 267 Über die Rohfaserbestimmung und das Holzgummi, von H. Hoffmeister. 267 Untersuchimgen über die Zucker, von Berthelot 267 in. Glyko.side. Bitterstoffe. Indifferente Stoffe. Studien über Quercetin und Derivate, von J. Herzig 268 Cyclamin imd seine Zersetzimgsprodukte, von A. Hilger 268 Wurmsamen und die quantitative Bestimmung des Santonins.von F. A. F 1 ü c k i g e r 268 Die Lösliehkeit des Salicins, von D. B. Dott 269 Die Bitterstoffe des Hopfens, von H. Bungen er 269 Untersuchungen über die Zusammensetzung des Karotins, von A. Arn au d 270 Über den Bitterstoff" der Kalmuswurzel, von Herm. Thoms 270 Vorkommen von Vanillin in der Asa födita, von E. Schmidt 270 Über die Zusammensetzung einiger Nektararten, von A. v. Planta . . . 271 Über das Danain, von Ed. Heckel und F. Schlagdenhanffen . . . 272 Über Pikrotroxin, von R. Palm 272 Über Digitalin. von R. Palm 272 IV. Gerbstoffe. Untersuchungen der Gerbsäuren der Cortex adstringens Brasiliensis und Siliqua Bablah, von Wilbuszewitcz 272 Neue Beiträge zur Bestimmung des Gerbstoffes, von H. R. Procter . . 273 Neue Gerbstoff bestimmungsmethode, von Hermann Dieudonnä . . . 273 V. Farbstoffe. Wirkungen des Chlorophylls aufserhalb der Pflanzenzelle auf Kohlensäure, von E. Reynard 273 Note über einige Bedingungen der Ent^vickelung und der Wirksamkeit des Chlorophylls, von F. H. Gilbert . . . ' 273 Studien über Chlorophyll, von Victor Jodiu 274 Chemische Untersuchungen über den Chlorophyllfarlistoff, von .T. Wollheira 274 Das XanthophyUhydrin, von L. Macchiati 274 VI. Eiweifsstoffe. Fermente. Neue Untersuchungen über die Proteinstoffe, von Paul Schützeuberger 274 Essigsaures Urano.xyd, ein Reagens auf Albuminstofte, von V. Kowalewsky 275 Untersuchungen über die Amidosäuren, welche bei der Zersetzung der Eiweifs- stoffe durch Salzsäure und durch Barytwasser eutstehf>n, von E. Schulze und F. Bosshard 275 Über die Bestimmung diastati.scher Wirkung, von J. R. Duggan . . . 275 Wirkung der Salicylsäuro auf Fermente, von A. B. Griffitlis . . . . 276 Zur Kenntnis der Malzpeptone, von F. Sczymanski 276 XVT Inhaltsverzeichnis. Seite Proteinsubstanzen im Milchsaft der Pflanzen, von J. E. Grreen . . . . 276 Über ein Cellulose bildendes Essigfermeut, von A, Brown 277 Studien über Diastase, von C. J. Lintner 277 Beitrag zur Kenntnis der EiweiTsbildung in den Pflanzen, von Karl Oskar Müller 278 VII. Alkaloide. Über Wrightin, von H. Warneeke 278 Über Couessin, von K. Polstorff und P. Schirmer 278 Note über Chininhydrat, von E. W. Fletsch er 279 Untersuchungen über Strychnin, von W. F. Lö bisch und P. Sehoo]) . . 279 Notizen über Cocain und seine Salze, von B. H. Paul 280 Beiträge zum Studium der Alk;doide, von OechsnerdeConinck . . . 280 Versuche zur Synthese des Coniins, von A. Ladenburg 280 Untersuchungen über das Papaverin IQ, von Guido Goldschmidt . . 280 Oxydatiousprodukte des Coniins, von J. Baum 281 Beiträge zur Kenntnis des Brucins, von A. Hanssen 281 Über krystallisiertes Akonitin, von C. F. Bender 282 Über die Chromate des Strychnins, von Fr. Ditzler 282 Über das Hopein, von A. Ladenburg 282 Zur Kenntnis des Morphins, von 0. Fischer imd E. v. Gerichten . . 282 Beobachtungen über die Natur imd die Eigenschaften der Alkaloide, von OechsnerdeConinck 283 Über den Alkaloidgehalt des Extractum Belladonna, von Herm. Kunz . 283 Neue Farbenreaktionen einiger Alkaloide, von W. Lenz 283 Noten über Cliininsulfat, von 0. Hesse 284 Die Gegenwart von Cinchonidin im Chininsulfat des Handels, von A. J. C o wl e y 284 Vorkommen des Andromedotoxins in verschiedeneu Ericaceen, von P. C. PI ag g e 284 Beiträge zur Kenntnis der Alkaloide des Aconitum Napellus, von Alex. Jürgens 284 Über eüien basischen Bestandteil des Pilokarpins in den Jaborandiblättern, von Erich Harnack 284 Über den Nachweis des Broms in den bromwasserstoffsauren Salzen einiger Alkaloide, sowie über eine Farbenreaktion des Chinins und Chinidins, von A. Weller ^ 285 Die Eeaktion des Atropins mit Merturosalzen, von Alfred W. Gerrar d . 285 Bemerkungen über Identifizierung von Alkaloiden und anderen krystaUisierten Körpern mit Hufe des Mikroskops, von A. P. Smith 285 Über Thebain, von W. C. Howard und W. Roser 285 Untersuchungen über Strjchnin, von W. F. Löbisch und P. Schoop . . 286 Notiz über die Alkoholate des Conchinins, von F. Mylius 286 Konstitution einiger ChinoUnderivate, von Zd. H. Skr aap \md Ph. Brunner 286 Über Hopein, von C. Leuken 286 Note über Chininhydrat, von Flückiger . 286 Note über Chininsulfat, von 0. Hesse 286 Über Pilokarpin und Jaborin, von Harely und Calmels 286 Über Piliganin, von Adrian 287 Zur Kenntnis des Dehydromorphins, von Jul. Donath 287 Zwei Morphinreaktionen, von Jul. Donath 287 Ober die A'itahsche Pteaktion zum Nachweise des Atropins, von E. Beckmann 288 Synthese der aktiven Coniine, von A. Ladenburg , . . 288 Über das spezifische Drehungs vermögen der Piperidinljasen, von A. Ladenburg 289 Reduktion des Nicotins, von A. Liebrecht 289 Über die bei Einwirkung von Brom auf Dimethylpiperidin entstehenden Ver- bindungen. Neue Synthese von Piperidmderivaten, von G. Merlin g . 289 Über die Alkaloide derJaborandiblätter, von Erich Harnack . . . . 289 Beitrag zum Studium der Alkaloide, von Oechsner de Coninek . . . 289 Zur Kenntnis des Pseudomorphins, von 0. Hesse 289 Über die China bieolor, von 0. Hesse 289 Spaltungen des Pilocarpins, von E. Hardy und G. Calmels 289 Beurteilung der Reaktion des Pilocarpins, von E. Hardy und G. Calmels 289 Über das Coffein, von ErnstSchraidt 289 Inhaltsverzeichnis. XVn Seite Zur Kenntnis der Picolinsäure und Nieotinsäuro, von E. Seyfferth . . 290 Zur Kenntnis der China-Alkaloide, von William J. Comstock und Wil- helm Königs 290 Untersuchungen über Papaverin, von Guido Goldschmidt 290 Über einige neue Salze des Pajiaverins, von R u d o 1 f J a h o d a . . . . 291 Zur Konstitution des Ciuchonins, von Zd. H. Skrauj) 291 Über das optische Drehungsvermögen der Piperidinbasen, von A. Ladenburg 291 Zur Kenntnis des Ecgonins, von C. E. Merck 291 Spezifisches Gewicht des krvstaUisierten Strychnin, von Thos. P. Plunt . 292 Über Zusammensetzung und Löslichkeit von Strychnincitrat , von Frank und H. Fischedick 292 Die optische Untersuchungsmethode für schwefelsaures Chinin, von David Hooper 292 Über das Verhalten des Morphins gegen Kaliumchromat, von Franz Ditzler 292 Ulexin, von A. W. Gerrard 292 Zur Kenntnis der Alkaloide der Berberideen, von 0. Hesse 292 Über Adonis cupaniana, von V. Cervello 293 Über Spartein, von E. Merck 293 Neue Methode zur Darstellung des Sparteins und seiner Salze, von A. Houde 293 Über Cuprein und Homochinin, von 0. Hesse 293 Über das Lupanüi, von Max Hagen 293 VI IL Ätherische Öle, Balsame, Harze, Tcrpcnc, Kampfer, Kohlenwasserstoffe. Beiträge zur Kenntnis des Carvacrols und seiner Derivate, von S. Lustig 293 Über einige Harzsäuren aus der Familie der Abictiueen, von T. Perrenoud 293 Über das Guttapercha ausBassiaParkii, von Ed. Heckel und Fr. Schlagden- hauffen 294 Neue Synthese eines inaktiven Borneols, von G. Bouchardat u. J. Lafont 294 Chemische Reaktionen zum Nachweise des Terpentinöls, von H. Hager . 294 Bemerkungen über russisches Terpentin und die Oxydation desselben durch atmosphärische Luft, von C. F. Kingzett 294 Bildung von einatomigen Alkoholen aus Terpentinöl, von G. Bouchardat und J. Lafont ._ 295 Über das ätherische Öl der Lindenblätter (Citrus Limetta), von F. Watts 295 Studie über einige Derivate des Menthols, von M. G. Arth 295 Einwirkung von Kali auf Harz, von Edmund J. Mills 295 Über das Vorkommen des gewöhnlichen C}tqo1s und eines aromatischen Kolüenwasserstoffes Cg Hi2 im Harzgeist, von WernerKelbe . . . 295 Untersuchungen über die Kampfergruppe, von L. Balbiano 295 Untersuchung einiger ätherischer Öle, von N. Waeber 295 Isomerie der Kamphole und Kampferarten, von Alb. Haller 295 Über einen Nitrokarapfer, von P. Cazeneuve 295 Über die ätherischen Öle HI, von J. H. Gladston 295 Über Phellandren, von L. Pesci 296 Untersuchungen über das linksdrehende Terpentinöl, von L. P e s c i u. C. B e t e 1 1 i 296 Über Einwirkung von Essigsäure auf Terpentinöl, von G. Bouchardat und J. Lafont 296 Zur Kenntnis der Terpene und der ätherischen Öle, von 0. Wallach . 297 IX. Aldehyde. Alkohole. Stickstofffreie Säuren. Phenole. Über Oxy von M. Sievert 342 Sonnenblumenblätter, j Sorghum, von Troschke , . . . • 343 Frischer Spörgel, von Munro 343 Sandwicke (Vicia viUosa), von Märcker 343 b) Heu, Stroh und Streu. Bambusa Kumasasa, von 0. Kellner 343 Butterblume (Ranunculus acris), j ^on W. H. Jordan 343 Hexen- (?) Gras (Triticum vulgare),) Grummet, von Dietrich 344 Haferstroh, von Märcker 344 Heu, von F. Schindler 345 „ „ B. Schulze 345 „ „ L. Broekema und A. Mayer 345 „ „ H. Weiske 345 „ „ C. A. Goessmaan 345 „ von Graben- und Eiesdfeldrändern, von 0. Kellner 345 „ „ wilden Grasländereiea (Hara), von 0. Kellner 346 Ordinäres Heu. Gemisch,) ^^^ j, j,_ ^add 346 Heu. Germges, J Dactylis glomerata, Eulalia iaponica, .^^ „ •' \, ' J von 0. Kellner 346 Lespedeza cyrtolifera, )) )i Lespedeza juncea, Panicum crus galh, Poljgola sibirica, Pueraria Thunbergiana, Senecio palmatus, Setaria viridis, Spörgelheu, von Munro 348 Thimotheeheu, •» mit etwas „Red-Top", J von W. H. Jordan 348 Timthee, ) Vicia cracca, von 0. Kellner 348 Wiesenheu, von Schrodt, Hansen und Henzold 348 Wiesenheu, von Dietrich 348 349 Bluet Jomt, von W. H. Jordan 349 Klee, von Troschke 349 Klee, von E. F. Ladd 349 Kleeheu, von A. Stutzer und H. Werner 349 „ „ Dietrich 349 Alsike Klee, von W. H. Jordan 349 Eoter lOee, ) -iir rr t i ocn Weifser Kl^e, ) ^''" ^- ^- J^"'^^'' ^^0 von 0. Kellner 347 Inhaltsverzeichnis. XXI Seite Bambus, "j Baumwolle, i kartoffol, J Batute, _ J von 0. Kellner 350 Die ■I von 0. K e 1 1 n e r 352 Eierkartoffc, Erbsenstroh, von Dietrich • . 350 Erdnufs, | Wintergerstenstroh, } von 0. Kellner 351 Haferstroh, Gerstenstroh, Haferstroh, Klee und Heu, J. von Dietrich 351 Haferstroll, J Haferstroh, von Schrodt, Hansen und Henzold 351 Hirse Hirsestroh, Keisstroh, Bergreisstroh, Sum})frcisstroh, ) Koggenstroh, von Dietrich 352 Sojabohne, \ Zucker Sorghum, > von 0. Kellner 353 Wicke, j Weizenstroh, von Dietrich • 353 Weifskraut (Leucanthemum nilgare), von W. H. J o r d a n 353 c) Wurzolgew«1chse. Geschälte Bambusschöfslinge,! von K e 1 1 n e r 353 Batate | ConophoUus Konjak, \ Diosc^rea japonicabulbifera, I ^j^ Q ;g-^llj^^^ 354 Distel, j EierkartofFel, J Kartoffel, von C. A. Goessmann 354 Gekochte Kartoffel, von M. Sievert 354 Zuckerkartoffel, 1 Kürbis (Geschälte Frucht), > von 0. Kellner 355 Lotus, j Gelbe Kugelmangold^vurzel, von C. A. Goessmann 355 eSTM™""-^'""" '"' Rübchen (Karotten), von C. A. Goessmann 356 Rüben, von Schrodt, Hansen und Henzold 356 Futterrunkeln, von A. Stutzer und H. Werner 356 Kohlrübe, 1 von C. A. Goessmann 356 „Lane s miproved Zuckerrübe, | Mohrrübe, \ f\ -v ^^ qkc Stoppelrübe, J^^'^ O.Kellner 356 Zuckerrübe, von ('. A. G e s s m a n n 357 Yamswurzel, von 0. Kellner 357 d) Korner und Frttchto. Japanischer Bambus, Bohne, Buffbohne, ^ von 0. K eil n e r 357 Camellia japonica, Dolichas cultratus, Dolichas umbellatus sem. alb. nigr., Dohchas umbellatus f. volubilis, Dolichas uniflorus, ) von 0. Kellner 358 Wintererbsen, Erdnufs, Gerste, von C 1. R i c h a r d s n 358 XTCU Inhaltsverzeichnis. Seite Gerste, von Cl. Richardson 359 ). » » 360 Gerste, von E. Meissl, F. Strohmer und N. v. L o r e n z . . . . 360 Hafer, von Cl. Eichard son 360 „ V )) 361 Hafer (dünn gesäet), von Cl. Eichardson 362 Hafer (dick gesäet), von Cl. Eichardson 363 Hafer, von Cl. Eichardson 363 j) » )> OD» Japanischer Hafer, von 0. Kellner 364 Haferkörner, von Märcker 364 Japanische Hirse, von 0. Kellner 364 Japanische Zuckerhirse,\ ^^„ ^ t ^ 1 1 „ ^ ^ qck. T ^ . 1 TT <• } von U. Kellner 365 Japanischer Hopten, | Futterkorn, von E. F. Ladd 365 Vogel- oder Kitzkorn, von J. K ö n i g 365 Mais, von Cl. Eichardson 365 — 366 Mais, von B. Schulze 366 Unverletzte („Unbroken") Maiskörner, von W. H. J o r d a n 366 Japanischer Mais, von 0. Kellner 366 Mais (Com Fodder-Stover), \ n \ n o*?^ T ,. HT • } von C. A. Goessmann 366 Indian-Mais, | Eeinraais (Corn-Flint), von W. H. Jordan 367 Perj'lla ocymoides, von 0. Kellner 367 „Topover-Mais", Pearl MiUet (Penicülaria spicata), Pferdebohnen, \ von C. A. G o e s s m a n n . . , . 367 Apfel-Pomace, Ganze Äpfel, Eeis, ■» Eeis (italienischer), > von E. Meissl, F. Strohmer und N. v. Lorenz 368 Eeis (indischer), i Japanischer Bergreis, "j „ Klebreis, }> von 0. Ke llner 368 „ Sumpfreis,) Roggen, von C 1. E i c h a r d s n 369—370 Sesam, \ Soja, > von 0. Sojabohne,) Kellner 371 von 0. Kellner 372 Soja hispida, von E. F. L a d d 371 Indischer Sonnenblumensamen, von M. S i e v e r t 371 Steinnüsse, von Loges 371 Theesamen, Torreya nucifera, Wachsbeerenfleisch, Japanischer Weizen, Weizen, Weizen, von E. F. Ladd 372 Weizen, von Cl. Richardson 373 — 375 Japanischer Taubenweizen, von 0. Kellner 375 e) Sauerfuttcr. Eingesäuerte Apfel treber, von C. A. Goessmann . . . . . . . . 375 Sauerflitter (aus Gras), von L. Broekema und J. M a y e r 376 Eingesäuertes Heu, von B.Schulze 376 Eingesäuerter Eotklee, von J. A. V ö 1 k e r 376 ,, „ „Märcker 377 Eingesäuerte Kartoffeln, von M. Sievert 377 Eingesäuerter Mais, von C. A. G o e s s m a n n 377 „ „ von C. Weigelt 377 Eingesäuerter Grünmais, von B. S c h u 1 z e 378 Inhaltsverzeichnis. XXIII Seite Eingesäuerter Grünnmis, vou Stefan v. Cselko 378 Gesäuertes Rübenkraut, von E. Meissl .... 3Y8 Eingesäuerter Spörgel, von M u n r o 378 Eingesäuerter und dann getrockneter Spörgel, von Munro 378 f) Zubereitete Futtermittel, gewerbliche Abfälle u. dgl. Baumwollsanienkuchen, von Schrodt, Hansen und 0. H e n z o 1 d . 378 Baumwollsamensaatmehl, von W. H. Jo r d a n 378 Baumwollsameumehl,J ^^^ j, p j^^j^^ 3^9 „ gekocht,! Erdnufskuchen, von A. Stutzer und H. W e r n e r 379 Erbsenmehl, von E. F. L a d d 37iJ Erdnufsschale, von J. König 379 Feinfutter, von E. H. J e n k i n s 379 Hominy-Mehl, von C. A. G e s s m a n n 379 „ E. H. Jenkins 379 Fleisclimehl, von E. Meissl, F. Stroh mer und N. v. L r e n z . . 380 „Continental-Food", von W, H. Jo r d an . . . . 380 Thorley's Futterküchen, von J, A. V ö 1 k e r 380 „Englisches Patentfutter", von W. H. J r d a n 380 Gluten Feed, von E. H. J e n k i n s 380 Glutenmehl, von C. A. G e s s m a n n 380 von E. F. L a d d 380 Middlings, von E. H. J e n k i n s 380 Gestofsener Hafer, von E. F. L a d d 381 HaferkafF, von A. Stutzer imd H. W e r n e r 381 Haferschrot, von Schrodt, Hansen und 0. Henzold 381 Kornmehl gedämpft,-) gekocht, S von E. F. L a d d 381 Kommehl, J Kornfutter, Hülsen, 1 „^„ u u t „ ,1 i 000 ITT 1 1 von E. Jb . L a d tl 08J „ Wurzeln,! Kraftfutter („Concentrated Feed"), von C. A. Goessmann 382 Kleberfutterbrot, von Blancke 382 Laktina, von J. Koenig 382 „ von W. Fleischmann 382 Leinsamenmehl, von E. F. L a d d 383 New Process Linseed Meal, von E. H. J e n k i n s 383 Maismehl, von O.A. Goessmann 383 von E. H, Jenkins 383 Maismehl (von Zahnraais), von W. H. J r d a n 383 Steinmaismehl, von W. H. J r d a n 383 Gelber Sweetmais, von C. A. G e s s m a u n 383 „Self-Husking" Mais, Maiskolbenmehl, \ von C. A. Goessmann . . 384 Maisrückstände von der Stärkebereitung,' Mais- und Maiskolbenmehl,) iir tt t i oqa Maiskolben, 'J von W. H. J r d a n 384 Enghsches Milch- und Mastpulver, von Grete 384 Milchpulver oder Milchsaline, von J. Koenig 384 Müllereierzeugnisse, von Gl. Richardson 385 ÖlnuXskuchen, von Br, Tacke 385 Pilze, von 0. Kellner 38(5 Reismehl, von Delbrück 386 „ „ Dietrich 386 Reisspreu, von 0. Kellner 386 Roggenkleie, von F. W. Dafert 386 „ „ C. A. Goessmann 387 „ E. H. Jenkins 387 Rübensclmitzel, von A. Stutzer und H. Werner 387 Getrocknete Getreidemaisschlempe, von M. Sievert 387 XXrV Inhaltsverzeichnis. Seite Sesamschrot aus entfetteten Samen, von Dietrich 387 Sorghummehl, von 0. Kellner 387 Stärkefutter, von E. R Ladd 387 Stärkeaussehufs, von E. F. Ladd 388 Steinnufssab fälle, von Logos 388 Wagnersches Siifsfutter, von Stutzer 388 Tofukuchen, von 0. Kellner 388 Getrocknete Treber, von Mohr (?) 388 Treberkleie, von K. Kruis 388 Süfse Äpfeltreber, von C. A. Goessmann 388 Biertreber (frisch), 1^^ g^g.^^j^^j^j^ ggg „ (trocken),/ Getrocknete Biertreber, von Dietrich 389 Malztreber, von M. Schwarz 389 Weizenkleie, von C. A. Goessmann 389 „ E. F. Ladd 390 „ „ Schrodt, Hansen und 0. Henzold 390 „ „ C. A. Goessmann 390 „ E. H. Jenkins 390 Weizenmiddlings, von C. A. Goessmann 390 Weizenspreu, von Dietrich 390 g-) Analysen und Untcrsuchung^cn unter Berücksichtigung einzelner Bestand- teile, schildlicher Bestandteile und Verfälschungen. Die schädlichen Eigenschaften des Sorghum, von Berthelot und Andre 391 Der Zuckergehalt einiger Ölkuchen, von G. Burkhardt 391 Zur Kenntnis der Zusammensetzung nicht ausgereifter Kartoffelknollen, von J. Hungerbühler 391 Gehalt der Weizenkleie an Eiweifs und Amidstickstoff, von E. H, Jenkins 391 Über das dextrinhaltige Kohlehydrat der Samen von Lupinus luteus, von E. Steiger 392 Entwickelung von Cyanwasserstoffsäure im Leinsamenmehlaufgufs , von J. Meyer und H. F. Meier ,392 Litteratur 392 h) V^erschiedcnes. Eine neue Art der Kartoffelvenvertung, von Brückner 392 Zur Verfälschung der Futtermittel, von C. B ö h m e r 392 Zusammensetzung qon Futterstoffen, von Dietrich 392 Über den Futterwert der Zuckermohrhirse, von W. Fersman u. F. Farsky 393 Analyse von Dari, einer indischen Hirsenart, von Fr. Farsky . . . 394 Über beregnete imd nicht beregnete Gerste, von F r. F a r s k y 394 Über ausgewachsene Gerste, von Fr, Farsky 395 Sägespäne und Cellulose als Viehfutter, von A. Frank 396 Über Erdnufskuchen, von Klein 396 Über unrationelle Verfütterung von Baumwollsaatkuchen, von G. K 1 i e n . 397 Eingehende Analyse der Steinnufs, von Loges 397 BaumwoUsaatmehl und seine Schädlichkeit, von W. v. N a t h u s i u s . . 397 Malzkeime-Fütterung, von W. Nossek 398 Quecke als Futtermittel, von Plehn 398 Biertreber als Schweinefutter, von Pott 398 Stachelginster als Futterpflanze, von E. P o 1 1 398 Über die Leistungen der botanischen Analyse bei der Wertschätzung der Heu- sorten, von F. S c h i n d 1 e r 398 Untersucliungen über die stickstoffhaltigen Bestandteile einiger Rauhfutter- stoffe, von E. Schulze, E. Steiger und E. B o s s a r d . . . , 899 Untersuchungsergebnisse von Futterstoffen aus der Versuchsstation in Danzig, von M. S i e v e r t 400 Über Futtermittel, von M. Speck v. Sternburg 401 Futtermaisbau, von C. M. S t ö c k e 1 401 Verfälschung von Futterstoffen, von A. Stutzer . 402 Inhaltsverzeichnis. XXV Verwendung der Rofskastanien zur Fiittorung, von Wcislce 402 Holzmehl als Futter, von Wendenburg .... 402 Fferdefuüerniifti'l ;ils Frsatz für Hafer 402 Verschiedene nicht referierte Abhandhuigen und Litteratur .... 402—403 B. Konservierung von Futterstoffen. a) Einsiiuorung:, Ein.sü(suiig u. dgl. 1. Allgemeines. Schwefelkohlenstott' boim Einmachen von Grünfutter, von E. A. G r e t e . 405 Über die in Rotbarasted ausgeführten Einsäuennigsversuche, von J. B. Law es und J. H. G i 1 b e r t 405 Mitteilungen aus dem landwirtschaftlichen Institut der Universität Breslau, von B. S c h u 1 z 406—408 Verschiedenes. Patente 409 2. Einmachen von verschiedenem Grünfutter. Einsäuerung von Grünmais, von B. S c h u 1 z e 409 Einmietimgsversucli mit Kartoffeln, von M. S i e v e r t 409 Über die Ergebnisse der Einsäuerung von Spürgel, von Munro .... 410 Stutlien über die Gärimg von Futtermais, von W e i g e 1 1 u. a 410 Die Bereitimg von präserviertem Grünfutter in Diemen 412 Futtermais für die Einsäuerung, von C. A. G o es s m an n 412 Versuche über Maiseinsäuerung, von C. A. G o e s s m a n n 412 Verschiedenes 412 3. Einmachen von Schnitzeln u. dgl. Aufbewahren von Rüben u. Kartoffeln in Prismen, von F.R.Marzy u. V. Valento 412 Einmieten von Rübenschnitzeln, von E. Pott nnd Vi seh er 413 Einmieten von Rübenschnitzeln, von E. Pott 413 4. Verschiedenes. Die Konservierimg von Biertrebem, von Fr. Farsky 413 „ „ „ „ von M. Schwarz 414 Konservierung feuchter Kömer, von R. Sydow 414 Einsüfsung der Futtermittel, von Wagner 414 Verschiedenes. Patente 414 — 415 C. Zubereitung von Futterstoffen. Notiz über Lupinenentbitterimg, von G. Baumert 415 Verschiedenes. Patente 415 — 416 b) Zubereitung, Verwertung von Schlempe, Trcber u. dgl. Über getrocknete Biertreber, „Treberkleie", von A. Ihl 417 Aufbewahrung von Diffusions-Rückständen der Zuckerfabriken von Karl Müller und L. B e h r e n s 417 Getrocknete Biertreber als Futter für Pferde, von Sattig 417 Über Sauerwasser in der Stärkefabrikation, von R. Schütze 417 Biertreber nach Theifsen's Patentverfahren getrocknet 418 Über Zwetschenschlempe, von E. Strohmer 418 Verschiedenes, Patente 418—419 B. Tierchemie. A. Bestandteile der Organe. a) Bestandteile der Knochen u. dgl. Verfahren zum Bleichen vom Knochenfett, von H. Krätzer 420 Trockenverfahren für Knochen während der Entfettung, von Friedr. Scltsom 420 b) Bestandteile des Blutes. Die neuen Blutkrystalle E. Danuenbergs, von KarlAmthor 420 Die Wirkung der Halogene auf das Hämin, von D. Axenfeld 420 XXVI Inlialtsverzeichnis, Seite Darstellung von Hämiukrj'stalle mittelst Brom- luul Jod-Salzen, von Eure Bikfalvi 420 Polari-spektroskopische Untersuchungen an Blutkrystalleu, von A. Ewald . 420 Zur Kenntnis der Blutgerinnung, von E. Freund' 420 Neue Untersuchungen über die Substanzen, welche das Hämoglobin in Met- hämoglobin umwandeln, von Georg esHaj'em 421 Über das Wesen der Blutgerinnung, von C. Holzmann 421 Über eine spektroskopische Methode zum Nachweis des Blutfarbstoffes, von A. Maschek 421 Venöse Hämoglobinsäure, von M. Nenki und N. Sieber 422 Über den chemischen Nachweis von gelöstem Blutfarbstoff im Harn, von C. Rosenthal 422 Über die Wirkung der diastatischen Fermente auf die Blutgerinnung, von G. Salvioli 422 Über Zucker im Blute mit Rücksicht auf Ernährung, von J. See gen . . 422 Verschiedenes. Patente 424 — 425 c) Bestandteile des 3Iag-ens und der Leber. Zur Methodik der Darstellung von Pepsinextrakten, von W. Podwyssozkijun. 425 Bemerkungen über einen dem Glykogen verwandten Körper in den Gregarinen, von 0. Bütschli 426 Über den Glykcgengehalt der Leber neugeborener Hunde, von B. Demant 426 Über einen neuen Bestandteil der Leber, von E. Drechsel 427 Über das Verhalten eer Gallensäuren zu Leim imd Leimpepton, von Fried- rich Emich 427 Die Mengenverhältnisse der Kohlehydrate in d. Menschenleber, von Kratschmer 427 Zur quantitativen Bestimmung des Glykogens, von R. Külz 428 Über die Fälhmg des Dextrins durch Eisen, von H. A. Landwehr . . . 429 Über den pathologischen Peptongehalt der Organe, von M. Miura . . . 429 Beiträge zur Physiologie des Glykogens, von W. F. Ruh mann . . . . 429 Zur Kenntnis der Gallensäuren, von C. Schotten 430 Studien über die Leber. L Eisengehalt der Leber, von St. Szcz. Zaleski 430 Litteratur 432 d) Bestandteile anderer Organe. Glykogengehalt verschiedener Organe im Coma diabeticum, von M. Abeles 432 Über basische Produkte in der Miesmuschel, von L. B rieger 432 Chemische Untersuchung der Nervensubstanz, von J. Chevalier. . . . 433 Über die Nitrate des Tier- und Pflanzenkörpers von W. G o s s e 1 s . . . . 433 Zur Kenntnis der Milchsäure im tierischen Organismus, von A. Hirschler 433 Beiträge zur Analyse der stickstoffhaltigen Substanzen des Tierkörpers, von A. Hirschler 433 Weitere Beiträge zur Chemie des Zellkerns, von A. Kossei 434 Fortgesetzte Untersuchungen über die Skeletine, von C. Fr. W. Krukenberg 435 Über Mucin aus der Sehne des Rindes, von W. F. Loebisch u. a. . . . 435 Zur chemischen Reaktion des Embryo, von K. Raske 436 Über die Bestimmung des Schmelzpunktes der Fette, von C. Reinhardt . 438 Zur Kenntnis des Giftes der Miesmuschel (M}'tilius edulis), von E. Salkowski 438 Über die Pigmente der Choroidea und Haare, von N. Sieb er 438 Beiträge zur Kenntnis der giftigen Miesmuscheln, von R. Virehow . . 439 Über die Nitrate des Tier- und Püanzenkürpors, von Th. Weyl und Citren 439 Die Lokalisation des Giftes in den Miesraust-heln, von M. Wolff . . . . 439 Verschiedenes. Litteratur. Patente 440 B. Über EiweifsatofiFe und Peptone, sowie Verwandtes, 1. Über Eiweifsstoffe. a) Allgemeines, Chemisches. Globuhn und Globulosen, von W. Kühne und R. H. Chittenden . . . 441 Über die Peptone, von W. Kühne und R. H. Chittenden 441 Zur Kenntnis der Eiweifsfäulnis, von E. Salkowski 442 Inhaltsverzeichnis. XXVII Seite Über Hühnereier mit durchsichtigem Eiweifs, von J. Tarchanoff . . . 442 Weitere Beiträge zur Frage von den Verscliiedenheiten zwischen dem Eier- eiweifs dos Nesthocker und Nestfiügler, von J. Tarchanoff .... 443 Untersuchungen über das Gerinnen des Eiweifses, von E. Varrene . . . 444 Litteratur 444 b) Analytisches. Zur Analyse der Peptone, von G. Bodliindor 445 Über die rnterschei(hing von Eiweifskörpern, Leim und Peptonen auf ka- pillarimetrisehom Wege, von G. Bodländer und J. Traube . . . . 445 c) Verschiedenes. Über den Einflufs der Kohlehydrate und einiger anderer Körper der Fett- säurereihe auf die Eiweifsfäulnis, von A. Hirsch 1er 446 Über den gelatmeartigen Zustand der EiweifsstofFe, von W. Michail ow und G. Chopin 446 Trennung des Globulins vom Albumin im Blutserum, von M i k h a i 1 o f f . 447 Litteratur 447—448 2. Peptone. Untersuchungen über die Hemialbumose unddasPropepton, von EobertHerth 448 Über die Fleischpeptone des Handels, von J. K ö n i g 449 Über Albumosen und Peptone, von W. K ü h n e 449 Über die Bedingungen, unter denen Pepton wieder in Eiweifsstoffe übergeht, von AV. Micha i low 4.50 Zur Kenntnis der Kasei'npeptone, von H. Thier fehler 450 Zur quantitativen Trennung des Eiweifses von Peptonen, von H. Weiske . 451 Über ein neues Peptonpräparat, von Theodor Weyl 451 Litteratur. Patente 451 — 452 3. Verschiedenes über Bestandteile der Org-ane, Nachweis derselben über Ptoraaine u. dg'l. Einige Beobachtungen über die Milzbrandbacillen, von A. Drymont. . . 452 Über das Vorkommen von ^Mikroorganismen im lebenden Gewebe gesunder Tiere, von G. Hauser 452 Über den Nachweis des Phenols im Tierkörper, von W. Jakobson . . . 453 Über Coccerin aus lebender Cochenille, von C. Liebermann 453 Zum Nachweis des Chloralhydrates in tierischen Flüssigkeiten, von Hilde- bert Baron Tiesenhausen 453 Verschiedenes, Litteratur, Patente 454 — 457 Über die vermein thchen Ptomaine der Cholera, von V. Oliver i . . . . 455 Über Alkaloide und Ptomaine, gewonnen aus Koch'scher Nährbouillon, welche zu verschiedenen Kulturen gedient hat, von Pouchet, Nicati u. Eietsch 456 C. Bestandteile der Sekrete und Exkrete. a) Harn. 1. Allgemeines. Die aromatischen Verbindungen im Harn bei Darmfäulnis, von E. Bau mann 457 Die Ausscheidung des Schwefels im Harn, von A. Heffter 458 Über den Niederschlag, welchen Pikrinsäure in normalem Harn erzeugt und über eine neue Keaktion des Krealinius, von M. Jaffe 460 Über Harnstofffermente, von W. Leube 461 Über die alkalische Harngärung, von W. Leube 461 Zur Lehre von der Harnsekretion, von J. Munk 461 Untersuchung über die Oxybuttersäure des diabetischen Harnes, von H. Wolpe 462 Über den Entstehungsort von Harnsäure im Tierkörper, von Alfred Baring 463 Verschiedenes 463 — 464 2. Analytisches. Nachweis von Gallenfarbstoff im Harn, von C. Deubner 464 Die Gärungsprobe zum (qualitativen Nachweis v. Zucker im Harn, von ]\I. E i n h o r n 464 XXVIU Inhaltsverzeichnis. Seite Eine neue Methode für die quantitative Bestimmung der Harnsäure, von John B. Haycraft 465 Unterscheidung von Chrysophansäure und Santoninfarbstoff im Harn, von G. Hoppe-Seyler 465 Zur Frage der Trypsinausscheidung durch den Harn nebst einer Methode zum Nachweis kleiner Trj-psinmengen, von H. Leo 466 Zur quantitativen Bestimmung des Zuckers und der sogenannten reduzierenden Substanzen im Harn mittelst Fehling" scher Lösung, von J. Munk . . 466 Verhalten des Allantoins bei der Bestimmimg des Harnstoffs im Urin ver- mittelst Natriumh}'pobromit, von P. Malerba 467 Experimentelle Beiträge zur quantitativen Oxalsäurebestimmung im Harn, von 0. Nickel 467 Ein neues Verfahren zur Bestimmung des Harnstoffs mit Hypobromitlauge, von E. Pflüger 467 Über Stickstoffbestimmung im menschlichen Harn, von E. Pflüger und K. Bohland 468 Harnstoffbestimmung im menschlichen Harn mit Bromlauge, von E. Pflüger und K. Bohland 468 Verbesserung der Harnstoff-Analyse von Bunsen, mit Berücksichtigung der stickstoffhaltigen Extraktivstoffe im menschUchen Harn, von E. Pflüger und K. Bohland 468 Über die Titration des Harnstoffes mittelst Bromlauge nach der Methode des Dr. H. J. Hamburger, von E. Pflüger und Friedrich Schenk 469 Über die Hamstoffbestimmung im menschlichen Harn nach der Methode von Kjiop-HiLfner, von E. Pflüger und F. Schenk 470 Prüfung der Harnstoffanalyse Hüfner's mit Hufe der von uns verbesserten Methode Bunsen's, von E. Pflüger und K. Bohland 470 Über ein neues Verfahren zur Bestimmung des Globulins im Harn und in serösen Flüssigkeiten, von JuliusPohl . , . . • 471 Über Eiweifs im normalen Harn, von KarlPosner 471 Notiz, die Nylander'sche Zuckerreaktion betreffend, von E. Salkowski . . 471 Über die (quantitative Bestimmimg der sogenannten reduzierenden Substanzen im Hani, von E. Salkowski 471 Über das Verhalten der Isaethionsäure im Organismus und den Nachweis der unterschwefligen Säure im Harn, von E. Salkowski 471 Über die (quantitative Bestimmung der Schwefelsäure und Ätherschwefelsäure im Harn, von E. Salkowski 472 Zur Kritik der Harnstoff bestimmung nach Plehn, von F. Schenk . , . 472 Über den Korrektionskoeffizienten bei Hüfner's Brommethode, von F. Schenk 473 Über Stickstoffbestimmung nach Varrentrapp, Will und Kjeldahl im Herbi- vorenham und in der Milch, von H. Weiske 473 Verschiedenes 473 — 475 3. Verschiedenes. Auffindung des Acetons in Flüssigkeiten, namentlich in einigen patholo- gischen Fällen, von P. Chautard 475 Über Mucin im Harn, von Heinrich Citron 475 Über Fermente im Harn, von F. Gehrig 476 Bestimmung der Darmfäulnis durch Ätherschwefelsäuren im Harn, von V, Morax 476 Notiz, den Bau der Harnsteine betreffend, von C. Posner 477 Über das Heteroxanthin, von G. Salomon 477 Zur Kenntnis der Hippursäurebildung, von H. Tappeiner 477 Verschiedenes, Litteratur 478—479 b) Andere Sekrete und Exkrete. 1. Gallo. Über die Veränderung d. Gallenabsonderung während des Fiebers, von G. Pi s e n t i 479 Über die normale Bildungsstätte des Gallenfarbstoffes, von H. Stern . . 479 Die verdauenden Eigenschaften der Galle unserer Haustiere, von Ellenberger und A. Hofmeister 479 Inhaltsverzeichnis. XXIX Seite 2. Verdauende Sekrete. Nachtrag ziir Arbeit von Leo, von F. Gehrig 479 Zur Frage: Ist ira Parotidonspeicliel ein Ferment vorgebildet vorhanden oder nicht? von H. Goldschraidt . . . 480 Zur Frage: Ist das Speichelferment ein vitales oder chemisches Ferment, von H. Goldschmidt 480 Bildung von Ammoniak bei der Pankreasverdauung von Fibrin, vouA. Hirschler 480 Über Ptyalin und Labferment im menschlichen Harn, von E. H o 1 o v o t s c hi n e r 480 Pepsinogeu und Pepsin, von .1. N. Langley und J. S. Edkins .... 481 Verschiedenes, Litteratur 482 3. Verschiedenes. Einiges über die Einwirkung des Speichels auf die Stärkekörnchen, von Ena. Bourquelot 482 Autikritische Bemerkungen über Drüsenfunktioneu, von P. Ehrlich . . . 482 Über das zeitliche Auftreten der Salzsäure im Magensaft, von E. Frerichs 483 Über einen Pilz im menschlichen Speichel, von M. Gallipi 483 Verschiedenes, Litteratur, Patent 483 — 484 D. Chemisch-physiologische Experimentaluntersuchungen. Therapeutische Anwendung des Benzoesäure -Sulfinids oder Fahlberg's Sac- charin, von V. Aducco imd A. Mofso 484 Über die Folgen der Exstirpation der Schilddrüse, von P. A 1 b e r t o u i u. G.F i z z o n i 484 Über die physiologischen Wirkungen des chlorwasserstoffsauren und brom- wasserstoftsauren Coniin auf den tierischen Organismus, von J. Archarow 484 Beiträge zur Kenntnis der Wirkung der gasförmigen Gifte, von J o h. B e 1 k y 484 Über die physiologische Wirkung des Paraldehyds, von Arpad Bockai . 484 Über das Vorkommen und die Wirkung des Cholins imd die Wirkungen der künstlichen Muscariue, vou E. Boehm 484 Die Wirkvmg des Alkohols, Bieres, Weines, des Borszcker Wassers, schwarzen Kaffees, Tabaks, Kochsalzes und des Alauns auf die Verdauung, von K. Bikfalvi 484 Der Magensaft bei akuter Phosphorvergiftung, von A. Cahu 485 Die Magenverdauung im Chlorhunger, von A. Cahn 485 Zuckerbildung in der Leber bei Gegenwart von Pepton, von R. Chittenden und K.Lambert 486 Über die diastatische Wirkung des Speichels und deren Modifikation durch verschiedene Bedingungen, vonR. H.Chittendenu. HerbertE.Sraith 486 Über den Eiuflufs des Strychnin und Curare auf den Glykogengehalt der Leber imd der Muskeln, von B. Demant 487 Das Schicksal des Morphins im Organismus, von J. Donath 487 Beiträge zur gerichtlichen Chemie, von G. Dragendorff (und Dietrich) 487 Beiträge zur gerichtlichen Chemie, H., von G. Dragendorff 487 Beiträge zur Physiologie und Pathologie der Verdauimg, von G. A. Ewald und J. Boas 488 Über die Blausäure, deren Wirkung als Antipyreticum etc., von Pröhner 488 Untersuchungen über den Stoffwechsel isolierter Organe. I. Ein Respirations- apparat für isolierte Organe, von M. v. Frey und M. Grub er . . . 488 n. Versuche über den Stoffwechsel des Muskels, von M. v. Frey. . . 488 Über die Veränderung verschiedener Quecksilberverbindungen im tierischen Organismus, von R. Fleischer und von Fürbringer 489 Über die Ausscheidimg des Kohlenoxydes nach unvollkommener Vergiftung, von N. Grohant 489 Pristley's Versuch mit Wassertieren und Wasserpflanzen wiederholt, von N. Grehant 489 Ein Beitrag zur Kenntnis der Einwirkung von Rakodylsäure auf den tie- rischen Körper, von John Marshall und Walter D. Green . . . 489 Über das Verhalten des Thiophens im Tierkörper, von A. Heffter . . . 489 Über die Wirkung des Rubidium- und Caesiumclüorids auf den quergestreiften Muskel des Frosches, von E. Harnack und Ed. Dietrich .... 489 XXX Inhaltsverzeichnis. Seite Über das Vorkommen von Mikroorganismen im lebenden Gewebe gesunder Tiere, von G. Hauser 489 Über den Einflufs von Glycerin, Zucker und Fett auf die Ausscheidung der Harnsäure beim Menschen, von J. Horbaczewski und F. Kanera . 490 Über physiologische und pathologische Lipacidurie, von E. v. Jak seh . . 490 Zur Kenntnis der "VVismutwirkung, von B. Israel 490 Über den Einflufs einiger Arzneimittel auf die künstliche Magenverdauung, von St. Klikowicz 490 Über die Entstehung der freien Salzsäure des Magensaftes, von H. A. Land wehr 491 Die physiologische Wirkung des Sulfofuchsins und des Öafranins, von P. Cazeneuve und E. Lepine 491 Eine neue Methode zur Bestimmung der Menge der abfliefsenden Lymphe, von S. W. Lewaschew 491 Physiologische Untersuchung des Acetophenons, von A. Mairetu.Combemale 491 t^ntersuchung über die therapeutische Wirkung des Urethans, von A. Mairet und Combemale 491 Über Tri Chloressigsäure und Trichlorbuttersäure, von H. Mayer . . . . 491 Untersuchung über eine toxische Wirkung der niederen Fettsäuren, von H.Mayer 492 Das rationelle Schlafen, von Meubi-Hilty 492 Über den Einflufs der Leberexstirpation auf den Stoff'wechsel, von 0. M i n k n w s k i 492 Versuche über den Einflufs der Temperatur auf die Eespiration des ruhenden Muskels, von M. Eubner 493 Über das Verhalten des sogenannten Saccharin im Organismus, von E. Sal- kowski 493 Kleinere Mitteihmgen, von E. Salkowski 494 Nachtrag zu 3. Hüfner'sche HamstofTbestimmung 495 Über die Entstehung der aromatischen Substanzen im Tierkörper, von E. Salkowski 495 Die Bildung des Harnstoffs in der Leber, von W. v. Schröder. . . . 495 Über das Kongorot als Eeagens auf freie Säure, von H. Schulz . . . 495 Über die Fähigkeit der Leber, Zucker aus Fett zu bilden, von J. Seegen 496 Die Ursache der giftigen Wirkung der chlorsauren Salze, von Stokvis . 496 Über die Glj'kuronsäurepaarungen im Organismus, von E. E. Sundvik . . 496 Die Einfühnmg von Arsen nach dem Tode, von Franks S. Suttou . . 497 über die Bildung von Glykuronsäure beim Hungertier, von H. Thierfelder 497 Verschiedenes, Litteratur 498 — 505 C. GesamtstofTwechsel, Ernährung, Fütterung und Pflege der Haustiere. A. GesamtstofFwechsel. Über die Bedeutung der Amidsubstanzen für die tierische Ernährung, von P. Bahlmann 506 Verbrennungs- und Bildungswärme von Zucker, Kohlehydraten und verwandten mehrwertigen Alkoholen, von Berthelot und Vieille 506 Über die Verdaulichkeit von Nahrungsstofteu, von K. Bikfalvi . . . . 507 Über die Gröfse des Eiweifsumsatzes bei dem Menschen, von L. Bleibtreu und K. Bohland 507 Glykose, Glykogen und Glykogenbildung in ihrer Beziehung zur Wärmeent- wickelung und Arbeitsleistung im tierischen Organismus, von A. Chau- veau und Kaufmann 508 über eine neue direkte Bestimmungsmethode der tierischen Wärme, von Desplats 509 Über die Magenverdauung des Schweins, von Ellenberger u. Hofmeister 509 Über die Magen Verdauung des Pferdes, von Ellenberger 511 Physiologische Versuche über den Nährwert des Kemmerich'schen und Koch- schen Fleischpeptons, von Karl Genth und Emil Pfeiffer .... 512 Die Magen Verdauung des Pferdes, von H. G oldschmidt 512 Über Resorption im Dünndarm, von Gumilewski 513 Über Resoqjtion und Assimilation der Nährstoffe (2. Mitteilung), von F. Hofmeister 514 Inhaltsverzeichnis. XXXI Seite über die Bildung von Euxanthinsäure aus dem Euxanthon mit Hilfe des tierischen Orf^anismus, von St. v. Kostanecki 514 Versuche über Zuckerfiitterung an ^Mastschweinen auf der Versuchsstation Göttingcn-Wccnde, von F. Lehmann 515 über die Bildung von Milchsäure bei der Thätigkeit des Muskels und ihr weiteres Schicksal im Organismus, von W. Marcus 517 Untersuchungen über den Stoffwechsel des Schweines, von E. Meissl, F. Strohmer und N. v. Lorenz 518 Über Gärungsvorgänge im Verdauungstractus und die dabei betc'üigten Spaltpilze, von Miller 530 Über die Synthese des Fettes aus Fettsäuren im Organismus des Menschen, von 0. Minkowski 531 Die Fettbildung aus Kohlehydraten beim Hunde, von J. Munk . . . . 531 Die Bestimmung des Stickstoffs der Stolfwechselprodukte, von Th. Pfeiffer 532 Neue Versuche zum Vergleiche der natürlichen und künstlichen Verdauung stickstoffhaltiger Futterbestandteile, von Th. Pfeiffer 532 Fütterungsversucho mit Hammeln an der Versuchsstation Göttingen 1885, von Th. Pfeiffer und F. Lehmann 533— .548 Bestimmung isodynamer Mengen von Eiweifs und Fett, von M. Rubner . 548 Über die Fettbildung aus Kohlehydraten im Körper des Fleischfressers, von M. Rubner 548 Kalorimetrische Untersuchungen, von M. Rubner 548 Welche Temperaturen sind beim Genüsse warmer Speisen und Getränke zulässig und worin besteht die Schädigimg durch zu heifse Ingesta? von Fr. Späth 550 Über die Bildung von gasförmigem Stickstoff im tierischen Stoffwechsel unter dem Einflufs von Spaltpilzen, von Br. Tacke 551 Über den Einflufs der bitteren Mittel (Amara) auf die Verdauung und Assi- milation der Eiweifskörper, von M. Tscheizoff 551 Kommt der Cellulose eiweifssparende Wirkung bei der Ernährung der Her- bivoren zu? von H. Weiske, B. Schulze und E. Flechsig . . . 551 Versuche über die Wirkung von Alkoholaufnahme bei Herbivoren, von H. Weiske imd E. Flechsig 555 Über das Verhalten der EiweifsstofFe bei der Darmverdauung, von J. Wenz 556 Fütterungsversuche mit Zucker, von Arth. v. Werther 557 Verschiedenes 558 — 559 B. Ernährung, Fütterung und Pflege der Haustiere. Milch Surrogate bei der Aufzucht von Kälbern, von König 559 Laktiua, ein Pulver zur Herstellung einer Tränke für Kälber, von Th. Magerstein , . 560 Über Schlempefüttenmg, von Plehn-Lichtenthal 560 Schlempemauke, von A. Smilowski 560 Zwei- und dreimaliges Melken, von M. Schmöger 560 Fütterungsversuche mit Schnitzeln an Mlchkühen von A. Stutzer und H. Werner 561 Eine neue Viehmcfsmethode, von M. Wilkens 564 Die naturgemäfse Gesundheitspflege der Pferde, von Spohr 564 Holländer und Schweizer Vieh 564 Milch viehfüttenmg mit gedämpften Kartoffeln 564 Verschiedenes, Litteratur, Patente 565 — 567 Studien über die Eigenschaften des Wollhaares der grobwolligen Schaf- rassen, von W. Chludzinsky 567 Litteratur, Patente 569—570 Schweinemästung in Irland, von G. Dangers 570 Über die Verwertung der Kartoffeln bei Schweinemast, von Köster . . . 570 Über Magermilchverfütterung an Schweine, von J. Straufs 570 Fleischgewichtsermittelung bei lebenden Schweinen, von Wagner . . . 570 Fütterungsversuche mit gekochtem Weizen anSchweinen, von G.Zoeppritz jun. 570 Verschiedenes, Litteratur, Patente 571 Die Fütterung des Hausgeflügels mit eingegangenen Seidenraupen, von F. V. Thümen 571 IXXXn Inhaltsverzeichnis. Seite Litteratur , 571 Über einen praktischen Fütterungsversuch zur Vergleichung von Sauerheu mit gev.-öhnlichem Heu, von L. Broekema und A. Maj'er .... 572 Heikuig von Infektionskrankheiten (Vernichtung von Milzhrandbacillen im Organismus), von Emmerich 573 Ein Fütterungsversuch mit eingesäuertem Grünmais, von St. Cselko . . 574 Über Sublimat-Gh'ceringelatine als Deckmittel für Wunden, von Frick . . 574 Die Verdaulichkeit von Futterstoffen, von W. H. Jordan 575 Fütterungsversuche mit Malzkeimen, getrockneten Biertrebem und Reismehl nebst Heu, von J. Samek 575 Verfütterung brandigen Weizens, von F. v. Thümen 575 Untersuchungen über das Gesclüechtsverhältnis und die Ursachen der Ge- schlechtsbildung bei Haustieren, von M. Wilkens 575 Über nachteilige Fütterung von Baumwollsaatmehl 576 Torfstreu, von H. Bosker 576 Litteratur 577 D. Bienen-, Fisch- und Seidenraupenzucht. A. Bienenzucht. 4i) Honig. Untersuchung von Nektar, von A. v. Planta 578 Aräometer zur Bestimmung der Dichte des Honigs, von C. M. Schachinger 579 Verschiedenes. Litteratur 579 h) Wachs. Zusammensetzung und Analyse des Wachses, von 0. Hehner, Hübl, Diete- rich, Nafzer, F. Schwalb, H. Stürke, K. Labler, C. Lieber- mann, H Long 580 Über Asclepias cornuti und die verwandten Arten, von Georg Kassner . 580 Über Wachsfärbung, von A. v. Planta 580 Handpresse zur Erzeugung von künstlichen Wabenmittelwänden , von C. Schachinger . 580 Gewinnung des Wachses aus den Waben ohne Presse, von C. Schachinger 580 Die nichtsauren Bestandteile des Bienenwachses, von Fr. Schwalb . . . 581 Verschiedenes 581 «) Bau, Lebensweise u. dgl Gegen Faulbrut, von Bela Ambrosy 581 Der Isop als Honigpflanze, von F. Huck 581 Werden faulbrütige Stöcke durch ein honigreiches Jahr kuriert? von Klausmeyer 582 Abkürzung der Schwärmzeit, von Pollniann 582 Ursachen der Krebspest, von Rauber 582 Neue Untersuchungen über die Faulbrut der Bienen, von E. v. Thümen . 582 Einige Winke für Bienenzüchter nach Dzierzon's System, von C. M. Schach- inger 583 Behandlung ruhrkranker Bienenvölker, von C. Schachinger 583 Einfach- oder doppelwandige Bienenstöcke, von C. Schachinger . . . 583 Ameisen von Bienenstöcken abzuhalten 584 Verschiedenes. Litteratur 584 — 586 B. Fischzucht. Karjjfcnfütterungsversuche, von Klien 587 Lupinenfütt(;nmg an Karpfen, von Dierke 587 Über Erfahrungen und Erfolge in der Forellenzucht, von K. v. Po lenz . 587 Erfahrungen und Erfolge in der Forellenzucht, von L. L 588 Käse als Futter für Fische 588 Verschiedenes. Litteratur. Patente 588—589 Inlialtsverzeichüis. XXXITT Seite C. Seidenzucht. Chemische Untersucihungen über die Ernährung und Entwickelung des Sei- denspinners (Boiubyx Mori) II, von 0. Kellner, S. Kakizaki, M. Matsuoka imd T. Yoshii 589 Die Prüfung der Kokons auf ihren Seidengehalt 593 Litteratur 593 E. Milch, Butter, Käse. A. Milch. Eine Stuilie über die Fettkügelcheu der Milch, von S. M. Babcock . . 593 Über die neue Methode der Milchanalyse von Matthews A. Adams, nach vergleichenden Untersuchungen, von Fr. Bärtling 594 Neue Methode der Milchfettbestuumung von A. Cronander, von Sw. Müller 594 Die Milchgärprobe in Theorie und Praxis, von 0. Die tz seh 594 Versuche mit der dänischen Centrifuge (von Burmeister und Wain) und Be- trachtungen über die Entrahmimg der Milch durch Centrifugalkraft, von Fleischmann und J. Berendes 595 Versuche mit der Lefeldt'schen Centrifuge, Modell 1885, von W. Fleisch- mann und J. Boren des 595 Über einige vollständige Milchanalysen nach Lehmann's Methode, von W. Fleischmann 595 Analyse von Büffelmilch, von W. Fleischmann 59G Untersuchungen in der milchwirtschaftlichen Versuchsstation und dem Mol- kereiinstitute Kaden, von W. Fleischmann 596 Untersuchungen von Älilchaschen im Meiereünstitut Raden, von W. Fleisch- manu 597 Über Prof. J. Walter"s IVIilchgärprobe oder Methode und Apparat zur Er- kennung kranker Milch (Milchfehler), von NGerber 598 Zur Milchanalyse, von Halenke und Möslinger 598 Über die Veränderung, welche normale Kuhmilch beim Gefrieren erleidet, von 0. Henzold , 599 Ein neuer Molkerei- Apparat, von J. Hignette und R. Lege 599 Vorläufige Mitteilungen über Burmeister und Wain's Centrifugen als Emul- sionsapparate, von P. Holm 599 Analysen von Stallpn ibenmilch, von A. Klinger 600 Über Milchwein (Kefir), von Franz Kogelmann 602 Erleichterung des Molkereibetriebs bei Eismangel, von Labesius . . . 602 Inwieweit kann durch Ernährung und Haltung der Kühe die Milchproduktion beeinflufst werden? von C. Lehmann 603 Beiträge zur Physiologie der Milchbildung, von Lehmann 604 Über die Organismen der Milchsäuregärung und über schwarze Hefe, von G. Marpmann 605 Der Vakuumprozefs zum Entrahmen der Milch, von Muncey 605 Der Turbine-Separator (de Laval), von H. Nathorst 605 Prüfimg einiger Methoden zur Bestimmung der verscliiedenen Albuminoide der Kulimilch und des Einflusses der Fütterimg auf die relativen Mengen dieser Albuminoide, von S. W. Parr 605 Beitrag zu der Frage des Vorhandenseins von Salpetersäure imd salpetriger . Säure in der Milch und zum Nachweis einer Verdünnung der Milch durch Wasserzusatz, von M. S(;hrodt 605 Die Aufrahmung der Milch nach dem Cooley'schen Verfahren, von M. Schrodt und H. Hansen 606 Über Ersatz von Heu durch Haferschrot in dem Futter für Milchkühe, von Schrodt, Hansen und Henzold 606 Vergleichende Untersuchungen über einige neuere Methoden zur Fett- bestimmung der Milch, von Jul. Sebelieu 607 Über Kindermilch und Säuglings-Ernährung, von F. Soxhlet 609 Mitteilungen der Aylesbury-Dairy-Company in London, von P. Vieth. . . 619 Verbreitung ansteckender Krankheiten durch Milch, von P. Vieth . . . 611 Jahresbericht 1886. HI XXXIV Inhaltsverzeichnis. Seite Untersuchungen über die Einwirkung von frischen imd von getrockneten Biertrebern auf die Milchsekretion des Rindes, von B. Weitzmann . Gll Analyse von Kumys, von H. W. Wiley 612 Verbesserungen und eine neue Verwendung der Burmeister- undWain-Centrifuge 614. Dänischer Pasteurisierapparat für eatralimte Milch nach Doz. Fjord's System 614 Turbinen-Separator, von de Laval 614 Bittere Milch, von Dr. Liebscher 614 31ileh von kastrierten Kühen 615 Lüften der Milch 615 Verschiedenes, Litteratur, Patente 615 — 622 B. Butter. Tabelle zur Kontrolle der Butterausbeute beim Centrifugen verfahren , von M. Bühring 622 Über die Methoden der Butteranalyse, von H. B. Cornwall 622 Über das Eanzigwerden der Butter, von E. Duclaux 622 Das spezifische Gewicht des reinen Buttersaftes, von W. Fl ei seh mann . 622 Ansäuenmg des zum Verbuttern bestimmten Rahmes, von W. Fleischmann 623 Analyse von ungesalzener Butter aus Büffelmilch, von W. Fleischmann 623 Zur Butterprüfung, von H. Hager 623 Prüfung der Vasarhelgi'schen Entrahmimgs- und Buttermaschine, von J. J o i s t 623 Zum Säuren des Rahms, von Labesius 624 Eine Prüfimg auf die Farbe von gelben Rüben in der Butter, von R. W. Moore 624 Vorarbeiten zu neuen Methoden der Butterkontrolle, von A. Müller . . 654 Die Anwendung des Refraktometers in der Butteranalyse, von J. Skalweit 624 Butteruntersuchungen zwecks Erkennung der Milchbutter von anderen Fetten von S e 1 1 625 Beiträge zur Kenntnis der Milchbutter und der zu ihrem Ersätze in Anwen- dung gebrachten anderen Fette, von Seil 625 Beiträge zur Butteranalyse, von F. W. A. W o 1 1 626 Verschiedenes. Litteratur. Patente 626 — 629 C. Eäse. Zur Hebung der Käsefabrikation, von v. B r u c h h a u s e n 629 TjTotoxikon, ein Käsegift, von G. Dangers 629 Untersuchung von Käselab, von W. E u g 1 i n g 629 Die Anwendung verschiedener Labsorten in der Fabrikation von Limburger Käse, von v. K lenze und J. Keck 629 Analyse eines Käse aus Bolivia, von Sacc 630 Untersuchungen über die Fabrikation von Camembert-Käse, von M. Schrodt 630 Tyrotoxicon, seine Gegenwart in giftigem Eiscreme und seine Entdeckung in Milch, von V. C. Vaughan 631 Ein Ptomain aus giftigem Käse, von C. C. Vaughan 631 Käse vor Maden zu schützen 631 Verschiedenes. Patente 632 — 635 I. Pflanzenproduktion. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Referenten : J, Mayrhofer. W. Wolff. R. Hornberger. C. Kraus. Chr. Kellermann. E. A. Grete. E. v. Raumer. A. Hilger. JataroBbericht 1836. LIBRARY NEW YOUK BOTANICAL GARÜEN Boden. Eeferent: J. Mayiiiofer. Der Granit unter dem Camln-iuni des hohen Venn, von A. Granit. V. Lassaulx. 1) Verfasser besclireibt ein Granitvorkommen, als Unterlage der Schichten des rheinischen Scliiefergebirges, welches durch die Bahnlinie Aachen-Montjoie aufgesclilossen wnrde. Das Gestein ist ein feinkörniger, ziemlicli stark ver- änderter Granitit, wclclier, anfser den gewöhnlichen Bestandteilen, Chlorit, Epidot, Talk, Pyiit und Kaolin als Zersetzungsprodukte enthält, wozu walu-- scheinlich auch Rutil und Magnetit gehören dürften. (AnalysenvonF.H.Hatch.) I. frischestes Gestein. IE. zersetztes Gestein Kieselsäure . . 06,88 67,20 Thonerde . . . 17,89 19,10 Eisenoxyd. . . 3,75 2,84 Calciiunoxyd . . 1,44 Spur Magnesiumoxyd .1,53 1,34 Kanumox\^d . . 3,77 3,25 Natriumoxyd . . 3,55 3,10 Glühverlust . . 2,01 (1,93 Wasser) 4,07 (3,44 Wasser) Chemische Untersuchungen der vom Ätna im Mai und Juni vulkanische 18 86 ausgeworfenen Stoffe, von L. Ricciardi. 2) Kieselsäure . Clüor . . . Phosphorsäure Thonerde . . Eisenoxyd Q Eisenoxydul . ^ ]\Ianganoxydul "" Clu'omoxydiü (C: ^Kalk (CaO) . Magnesia (MgO) ^ KaH (Kg 0) . ^ Naü-on (Nag 0) Glühverlust . (P2O5) 0) Sand von Cibali 49,25 Spuren 1 22 16^16 3,21 10,32 0,22 0,09 9,94 4,96 1,17 2,64 1,12 Asche aus Cibali Asche aus Catane Lava vom neuen Ki'ater Monte terrore 49,27 0,92 15,13 3,72 10,28 0,31 0,06 9,85 3,81 1,94 4,53 0,35 49,33 48,45 1,07 0,88 15,45 15,42 3,41 2,36 10,12 13,10 0,36 0,42 0,08 0,13 10,03 11,12 3,56 4,87 1,78 0,91 4,49 2,93 0,41 0,17 ^) Verliandl. d. Natiirhistor. Ver. J. Eheinlaude und Westfalen. XXXI. (5). I. 1884. N. Jahrb. 1886, I. Eef. 52. 2) Compt. rend. 102, 1884, Berl. Ber. 1886, IXX. Kef. 718. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Quarzfeisit. J. J. Harris Teall (On some Quarz-Felsites and Augite- Granites froni tlie Cheviot-Disti'ict) ^) beschreibt als Quarzfeisite Gesteine, welche sich als Dykes in den PorphjTiten des Che%not-Distriktes finden und giebt die Ana- lyse derselben, welche von H. Waller ausgeführt ist: Kieselscäure 67,9 Thonerde 15,7 Eisenoxyd 3,0 Calciumoxyd 1,4 Magnesiumoxyd . . . . 1,5 Natriiimoxyd .... 1,5 Kaliumoxyd 5,6 Verlust 3,7 100,3 Trachyt. A. V. Lassaulx: über die sogenannten Liparite und Sanido- phyre aus dem Siebengebirge. 2) Diese grauen Liparite (I) von der Rosenau enthalten weder Quarz noch saures Glas und ist der hohe Kieselsäuregehalt derselben darauf ziu-ückzu- führen, dafs die Grundmasse aus einem innigen Gemenge von Chalcedon und Opal besteht, so dafs Verfasser dieselben als Süfswasserquarzit mit ein- gesprengten Resten von Trachji; auffafst. Eine zweite Varietät (11) des- selben Fimdortes ist ein Tracliyt mit Glimmer, wenig Hornblende, Titanit, Zirkon, dessen Grundmasse von weniger Opal luid Chalcedon dui-chtränlvt ist. (Nui- 18,91 ö/o in Kalilauge lösliche Kieselsäure gegen 34,58 ^/q in I.) Die von F. H. Hatch ausgeführten Anatysen ergeben nach Abzug dieser lös- lichen Kieselsäure ähnliche Zusammensetzimg der beiden Varietäten I n Kieselsäure (Si02) 69,45 02,63 Thonerde + Eisenoxyd (AlgOg + FegOg) 18,42 22,82 Calciumoxyd (CaO) 0,80 1,00 KaUumoxyd (K2O) 5,96 7,39 Natrimnoxyd (NagO) 4,97 6,16 Glühverlust 0,90 — Doierit. Übergang von Dolerit in Hornblendeschiefer, von J.J.H. Teall.^) Den arcliäischen Gneifs Nordwest-Schottlands diurchtlringen bei Scoiuie (Sutherlandssliii-e) mächtige Gänge eines basischen Eruptivgesteines, welches in zwei woM ausgeprägten Varietäten, eine, ein mäfsig grobkörniges kiy- staUinisches Gestein, von dem Verfasser als Dolerit (Diabas?), das andere als tj-pischer Hornblendeschiefer bezeichnet, welch beide trotz ihrer Ver- schiedenheit durch eine Reihe ganz imincrkhcher Übergänge zu einer geo- logischen Einlieit verbunden sind. Der Dolerit ist ein Diabas, er enthält als primäre Mineralgemengteile Plagioklas, Augit, Titaneisen imd Apatit, sekundäre Produkte sind wenig vorhanden, ein clüoritisches Mneral luid Hornblende. Der Hornblendeschiefer besteht vonviegend aus Hornblende, Quarz, Feldspat, Titaneisen, Sphen und Apatit. 1) Geol. Mag. Dec. III. Vol. n. No. 3, aus N. Jahrb. f. Min. 188G. I. 2. 254. ^ Sitz.-Ber. d. niedcrrh. Ges. f. Nat.- und Heüknnde in Bonn. 42. Jahrg. 1885, 119, aus N. Jahrb. I88Ö, Ref. 55. ») Quart. Journ. gool. Soc. XU. 2. 133, aus N. Jahrb. f. Mm. 1886, I. 58. Boden. Dolerit (Diabas Hornblendeschiefer Kieselsiiiu'c 47,45 o/o 49,78 Titansäure . . 1,47 , 2,22 Thonerdc . . 14,83 13^13 Eisenoxyd . . 2,47 4,35 Eisenoxydul . 14,71 11,71 Manganoxydiü — 0,27 Magnesimnoxyd 5,00 5,40 Calciumoxyd . 8,87 8,92 Natriumoxyd (Na^ lO) 2,97 2,39 KaHurnoxyd . 0,99 1,05 Wasser . . . 1,00 1,14 Kohlensäure . 0,36 0,10 100,12 % 100,46 1 3,086 3,111 Spezifisches Gewicht j bis bis J 3,106 3,122 Kenntnis der Diabas-Mandelsteine, i) ^iabas- E. Dathe: Beitrag zur Der umfangreichen Arbeit sei nm- die Analyse eines ilandelsteines vom Gallenberge bei Lobenstein entnommen Mandelatein, Kohlensaurer Kalk . 41,54 Kieselsäure .... 27,22 Titansäure .... 2,45 Thonerde .... 8,64 Eisenoxyd .... 1,38 Eisenoxydul . . . 8,88 Calcimnoxyd . . . 0,47 Magnesiumoxyd . . 2,29 Natriumoxyd . 0,09 Kaliumoxyd 3,02 Phosphorpentoxyd 0,449 "Wasser 3,68 Schwefelsäm-e (SO3) 0,10 100,809 Über die Grauwacko von Eisenerz, „Der Blasseneck-Gneifs",^) Grauwacke. von H. V. Foulion. Verfasser unterscheidet imter den Grauwacken des Eisenerzer Gebietes (Steiermark) petrograpliisch zwei Hauptgruppen, nämlich, in welchen deut- lich erkennbare Breccien vorkommen, imd solche, welche ein sandstein- ai-tiges Aussehen besitzen. Die ersteren bestellen aus Kalksteinen mit wenig Bindemittel, welch letztere sich bei der miki-oskopischen Untersuchung als Sericit erweist. In diesem schuppigen Aggregat (einzelne Gesteüisproben bestehen nur aus den- selben) liegen kleine Quarzkömer (1 — 3 mm), rhomboedrische Karbonate, 1) Jahrb. Kgl. preufs. geol. Landesanstalt f. 1883, aus N. Jahrb. f. Mn. 1886. I. 2. Heft. 235. 2) Verhandl. d. K. K. geol. E.-A. 188G. No. 3. 83. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, clocli haben niu* die ersten beiden genannten bei Eisenerz ergab: 65,38 % 2,48 „ 20,34 „ 0,71 „ 1,21 „ 0,44 „ 4,88 „ 4,56 „ 2,03% Kolüensäiire entsprechend. Memminger Almerde. Feldspat, Epidot und Eutil, Minerale eine Bedeutimg. Eine Gesteinsprobe aus der Radmer Kieselsäure . . . Eisenoxj^d . . . Thonerde . . . Magnesia . . . Kalk Natron .... KaH Glühverlust In verdünnter Salzsäui-e sind löslich: Eisenoxydul . . 1,79 %] Magnesia . . . 0,50 „ > Kalk 1,26 „ J Die Hauptmasse dieser Grauwacken besteht demnach aus Sericit, d, i. Kalighmmer in feinschuppiger Ausbildung, es sind dalier die Mehi'zald dieser Grauwacken als Sericitscliiefer zu bezeiclinen. Zm- zweiten Gruppe gehören die körnigen Grauwacken, es sind dies weifse bis tiefgrau- grüne flaserige Gesteine, die meist sclüecht scliiefern. In einer Art Gnindmasse, älmlich dem oben erwälmten Sericit, sind hanf- bis erbsengi'ofse Quarzkörnnr enthalten, die Grundmasse besteht vorwiegend aus Muscowitschüppchen neben Quarz und Feldspat, welch letzterer aufsei- ordentlich reich an Glimmereinschlüssen ist. I. Varietät aus dem hinteren Rotz, n, „ vom Himmelkogel, nördl. Yordernberff, Kieselsäure . Eisenoxvd . Thonerde Magnesia Kalk . . . Natron . Kali . . . Glühverlust . In Essigsäure sind davon Eisenoxydul 1,03 % | Kalk "^ 4,12 „ I (4 O/o gefimden). Die kömigen Grauwacken sind demnach teils als Gneifse, teils als Quarzite zu bezeiclinen und sclüägt Verfasser vor, die Gneifse als Blasseueck- Gneifse zu benennen. Nach Hans Vogel i) hat der im Liegenden der Wiesenmoore der südbayerischen Hocliebene öfters auftretende poröse Kalktuff, „Alm" ge- nannt, folgende cliemische Zusammensetzimg : Kohlensäure (COg) 41,060 Kalk (CaO) 50,307 Magnesia (MgO) 0,098 I. n. 58,92 0/, 59,00 o/o 94,38 o/o 6,14 „ 6,14 „ 0,03 „ 16,43 „ 16,40 „ 2,76 „ 2,59 „ 2,46 „ 0,06 „ 4,13 „ 4,12 „ — 2,43 „ 2,52 „ 0,16 „ 3,10 „ 2,94 „ 0,79 „ 5,78 „ 5,78 „ 0,36 „ löslich : 1 3,87 O/o Kohlensäure entsprechenc 1) Ber. d. naturh. Vereines Augsburg 188.5. N. Jahrb. f. M. 1886, IL 369. Boden. 7 Eisenoxyd + Thoncrcle (Feg Og + AJg O3) . 0,8G4 Kieselsäure (SiOg) ..." 0,250 Salze der Alkalien 0,51.3 Wasser 0,3GG Organische Substanz 5,00 Otto Holm 1): Über die in Westi)reul'sen und dem westlichen P'>o8pho"t- Rul'sland vorkommenden Pliosphoritknollen und ihre chemischen Bestandteile. Die chemisclie Zusammensetzung der aus drei verschiedenen Fundorten stammenden Phosphorite ist folgende: I. Carlsthal b. Stidim, 11. Neuschottlaud b. Danzig, m. Hohenstein b. Danzig. j tt ttj Kieselsäure und Sand . . 34,105 21,425 33,CG5 Kalk (CaO) 27,930 39,405 28,85G Magnesia (MgO) . . . 0,183 0,83G 0,341 Eisenoxyd (Feg O3) . . . 1,782 1,150 2,3GG Tlionerde (Alg O3) . . . 2,058 4,811 G,804 Kali (KgO) 0,459 0,740 0,327 Naü-on (Na^O) .... 0,459 0,888 0,388 Phosphorsäure (P.2O5) . . 22,G01 21,100 22,805 Schwefelsäure (SO3) . . 3,925 1,133 1,013 Kohlensäure (COg). . . 2,948 4,250 1,3G0 Wasser + organ. Substanz 3,530 3,950 2,120 Clüor (Gl) Spm- 0,011 Spur E. von Fellenberg: Über das Vorkommen von Löfs im Kan- ^'*^''^- ton Bern. 2) Zwischen Kosthofen imd Grofsaffbltern fand Verfasser eine ungefähr 3 m mächtige Löfsablagermig mit zaldreichen bis 8 cm gTol'sen Löfsmännchen. welche direkt auf unterer Süfswassermolasse liegt und von erratischem Ma- terial überlagert wird. Die chemische Analyse von E. v. Fellenberg ergab: Löfs Männchen Kieselsäiu-e G5,G 7,0 Thonerde 4,1 1,4 Eisenoxyd 8,8 5,2 Kalk ". 0,22 0,22 Magnesia 1,0 0,8 Kali (KgO) 2,1 0,9 Nati-on 1,5 0,1 G Kolilonsaurer Kalk . . . 14,8 83,2 Kolüensaure Magnesia . . 0,35 0,3 Gliüiverlust 1,2 0,5 99,G7 99,G8 Über A^erwitterungsprodnkte des Granites von der Luisen- Verwitterung, bürg im Fichtelgebirge. A. Hilger und K. Lampert^) untersuchten 3 Granitproben von der ^) Schrift d. naturforsch. Gesellsch. in Danzig N. F. VI. H. 2. 240 aus N. .Jahrb. f. M. 1886, U. 90. 2) IVIitteil. d. naturforsch. Ges. in Bern 1885. 1. aus N. Jahrb. f. M. 1886, 1. 2. 320. 3) Landw. Yersuchs-Stat. 1886. XXXTH, 161. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Luisenbiirg im Ficlitelgebirge, welche sich in verschieden fortgeschrittenem Zustande der Yer^^'itterung befanden. Probe I, die wenigst verwitterte Probe, bildet noch kompakte Gesteinsti-ünimer, zeigt aber gleichwohl im innersten Kern der gröfseren Stücke durch ausgeschiedene Eisenoxydmassen, sowie angewitterten Feldspat, den Begimi der Zersetzmig. Proben 11 imd m sind aus leicht zerreiblichem Granitgnü's genommen. Die optische Untersuchung liefs üi I noch Oligoklas erkennen, 11 imd m Avaren schon zu stark verwittert. Gesamt-Analj^sen. I n m Kieselsäiu'e Thonerde ....... Eisenoxj-d Eisenoxydul Magnesia Kalk . Kaliumoxyd (KgO) . . . Natriiunoxyd Wasser 68,27 5,80 3,90 4,46 0,21 8,62 5,32 4,70 0,08 66,33 17,42 1,00 2,36 Spm- 0,78 5,23 2,16 4,92 64,07 18,68 1,33 2,78 0,07 0,62 5,06 2,08 5,72 In Salzsäure sind davon löslich : 11,8 o/o 14,52 o/o 21,36 O/o Kieselsäure Thonerde Eisenoxyd Kalk Kaliumoxyd Natriumoxyd 0,07 6,33 3,45 0,46 0,52 0,97 0,12 8,78 3,71 .0,19 0,59 1,13 0,39 14,03 4,43 0,24 0,89 1,38 In Salzsäm'e unlöslich: 88,99 85,48 78,64 I . n . in . und weiters aus der I n m Diese analytischen Resultate entsprechen vollkommen der aus der mineralogisclien Zusammensetzung voraussehbaren Yeränderung, indem die Monoxyde in lösüche Form übergefühi-t, d. h. aus dem Gesteine ausgelaugt werden, wäln-end die Sesquioxyde (Eisenoxyd nur zum Teü) mit der Kiesel- säiu-e ziu'ückbleiben, welche hydi-atisch abgeschieden ebenfalls teilweise in Lüsimg geht. Dies geht deutlich hervor, wenn man die Menge der Sesqiü- ox}"de gleich 1 gesetzt, die Zusammensetzung der 3 Proben vergleicht, M02O3 MeO SiOg .... 1 4,3 14,0 .... 1 0,77 6,29 .... 1 0,72 5,62 Lüslichkeit der Kieselsäure in Natronlauge: 27,59 0/0 lösliche Kieselsäure • • 54,76 „ „ „ • . J-I-5-jU it 55 55 Obgleich Probe m am stärksten verwittert ist, so ist die Menge der löslichen Kieselsäiu-e doch eine geringere als in ü, welche Thatsache auch bei Behandlung des in Salzsäure imlöslichen Teiles der Proben mit Natron- lauge, abermals bestätigt w\u\lo. Verfasser erklären dies durch die An- Boden. 9 Wesenheit gi'()fserei" Mengen von Glimmer, welclicr der Zersetzung besser widersteht, inid finden in der völligen Abwesenheit der Jlagnosia in dem Salzsäiure löslichen Anteil des Materiales dafüi- einen Anhaltspiuikt, indem die Zersetzung gewissermalsen bei dem Glimmer eine Verlangsamung er- leidet und der Ersatz der weggefülu-ten löslichen Kieselsäure nicht rasch genug stattfinden kann. Indem Verfasser auf die Übereinstimmung der von ilmeu gcl'undenen Gesetzmäfsigkeit mit der von vielen anderen Forschem ausgesprochenen liinweisen, führen sie noch die Analysen von Lemberg i) und Sandberger 2) an, welche mit Gesteinen angestellt wmxlen, die reich an Nati'on waren, wie auch die Ai'beiten K. Müller's^), welche beweisen, dafs das Kaliiun der Feldsi)äte bei der VerAvitterung weit schwieriger entfernt wird als das Natrium. Eobert Schütze^) hat die von A. Hilger^) im Jalu-e 1875 be- verw-itte- gonnenen Versuche über Verwitterung fortgesetzt. Als Versuchsmaterial gäü^rbei dienten Stubensandstein vom Bm-gberg bei Erlangen, Personatussandstein krystanini- a. d. Jura, Hetzlas bei Erlangen, Jm-alcalk ebendaher und Glimmerschiefer Sedimentär- von Münzig bei Dresden, welche seit 1. Juni 1875 in abgewogenen Quan- ^^''''*""®°- titäten in Zinkkästen gefüllt im Universitätssclüofsgarten im Freien auf- gestellt waren. Als Eesultat der chemischen sowie mechanischen Analyse der ver- schiedenen Zerfalls- und UmwandlungsiDrodnkte (die zalüreiclien Details ge- statten kein kmv.es Referat) ist hervorzidieben, dafs der Personatussandstein den gröfsten Zerfall zeigt; ihm folgt der Stnbensandstein, der Glimmer- sclüefer imd schUefslich der Jurakalk, während umgekehrt, was die feineren Verwitterungsi^rodukte anbelangt (Schläniminehl), die Abnahme vom Glimmer- schiefer — Stubensandstein — ■ ziim Personatussandstein mid Jurakalk statt- findet. Die chemischen Veränderungen beridien im Auslaugen des Eisen- oxyduls aus dem Glimmerschiefer, einer Lockenmg der Sandsteincemente, Alkalien werden als Karbonate oder saure Silikate hinweggefülu't, Kalk wird reichlich gelöst, nicht allein durch Kohlensäm-e, sondern auch durch Sehwefelsäm-e und schweflige Säm-e. (Aus der Luft; von Erlangen und Umgebung.) Kalkphosphat wird in kurzer Zeit ausgewaschen. Infolge des Zerfalles der Sandsteinbindemittel entstehen die Hydrate der Sesquioxj^de des Eisens und Tlionerde und Hj'drosilikate mit starkem Absorptions- veimögen für Kali imd Kalk. Auffallend ist die innerhalb 8 Jahren eingeti'ctene Verändening der Sandsteine, indem die Bindemittel nahezu vollständig entfernt imd in ein wertvolles Bodenmaterial umgewandelt w^mtlen (Personatussandstein). Anders verhält sich der Glünmerschiefer, dessen mechanischer und chemischer Zer- fall nicht gleichmäfsig einherlaufen, da letzterer nur sehr langsam vor sich geht, wodurch dieser im Gegensatze zu den beiden Sandsteinen eine lang andauernde Quelle von Pflauzennährstoffen darstellt. 1) Z. d. geol. Gesollsch. 1870, 22. 360. 2) J. Mineral. 1808, 3!)0. 3) Tsehermak. Mittoil. 1877, 2ö. *) Inaug.-Dissert. Erlangen 1880. Berlin, Gebr. üngor. &) Landw. Jahrb. 1870, YUI. 1. Bleisand. 10 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Das Bindemittel des Personatus-Sandsteius ist eiii Tlionerde-Eisensilikat mit einem Alkalisilikat, Tlionerde und Eisenoxydhydrat nebst phosphor- saurem Kalk enthaltend. Das Bindemittel des Stubensandsteins besteht aus einem eisenarmen AlkaK- Kalk -Almniniimi- Silikat, dem gleichfalls kleine Mengen phosphor saurer Kalk beigemengt siiid. Im Verfolge der Verwitterungserscheinungen zeigt sich bei den beiden Sandsteinen (besonders Personatnssandstein) eine Am-eicherung an Thonerde, Kalk imd Nati-on in den Feinerden, was eine Bestätigung der wiederholt gemachten Beobachtimg der gi-öfseren Widerstandsfähigkeit der Kalisili- kate ist. Bezüglich des Glimmerschiefers findet Verfasser, dafs der Eisengehalt der verschiedenen Verwitterungsprodukte nm- geringen Schwankungen imter- worfen ist, dafs sich Thonerde imd Kalk am-eichern, wäla-end Magnesia, Alkalien gleich Schwefelsäure imd Phosphorsäure bei gleichzeitiger Hy- dratisierung ausgewaschen werden, wodm-ch ein thonig- glimmeriges Ver- witteningsprodukt hinterbleibt. Eine genaue Analyse des durch das Versuchsmaterial in den Zink- kästen dm-chgesickerten Regenwassers dient dem Verfasser als schätzenswerte Kontrolle seiner Untersuchungen. Ortsteinund Der Ortsteiu und. ähnliche Sekundärbildungen im Diluvium und Alluvium, von Eamann. i) Verfasser beschi-eibt die im Heidegebiet des norddeutschen Tieflandes häufig aufti-etenden geologischen Bildungen, Bleisand Tuid Ortstein genannt. Der erstere, ein weifs- bis tiefgrauer Sand, unter der Humusdecke liegend, der Ortstein, ein diu'ch Humus verkitteter Sand, Humussandstein. Aufser diesem gewöhnlichen, an der Luft leicht zerfallenden Ortstein führt Ver- fasser noch ein zweites Vorkommen an: hellerer Ortstein, der miter dem ersteren liegt, welchen er „imterer braimer Ortstein" nennt, und der chemisch mit dem gewölinlichen oberen Ortstein (auch Branderde, Fuchserde, Ahl etc.) übereinstimmend sich nur dmch geringeren Humusgehalt (selten über 4 %) und gröfsere Zälügkeit von diesem imterscheidet. Ein geologisches Profil der Heide (Oberförsterei Glashütte in Holstein) zeigt von oben nach unten folgende Lagerungsverliältnisse : Humusschicht, Bleisand, Dicker Ortstein (Branderde), Unterer hellbrauner Ortstein, Leinniger Sand, von welclien Schichten Verfasser mu- die in Salzsäm-e löslichen Stoffe näher bestimmte: (Siehe die Tabelle auf Seite 11.) Diese Zahlen beweisen, wie arm an Mineralsubstanzen, bez. Pflanzen- nährstoffen der Bleisand ist (gilt auch für Bleisande anderer Gegenden), wähi-end die imteren Scliichten daran reicher sind. Was die Entstehung dieser Bildungen anbelangt, so ist dieselbe auf allmäliliche Verwitterung bez. Auswaschung der oberen Schichten zurück- zuführen. Aufser den Mineralbestandtoilen entzielion die Tagwässer den olieren Bodenschichten auch die Humussubstanzen, welche dann später aus ilu-en wässrigen Lösungen dm'cli die in den tieferen Schichten in relativ gi'öfserer Menge vorhandenen Mineralsalze niedergesclilagen werden. Ver- fasser erinnert hier an die Selbsti-einigung der Flüsse, Abscheidimg der ') Jahrb. (1. Kg], preufs. Landesanst. f. 1885. Chem. Centr.-Bl. 188G, XVII. 509. Boden. 11 Von 100 Tl. Boden in HCl löslich : Humus- 1) scliicht %d.Bodens Bloisand /O Dicker Ortstein (ßranderde) % Unterer heiler br. Ortstein % Lehmiger Sand % Kali . . . 0,0091 0,0051 0,0081 0,0055 0,0327 Natron . . . 0,0031 0,0057 0,008G 0,0055 0,0088 Kalkerde . . 0,0284 0,0104 0,0152 0,0302 0,0360 Magnesia . . 0,0575 0,0023 0,0077 0,0341 0,0024 Manganoxydul 0,0038 0,0020 0,0029 0,0044 0,0092 Eisenoxyd . 0,0238 0,0028 0,0640 0,1466 0,5542 Thonerdo . 0,1048 0,0028 0,3340 0,8300 0,9520 Pliosphorsäuro 0,0503 0,0050 0,0254 0,0407 0,0377 Glüliverlust . 2.3,19 0,39 4,34 2,71 1,07 0,3414 0,0361 0,4638 ' 1,0070 1,6930 Sclilickmassen am Seeufer etc. Die Bildung imd Lagenmgsverhältnisse des Ortsteines imd dessen weitere ümAvandlungsprodukte, sowie die Ent- stehung von Neubildungen sind leicht verständlich. Der Ortstein bildet eine füi' Wasser schwer durclüässige Scliichte, finden aber die in demselben zirkidierenden "Wasser eine plötzüche Abflussöffnung, so kann eine Aus- Avaschung eintreten, es bilden sich in- und unterhalb der Ortsteinschicht wieder Bleisand und ist der einmal vorhanden, an den Eändern desselben wieder Ortstein. So erklären sich die eigentümlichen Bildungen, „Töpfe" genamit. Verfasser betont, dafs der aUmälüich lun sich gi-eifenden Ortstein- büdimg, welche nicht allein an die Heide gebunden ist, sondern überall vor sich gehen kann, wo die Bedingimgen dargeboten sind, nur durch sorgfältige Mafsregeln der Bodenkultiu-, vor allem Waldkultur, entgegen- gearbeitet werden kann. Beiträge zur Kenntnis des Alluvial-Bodens in den Nieder- landen, von Professor J. M. van Bemmelen. 2) Verfasser untersuchte den Boden der Polder, welche dem ehemaligen fi^u^fj^^" Ij abgenmgen wairden, und giebt eine Scliüdenmg des geologischen Baues derselben. Unter den stellenweise noch erhaltenen ursprünglichen Moor- scliichten liegt eine 1 — 3 m mächtige Schicht von blauem Klei (ältere Meeresablagerungen), welche nach imten in einen an koUensaiu-em Kalk reichen Sand übei-geht, der ident ist mit Dünensand. Die oberen Scliichten dieses Sandes sind häufig durch die Einwirkung des Moores ihres Kalkgehaltes beraubt. Über den Moorscliichten, die am Nordi-ande der Ij Polder mäch- tiger sind als am Südrande, wo sie auch steUenweiee felüen und bis nahe an die Bodenoberfläche ragen, hegt Seesclilick (neuere Meeresablagerung). Der Seesclilick, welcher von der Ziüdersee in das Ij gelangte, ist identisch mit dem Sclüick, welcher sich längs der holländischen Küste aus Seesclilick aus dem nieder- ^) Eingeäsebert und nach Art der Aschenanalysen behandelt. ^} Centr.-Bl. Agrik. 188G, XV. 723. Bijdragen tot de Kennis van de Alluvialen Boden in Nederland. Herausgegeben v. d. Kgl. Akademie d. Wissensch. zu Amster- dam. Amsterdam, Joh. Müller. 1886. 12 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Saure Boden des nierler- läiidischen Alluviums. Eliein, Maas, Scheide absetzt und durch den Grolfstrom mit der Flut in die Ziiidersee getiieben wird. Die Mächtigkeit dieser Ablagerung richtet sich nach der Mächtigkeit des Moores und der Stärke, die der Wasserstrom besals; je grölser diese, um so geringer und sandreicher die Ablagenmg. Die Zusammensetzung des Schlicks ermittelte Verfasser durch metho- disches Sclilemmen und successive Behandlimg mit Tersehiedenen Auf- schliefsmigsmittelu. Es enthält der schwere Seeschlick in runden Zahlen: 1. 40 — 50 o/q absclilemmbare, in reinem Wasser schwebende Teile, gTÖfstenteils Klei. Derselbe enthält neben etwas Humat ein diu-ch kon- zentrierte Salzsäm-e zersetzbares Silikat, worin 4 ^Iq Eisenoxj'dul imd Oxyd (niclit ganz an Eaeselsävu-e geb.) 6,7 „ Thonerde 0,5 o/^ Kalk 1,0 „ Kali 1,5 „ Magnesia 0,2 „ Naü-on und ein durch konzentiierte Schwefelsäui-e aufschliefsbares Thonerde- imd Thonerde - Kali - Silikat. 2. 25 — 30 % absclilemmbare, sieh in rehiem Wasser absetzende Stoffe, gröfstenteils aus scharfkantigem Grand (Kleisand) und einem dm-ch Schwefel- säure zersetzbaren Thonerde- Kali -Selikat bestehend. 3. 1 — 10 % eines Gemenges von Quarz imd unvei'witterten Seli- katen, gröfstenteils Thonerde- Kali -Nati'on- Silikate. 4. 10 ö/o kolüensauren Kalk imd Magnesia. 5. 0,17 % Phosphorsäiu'e (sehr konstant). G. 7,0 % Hmnus. 7. G,Oö/q Feuchtigkeit (im luftti'ockenen Material). Verfasser fand aufserdem im Sclilick, kiu-z nach der Trockenlegung, wo derselbe noch reich an Seewassersalzen war, 0,15 — 1,0 % Chlor, 0,1 — 0,5 o/o Schwefelsäm^e. Ferner enthält der Sclilick eine gröfsere Menge von Schwefel in Form von PjTit. Die Cliloride und Sidfate verschwinden zum gröfsten Teil schnell, der Pyiit ganz imd der kohlensaure Kalk erst nach langen Jahren, wenn die Sclilickablagenmg in Ackerland umgewandelt wird. (Nach früheren Untersuchungen des Verfassers wird in 22Y2 Jahren I^Iq kohlensaurer Kalk aus der obersten Schicht entfernt.) Der leichtere, sandreichere Sclilick ist ärmer an Humus, Zeolithen und Phosphorsäme. Der trockene schwere Sclilick nimmt etwa sein Gewicht an Wasser auf, der leichte SchKck besitzt eine geringere wasserhaltende Kraft. Die Zusammensetzung und Bildung der sauren Böden im niederländischen Alluvium, von Prof. J. M. van Bemmclen. ') Diese sam-e Böden, m den Marschen Gifterde, Maibolt, Pulvererde ge- naimt, aus Klei mid Darg (dies. Jahresber. 1883, 27) oder beiden bestehend, enthält Eisenvitriol und Gips, seine ünfnichtbarkcit kann durch Aufbringimg eines alkalischen ]\Iittels beseitigt werden. Da die an Details reiche Ar- beit ein kiu'zes Referat nicht erlaubt, so sei liier nm- auf die wichtigsten Pimkte liingewiesen. ^) Bijdraj^er tot de Kennis von den Alluvialen Boden in Nederlaud. Aus Ceiitr.- Bl. Agrik. 1886, XV. 795. Boden. 13 Im Klei, der mit Brakwasser in Berührung oder auf eine andere Weise gj^jishaltig geworden ist, findet bei Liiftabschlufs nnter dem redu- zierenden Einflufs verwesender Pflanzenreste die Bildung von Schwefeleiscn statt. (Siehe vorige Arbeit des Verfassers über die Zusammensetzung des Klei. (In allen Schlicklagen, welche vom Wasser bedeckt sind, besitzt der Sclüick eine von Schwefeleiscn horrülu'cnde schwarze Farbe und entwickelt mit schwachen Säuren Schwefclwasscrstoif. Dies beweist, dafs die PjTit- bildung erst infolge weiterer Einwii-kimg vor sich geht. Überall, wo Schlick auf Darg oder Moor sich abgesetzt hat, ist dem- nach die Bildimg des Pyrites zu erwarten. Die zweite Phase der Ent- stehung sam-cr Böden bildet die Oxydation des Pyi-its zu Sulfat, und zwar wird bei inigehindortem Luftzutritt neben schwefelsaurem Eisenoxyd aucli freie Schwefelsä\u'e entstehen, ^) imd da, wie Verfasser findet, das basische Sulfat in weit gröfserer Menge als das in Wasser lösliches vorhanden ist, so nimmt er an, dafs die freie Schwefelsäure diu-ch Zersetzung der Boden- bestaiidteile basisches Eisensidfat gebildet habe, findet aber dieselbe nicht genügende Mengen von Eisen vor, so bleibt wasserlösliche Sidfat vorhanden, dessen Entstehung Verfasser auf diese Weise oder durch Einwirkimg von Wasser auf das basische Sulfat erklären will. Grelangen aus den oberen Schichten Schwefelsäiu-e imd Sulfate in den Untergnmd, so kann, wenn genügende Menge von Neutralisationsmittel vorhanden waren, wieder Pyrit in nicht saiu'em Boden entstehen, der natürlich dabei sehr gipsreich ge- worden ist, so der blaue Klei unter den unteren Scliichten des Haar- lemermceres, es enstehen aber saure Böden, wenn die eben ei-wähnten Be- dingimgen nicht erfüllt worden sind. Chemische Untersuchung einiger G-esteine und Bodenarten Gesteineund Württembergs, von Prof. Dr. E. Wolf f. 2) ^vumear Anschliefsend an früher veröffentlichte Untersuchungen von Gesteinen, ^erps. welche unter dem Titel „Die wichtigeren Gesteine Württembergs, deren Venvitterimgsprodukte imd die daraus entstandenen Ackererden im Druck erschienen, bringt Verfasser weitere Untersuchungen und teilt die Gesamt- resultate seiner Anatysen, einheitlich berechnet und übersichtlich zusammen- gestellt, in der vorliegenden Scluift mit. Die umfangreiche Ai-beit (G7 Seiten) gestattet keinen km-zen Auszug, nicht des reichen Zalüenmateriales wegen, sondern vielmehi' da die aus- fülirlichen und eingehenden Erörterimgen der bei den einzelnen Gesteinen und Bodenarten erhaltenen Resiütate der chemischen wie auch mecha- nischen Analyse eine kurze Wiedergabe nicht ermöglichen; wir müssen daher auf die vortreffliche Arbeit selbst verweisen, und fülu-en nur die untersuchten Gesteins- und Bodenproben auf. 1. Boden des Buntsandsteins, 2. des oberen dolomitischen Hauptmuschelkalkes, .3. des grobkörnigen Lias- oder Gr}7)häenkalkes, 4. des Amaltlieenthones, 5. des Jiu-ensismergels, 6. des Personatussandsteins, 7. des Marmorkalkes, 8. des Krebsscherenkalkes (untere Ablagerungen), 9. dessen obere Scliichten imd 10. 6 Bodenproben aus dem .Areal der Gutswlrtscliaft Hohenheim. ') Siehe Fleischer: Die natürlichen Feinde der Eimpau "sehen Dammkultur. Dies. Jaliresber. 1885, 30. 2) Mitteilungen aus Hohenheim. Stuttgart 1887. Verlag Eugen Ulmer. 14 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Ackererde und Unter- grund von Franzens- htttte. Ackererde und Untergrund von Franzenshütte (4 AVerst nördl. von Dorpat). Ein Beitrag zur Kenntnis des Devondetritus des mittleren Embach, von. Prof. Dr. C. Schmidt. ^) Verfasser entnahm als Parallele zu den Schwarzerden 2) Süd-Eufslands einem frisch geackerten Felde Erdproben: I. 0,08 m tief, hellbraun, kolüen- säurefrei, geglüht heUi'ot, 11. Übergang zmn Untergründe, 0,18 m tief, heUgelb, locker, geglüht hellerrot als I, Spiu-en KolilensäTU-e, lU. 200 Schiitt weiter aus gleicher Tiefe desselben Feldes, heUergelb, kolüensäurefrei, ge- glüht rötlich, heUer als I u. IT, IV. Untergnmd von lU, 0,38 m tief, kohlensäurefrei, hellrot, hart, erst durch längeres Kochen mit "Wasser er- Aveichend imd zum Brei zerfallend, geglüht ziegelrot, V. Untergrund von m u. IV, 1,35 m tief, hellrot, sehr hart, mit Säuren stark aufbrausend, erst diurch mehrstüiidiges Kochen mit "Wasser ziun sclilämmbaren Brei zerfallend. Diu-ch Infiltration der aus den oberen Sclüchten ausgelaugten Karbonate in der Tiefe nagelfluhartig verkitterter Grranit. detritus. Geglüht heller als IV. Die Bauschanalyse mit 33 % Flufssäure ergab: Von 1100— 1500 C. ent- weichendes Wasser Bei 150 C. gebund. Wasser und Humus . Mneralbestandteile . . KaU K2O .... Natron Nag . • . . Kalk CaO .... Magnesia MgO . Manganoxyd Mn2 O3 . Eisenoxyd Flg O3 . . Thonerde Alg O3 . . Kohlensäure CO2 Phosphorsäm-e P2 O5 . Kieselsäure Si O2 In 33 ^Iq Flufssäm-e luilöS' lieh. Quarzrückst. Stickstoff N . . . . 100 Teile bei 150 « getr Humus -\- Wasser, ent- halten Stickstoff N . . I n in IV V 0,230 0,310 0,180 0,139 0,092 9,068 1,641 1,475 1,991 1,130 90,072 98,049 98,345 97,870 98,778 2,856 3,915 2,899 3,286 2,844 0,820 0,737 0,866 0,844 0,757 0,953 0,413 0,291 0,453 4,970 1,063 0,449 0,245 0,904 1,004 0,005 0,003 0,002 0,003 0,017 1,282 1,238 0,688 3,591 2,002 11,307 11,062 8,003 11,322 9,640 — 0,076 — — 4,224 0,138 0,043 0,032 0,071 0,097 56,655 38,031 32,947 54,298 43,855 14,993 42,082 52,372 23,101 29,308 0,3665 — — — — 4,041 — Die nach molu'stündigem Kochen mit Wasser und völligem Ei-weichen zu Brei geschlämmten Erden ergaben folgende Produkte. I n m IV a) Suspendierter Scldamm 28,43 23,50 37,12 29,07 b) Sand u. Grant (Sediment) kleiner als 1 cmm 25,55 58,58 53,02 53,02 c) Grant u. Kies, gröfser als 1 cmm . . 46,02 17,92 9,86 17,91 1) Sonderabdr. balt. Wochenschr. 1886, XXIV. No. 29. 2) Ebendas. 1880, 1881, 1885 u. dieser Jahresber. Boden. 15 Diese einzelnen Sclüämmprodukte sowohl als auch Probe I unterstellt Verfasser nach ausgeführter Bauschanalysc der fraktionierten Behandlung mit kochender konzentrierter Sclnvefolsäuro, 10 stündigem Kochen mit 10%, und 40 stündiges Digerieren mit kalter 1% Salzsäm-e. Verfasser fafst die erhaltenen Resultate im A^ergloiche mit den Schwarz- erden Süd -Rufslands in folgenden Sätzen zusammen: Die Humusschichte ist sehr dünn, sie überschreitet nicht die Grenze des obeiilücldichen Ptlügens, der oberfläclüiche Unterginmd ist bis 0,38 m Tiefe analog den Schwarzerden kohlensäurefrei, während die tiefen Untergruiid- schichten durch einen stark doloraitischen mangan- und eisenspathaltigen Kalk- sinter verkittet sind, welche Tutt'bildung als Resultat der Auslaugung der Ackerkrume durch die kohlensäurehaJtigcn Tagwässer etc. veranlafst wurde. In der Ackerkrume 0,08 m Tiefe ist der Kalk als imlösliches humus- saures Salz ziu-ückgehalten [1 Ca : 13 Humus], übereinstimmend mit den Schwarzerden, wie auch der Stickstoff'gehalt des Humus, dem der Schwarz- erden gleichgefunden wurde. Ei'>\'ähnenswert ist ferner die Thatsache, dafs der Thongehalt gleich tiefer Bodenschichten (II, IH) bedeutend variiert. Bezüglich des Gehaltes der Proben an Phosphorsäure ergiebt sich, dafs der der Krume I (0,08 m) durch Düngamg 3 — 4mal so grofs ist, als der der unteren Schichten (H, III), deren Gehalt diu-ch jalu-hundertelangem Export auf ein Minimum reduziert ist imd etwa V4 des dmx'hsclmittlicheii Phosphorsäuregehaltes der Schwarzerden beträgt. Die Phosphorsäiu-ozufuhi- dm-ch Düngung wird von den Jahresernten vollständig aufgebraucht, luid mu- jene Phosphorsäi;re , welche, durch Kohlensäiu-e in Lösung gebracht, dem Dünger entzogen wird, gelangt in den Untergrund (IV, V). Die aufgeschlämmten Hydrosilikate (IIa, IHa, IVa, Va) sind relativ zur Thonerde änner an Kali und Natron als die Sedimente und relativ zum Kali ärmer an Natron als diese (Hb, c, III b, c n. s. w.), wodurch hervor- geht, dafs die natrom-eichen Plagioklase widerstandsfähiger sind als der Orthoklas. Andererseits besitzen diese A^erwitterimgsprodukte (Ha, IHa u. s. w.) für Kali ein gröfseres Absorptionsvermögen als für Natron. Obgleich der UntergrimdscManun (Hla, IVa) kohlensäiu-efrei ist, ent- zieht demselben 1 % Salzsäure bedeutende Kalkmengen, woraus hervor- geht, dafs derselbe reich an leicht spaltbaren Zeolitlien (älmlich dem Lau- montit luid Leonhartit) ist. Aufser diesen Zeolithen enthält aber derselbe noch eine beti-ächtliche Menge von Hydrosilikaten, welche durch die 10%ige Salzsäure zerlegt werden, während durch die siedende konzentrierte Schwefel- säure voi-wiegend Thone (Thonerdehycbosilikate) in Lösung übergeführt wer- den. Zu bemerken ist auch der Umstand, daJs die Spaltbarkeit der Boden- Zeolithe durch die Temperatur der einwirkenden Säure viel stärker beein- flufst wird, als dm-ch Konzentration und Wirkungsdauer. Aus den zahbeichen Analj^sen der verschiedenen Spaltimgsprodukte geht hervor, dafs ähnlich den Schwarzerden die diu-ch kalte 1- und 5 ^/oige Salzsäure zersetzbaren Dorpater Bodenzeolithe relativ kali- imd nati-onreiclie Hydrosilikate imd die durch kalte sehr verdüimte Salzsäiu'e unverändeit gebliebenen, in 10%iger Salzsäure aber löslichen, kalireich, natronarm sind, während die niu" diu'ch konzentrierte kochende Schwefelsäm-e zersetz- baren Kali-, Magnesia- und Thonerde-Hydrosilikato darstellen. 16 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Weiubergs- boden. Analysen uordameri- kanischer Boden- proben. Boden- absorption. Über die Zusammensetzung eines Weinbergsbodens von Saint-Andeol (Mündung der Rhone) teilt de Gasparin i) folgendes mit: Kieselsäure und in Salzsäiu-e imlösl. Silikate 4.5,11% Calcimnkarbonat 42,05 „ Magnesiumkarbonat 0,73 „ Kali (Kg 0) 0,17,, Eisenoxyd (Flg O3) 5,42 „ Thonerde (Alg O3) 1,53 „ Wasser, gebmiden an Sesquioxj'de . . . . 1,45 „ Phorphorsäure 0,09 „ Organische Stoffe 3,4 G „ Der Kaligehalt dieses Bodens ist ein genügender, ebenso darf man diesen Boden nicht phosphorsäm-eann nemien, obwolü in anbeti'acht der Rebenkultiu" eine Zufuhr zu emj^felüen sein wird, welche aber nicht in Form von Superphosphat, wegen des hohen Kallügehaltes des Bodens, sondern als fein gemalilenes Phosphat geschehen soll. Ebenso düifte sich eine Vermehrung der organischen Substanz durch Anwendmig strohreichen Düngers empfelüen. Edgar Richards^) legt in einem Bericht an das Deimrtement of Agi'iciiltm-e der Vereinigten Staaten N. A. in ausfüluiicher Weise die üblichen Methoden der Bodenuntersuchung mit analytischen Details vor imd giebt sclüiefslich eine Zusammenstellung der von ihm ausgeführten Bodenanalysen, welche mit Material aus den verschiedenen Staaten der Union stammend (30 Proben) angestellt wm-den, bezüglich welcher wir auf das Original verweisen müssen. Untersuchungen über Bodenabsorption. Unter Mitwirkung von M. Ota ausgeführt von Di-. 0. Kellner. 3) Verfasser haben, in- dem sie die seiner Zeit von Pillitz (Zeitschr. f. anal. Chem. 1875, XIV. 55, 285) angegebene Methode ziir Bestimimuig der vollen Sättigungskapa- zität modifizieren, die Fragen zu beantworten gesucht, ob es einen Aus- sättigimgspimkt des Bodens für Basen giebt, und bei welchen Konzen- ti'ationen der Lösimgen dies eintritt, Avie auch, ob die Absorption von Kali und Natron (Ammoniak? d. Ref.) nach äquivalenten Verhältnissen statt- findet. Diese Untersuchimgen wurden mit 5 verscliiedenen Bodenarten, deren chemische wie auch mechanische Zusammensetzmig sie genau er- mittelten (im Original mitgeteilt), angestellt: 1. Ki-ume des ti-ockenen Feldes, vrükanischer Tuff, reich an leicht zer- setzbaren Doppelsüilcaten imd Hiunus. 2. Erde von demselben Felde, aus 3 m Tiefe, ebenfalls A'idkanische Asche, fast frei von organischer Substanz. 3. Boden (Ki-ume), lehmiger Sand. 4. Reifsfeldboden (Ki'ume), feinsandiger Alluviallehm. 5. Reifsfeldboden (Kimme), lehmiger Sand aus Granit entstanden. 1) Compt. rend. 1885. C. 932 aus Centr-Bl. Agrik. 1886, XV. 283. 2) Principles and Methods of soil analysis, by Edgar Eichards. Washington. Government printing Ofßce. 188G. 3) Mitteilung a. d. agrikulturchem. Lab. d. K. Japan, landw. Institutes. Tokio. Landw. Versucbsstat. 1886," XXXIÜ. 349. 2 3 4 5 0,G07 0,720 0,oG5 0,582 0,G18 0,7 U 0,5G2 0,586 0,019 0,7 IG 0,5G8 0,581 Boden. 1 7 Jlit diesen 5 Bodenarten wiederholten Yerfasser zunächst die Ver- suche von Pülitz mit Sahniaklösungen von 10, 15, 20, 25%. Die ana- lytischen Bestimmungen wurden mit dem von Wagner verbesserten Knop- schcn Azotomcter ausgefülu-t, und für 100 g wasserfreien Boden folgende Residtate beobachtet: ^ , . , , Ammoniak absorbiert in Gramm Salmiaklösimg ---; ; Boden 1 10 % 0,855 15 „ 0,897 20 „ 0,909 25 ., 0,907 — — — _ Es scheint demnacli thatsäclilich eine oberste Grenze der Absorption für Aimnoniak zu existieren, über welche liiiiaus Aveder weitere Zufuhr von Lösung noch Erhölmng der Konzentration eine Mehraufuahmo der Base bewüi-kon kann. Verfasser besprechen diese Resiütate im Zusammenhang mit der dm-cli die Analysen der Bodenarten festgestellten Qualität derselben und betonen, dafs nicht nm- die ]Menge der Zeolith- imd Hiuuussubstanzen allein die Absorptionsgröfse bceinflufst, sondern dafs dieselbe auch abhängig ist von der Gröfse der Oberfläche, mit welcher dieselben auf die zu absorbierenden Substanzen einzuwh-ken vermögen. Der Hiunus- und zeolitlu-eichste Boden I besitzt zwar das stärkste Absorptionsvermögen, doch ist die Differenz gegen in (arm an diesen Substanzen) im Verhältnis zu dem ünterscliied der chemischen Zusammensetzung sehr Idein, so dafs auch daraus wieder erheUt, dafs die chemische üntersuchimg allein keine genügenden Anlialtspunkte zm* Beurteilimg der Absorptionsfähigkeit giebt. "Was die Frage nach der Äquivalenz der Absorption des Kali und Ammoniak's aus neuti-alen Lösungen anbelangt, so bestätigen die Versuche der Verfasser die fi-üher von Pillitz (a. a. 0.) angegebenen Resiütate. Aus einer 25 % Clilorkaliumlösung fanden auf 100 g Avassorfreien Boden be- rechnet folgende Absorptionen statt: Boden 12 3 4 5 Absorbiert Kali (Kg 0) in Gramm . 2,483 1,700 1,940 1,524 1,583, für die oben gefundenen Ammoniakmengen bereclmen sich folgende äquivalente Mengen von KaK (Kg 0) in Graimn: 2,510 1,712 1,980 1,5G4 1,G10. Auf Grund der Übereinstimmung dieser beiden Reihen ist auszu- sprechen, dafs thatsäclilich die Absorption der beiden Basen nach äqui- valenten Verhältnissen erfolgt. Quantitative Bestimmung einiger im Boden vorhandenen Bestimmung absorptiv gebundenen Basen (Kali, Kalk, Magnesia) und Ver- '^"ie^'ten'" suche über die Frage, ob die Pflanze nur gelöste und absorbierte ßasen. oder auch stärker gebundene, unlöslichere Nährstoffe auf- nehmen kann. Unter Mtwirkung von S. Ishii, J. Kozai, M. Ota u. H. Toshida ausgeführt von Dr. 0. Kellner.^) Verfasser benutzen die von Dietrich (dies. Jahresber. I u. V.), Peters (ebendas. TU.) und Schulimacher (ebendas. X.) gemachten Beobachtungen über die Ein-v\ürkimg neutraler Ammoniaksalze auf absorbierte oder locker 1) Landw. Versuchsstat. 1886, XXXIU, 350, Jahresbericht 1886. \Q Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. gebundene Basen, lun zu einer quantitativen Bestimmung derselben zu ge- langen, indem sie die gesamte Menge einer absorbierten Base durch eine andere verdi'ängen. Tersuclie, aus den in der oben referierten Ai-beit zur Yerwendung gelangten mit Kali gesättigten 5 Bodenproben, das Kali mit kalter Sahuialdösimg zu exti'ahieren milslangen, doch erhielten Verfasser befriedigende Eesidtate, als sie 20 g Boden, 15 bis 20 mal mit jeweils 50 ccm einer kaltgesättigten Sahnialdösmig eine halbe Stimde lang auf dem "Wasserbade unter öfterem Umrüliren digerierten. Nach den oben angefülu-ten Versuchen hatten die 5 Bodenproben an Kali absorbiert: Boden 12 3 4 5 in Gramm 2,483 1,700 1,940 1,524 1,583 Dm-ch A^erdrängimg desselben mit Salmiaklösung erhielten sie 2,526, 1,727, 1,999, 1,568 und 1,623 g Kali, d. h. sie fanden mehr absorptiv gebundenes Kali, als dm-ch die Aussättigung aufgenommen wiu'de, was bei natürlichen Ackererden nicht überraschen kann imd weiters noch durch die dhekte Bestimmimg der im lU'sprünglichen Boden vorhandenen absor- bierten Kalimengen, welche den Dilferenzen ziemlich nahe kommend ge- fimden \\'m'den, liim-eichend erklärt wird. Weitere mit drei anderen Acker- erden angestellte Versuche ergaben abermals, dafs die mit Salmiaklösmig exü-ahierbaren Chlorkaliummengen nahezu dieselben sind, welche sich bei der Übersättigung der Bodenarten aus der Diiferenz der aufgegossenen mid abgeflossenen Cldorkaliummengen berechnen, so dafs liiermit nachgewiesen ist, dafs sich die Gesamtmenge des absorptiv gebundenen Kah durch Er- wännen mit kaltgesättig-ter Sahniaklösmig vollständig extralüeren läfst, dafs aber hiebei nur gelöstes oder absorbiertes Kali, nicht aber stärker gebun- denes (aus unverwitterten Silikaten etc.) in Lösung übergeführt wird. Bei Bodenarten, welche mit gebranntem KaDi unter AVasser cement- artig erhärten, wird nach der Aussättigung mit Kali dm-ch Salmiak nicht alles Kali extrahiert, ein Beweis, dafs bei solchen Böden das Kali mehr als absorptiv gebimden werden kann. Parallel Versuche zur Bestimmung der Kalk- und Magnesiamengen ergaben bislang noch keine entscheidenden Resultate. Anknüpfend hieran bringen Verfasser eine Mitteilmig über die oben in der Übersclu'ift angefülii-ten Frage, in welcher sie thatsäclilich den Be- weis dafür beibringen, dafs ihi-e Methode auch zm Bestimmung des absorptiv gebxmdenen Kalkes wie auch der Magnesia anwendbar ist. Durch emen Vegetationsversuch mit Erbsen stellten sie fest, dafs die Zunahme der Pflanzen an Kali, Kalk und auch Magnesia genau dem Vorlust des Bodens an diesen absorptiv gebundenen Basen entspricht. Kg Ca Mg 22 Pflanzen enthalten 0,1041 0,0417 0,0371 22 gekeimte Samen cntliielten . . 0.0449 0,0060 0,010 Zunahme der Pflanzen im ursprtinglichen Boden .... in demselben Boden nach der Ernte 0,0592 0,0357 0,0271 Absorptiv gebundeii KgO CaO MgO 0,2208 1,1235 0,4146 0,1612 1,0887 0,3948 Abnahme des Bodens 0,0596 0,0348 0,0198 Boden. 19 Es darf somit als erwiesen angesehen werden, dafs Kali und Kalk nur in absorptivem oder gelöstem Zustande zur Emülu-img der Erbsen- I»flanz(Mi lieitragen können, und dafs diese Basen aus schwerlöslichen Ver- l>induii!;on (wasserfreie Silikate etc.) durch die Wui-zoln nicht aufg-onommen worden. Über das Maximum an gebundenem Stickstoff, welches der Absorption Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, von Dr. 0. sphärischen Kellner (Eef.), J. Sawano, T. Joskii und R. Makino. i) ^verbin-*' Da die Menge des gebimdenen Stickstoffs, Avelcher im Laufe eines düngen Jahres dui'ch die atmosjjhärischen Niedersclüäge zugeführt wird, wolü kaum ' 'Boden!" als wesentlicher Teil der Stickstoff- Nahrung der Kulturpflanzen betrachtet werden kann, abgesehen davon, ob die ganze Stickstoffzufulu- den Pflanzen nutzbar wird, da erstens die Ackerkrume für so aufserordentlich verdüniite Anunonialdösungen nur ein selir geringes Absorptionsvermögen besitzt imd andererseits bekanntlich das in den Untergrund sickernde Eegenwasser als Drainwasser melu' Stickstoff enthält als das Regenwasser, so suchten Ver- fasser die durch direkte Absorption des Bodens gebundenen Mengen atmo- sphärischer Stickstoffverbmdungen zu bestimmen. Der Ammoniakgehalt der Luft beträgt nach A. Levy 2,G7 mg, nach Fodor 3,46 mg 2:)ro 100 cbm; der Gehalt an Salpetersäiu-e imd salpetriger Säiure ist noch geringer. Die Absorption ward aber nach der Verfasser Annahme sehr gefördert, da durch fortwälu-ende Luftbew^egimg, sowie durch Erwärmimg imd Abkülilimg des Erdi-eiches ein fortwälu-ender Gasaustausch stattfindet. Da die für die Ab- sorption mafsgebenden Bedingmigen: Porosität, Feuchtigkeit, Hmnuskürper etc. in den Böden ungleich verteilt sind, so folgt, dafs die verschiedenen Bodenarten auch verschiedene Mengen absorbieren \verden. Bei Ausfülirung der Bestimmungen, w^obei die Ai'beiten P. Bretschneider's (dies. Jahresber. 1874, 5, 87) und R. Heinrich's (Gnmdlagen zur Beurteilung der Acker- la-ume 1882, 36), sowie Alex. Müller's (dies. Jahresber. IS, 1866) über diesen Gegenstand berücksichtigt wru'den, entsclilossen sich Verfasser ftti" das Müller'sche Verfahren, Anwendung von Sclnvefelsäm-e als Absorptions- niittel. Die Absorptionsgrüfse ist imabhängig von der Konzentration, abliängig von der Gröfse der Oberfläche. Die Bestimmung des Ammoniaks wurde durch Destillation der Schw^efelsäm-e mit gebrannter Magnesia ausgeführt. Aus ilu-en Versuchen geht hervor, dafs w^älu-end der wärmeren Jalu-es- zeit melu- Ammoniak absorbier-t würd, Avas mit älteren Beobachtungen im Emklange steht (dies. Jalu'csber. K F. UI, 1880, 88; imd ebendas. 1884, Vn, 77). Fiu- die Absorptionsgröfse der Salpetersäiu-e imd salpetrigen Säiu'e, als absorbierende Flüssigkeit, war eine 5 % ige Lösimg von kolüensaiu-em Kali angewendet worden, ergaben sich weniger regelmäfsige Beziehungen zur Temperatur. Im ganzen wiu'den dm^ch beide Absorptionsflüssigkeiten, pro Hektar Fläche berechnet, an Stickstoff aufgenommen: in Form von Ammoniak 11,78 kg „ „ „ salpetiiger Säm-e mid Salpotersäm-e 1,30 „ ■ T3;08~kir J) Landw. Jalirb. 1886, XV, 708. 2* 20 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Verhalten des Harn- stoffes im Ackerboden. Bindung des atmosphäri- schen Stick- Etoffs durch deu Boden. WOZU noch die durch die atmosphärischen Niedersclüäge iii den Boden ge- langten 2,64 kg gezählt werden müssen, so dafs die Gesamt-Stickstoffzufulu" pro Hektar imd Jahr ün Maximum auf 15,72 kg sich stellt. Weitere Untersuclumgen sollen über Abweichmigen von diesem Maxi- miun für verschiedene Bodenarten Aufschlufs geben (siehe auch „Atmo- sphäre" S. 52). Über das Verhalten des Harnstoffes im Ackerboden, von Dr. 0. Kellner, unter Mitwirkung von S. Ishii, Y. Kozai und H. Toshida.i) Die Versuche wiu-den zu dem Zwecke angestellt, um die Ursache des Unterschiedes m dem Verhalten der frischen und der verfaulten mensch- lichen Exla-emente als Düngemittel aufzuklären. Verfasser fanden, dafs es der Harnstoff ist, welcher von der Ackererde nicht absorbiert wird, und der, da der mensclüiche Harn ca. 2 % Harnstoff enthält, selbst nach er- folgter Verdünnmig noch iimner in liinreichend konzentrierter Lösung zu den "Wiu'zehi gelang-t und dadm-ch deren Wasseraufnahmevermögen bei gleich- zeitiger Anwesenheit von Salzen des Harns wesentlich beeinflufst. Es ist ja aus zahh-eichen Wasser kiütiuversuchen erwiesen, dafs 0,5 ^/gige Nähr- stofflösimgen bereits schädlich wii'ken, wie auch zu leicht lösliche Dünger in einem Boden von geringer Absorptionski-aft jene Störungen hervorrufen können, die als Verbrennen der Pflanzen bezeiclmet werden. Der Harnstoff A\ärd als solcher nicht von dem Ackerboden absorbiert, sondern bleibt in Lösung, imd erst das Produkt der Uuiwandlimg (diu'ch j\Iiki'oorganismen) tiitt in Wechsehvhkmig mit dem Boden. Die Umwand- lung zu Anunoniumkarbonat geht mu' in den oberen Bodenscliichten vor sich mid findet selbst in porösen Bodenarten mu" bis ca. 0,5 m statt. Da der wichtigste stickstoifi'eiche Bestandteil des frischen Harns im Boden eine Zeitlang in Lösung bleibt, so ist Grefalu' vorhanden, dafs er diu-ch Auslaugung der Vegetation entzogen wü-d. Die schädlichen Wirkimgen, welche bei Düngung mit frischen Exla'e- menten öfters beobachtet werden, erklären sich aus der Thatsache, dafs Hamstofflösungen die Diffusion des Wassers in die Wiu'zebi beeinträchtigen. Direkte Bindung des atmosphärischen Stickstoffs durch thonige Bodenarten, von Berthelot. ''^) Verfasser glaubt auf Grund seiner 2 Jalu'e hindm-ch mit verschiedenen Bodenarten ausgefühi-ten Versuche, che in 5 ParaUelversuchsreihen angeordnet waren und mehr als 500 analytische Daten lieferten, den Beweis geliefert zu haben, dafs eine direkte Bindimg des Luftstickstoffes dm'ch gewisse Böden stattfinden könne. Seine Versiichsreihen waren: 1. Aufbewalu'cn der Bodenproben im geschlossenen Zinuner, 2. auf einer Wiese luiter Schutzdach, 3. auf einem 28 m hohen Turm ohne Scliutzdach, 4. in hermetisch geschlossenen Flaschen, 5. Sterili- sieren des Bodens. Aulserdem wurden die Salpetersäure imd Ammoniakmengen, welche dm-ch den Regen oder durch Absorption in den Boden gelangen können, genau bestimmt. Es ergab sich in den 4 ersten Versuchsrcilion eine stetige Zu- 1) Landw. Jahrb. 1886, XV, 712. 2) Compt. rend. CI. 775; Centr.-Bl. Agrik. 188G, 94. Boden. 21 nähme des Stickstoffs, -während Versuchsreihe 5 in keinem der vielen Ver- suclie die mindeste Stickstoffznnahmo erkennen licfs. Verfasser scliliefst demnach, dafs die Ursache dieser Fälligkeit gewisser Thonböden in der Tjeliensthätigkeit der Mikroorganismen gesucht worden mufs. Die Menge des iixicrten Stickstoffs beträgt nach Verfasser in der Zeit von April bis Oktober (im Winter ist die Stickstoffbindung wenig bemerkbar) bei Thon- sandböden 15 — 25 kg pro Hektar, bei Kaolin 32 kg, für eine Dicke der Scliichte von 8 — 10 cm bereclmet. i) Es sind diese Zalilen nach Verfassers Angabe zu niedrig gehalten, da ja nach seinen Eeobachtmigen die Stick- stoffverbind\nig noch in ^/g m dicken Sclüchten dm-ch die ganze Masse mit gleicher Energie verläuft. Über Bindung von Stickstoff in kultivierten Boden, von H. Joulie.2) Verfasser hat diu'ch eine grofse Eeihe von Topf-Kulturversuchen nach- gewiesen, dafs in verschiedenen Boden, auch Sandböden, (nicht Thonböden allein, Borthelot) mit oder ohne Düngimg dm-ch den Pflanzenv\uichs eine Stickstoffmelu'ung eintritt, die zweifellos durch die Düngung befördert ■s^ird. Am günstigsten erwies sich das Mergeln, während die* Abwesenheit von Kali, Phosphorsäure imd vor allem die Anwendimg organischer Dünger (Stallmist, Blut) in diesem Falle ungünstig wirken. Die Stickstoffanreicherung eines in Wiese liegenden Bodens, von P. P. Deh^rain. 3) Boden, welcher mit Eüben und Mais bestanden war, enthielt am Sclüufs der Vegetationsperiode beträchtlich weniger Stickstoff als vorher, wälii'end derselbe Boden, mit Esparsette imd Gras besät, im Verlauf der öjälirigen Vorsuchsdauer, sowohl nach 3j ähriger Esparsette- als 2 jähriger "NMeseiikidtur eine Stickstoffanreicherung zeigt. Die Verarmung des Bodens während der Rüben- imd Maisperiode führt. Verfasser auf die durch die Be- arbeitimg veranlafste erhöhte Thätigkeit der Äliki-oorganismen und Oxydation zurück, wodurch eine grölsere Menge Stickstoffsubstanz löslich gemacht und als solche wohl auch ausgewaschen in den Untergrund gefülii-t wiu'de, während die nachfolgend gepflanzten tiefwiirzelnden Gräser etc. diese wieder aus dem Untergiamde heraufbrachten. Verfasser betont, dafs es imstatthaft sei, aus der Menge der diu-ch die Ernte ausgeführten Nälirbestandteile auf das Düngerbedürfnis eines Bodens zu schliefsen. Gilbert*) bespricht die neuesten Ergebnisse beti-effend die Stickstoff- queUen der Pflanzen, verweist auf frühere Beobachtimgen (d. Jahresber. 1885, 25) und die Ai'beiten Franks, welche dargethan haben, dafs Pilze stickstoffhaltige organische Stoffe des Bodens aufzimehmen vermögen imd stellt drei Punkte auf, deren Bearbeitmig diese interessante Frage zu lösen im Stande wäre: 1. Wird freier Stickstoff diu'ch Miki-oben aus dem Boden aufgenommen? (Berthelot.) Ref. weist auf die Thatsache hin, dafs pro Acre 2 3/^ m Tiefe ^) Diese StickstofFmengen , stellen ca. 0,4 % des von Gilbert anncähernd ge- schätzten Stickstoffgelialts des Bodens bis zu einer Tiefe von 2^/^ m dar. 2) Ann. af,Ton. 1886, XH, 5, Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV, 511. 3) ibid. 17, Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV. 436. *) Tageblatt der Naturf. Vers. Berlin 1886. Bindung vou Stick- stoff im kultivierten Boden. Stickstoff- anreich«- rimg des Bodens. Stickstoff- quellen der Pflanzen. 22 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. cü-ca 20 000 Pfimd Stickstoff in Form imlösliclier Verbindmigen nachge- wiesen sind. 2. Wii'd freier Stickstoff von den Pflanzen aufgenommen? (Ville mid andere.) 3. Existieren Stickstoffverbindmigen in dem Untergrunde, welche nicht von Gramineen imd anderen Pflanzen verweilet werden können, wolü aber diu-cli sam-e Ausscheidungen gewisser anderer Wm^zeln, den AYurzel- knötchen oder Pilzen? Ammoniak- Beobachtungen über die relative Menge imd Bestimmung Bestimmung, des Ammouiaks im Boden, von Berthelot und Andre. ^) Verfasser teilen als Ergebnis vieler Beobachtungen die von ihnen ge- fundene Thatsache mit, dafs bei Bestimmung des Ammoniaks ün Boden nach Schlösi ng bedeutende Verluste (bis zu ^/^ des Gehaltes) entstehen kömien, wenn die zu untersuchenden Proben vorher getroclaiet Averden, (110 0) dafs aber auch selbst beim Trocknen im kalten Valmum diese Verluste nicht ausgeschlossen seien. Die Höhe des Verlustes ist abhängig von der chemischen Beschaffenlieit des Bodens und der Zeitdauer des Trocknens, und es geht aus ihren Versuchen hervor, dafs, da bei Gartenerde, humosen kalkreichen Boden überhaupt der Verlust am gröfsten ist, wäh- rend er bei Thonböden (Kaolin) die Felilergrenzen nicht übersclireitet, die Ammoniakbestimmung im lu-sprünglichen , migetrockneten Boden ge- schehen mufs. Diese Beobachtungen führen Verfasser zu dem Sclilusse, dafs befeuch- teter Boden während seiner Austrocknung fortwährend Ammoniak ab- dimste, dafs daher der Boden kein spezifisches Absorptionsvennögen für Ammoniak besitze, sondern dafs zwischen dem Ammoniakgehalt des Bodens imd dem der Atmosphäre sich nur ein gewisses mobiles Gleichgewicht herstelle. Sie erklären diese Thatsache dadiu-ch, dafs in einem Boden, welcher neben Ammoniaksalzen auch die Karbonate der Alkalien oder alkalischen Erden enthält, sich immer Ammonkarboiiat bilde, welches in verdünnter Lösung einer fortwährenden Zersetzung imter Ammoniakabgabe imterliegt. Daher verlieren Kalkböden viel Ammoniak, während bei Thonböden kein nennenswerter Verlust eintritt. Th. Schlüsing2) bestreitet die eben angefüln-ten Folgerungen imd behauj)tet, dafs em trockener Boden so lange Ammoniak absorbiere, bis die Spannung des Ammoniaks im Boden gleich der des Luftammoniaks sei. Feuchte Böden thuen das in erhöhtem Mal'sc, da die Ammoniaks) )annung im Boden dm-ch die fortwälu-ende Umbildung des Ammoniaks zu Nitraten immer niedriger sein wird als die des Luftammoniaks. Er bemerkt weiter noch, dafs Berthelot ammonialcroiche Böden imtcrsuchte (0,077 — 0,118 g pro Kilogramm) und dafs selbst Ackererde mit gewöhnlichem Ammoniak- gehalt (0,005 — 0,020 pro Kilogramm) bei östündigcm Stehen über Schwefel- säure Ammoniak verlieren müssen. 3) ') Compt. rend. 102, 954. Chem. Centr.-Bl. 1886, XVII. 501. 2) Compt. rend. 102, 1001. Chem. Centr.-Bl. 188G XVII, 5()1. ^) Berthelot und Andre halten in einer Aveitercn Erwiderung ihre Ansichten aufrecht. Compt. rend. 102, 1089. Boden. 23 Über die l^osl itiinuinc,- dos im Boden eiithalteiuMi Ammoniak- Ammoniak- . ,r ■ •!■ L'i- ^ i. vf gelialt des Stickstoffes nnd über die Menge des assimilierbaii'n Stickstons Bodens, im unbearbeiteten Boden, von Anton Baumann, i) Bestimmung. Verfasser luiterzielit die bislang zm- Ammoniak -StickstotVltostimmung in Yorsclilag gebrachten \md angewendeten ]\Icthoden einer kritischen Be- arbeitimg, aus deren reichem Material wir hier niu- seine Folgerungen an- fühi-cn können. Bezüglich dei- Methode von Schlösing und Baussin- gault bemerkt er, dals 1. aus liumushaltigem Boden dm'ch Natronlauge in der Kälte fortwährend Ammoniak entAvickelt wird und dals 2. die Menge des entbundenen Ammoniaks aus mehi-eren Proben desselben Bodens bei gleicher Versuchsanstcllung die gleiche ist, gleichgültig ob die Nati-on- laugo 48 Stunden oder eine Woche einwirkt. 3. Mt Mag-nesia usta ausge- kochte humusreiche Böden geben mit Natronlauge behandelt innerhalb 48 Stimden noch erhebliche Mengen von Ammoniak ab, humusfreie nicht. 4. Das Schlösing 'sehe Verfahren liefert im A^ergleiche zur Destillations- methode bei humusarmen Bfklen, falls man die nach 48 Stunden gefmidene Stickstoffmenge in Beti-acht zieht, befriedigende Übereinstimmimg mit der Knop 'sehen Methode. 5. Da Immusreiche Böden mit Natronlauge fort- während Ammoniak entmckeln, wenn auch fertig gebildetes Ammoniak nicht vorhanden ist, so folgt, dafs solche Bodenarten nicht nach Schlösing untersucht werden können und dafs es unstatthaft ist, die Natronlauge länger als 48 Stunden einwirken zu lassen. Bezüglich der azotometrischen Methode folgert er aus seinen zalil- reichen Versuchen, dafs dieselbe füi' Sand- und Kalkböden gleich unrichtige Resultate liefert wie für Lehmböden ; dafs ferner die Kontraktion nur durch Humussubstanzen, nicht diu'ch Thonerde und Eisenoxyd veranlafst ist und mit steigendem Humusgehalt zunimmt (Verhalten des ausgeglühten Bodens) imd fafst das G-esamtergehnis seiner Versuche dahin zusammen, dafs die azotometrische in der von Knop angegebenen Form für Bodenanalysen imbrauchbar ist, da die hiermit erzielten Resultate keinen Anhaltepunkt über den Ammoniakgehalt des Bodens geben. Auch die Anwendung von Boraxlösung vennag die Kontraktion nicht zu verhindern, sondern niu- ab- zuschwächen. Da aber die azotometiische Methode durch die Schnelligkeit der Aus- führung und bei Abwesenheit der störenden Stickstoffverbindungen diu'ch ihre Genauigkeit grofse Vorzüge vor allen anderen Methoden besitzt, so bemülite sich Verfasser durch geeignete Abänderungen diese Methode den Zwecken der Bodenanalyse dienstbar zu machen. Er fand, dafs die besten Resultate erhalten werden, wenn man den salzsaiu-en Bodenauszug mit frisch gegirditcr Magnesia usta destilliert, das entwickelte Ammoniakgas vor jeder BeriUirung mit Kautschuk oder Kork geschützt dm-ch Schwefel- säure absorbieren läfst und dann das Ammoniak nach Neutralisation mit Magnesia usta azotometrisch bestimmt. Der Ammoniakgelialt des unbebauten Bodens ist ungleich in Biklon Ammoniak- . ' 1 o 1 gehalt. verschiedener Ai-t. LehmbiJden sind daran reicher als Kalk- und Sand- böden, doch sind in humusreichen SandbiJden organische Substanzen ent- halten, welche durch Natronlauiro in der Kälte rasch unter Ammoniak- 1) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 24^ 24 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Salpeter- Säuregehalt. Einflufs der Mikroben auf (las Wachatum. abspaltimg zersetzt werden, obgleich der Gehalt des Bodens an vegetabilischen Substanzen keinen Einflufs auf den -wirklichen Aniinoniakgehalt ausübt. Die Animoniaknienge iii unbebauten und imgedüng-ten Boden scheint für die betrelfende Bodenart eine konstante Gröfse zu sein, sie nimmt mit der Tiefe des Bodens ab. Die Bestimmimg der Salpetersäm-e Avurde nach folgendem Verfahren ausgefülui; : 1000 g luftti-ockener Boden A\TU'den mit soviel Wasser Übergossen, dafs dessen Menge mit dem in dem Boden enthaltenen 2 1 betrug imd 48 Stmiden digeriert. Ln Filü-ate mit Brucin imd DiiDhenylamin qualitativ auf die Gegenwart, der Salpetersäm-e geprüft. Giebt Brucin direkt mit dem Filtrate eine Eeaktion oder nacli dem Konzentrieren desselben auf die Hälfte (Empfindlichkeit 1 : 100,000), so wendet Verfasser zm: Bestunmmig der Salpetersäm-e die Schlösing'sche Methode • an ; gelingt die Brucinreaktion nicht, so wird mit Diphenylaniin geprüft (Empfindlichkeit 1 : 1500000) imd fiLT den FaU, dafs damit keine StiliDetersäiu-e nachge%viesen werden kann, ist auch das Sclilösing'sche Verfalu-en nicht mehr anzuwenden. In diesem Falle wii-d das Filü-at (1 \) auf ca. 40 ccm eingedampft, imd weim mm die beiden Eeaktionen eintrafen, nach Zerstörmig der organischen Sub- stanzen mit Chamäleonlösung die Salpetersäure nach Marx-Tromsdorf mit Indigolösung titriert. Aus seinen Versuchen sclüiefst er, dafs die Menge der Nitrate in unbearbeiteten und unbebauten Böden eine minimale ist, und dafs die Salpeterproduktion in stark liimiosen Böden geringere ist als in humusannon. Am meisten Salpetersäure bildet sich im humusarmen Kalk- boden, weniger im Sand- imd Lehmboden. In unbearbeitetem und mit Waldpflanzen bewachsenem Boden konnte Verfasser keine Salpetersäure auffinden. Verfasser knüjDft hieran einige Bemerkungen über die Quellen der Stickstolfnalu'ung der Waldpflanzen imd betont die Thatsache, dafs in den so fnichtbaren Schwarzerden Eufslands oft nur Spuren von Ammoniak und Salpetersäm-e in kaum nachweisbarer Menge enthalten sind, während darin Substanzen nachgewiesen wiu'den, welche mit Natronlauge in der Kälte, als auch, wie Verfasser gefimden hat, bei zweistündigem Kochen mit sehr verdünnter Salzsäm-e Ammoniak abspalten, mitliin mit den Amidoverbin- dungen gi-ofse Ähnlichkeit besitzen. Die auf letzterem AVege erhaltenen Ammoniakmengen übertreffen um das Zehn- bis Zwanzigfache den \dvk- lichen Ammoniakgehalt des Bodens. Aufserdem können solche Verbindungen direkt von den Pflanzen aufgenommen werden, so dafs diesen ammoniak- älinlichen Körpei-n im Boden eine bei weitem gröfsere Eolle für- die direkte Ei-nähnmg der Gewächse zugeschrieben werden miifs. E. Laurent 1) über die Mikroben des Bodens, deren Nutzen für das Wachstum höherer Pflanzen. Verfasser glaubt durch Ernteversuche, angestellt 1. mit natürlichem Boden, 2. mit sterilisiertem Boden, welchem Boden -Bakterien beigemengt wm-den, 3. mit sterilisiertem Boden und 4. mit sterilisiertem Boden imter Zusatz von Düngesalzen, den Nachweis geliefert zu haben, dafs die niederen *) Ann. agron.; Journ. Pharmac. Chim. [5J 14. 327 — 328. Aus Cham. Centr.-Bl. 1886, XVII. 870. Boden. 25 Organismen in der That eine wichtige Rolle bei der Ernälmmg der Pflanzen spielen, indem sie die komplizierten Nährstoffe in einfachere, leicht assimilier- bare Verbindungen zerlegen, da die Knltiu-en 1, 2 und 4, sowolil was die Entsvickelung der Blüten, Blätter luid Früchte anbelangt, die des Versuches 3 um das 4- rosp. Bfacho übertreffen. Über die in dem Erdboden lebenden Organismenformen, ^) Mikro- - ' J organiemen. von Dr. Frank. Verfasser untersuchte humusreichen Kallcboden, himiosen Sandboden, Lehmboden (Marsch-) und Wiesenmoor imd fand aufser Hyphomyceten einen Spaltpilz in folgenden nacheinander auftretenden Zuständen: Leptotluix, Bacillus, Bacterium, bisweilen Zooglocabildung, sclüiofslicli keimfähige Sporen. Seine A^ersuche, ob diese Organismen die Nitrifikation im Boden veranlassen, fielen verneinend aus, denn in allen Fällen war es der Erd- boden (sterilisiert), der die SalpeterbihUmg veranlafste und nicht seine Mikroorganismen. AVeiter^) teilt Verfasser seine nach den üblichen Methoden zur Rein- kultiu- erhaltenen Resultate über die im Boden befindlichen Formen, die er näher beschreibt, mit luid wendet sich abermals gegen die von Schlösing und Müntz ausgesjDrochene Ansicht über die Nitiifikation, welche er nicht als einen biologischen, sondern anorganischen Prozefs ansieht, vergleichbar der Nitrikation diu'ch Platinmoor oder Ozon. Landolt^) „über die chemischen Umsetzimgen im Boden unter dem Einflüsse kleiner Organismen" spricht sich dahin aus, dafs die Salpeter- bildung bei vollständiger Sterilisiei'ung niemals eintrete, imd dafs von den fein vei-teilten Körpern mu* Platinschwarz solche Wirkung auszuüben vermöge. König*) weist darauf hin, dafs nicht nur Platinschwarz Ammoniak in Salpetersäure überzuführen vermöge, sondern dafs auch in ganz ver- dünnten Lösungen (0,7 pro Mille) Oxydation stattfinde, wenn dieselben auf grofse Flächen verteilt werden (Asbest, Filti-ieri:)apier). L. Adametz, Untersuchungen über die niederen Pilze der Püze der _, ' ^ Ackerkrume. Ackerkrume.^) J. Uffelmann*') bestreitet, dafs der Boden imstande sei, ohne Mit- Oxydation . . . des Ammo- wirlauig von Milcroben das Ammoniak zu oxydieren. Die im Boden ge- niaks im ftmdene salpetiige Säure kann aus der Luft absorbiert sein, ist dies aber Boden, nicht der Fall, so verdankt sie ihre Entstehung einem biologischen Prozefs und nicht einer einfachen Aktion des Liiftsauerstoffes. Untersuchungen über die Bildung des Natronsalpeters im saipeter- °_, ° ■"■ bildung im Boden, von A. Müntz.') Boden. Verfasser erklärt die grofsen Salpeterlager Südamerikas entstanden dm-ch Oxydation organischer stickstoffhaltiger Substanzen imter Mitwirkimg der nitrifizierenden Organismen, dm-ch naclilierige Umsetzung des so ge- bildeten Calciumnitrates mit dem Clilornatrium des Meerwassers flacher 1) Tagebl. d. Naturf.-Yers. Berlin 1886, 289—290. 2) ibid. 369—370. 3) ibid. 289. *) ibid. ^) Inaiig. -Dissert. Leipzig 1886. 6) Arcli. Hyg. 4, 82 aus Chem. Centr.-Bl. 1886, 312. 7) Compt. rend. 101, 1265, aus Chem. Centr.-Bl. 1886, XVII. u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV. 363. 26 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Nitrifikation. Kohlenstoff- bestimmiing im Boden. Reduktion desCalcium- Bulfates. Sümpfe, Avoilm'cli sich Natriuiimitrat gebildet liat, welclies von dem Orte seiner Entstehung diurch Wasser weggeführt wm-de, denn überall, wo noch der Nitrifikationsprozefs vor sich geht, finden sich beträchtliche Mengen von Calciumphosphat als steter Begleiter des Nitrates imd als Zeuge des orga- nischen Ursj)rimges desselben. tiber den Einflufs des Gipses auf die Nitrifikation, von "Warington. *) Frühere Versuche des Verfassers hatten gezeigt, dafs geringe Mengen Alkalikarbonat (0,3 G 8 g pro Liter) \ne auch das bei der Zersetzung des Urins entstehende Ammoniiunkarbonat die Nitrifilvation aitfheben, während dieselbe bei Gegenwart anderer Alkalisalze selbst in konzentiierteren Lösun- gen noch fortsclu'eitet. Versuche mit Gips in dieser Eichtung angestellt ergaben, dafs selbst in Lösungen, welche 50 ^/^ Umi enthielten, bei Gips- zusatz Salpeterbildung stattfand, wälu'end ohne Gips selbst nach 151 Tagen in nur 15 ^/q Urin enthaltender Lösung keine Nitiifikation auftrat. Der Gips wird hierbei in Karbonat umgesetzt. Zu erwälmen ist, dafs Deherain diesen Einflufs des Gipses in seinen Versuchen nicht beobachten konnte, er betont aber, dafs in seinen Versuchen erhebliche Mengen von Ammon- karbonat niclit in beti'acht kommen. Bestimmung des organischen Kohlenstoffes in Bodenarten, welche freien Stickstoff fixieren, von Berthelot. ''^) Die früheren Untersuchungen des Verfassers über die dii-ekte Bindung des atmosphärischen Stickstoffs ergaben, dafs dieser Voi'gang dm-ch Orga- nismen vermittelt wird, deren Menge Verfasser dadiu'ch zu bestimmen sucht, dafs er den in denselben enthaltenen Kolilenstoff dm^ch Verbrennung der Erde mit Kupferoxyd ermittelt. Die Erde mufs vorher dm^cli Behan- deln mit Salzsäure von den Karbonaten befreit werden, diese Kohlensäm-e wird bestimmt, der Rückstand wiixl bis zum Verschwinden der Salzsäm-e- reaktion gewaschen, getrocknet und verbrannt. Der so gefundene Kohlen- stoff entspricht den in "Wasser und Säure unlöslichen organischen Verbin- dungen; die in "Wasser und Säure löslichen Kohlenstoff Verbindungen bestimmt Verfasser dadurch, dafs er nach der Zersetzung des Karbonats mit der berechneten Menge Salzsäure, den Rückstand eindampft und den durch Verbremiung mit Kupferoxyd gefundenen Gesamtkohlenstoff dem ersteren abzieht. Nach seinen" Bestimmungen enthält 1 kg Boden 1 — 2 g organische, den Organismen angehörende Substanz, welclie nach dem Verhältnis der gefundenen Kolilenstoffmengen zu dem Stickstoff in Form von Albuminoidcn und Kolüehydraten darin enthalten sein sollen. Quantin, 3) „Reduktion des Calciumsulfates tlurch verschie- dene anaerobische Fermente" glaubt, dafs das in der schwarzen Flüssig- keit der Düngerhaufen enthaltene Ferment, welches CeUulose unter Sumpf- gasentwäekelung spaltet (Deherain und Gayon), sowie auch das Butter- säurcferment des Bodens den scliwefclsauren Kalk direkt unter Schwefel- wasserstoff-Entwickelmig zersetzen, da naszierender Wasserstoff diese "Wirkung nicht auszuüben vermag. 1) Ann. agron. 188.5, XI. 557. Centr.-Bl. Agrik. 188G, XV. 365. 2) Compt. read. 102, 951—954, aus Chcm. Centr.-Bl. 1886, XVn. 460. 3) Ann. agron. ; Journ. Chera. Soc. 1886, 573. Chem. Centr.-Bl. 1886, XVII. 701. Botlen. 27 A. Müiitz^) beobachtete, dafs Mikroorganismen denjenigen älmlich, welclie Niü-atc zu reduzieren vermögen, und solche, welche Nitrifikation z\i bcAvirken im stände sind, auch Jodate reduzieren, Jodüre zu Jodaten und Bromiire zu Bromatou oxydieren. Clüorilre ergaben bis jetzt ein negatives Residtat. Untersuchungen über die Zersetzung der organisclien Sub- stanzen, von E. Wollny.2) Verfasser giebt eine schätzenswei'te Zusammenstellung der Litteratur über jene physiologisch -chemischen Zersetzungsvorgänge, welche wir Ver- wesung luid Fäidnis nennen luid zu deren näheren Kenntnis seine aul'ser- ordentlich zahh-eichcn wie giilndlichen Versuche beitragen soUen. Indem Verfasser die Menge der dm'ch Verwesung entwickelten Kohlensäui'o als Mafs der Intensität der Zersetzimg setzt, ist er im stände, die Verwesungs- vorgänge, angestellt mit derselben Substanz unter verschiedenen Umständen oder mit verschiedenen Substanzen unter gleichartigen Bedingimgen, miter einander direkt zu vergleichen; die günstigsten Verhältnisse füi' den Prozefs, die hemmenden Umstände imd den Grad der Verwesbarkeit einzelnei- oi'ga- nischer Köi-per direlct dm-ch Zahlen auszucbücken. So konstatiert er, dafs Sublimat, Th^rTnol etc. Tind andere als energische Antiseptica bekannten Steife die Ivolüensäm-eentwickelung nahezu vollständig aufheben, Avas übrigens auch dm'ch Erliitzen der betrelTenden in Zersetzimg begriffenen organischen Substanz auf 150 *^ C. erreicht werden könne. Die Details der umfangreichen Sclmft (107 Seiten) müssen im Original nachgesehen werden, Referent mufs sich auf die Anfzälilung der einzebien vom Verfasser betonten Thatsachen, die eine Bestätigung der von früheren Forschen gefundenen oder durch langjährige Erfaluamg ei'probten Beobach- tungen liefern, beschränken. Die Oxydation des Kolüenstoffs findet auch bei LuftabscUufs statt, doch findet Verfasser, dafs die Intensität anfänglich mit der Menge des zugeführten Sauerstoffes progressiv, von etw^a 8 % an aber in einem etwas schwächeren Grade wächst, dafs ferner die Intensität der Zersetzimg imter sonst gleichen Umständen im allgemeinen mit der Temperatiu- imd dem Feuchtigkeitsgrade der Substanz steigt luid fällt, wobei jedoch bemerkt werden mufs, dafs ein vollständig durclmäfster Boden die Oxydation be- deutend vermindeil. Es ist bekannt, dafs die Salpeterbildung, d. h. der Nitrifikation sprozefs, nur bei Gegenwart aUcalischer Basen fortschreitet (Salpeterplantagcn) ; Ver- fasser hat durch seine Versuche boAxiesen, dafs für die A^erwesungscrschei- nungen das Vorhandensein gewisser mineralischer Bestandteile dieselbe Rolle spielt, indem Proben, welchen durch Salzsäiu-e üu'e löslichen Aschenbestand- teüe entzogen waren, imgleich geringere Mengen von Kolüensäure ent- wackelten, als die ursprünglichen, da hierdurch den Milii-oorganismen die mineralischen Nälu-stoffe nicht mehr in demselben Mafse dargeboten A\au'den. Weitere Versuche bestätigen ferner die erfalmmgsgemäfs festgestellte Thatsache, dafs schwach alkahsche Losungou die Vei-Avesimg fördernd beein- flussen, wälu'end freie Mincralsäuren oder konzentriertere alkalische Lösimgen Fäulnis und Verwesung. 1) Centr.-Bl. Agrik. 188G, XV, 225. ^) Sonderabdruck aus Joura. Landw. 1886, XXXIV, 213. 28 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. hemmend aiif die Yerwesimgsvorgänge eimWi-ken. Anders verhalten sieh selbstverständlich tue Salze von Alkalien xmd aüvalischen Erden, "vvas aus dem einfachen Chemismus der Zersetzimgsvorgänge einleuchtet. Wähi-end die freien oder leicht neuti-alisierbaren Karbonate derselben auf die bereits im Gange befindliche Zersetzung eine günstige Wh-kung ausüben, werden sie in noch xmzersetzter Substanz die Lebensthätigkeit der ]\Iiki'oorganismen ungimstig beeinflussen, bezw. hemmen, -wie dies ja auch einzehie als Anti- septica bekamite Alkali- imd Erdallvalisalze zu tlnm vermögen, d. h. Avenn dieselben nicht in zu verdünnten Lösungen dargeboten werden (Gips, Sal- peter, deren VerAvendung als Konservienmgsmittel), yde auch weiters noch die als Zersetzungsprodukt entstandene Kolilensäure, falls dieselbe sich in der Bodenluft ansammelt, die Fimktionen der Organismen wesentlich zu beeinträchtigen vermag. "Was die relative Yerwesimgsfähigkeit der verscliiedenen organischen Substanzen anbelangt, so ist analog jeder Zersetzmigserscheiliung dieselbe von der ObeiflächengTöfse (Zerkleinenmg) abliängig, verscliiedene Substanzen verhalten sich in nachstehender Eeilienfolge : organische Bestandteile des Knochenmehls, Fleischmehl, Exla-emente des Hausgeflügels, Einstreit, Stall- mistsorten, Ledermehl, Hornmelil, Waldstreusorten, Sägemehl und Torf, woraus Verfasser den ge"v\äfs berechtigten Schlufs zieht, dafs die organischen Substanzen um so sch'W'ieriger verwesen, je weiter deren Zersetzung bereits vorgesclu'itten ist (ausgenommen jene künstlich konservierten Substanzen, wie Leder etc.). Analog dem Kohlenstoff verhält sieb auch der Stickstoff (Tuxen, dies. Jahresber. VILL, 1885, 39), so dafs der dm-ch chemische Bauschanalyse bestimmte Stickstoffgehalt, der Düngemittel organischen Ursprimgs etc. uns keinen Aid'schluls über die von den Pflanzen thatsäclilich assimilierbaren Stickstoffmengen giebt. Yersuclie über den Eiuflufs von Eiweifskörpern einerseits, wie antiseptisch whkenden Substanzen andererseits auf die Yer- wesung (pag. 295, imten), sowie die Beobachtung, dafs dm-ch Dämpfen des Materials die Verwesimg befördeii; wird, bringen, wie auch die über die Wärmeent\\^ckelung ausgesprochenen Ansichten und Versuche, nichts Neues. Bezüglich des Zerfalls der organischen Stoffe durch die Lebensthätig- keit niederer Organismen bei Luftabschlufs (Fäulnis genaimt), bei welcher nicht Oxydationsprodukte, sondern Eeduktionsprodukte residtieren, welche naturgemäfs nicht zu den von den Pflanzen direkt assimilierbaren Verbin- dungen gehören können, bemerkt Verfasser, dafs es im Interesse des prak- tischen Landwii-tes hege, durch zweckmäfsige Durchlüftung des Bodens etc. dafür Sorge zu ti-agen, dafs die in bestimmten Materialien eingeschlossenen Pflanzen nälu'stoffe entlialtenden Substanzen nicht in Fäiünis-, sondern in Verwesungsprodukte zerfallen. Wasser- Über Wasservcrdunstung aus dem Boden und den Pflanzen, Verdunstung. " von F. A. H. Marie Davy. i) Verfasser stellten ihre Versuche in Vegetationskästen an, welche mit wasserdichten "Wänden versehen waren und es ermöglichten, das ablaufende "Wasser zu messen, die Differenz des auffallenden und ablaufenden Wassers Fäulnis. 1) Joum. d'agric. prat. 1886, I, 857 aus Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV, 653. Boden. 29 ergiebt das verdunstete Wasser. Sie fanden, dal's die A^crdunstung am Ideinsten ist bei nacktem Boden und zunimmt mit zunelunender Yegetations- docke (Gras, Bäume etc.). Verfasser machen darauf aufmerksam, dafs aus dem NiedcrsclüagsAvasser nicht die dm-ch Drains abzuführende Wassermenge sich bereclmen läfst. Untersuchungen über die Feuchtigkeits- und Temperatur- ^"«"chtig- '- o X keits- uud Verhältnisse des Bodens bei verschiedener Neigung des Terrains Temperatur- gegen den Horizont, von E. Wollny. i) des Kodens. Die Untersuchungen über die Feuchtigkeitsverhältnisse wunlen in der AV'eise angestellt, dafs (quadratische Holzkästen von 1 qm Grmidfläche imd 25 cm Tiefe in Abständen von 2 m im Freien, mitten auf dem Versuchs- felde genau nach Süden, exponiert -win-den. Ein Kasten war horizontal, die anderen verscliieden scliräg gestellt. Der Boden der Kästen war dm-ch- löchert, um dem vom Erdreicli nicht festgehaltenen Wasser Abzug zu ge- wähi-en. Zur Bestimmung des Wassergehaltes winden die Erdproben mittelst eines Erdbohrers aus der j\Iitte jedes Kastens bis auf 25 cm ausgehoben imd bei 105^0. bis zur Ge^vichtskonstanz getrocknet. Die vom Verfasser erhaltenen, grofse Übereinstimmung zeigenden Zalilen lassen erkennen, dafs ebenes Land feuchter ist als das geneigte, und dafs letzteres einen mn so geringeren Wassei'gehalt besitzt, je steiler die Lage des Tenains ist. Ebenso bestätigt Verfasser die Thatsache, dafs die Verdunstimg des Wassers im Boden abhängig ist von der Intensität der Erwärmimg desselben, welche bedingt ist dmch die Neigung der Bodenfläche gegen die Bcsti-alilung. Aufserdem findet Verfasser, dafs die diu-ch die Neigung des Terrains be- dingten Unterschiede in der Bodenfeuchtigkeit bei dem bebauten Lande stärker hervorti'eten als bei brachliegenden, und dafs die Bodenfeuchtigkeit in dem ebenen Lande gleichmäfsiger verteilt ist als im geneigten, dafs in letzterem der AVassergehalt des Erdreiches von oben nach unten zunimmt imd dafs die in dieser Beziehimg zwischen den höher und tiefer gelegenen Erdpartieen bestehenden Differenzen mn so gTöfser sind, je stärker geneigt die Fläche ist. Was die Temperatur des Bodens bei verschiedener Neigimg gegen den Horizont anbelangt, so kommt Verfasser auf Grimd seiner Versuche mit Lelmiboden, Tempera tm der obersten Schicht, welche in 10 imd 15 cm Tiefe, sovne mit humosen Kalksandboden, welche Versuchsreihen in ver- schiedenen Jahren wiederliolt wurden, zu folgenden Eesidtaten: 1. dafs der Boden während des Frülüings, Sommers xmd Herbstes sich im allgemeinen um so .stärker erwärmt, im kalten Winter sich in so höherem Grade abkülüt, je stärker das gegen Süden exponierte Land gegen den Horizont bis zu einem bestimmten Winkel geneigt ist; 2. dafs der Neigungswinkel , welcher bei südlichen Abdachungen das ]\Iaximum der Bodentemperatur bedingt, wälu'end der Monate Februar bis Aprü und August bis Oktober bei 48 ö, während Mai bis Juli bei 32 0, und zur Winterszeit bei ^ gelegen ist; 3. dafs bei ausschliefslicher Berücksichtigung der Vegetationszeit (März bis Oktober) und derjenigen Hänge, welche die Acker- bez. Wiesen- 1) Forsch. Agr.-Phys. 1886, IX, 1. 30 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. kiütui" ermögliclien (ca. 30 ^ Neigung) der Boden um so wärmer, je stärker das südlich exponierte Terrain geneigt ist; 4. dafs die 2 xmd 3 charakterisierten Unterschiede in der Bodenerwär- mung im Frühjalu'e imd Herbst, sowie bei imgehinderter Bestralilung weit gröfser sind als im Sommer mid bei bewöllctem Himmel; 5. die Schwankungen der Bodentemperatur nehmen in dem Mafse zu als der Boden sich stärker erwärmt (siehe 3) ; G. dafs für den täglichen Gang der Bodentemperatm' die ad 2, 3, ge- schilderten Unterschiede am stärksten zm- Zeit des täglichen a\raxi- mums (4 — 6**), am schwächsten zur Zeit des tägHcheu JMinimums (8 — lO'^) hervortreten; 7. dafs der Schnee um so sclmeUer abschmilzt, je gxöfser der Winkel ist, den die Bodenfläclie mit dem Horizont bei südlicher Abdachimg bildet. Kohlen- Untersuchungen über den Einflufs der physikalischen des Bodens. Eigenschaften des Bodens auf dessen Gehalt an freier Kohlen- säure, von E. Wollny. 1) Verfasser hat die seiner Zeit ausgefülirten Untersuchimgen (Band HI, IV, V die Forschmigen etc.) wieder aufgenommen, um vornehmlich der Frage nach dem Einflufs der Neigimg des Terrains gegen den Horizont und Himmelsrichtimg, femer der Farbe -der Oberfläche imd des mecha- nischen Zustandes des Bodens, der verschiedenen Sclüchtung etc. auf den Kolüensäuregelialt der Grundluft näher zu treten. Er findet aus seinen Versuchen, dafs der Kolüen Säuregehalt der Boden- luft bei einer Neigamg des Ten-aiiis von 20 ^ sein Maximum erreicht, Avälu'end er bei 10^ oder 30 ^ verringert ist. Diese Thatsache findet diu'ch die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse (siolie oben) imd der da-, durch beeinflufsten Zersetzung humoser Bodenbestandteüe seine Erklärung, woraus wieder der Umstand erhellt, dafs die Lage der Bodenfläche gegen die Himmelsgegenden sich in ähnlicher "Weise bemerkbar machen düi-fte. Was den Einflufs der Farbe des Bodens 2) auf das Mafs der Kolüen- säureentv\dckelung in demselben anbelangl, so findet A'^erfasser, dafs es nicht die Farbe ist, welche diese Verhältnisse beeinflufst, sondern lediglich der Feuchtigkeitsgrad der Böden, so dafs ein heUer, feuchter Boden mehi- Kolüensäure zu entwickeln vermag, als ein trockener dimkler u. s. w. Die Bodenluft in Behäuflungsdämmen ist ärmer an Kolüensäure, als im ebenen Lande. Der Kolüensäiu-egehalt der Bodenluft ist abhängig von der Struktiu- des Bodens, feinkörnige Böden enthalten bei gleicher Menge organischer Stoife mehr Kolüensäm-e als grobkörnige, was so ziemlich vor- aussichtlich ist, da der Austritt der Bodenkolilensäiu'e in die Luft bei grob- kömiger Sti'uktm" leichter vor sich gehen mufs, als bei einem feinlcörnigen bei dichten Boden. Vei-f asser ist weiters noch in der Lage, die Beobachtungen Petten- kofers, Wolfhügels imd vieler anderer Forscher neuerchugs zu bestätigen. 1) Forsch. Apr.-Phys. 1886, IX, 1G5. 2) Die verschiedene Färbung wurde derart hergestellt, dafs auf den in Zink- kästen befindlichen Inimösen Kalksand, Marmorpulver gestreut wurde: weifser Boden, Kohlenpulver: dunkler Boden. Boden. 31 dals der Kolilonsiuirog-ohalt der Bndoiilnft mit doi- Tiefe der Bodenschicht zuiiinunt, welche Thatsuchc ilu'e Erklärung in dem Umstände findet, dals mit zunehmender Tiefe auch meist der "Widerstand wächst, welcher sich der Diffusion zAvischen Boden- imd atmospliärischor Luft entgeg-enstellt. G(4ten die eben angefülu'ten Beobaehtiuigcn für mi])edeckten Boden, so findet Verfasser für bedeckten Boden (Pflanzcnwuchs, Brach mid Stroh- docke), dafs der von lebenden Pflanzen beschattete Boden während der wärmeren Jahreszeit betiiichtlich geringere Mengen von Kohlensäure enthält, als der bracliliegende, \md dals dieser meder ärmer an Kohlensäiu-e ist, als der mit einer Decke abgestorbener Pflanzenteile versehene, welche im letzteren Falle mit der Dicke der Deckschicht zunimmt. Daran schliefst sieh folgerichtig die Thatsachc, dafs der Kohlensäiu'c- gehalt der Bodenluft in dorn ^lafse abnimmt, als die Dichte des Pflanzen- bestandes zunimmt, und dafs miter sonst gleichen Umständen derselbe um so kleiner ausfällt, je zeitiger die Saat vorgenommen wurde, andererseits sich aber erhöhen mufs, Avenn man die Ursachen der Vermindenmg des Kolüensäuregehaltes, z. B. üppiger Pflanzenwuchs etc. entfernt: Abmähen des Grases u. s. w. Aus alledem geht hervor, dafs die Menge der freien Kohlensäure im Boden keinen Mafsstab für die Intensität der organischen Prozesse noch der Menge der im Boden vorhandenen oi'ganischen Stoffe abgiebt. Untersuchungen über die Wasserkapnzität der Bodenarten, von E. Wollny. 1) Verfasser dehnt seine IVülioron Studien über diesen Gegenstand 2) nun aucli auf den Eiuflufs, welche äufsere Faktoren (Wärme, Frost), sowie die Beschaffenheit der tieferen Bodenschichten aiif die Wasserkapazität des Obergrimdes ausüben, aus imd gelangt zu folgenden Sclüüssen: 1. Die Wasserkapazität nimmt mit steigender Bodentemperatiu' ab luid dies in einem um so höheren Grade, je gröber die Bodenporen sind. Die Wasserkapazität der Böden wii'd dm-ch das Gefrieren des AVassers in denselben im allgemeinen vermindert, bei gi'obkömigen, sandreichon, hmnus- armen Böden ist diese Wirkimg eine vorübergehende, während bei zur Krümelbüdung neigenden (feinkörnigen, thonigen, hmmisreichen) Böden diese Veränderung eine dauernde ist, wobei jedoch bemerkt A\'erden mufs, ilafs bei dauernder Frostwirkung unter Umständen eine Erh()hung der Wasserkapazität der krümeligen Böden eintreten kann, wenn diu'ch Wechsel zwischen Frost luid Tauwetter eine weitere Zerkleinerung der Bodonteile veranlafst wird. Was den Einfliü"s des Untergrundes auf die Wasserkapazität anbelangt, so bestätigen die Versuche des A^erfassers die schon aus früheren Beobach- tungen zu ersclüiefsende Thatsache, dafs die AVasserkapazität grobkru-nigcr Böden dm*ch Untergrundschicliten, welclie das Wasser nur langsam leiten, beträchtlich erhöht wird, xmd zwar um. so mehr, je näher diese Schichten der Oberfläche liegen, dafs ein diu-clüässiger Untergiimd aber dieselbe bei einem grobkörnigen Boden herabsetzt, während derselbe auf die AVasser- kapazität feinkörniger Böden keinen nennenswerten Eiuflufs auszuüben vermag. Wasser- kapazität. 1) Forsch. Agr.-riivs. 188(), IX, 3(31. 2) Ebendas. 1885, VIII, 177 u. dieser Jaliresber. 1885, ATH, 36. 32 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Wasser- Über PrüfuiiiT der Bodenarten auf Wasserkapazität xmd kapazität ■,-,,.-, i ■ . tt • • i i\ und Durch- Diirchlüt tbarlceit, von Heinrich. ■^J lüftung. Indem Verfasser die Wichtigkeit der Bestimmimg der Wasserkapazität imd Dui'clüüftbarkeit für eine rationelle Wertschätzung der Bodenarten betont, giebt er die ]\Iethode an, Avelclie er zur Prüfmig der Bodenarten auf diese Eigenschaften benutzt. Die wh-ldiche Wasserliapazität, deren Bestiinniung nach den älteren Methoden eine luizulängliche ist, 2) ist nicht nur abhängig von der Mäch- tigkeit der Erdschicht, sondern auch von der Struktur des Bodens, der chemischen Zusaminensetzimg desselben (vorzugsweise Hmnusgehalt) , den Schichtiingsverhältnissen des Unterginindes, der Lage des Bodens gegen seine Umgebimg mid von der Tiefe des Grmidwasserstandes. Da mm allen diesen Verhältnissen bei Versuchen im Laboratorium natüi'licherweise nicht Eeclinung getragen werden kann, so hat Verfasser in richtiger Wüixligung dieser Umstände seine Versuche auf das Feld hinaus verlegt, und da dieselben von Bedeutung sind, so mufs im km-zen die Art der Versuchsanstellung erwähnt werden. Die Ackerlanune mrd bis zm' vollen Tiefe ausgehoben, dann ein unten offener Blechcylinder (20 cm D. imd 40 cm Höhe) eingesetzt, derselbe ringsum mit der ausge- hobenen Erde beschüttet imd sclüiefslich er selbst mit der zu untersuchen- den BJiime, welche mit Wasser angerülu-t diu'ch ein Sieb (4 Fäden pro 1 cm) in den hohlen Cylinder getiieben, angefüllt. Verfasser nimmt nach bestimmten Zeiten (2 X 24 Stunden nach Verlauf des über den Boden stehenden Wassers) mittelst eines konischen (imten engeren) Hohlbolu-ers Erdproben zur Wasserbestimnmng. Die in 1 1 Bodem-aum vorhandene Wassermenge (Gramm) bezeichnet er als AVasserdichte (d). Diese Wasserdichte wechselt nach seinen Versuchen zwischen 86 und 386. 86 g Wasser pro Liter Boden wurden beispielsweise auf Sandboden gefunden, der eine sogenannte Brandstelle im Acker bildete, 386 g Wasser besafs ein als Wiese benutzter Torfboden. Verfasser liefert an einer Reihe von Bestimmungen, deren Zuverlässigkeit durch Eniteversuche bestätigt wird, den Nachweis, dafs die von ihm eingeschlagene Methode zirr Bonitierimg der Böden auf richtigen Prinzipien beruht, worüber im Originale nachgesehen werden möge. Was die für das Pflanzen Wachstum nötige Wassemienge anbelangt, so betont A^erfasser die wichtige Thatsache, dafs die Pflanzen nicht sämt- liches in dem Boden befindliches Wasser sich anzueignen vermögen, imd er glaubt, gestützt auf zalüi-eiche Versuche, folgern zu düi-fen, dafs die Pflanzen denjenigen Wasserrest, der ungefähi* das 1 1/2 fache des soge- nannten hygi-oskopischen Wassers (h) beträgt, einem Boden nicht mehr entziehen können, so dafs bei einem solchen Wassergehalt die Pflanzen vertrocknen. Verfasser verweist auf die von ihm gegebene Formel zur Berechnung j ]x y^ 15 des für die Pflanzen verfügbaren Wassers (w). w = -— — k; wobei k = Krumentiefe des Ackerbodens in Ccntimctern ist. 1) Forsch. Agr.-Phys. 1886, JX, 259. 2) Ad. Mayer. Landw. Jahrb. 1874, 735. Boden. 33 Auf Grund dieser dargelegten Yerliältnisse lassen sich die Kidtur- ^\■el•te für verschiedene Bodenarten darstellen. Z. B. ein Boden, der unter den norddeutschen klimatischen A^erhältnissen weniger als 20 g Wasser auf 100 g Boden (Trockensubstanz) rosorvioi-t, ist von dein jeweiligen Kogenfall so sehr abhängig, dais er als luisiclierer Boden bezeichnet werden nuifs, wora\is liorvorgclit , dais die Idimatischcn Verhältnisse bei Boni- tienmgen notAvendig berücksichtigt worden müssen. Bezüglich der Durcldüftimgsfähigkeit der Bodenarten gilt annäliemd -Oycii- das über die der Wasserkapazität früher Gesag-te. Yerfasser fülu-t dieselbe gleichzeitig mit jener derart aus, dais er, bevor die Ackerknmie durch das Sieb in den Bleclicylinder eingebracht wird, eine 3Iossingröhro mit miuidstückartigcr Erweiterung auf den Untergrund aufstellt und ibdert. Erst dann wird der Boden in das Gefäfs geschwemmt. Vor Entnaluno der Proben ziu- Wasserbestimmung wird die Durclüüftbarkeit bestimmt, indem das Messingrolu' mit einem luftdicht gesclilossenen Mefscylinder in Verbin- dung gebracht wh'd, in welchen durcli Hebervorrichtung ein mit Quetsch- liahn rcgiüierbarer Wassersti'alil einfliefst. Dem Volum dos eingeflossenen Wassers (bei gleichem Dnick) mufs ein gleiches Luftvolmuen, in den Boden eingedrungen, entsprechen, der Druck, welcher ziu- ÜberA\indung des Wider- standes nötig ist, -vN^'d an einem mit dem Mefscylinder in Verbindimg stehenden Manometer gemessen. Nach seinen Versuchen zeigen die gewöhnliclicn Kidtiuböden eine leichte Diuclilüi'tbarkeit bereits bei 2 cm Wasserdruck und lassen mindestens 40 — CO ccm Luft liindurch, Böden, welche bei 20 cm Druck unter diesen Verhältnissen, nicht oder schwer dm-chlüftbar sind, taugen nicht mehi- ziun Ackerland. So gedeihen Zuckerrüben, Erbsen, Kartoffeln nicht melu' auf einem Boden, welcher bei 2 cm Überdruck nicht wenigstens 40 ccm Luft pro IMinute durcliläfst, wälu-end Hafer weniger anspruchsvoll ist. Li den bei 20 cm Druck nicht durchlüftbaren Böden wachsen niu- Schachtelhalme u. dergl. Litteratur. r. F. Hornstein: Kleines Lehrbuch der Mineralogie, Cassel-Berhn 1886, IV. Auflage. C. Rammelsberg: Handbuch der Mineralcbemie. Ergänzungsheft zur 2. Auflage. Leipzig 188(j. — Die chemische Natur der Blinerahen, systematisch zu- sammengestellt. Berlin 1886. C. Fr. Naumann: Elemente der Mineralogie. 12. Aufl. Bearbeitet von Fi-. Zirkel, W. Engelmann, Leipzig. A. V. Lasaulx : Einführung in die Gesteinslehre. Ein Leitfaden für den akademischen Unterricht und zum Selbststudium. Breslau 1886. G. Leonhard: Grundzüge der Geognosie und Geologie. IV. Aufl. besorgt durch E. Hörnes. Leipzig 1885, 1. Lief. A. Stelzner: Die Enhvickelung des petrographischen Unterrichtes in den letzten 50 Jahren. Festschrift der Isis in Dresden, 1885. Josef Zaffauk, Edler von Orion: Die Erdrinde und ihre Formen. Ein geographi- sches Nachschlagebuch in lexikalischer Anordnung nebst emen Thesaurus in 37 Sprachen. Wien, Pest und Leipzig, 1885. Hermann Credner: Die geologische Landesuutersuchung des Königreiches Sachsen. Von deren Direktor. Leipzig 1885. Mit einen Unterrichtskärtchen. H. Eck: Geogucistische Karte der weiteren Umgebung der Schwarzwaldbahn. Gegen- den von Haslach, Wolfach, Schütach, Schramberg, Königsfeld, St. Georgen, Triberg, Homberg, Elzach. 1 : 50000. Lahr 1884. Jahresbericht 1886. 3 34 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. E. Schuhmaclier: Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebung von Strafs- burg mit Berücksichtigung der agronomischen Verhältnisse. Herausgegeben V. d. Kommission für die geolog. Landes. -Unters, von Elsafs- Lothringen. 1883. Karte 1 : 25000. P. Platz: Geologische Skizze des Grofsherzogtums Baden, mit geol. Übersichtskarte. Karlsruhe 1886. Geologische Karte von Pi-eufsen und Thüringen. 1 : 25 000. Sektion Eisfeld, Meeder, Steinheid, Neustadt a. d. H., Spechtsbnmn u. Sonneberg. B. H. Proescholdt: Geologische und petrogi-aphische Beiträge zur Kenntnis der »Langen Ehön«. Jahrb. d. preufs. geol. Landesanstalt 1884. C. Ackermann: Eepertorium der landeskundlichen Litteratur f. d. Kgl. preufs. Regierungsbezirk Cassel. Festschrift des Vereines für Naturkunde zu Cassel. 1886. C. Chelius: Beiträge zur geologischen Karte d. Grofsherzogtums Hessen. Notizbl. d. Ver. f. Erdkunde zu Darmstadt und des mittelrh. geol. Ver. 1884. R. Lepsius: Die oberrheinische Tiefebene und ihre Randgebirge. Stuttgart 1885. Herm. Credner: Das sächsische Granulitgebirge und seine L^mgebung. Erläuterung zu der Ul^ersichtskarte des sächs. Granulitgebirges u. seiner Umgebung im Mafsstabe 1 : 100000 der natürl. Gröfse. Herausgegeb. v. Kgl. Finanz- Ministerium. Leipzig 1884. M. Hagen: Die geolog. Verhältnisse Nürnbergs. F. Bay berger: Geograph.-geolog. Stvulien a. d. Böhmerwalde. Gotha 1886. Beiträge zur geol. Karte der Schweiz. Herausgegeb. von der geol. Kommission d. Schweiz, naturf. Gesellschaft. 24. F. Schmidt: Blicke auf die Geologie von Estland imd Ösel. (Balt. Monatsschr. 1885, Bd. XXXn.) M. Neumavr: Die geograph. Verbreitung der Juraformation. Denkschr. d. Kaiserl. Akad. Wien 1885. (Referat darüber: Neues Jahrb. 1886, I. 446.) Sveriges Geologiska Undersöknig. Ser. C. No. 64 (Praktisch geol. Untersuchungen im nördl. Teile der Statthalterschaft Kalmar, Elfsborg und Dalsland. (Neues Jahrb. 1886, E, 45) weiter: Serie Ab. No. 7 Blatt Boras „ 9 „ Särö „ 10 ,, Kongsbacka. J. M. Zujorie: Geol. Übersicht des Königreichs Serbien. Wien 1886. Richard Küch: Beitrag zur Petrographie des west>afrikanischen Schiefergebirges. (Tschermak, mineral. Mitteü. VT. 93.) E. Doli: Die Mitwirkung der Verwitterung der Eisenkiese bei der HöhlenbUdung im Kalkgebirge. Separatabdr. No. 1 der Blätter für Höhlenkunde. Wien 1886. H. Grüner: Gewinnmig und Venvertung phosphorsäurehaltigcr Düngemittel. (Nach- richten a. d. Klub d. Landwirte zu Berlin 1885. Kommissionsverlag Paul Parey. Berlin, 8".) Ant. Schmied: Die Bodenlehre. Prag 1886. Ottomar Beyer. F. W. Dafert: Über das Wesen der Bodenkunde. Kritische Bemerkungen. Landw. Jahrb. 1886, XV. Wasser. Referent: W. Wolf. 1. Trinkwasser. über ein E. Gcissler 1) uiitersuchte das Wasser eines Brunnens aus einem mit°Typhu" Dorfc bcl Dresden, dessen Bewohner in einem Häuserkomplex, welche das baciUus. Wasser dieses Brunnens benutzen, wiederholt von schweren Typhusfällen heimgesucht wurden. Die chemische Untersuchung ergab folgende Resultate. 1) Pharm. Centr.-H. 27, 243 a. d. Chem. Centr.-Bl. 1886, 487. Wasser. 35 In 100 0(10 Teilen enthielt das Wasser: 30 Teile feste Bestandteile, 1,7 ,, organische Substanz, 2,1 „ Clüor, 8,3 „ Salpetersäure. Salpetrige Säure und Ammoniak war nicht nachweisbar. Nach diesem Befund würde man kaum Yeranlassvuig gehabt haben, this Wasser ernstlich 7.11 beanstanden, wenn sich nicht bei der mikrosko- pischen Untersuclumg lierausgesteUt hätte, dafs in dem Wasser stäbchen- förmige Bakterien entlialten waren. Johne imd Michael haben durch eingehendere nach Koch aus- gefülirte bakterioskopische Untersuchung dieses Wassers die überraschende Thatsache festgestellt, dafs das fragliche Wasser neben zahlreichen anderen Miki'oorganismen, auch den spezifischen Typhusbacillus entliielt. Der Bacillus wiu-de weiter auf Kartoffeln gezüchtet, wobei sein clia- rakteristisches Wachstinn zur Bestinunimg als Typhusbacillus ausschlag- gebend war. Weifse l^Iäuse, welche mit diesen Bacillen geimpft Aviuxlen, starben nach 10 bis 12 Stunden; aus ihren Organen liefsen sich abermals dieselben Bacillen in Eeinknltiu-en gewinnen. Ziu' Kontrolle wiuxlen noch Kultm-en von aus einer Typhusleiche stammenden Bacillen untersucht, welche völlig gleiche Resultate gaben. Der Verfasser meint, dafs dies das erste Mal wäre, dafs der Typhus- bacillus überhauj^t im Trinkwasser nachgewiesen worden ist. (In dieser Hin- sicht vergl. man die Ai-beit von L. Letzerich, d. Jalu'esber. 1884, 45. D. Ref.) Auch Moers 1) ^\^ll in einem Trinkwasser der Stadt Mülüheim Typhus- baciUen nachgewiesen haben. Gr. WolffhügeP) teilt Erfalirungen über den Keimgehalt brauch- barer Trink- imd Nutzwasser, sowie die Ergebnisse des Versuchs einer Sammelforschung mit, welche in dieser Beziehung vorgenommen worden ist. Der Hauptzweck solcher Untersuchungen soU dabei mit sein, Angaben darüber zu erhalten, w^e hoch die Anzahl der entwickelimgsfähigen Keime in guten, d. h. in solchen Wassern gefunden wird, welche erfahrungsgemäfs zu einer Beanstandung in gesundheitlicher Beziehimg keinen Anlafs geben. Meade Bolton^) veröffentlicht eine Arbeit über das Verhalten der verscliiedenen Bakterienarten im Trinkwasser. Nachdem der Verfasser im ersten Abschnitt die Methoden der bakterioskopischen Trinkwassenuiter- suchung beschrieben, bespricht er im zweiten Teile einige biologische Eigen- tiimliclikoiten der im Wasser vorkommenden Bakterien, wie das Wachstiun und die Vermehnmg derselben und stellt dann im dritten Abschnitt seiner Arbeit durch Versuche das Verhalten der einem Wasser künstlich zuge- fügten pathogener Bakterien fest. Wii- können liier nm^ die Folgenmgen kiu'z zur Mitteilung geben, zu denen der Verfasser durch seine Versuche gelangt ist. Die Zahl der Bakterien in einer Wasserprobe giebt in vielen FäUen weder fih- die chemische Beschaffenheit, noch für- den Grad der Veinm- Die Brunnen der Stadt Mühlheim am Bhein. Der Keim- gehalt brauchbarer Trink- und Nutzwässer. Verhalten verschie- dener Bak- terienarten im Trink- wasser. 1) Ergänzungsh. f. allg. Gesimdheitspfl. 1886, 11. 133. 2) Arb. a. d. Kaiserl. Gesundheitsamte I. S. 546 a. Chem. Ceutr.-Bl. 1886, 631. 3) Zeitschr. f. Hyg. 1886, 1. 76 a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 732. 3* 36 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflconze, Dünger. Mikro- organismen im Mtinchener Trink- wasser. Bakteiio- Bkopische Unter. suchung der Brunnen- wasser in Stettin. reinigxuig, noch für die Infektionsgefalu- des Wassers sichere Anhaltepmikte, da die Anzahl der entwickelungstaliigen Bakterien in erster Linie immer von der Anwesenlieit der eigentlichen Wasserbakterien imd von den einer Vermelu'img derselben fördernden Bedingungen, als von der Temperatur des Wassers, dem Grade der Benutzimg luid von einer Reihe anderer variabler Faktoren abhängig ist. Die nähere Ermittelimg der Qualität der in einem Wasser gefundenen Bakterienarten gewälu-t vielleicht noch eher hj'gienisch verwertbare Resultate, als die Bestiuunimg der gesamten Bak- terienzahl. Um eine nachträgliche Yermeluamg der Wasserbakterieu zu vermeiden, sind bakteriologische Wasseruntersuchungen stets unmittelbar nach der Probe- nalime auszufidu-en, oder die Gefäfse sind von dem Moment dei' Entnahme an bei ^ zu halten, jedoch auch nur für möglichst kurze Zeit. Dafs bisher in den Wassern nur vereinzelt patliogene Bakterien ge- funden A\Tii-den, ist leicht erkläi-lich, wenn man bedenkt, dafs dieselben meist mu' kiu-ze Zeit nach ilu-em Hineingelangen in den Brunnen einen einigermafseu erheblichen Bruchteil des ganzen dort vorhandenen Bakterien- gemenges ausmachen. Nm- in frischen Fällen wird daher Aussicht auf die Auffindimg der j^athogenen Bakterien vorhanden sein können und auch dann jedenfalls nur, wemi dm'ch geeignete Vorsichtsmafsregeln einer Yer- mehnmg der Wasserbakterien nach der Entnahme vorgebeugt wird. Bisher lagen schon infolge der Unlcenntnis dieser Felllerquelle die Chancen für einen direkten Nachweis von Ki'anklieitserregern im Wasser äiifserst imgünstig, imd es ist möglich, dafs es mit Hilfe unserer jetzigen Erfaluimgen und der nach diesen modifizierten Methode eher gelingen wird, die ätiologische Bedeutimg des Wassers für manche Infektionskrankheiten diu'ch direkte Beobachtimgen darzuthun. Leone 1) hat das Müu ebener städtische Leitimgswasser sowohl che- misch, als auch auf ]\Iila'oorganismen untersucht. Das Wasser war frei von Nitriten, Niti'aten imd Ammoniak, enthielt 284 mg Rückstand im Liter; zur Oxydation der organischen Substanzen im Wasser wurden 0,99 mg Sauerstoff gebraucht. Pro Cubikcentimeter enthielt das Wasser 5 Keime von Mikroorganismen. Nach 24 Stimden hatte sich die Anzahl auf 100, nach 2 Tagen auf 10 500, nach 3 Tagen auf 67 000, nach 4 Tagen auf 315 000 und nach 5 Tagen auf 1/2 Mülion im Cubikcentimeter vennehrt. Der Verfasser fand durch Versuche, dafs die Kolüensäiu-e im stände ist, eiae Yenninderimg der Mikroorganismen herbeizufülu-en. Link 2) hat eine gröfsere Anzahl Stettiner Brunnenwasser neuerdings sowohl chemisch als auch bakterioskopisch untersucht, in der Hoifnimg, hier- dm-ch in ge^^ässem Grade eine Gnmdlage für die Beurteilung der bakterio- skopischen Untersuchungsresidtate zu gewinnen. Zur besseren Orientierimg über die Resiütate und Schlufsfolgerungen des Verfassers geben wir aus seinen zahlreichen Untersuchimgen einige Untersuchungsergebnisse in der nachstehenden Tabelle wieder; bezüglich der anderen Resiütate vei-weisen wir auf das Original. ') Mediz. chir. Eundsch. 188G, 105 a. d. Cham. Centr.-BI. 1886, S. 486. ^) Arch. Pharm. 1886, S. 145. Wasser. 37 ^0. Bezeichnung, resp. L des Brunnens Ige Datum der Unter- suchung Härte- grade, deut- sche Zur Oxy- dation ver- braufh- tes Cha- meleon Sal- peter- säure ' 1 Sal- petrige Säure Ammo- niak Chlor Mikro- orga- nismen in 1 ccm Wasser in 100000 TeUen 9 L2 L8 19 20 23 29 33 38 44 Vor der Fi-aue kaserne . desgl. . . . desgl. . . . Ecke der Moltk Pülitzersti-afs desgl. . . . desgl. . . . ArtiU.-Kaserne, desgl. . . . desgl. . . . desgl. . . . Artill.-Kaseme, desgl. . . . desgl. . . . Friedrichsstrals desgl. . . . desgl. . . . desgl. . . . Unterer Roseng desgl. . . . desgl. . . . desgl. . . . desgl. . . . Ecke der Woll und Breitest desgl. . . . desgl. . . desgl. . . desgl. . . Lastadie No. 9 desgl. . . desgl. . . Schillerstraf se desgl. . . desgl. . . desgl. . . Posthof . . desgl. . . desgl. . . desgl. . . nth ^- 1 e . nö] sü e . ■^rt wel raü 3 or- md lU.. • en. 3er- 56 . 28. X. 85 18. XL 85 24. XI. 85 2. XI. 85 18. XI. 85 5.Xn.85 4. XL 85 12. XI. 85 17. XI. 85 17.Xn.85 4. XI. 85 27. XL 85 17.XIL85 4. XI. 85 12. XL 85 17. XL 85 17.Xn.85 11. XI. 85 17. XI. 85 28. XI. 85 i.xn.85 4.X[I.85 17. XI. 85 21. XI. 85 28. XI. 85 i.xn.85 4.Xn.85 14. XL 85 ii.xn.85 21.Xn.85 18. XI. 85 24. XI. 85 5.Xn.85 22.Xn.85 21. XL 85 io.xn.85 14.Xn.85 17.Xn.85 16,4 47,5 17,0 19,0 15,5 25,0 17,4 30,0 15,0 15,0 42,5 0,42 0,41 0,28 0,32 0,19 0,68 0,69 9,96^»- 0,64 für Eisen 0,40 0,51 3,7 0,5 21,3 ! 0,5 5,0 0,9 29,0 6,5 Spur 0,9 1 i 0,08 0,06 0,12 3,5 0,12 1 3,95 16,33 4,26 6,39 3,19 19,88 11,36 57,51 2,84 2,84 4,97 60 540 120 612 69 24 1800 2200 330 18 00 1080 295 2160 160 66 168 140 90 92 90 480 48 64 570 128 175 186 600 27 400 26000 9400 10800 11400 9100 120 36 15 12 etc. etc. etc. 38 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Die üi vorsteheiider Tabelle enthaltenen Zahlen über den Befund der ]\Iikroorganismen sind nach der seiner Zeit vom Kaiserlichen Gesundheits- amte mitgeteilten Methode ermittelt worden. Die chemische Untersuchung ist nach dem bekannten "Werke von Kubel-Tiemann durchgeführt, mid zwar die Härtebesti m m mig nach der ]\Ietliode von Clark, die Feststelhmg des Rediiktionsvermögens gegen übermangansaures Kalium nach Kubel- Tiemann imter 5 ^Minuten langem Kochen, die Bestimmung der Salpeter- säiu-e nach Marx, der salpetrigen Säm-e nach Trommsdorff, des Am- moniaks nach Frankland mid Armstrong und des Clüors mittelst 7io Nonnalsilberlösung. Als Hauptres;dtat, zu welchem der Verfasser gelangt ist, ei-giebt sich, dafs die chemischen Befunde der untersuchten "Wässer mit den Ergebnissen der bakterioskopischen Untersuchungen verglichen, keine regelmäfsigen Beziehungen erkennen lassen. Zaldi'eiche Brunnenwässer, welche dem chemischen Befunde nach als völlig frei von venmreinigenden jaucliigen Zuflüssen angesehen werden müssen und deren geringer Gehalt an Chlor, Salpetersäm^e etc. der Boden- beschaifenheit zuziischreiben ist, verbleiben zwar imierhalb des von Koch für gute "Wässer normierten Gehaltes an ]\Iiki'Oorganismen, resp. es ist dieser Gehalt nur imbedeutend überscluitten, dagegen entlialten andere, chemisch gleich gute "Wässer, imgleich gröfsere, zum Teil sogar, \\ie der in der Tabelle unter No. 38 verzeichnete Brmmen, selir erhebliche Mengen Balrterien. Ferner weisen die, ihi-em vennehiien Gelialt an Clüoriden und Nitraten nach als weniger rein zu erachtenden "Wässer, zum Teil ziemlich geringe, zmn Teil gröfsere Mengen entsvickelungsfähiger Keime auf, ohne dafs die chemischen Daten für diese Versclüedenheit einen Anlialt zu liefern vermögen imd schlief slich ergaben die vom chemischen Standpunkt aus imbedingt zu ver- werfenden "Wässer vielfach selir geringe Mengen von Bakterien, wälu-end auch bei dieser Serie AVässer, die stärker mit ]\Iiki"oorganismen dm-chsetzten, eine Gleichmäfsigkeit des chemischen imd bakterioskopischen Befundes nicht zutage ti-eten lassen. Zieht man die aus diesen Beobachtmigen sich ergebenden, den herrschen- den Anschauungen gegenüber auffallenden Thatsachen in Betracht und zwar, dafs einerseits chemisch gute, dii-ekten und indirekten animalischen Zuflüssen nicht zugängige Brumienwässer imter bisher mcht mit Sicherheit ermittelten Umständen nicht selten beti'ächtliche Mengen Mikroorganismen enthalteii und dafs andererseits chemisch sclilechte, durch jaucliige Zuflüsse zweifellos ver- unreinigte "Wässer häufig, imter ebenfalls noch nicht aufgeklärten Be- dingungen, sehr unbedeutende Mengen ziu' Entwickelung gelangende Bak- tei-ien aufweisen, sowie femer, dafs bei A\üederholten Untersuchungen der- selben Bnmnenwässer, wie aus der vorstehenden Tabelle zu ersehen, sich häufig erheliliche Schwankungen des Gehaltes an ]\Okroorganismen heraus- gestellt haben, welche Schwankimgen bei der permanent in starkem ]\Iafse im Brunnenwasser vor sich gehenden Yermchrung der Mila-oorganismeii schon durch nebensächliche Umstände, wie die stark vermehi-te oder aber entsprechend verminderte Inanspruchnahme .eines Brunnens einen aufser- gewöhnlichen Umfang erreichen können, — (solche und andere äufsere Umstände können allerdings auch von Einflufs werden auf den Gehalt an mineralischen Bestandteilen, Kalk, Salpetersäure, Clilor etc. eines Brunnen- Wasser. 39 Wassers luid es wäre interessant luicl für die gczo£?enen Schlufsfolgerungen des Verfassers meiner Meinung nach auch am Platze gewesen, wenn für jede Wasserprobe ein imd desselben Brumiens, deren Entnahme ja zu ver- scliiedencn Zeiten stattfand, nicht nur eine bakterioskopische, sondern auch eine chemische Untersuclnmg vorgenommen worden wäre. Der Ref.) — und cnvägt man aufserdem, dafs bei weitem die Melirzald, in der Regel wolü gar die Gesamtzalü der im Bnumonwasser enthaltenen Bakterien zweifelsolme völlig unschädlicher Natur ist imd dafs, wenn thatsäclilich eine Venmrcinigimg eines Wassers mit pathogenen Keimen stattgefimden hat, diese Keime im Bnmnenwasser im allgemeinen nicht nur die für ihre Vermehrung erforderlichen Verltintlnngen, so besonders eine der Körper- wärme cinigormafsen nalie kommende Tempora tru" imd eine hinreichende Konzentration des Nährmatcrials, nicht vorfinden werden, sondern dafs die- selben viebnelu- dm-ch die Über\\mcheriuig der andenveiten im AVasser ent- haltenen Bakterien häufig genug zugrunde gehen werden, so erscheint der Schlufs nicht mibcrechtigt, dafs die Beurteihmg des Wassers nach den Resultaten der bakterioskopischen, sich auf die Ermittelimg der Anzalil der vorliandenen entwickclungslahigen Miki"oorganismen beschränkende Unter- suclnmg, vielfach zu unzuti-eifenden, den chemischen ünters\ichungsbefimden diameti'al gegenüberstehenden Urteilen führen mufs. Der Versuch, die bakterioskopische Untersuclnmg als mafsgebendes Ivriterium füi' die Beurteilung eines Wassers liinstellen zu wollen, entbehrt liiernach zur Zeit noch der him-eichenden Begründung und man wird daher bis auf weiteres nach wie vor der chemischen Untersuchung die Ent- scheidimg hieniber belassen müssen. Man kann mit dem A^erfasser die Ansicht teilen, dafs die bakterio- skopische Wassermitersuchung für die Zukimft eine vielversprechende Er- gänzung der chemischen Untersuchung ist imd dafs es erst der weiteren Ausbildmig dieser Metliode, deren Endziel natm-gemäfs der bisher in der Regel mit negativem Erfolg versuchte Nacliweis pathogener Ai'ten von Alikroorganismen im Wasser sein mufs, vorbehalten bleiben mrd, dieser Untersuchungsart die aussclüaggebende Bedeutmig zu sichern; denn selbst- verständlich wird dm'ch das Auffinden eines einzigen Infektionskeimes die Gesimdheitgefälulichkeit mit gröfserer Sicherheit erwiesen werden können, als diirch den NachAveis starker chemischer (mineralischer oder organischer) Veriuireiiiigungen, deren schädliche Natm- nm- ausnahmsweise festgestellt werden kann. Robert Freihen- von Malapert-Neufville^) hat eine imifängliche ^taktfrio-"' Untersuclnmg über die Bakterienbefunde der Avichtigsten Quellen der städti- logischen sehen AVasserleitimg AViesbadens, sowäe einer Anzalü Mineralcpiellen zu suchung Sclüangenbad, Schwalbach, Soden i. T. imd Bad AVeilbach veröffentHcht. 'aSser!' AVir müssen bezüglich der Besclireibung der AIcthode, Avelche bei der Untersuclnmg befolgt worden ist, sowie hinsichtlich der Angabe über die Anzahl der in den einzelnen untersuchten AVässem angetroffenen Bakterien imd deren morphologische Beschi^eibimg, auf das Original verweisen und können nur aus den Sclüufsfolgermigen des A^erfassers das AYesentlichste zur Mitteilung geben. 1) Zeitschr. anal. Chem. 188G, S. 39. 40 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. You vornlierein müssen bei der Bem'teilimg eines "Wassers in Hin- blick auf dessen gesundlieitsgemäfse Beschaffenheit aus den Ergebnissen der bakteriologischen üntersiichnng A. die Menge, B. die Ai'ten der ermittelten Bakterien in Betracht gezogen werden. Was mm A. die Beurteilung der Wasser aus der Menge der gefundenen Bakterien anlangt, so können die in vorliegender Ai'beit imtersuchten Wasser in 4 Gruppen geordnet werden. Die erste Gruppe umfafst diejenigen Quellen, dei-en Wasser diu-ch fremde Einflüsse gar nicht oder mu' selu' Avenig zu leiden hat. Hierhin gehören die GebirgscpieUen der Wiesbadener Wasserleitimg imd von den Quellen des Schlangenbades diejenigen des oberen Km-hauses mid der Eömerbäder. Der bakteriologische Befimd ergab sich im Mttel von 14 Versuchen zu 2,5 Bakterien -Kolonieen aus 1 ccni Wasser, einer Zalü, welche gleich dem ]\Iittel der in den Kontrollversuchen olme Wasser erhaltenen Bakterien- Kolonieen ist. Man müfste demnach diese AVasser bakterienfrei nemien, wenn niclit besondere ermittelte Arten, — eine Fadenbakterie A des Verfassers — dafür sprächen, dafs sich in ilmen vereinzelt Bakterien vorfinden. Die zweite Kategorie wird dm-cli das Wasser aus der Tiefe des Sammelbehälters der Wiesbadener Wasserleitimg repräsentiert. Hier hatten die Bakterien Gelegenlieit, sich zu sedimentieren. Die ZaM der Bakterien- Kolonieen betrug hier 15. Die dritte Gruppe wii-d diuch diejenigen Wasser gebildet, welche an den Entnahmestellen natiu-gemäfs fremden Einflüssen in geringem Grade ausgesetzt sind. Solche Einflüsse sind: Berülmmg der Ausläufe mit den Händen, mit Gefäfsen u. dergi., Eintauchen von Triakgefäfsen, von Krügen in die Quellbassins beim Füllen u. s. w. Zu diesen Wassern gehören diejenigen der Hausleitimgen Wiesbadens, die Sclilangeniiuelle in Sclüangenbad , die MiiieraLpiellen in Schwalbach, Soden imd Weilbach. Die Wasser dieser Kategorie liefern als Mittel von 30 Versuchen aus 1 ccm Wasser 31 Bakterien -Kolonieen. Die vierte Gruppe der untersuchten Wässer wird gebildet aus der Schachtquelle imd der Marienquelle in Sclüangenbad. Erstere Quelle brachte aus 1 ccm Wasser 1200 Bakterien -Kolonieen zum Vorscliein. Diese ver- hältnismäfsig hohe Zalil der Bakterien ymi\\e durch den Befmid der Marien- quelle — des Auslaufes der Scliachtquelle — bestätigt, in der ebenfalls eine grofse Menge Bakterien gefimden ^v^uden. Nach dem Verfasser liegt für diesen Fall die Annahme nahe, dafs in den Stollen der Scliachtquelle Wasser von einer anderen SteUo zufliefst, was den relativ hohen Gehalt an Bakterien des AVassers der Schacht pieUe veriusacht. Der Befund der bakteriologischen Untersuchung der Wasser der Grup- pen 1 — 3 Vjcstätig-t die Thatsache, dafs Quellen, welche ans him-eichender Tiefe kommen, gut gefafst imd gegen den Einflufs von Atmosphärilien, Humusbestandteilen imd Abgängen tiei-ischer und menschlicher Herkimft ganz sicher ge- schützt sind, Wasser. 4 1 keine oder dneli nnr sehr wenige Bakterien enthalten; und dafs, wenn mau eine verhältuismälsig gi'olse Anzahl von Bakterien in einem Wasser -anti-ittt, tlies äulseren, fremden Einflüssen zugesehiiebeu werden muls. Man hat versucht, Grenzwerte für die in Wasser zulässigen Mengen von Bakterien festzustellen. So selir dies nun auch die Bcm-teilung eines Wassers aus dem bakteriologisclien Befunde ei-leichtoru A\iii'de, so wenig haben doch solche Zahlen Berechtigung, bevor dieselben nicht diu-ch viel- fache und in rcgelmäfsigen Zeitabschnitten wiederholte Versuche festgestellt worden siiul. Audi dih'ften solche Normen nach den verschiedenen Gegen- den zu modifizieren sein, indem man z. B. füi- Niederungen, in denen nur filtriertes Grundwasser zur Benutzung gelangen kann und füi- solche Gegen- den, denen Gebirgsquellwasser zugänglich ist, nicht denselben Mafsstab anlegen darf. Ein weiterer SchluTs des Verfassers ist der, zu dem Link (s. oben) ebenfalls diu-ch seine Untersuchungen gelangt ist, dafs ein Zusammen- hang zwischen der chemischen Zusammensetzung . der Wasser und der Menge der darin vorhandenen Bakterien sich bis jetzt noch nicht erkennen läfst. Zieht man B. bei der Beurteilung eines Wassers die ermittel- ten Arten der Bakterien in Beti-acht, so ist zunächst die Entscheidimg der Frage -wichtig: Sind die angeti-offenen Bakterien Avii-kliche Wasserbewohner? oder sind dieselben niu- dm-ch äufsere A^'erliältnisse in das Wasser liineingeraten TUid halten sie sich nm- vorübergehend in demselben auf? Da sich die spezielle Kenntnis, ob die gefimdenen Bakterien als vor- wiegend oder aussclüiefslich wasserbewohnend anzusehen sind imd welche nicht, noch keineswegs auf alle Bakterien, besonders die grofse Menge der Saprophyten erstreckt, so dürfte ein Urteil in diesem Sinne in der Regel noch nicht abgegeben werden können. Ein weiterer Gesichtspunkt, von welchem der Befund der bakterio- logischen Untersuchung eines Wassers zur Beurteilung desselben ins Auge gefafst werden mufs, ist derjenige: sind die gefundenen Bakterien pathogen? oder gehören sie zu denjenigen, die man bis jetzt als krankheitserregend erkannt hat, oder sind sie es nicht und was haben -vnr in letzterem Falle Kw einen Einflufs von ümen zu envarten? In der Regel mrd man pathogene Foi-men in Wasser nicht anti-elfen (s. die Resultate von L. Letzerich, d, Jalu-esber. 1884, S. 45 imd von A. Gautrelet, d. Jalu-esber. 1885, S. 43. Der Ref.); die gefmidenen Arten werden vlelmehi- solche sein, die man als saprophytische bezeichnet. Die Wirkimg der Lebensthätigkeit dieser Bakterien bestehen im all- gemeinen in der Umlagerung der Moleküle und Atomgi-uppen in anorgani- schen imd organischen Verbindungen, wie tlies u. a. gezeigt haben: Schlösing, Müntz und Wolluy bei den Nitrifikationsvorgängen im Boden; Müntz und Marcano bei der Bildung von Salpeterfeldern in tropi- schen Gegenden; Cohn bei der Reduktion von Sulfaten, sowie der Nitrate zu Nitriten, Ammoniak und gasförmigen Stickstoff; 42 Boden, Wasser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. Fitz und Hueppe bei der Buttersäuregärimg, Pasteur, Hueppe und Esche rieh bei der Milchsäm-egärung ; Rosenbach, Bien stock und Haus er bei der stinkenden Fäulnis; Duclaux und Hueppe bei der Lösimg von Albuminaten ohne stin- kende Fäiünis; Hueppe, "Wort mann iind Bien stock bei der Überfülu-ung der Stärke in Zucker; Leube und Graser bei der Hydratation von Harnstoff und Schröter imd Hueppe bei Pigmentbildimgen. Es ist demnach anzmielunen, dafs auch die speziell aus natürlichem "Wasser stammenden saprophytisclien Bakterien ähnliclie Zersetzungen, me die geschilderten bewirken. Einen Anhaltspimkt zm- allgemeinen Orientienmg hierüber bieten die Impfimgen von sterilisierter i\Iilch mit zu untersuchenden Bakterienspezies. Auch in dieser Eichtmig hat Verfasser Versuche angestellt, wobei sich er- geben hat, dafs einzelne Mikrokokken Gäi'imgs- imd verwandte Erschei- niuigen nicht bewirken, andere ]\Iilchsäuregärmig imd Peptonisienmg des Eiweifses hervorrufen. Wieder andere bemrken Verflüssigimg der Nähr- gelatine. Diesen Bakterien eine besondere Wichtigkeit bei der Beiu-teilung eines Wassers beizulegen, liegt kein Grund vor. Eine sehr wichtige Bak- terienart, der Typhus -Bacillus, verflüssigt die Gelatine z. B. niclit im ge- ringsten. Eine Beiu-teilung eines Wassers in Berücksichtigung der in demselben angetroffenen sapropliy tischen Bakterien kann mangels der uns bis jetzt noch fehlenden Kenntnis des physiologischen Verhaltens jeder einzelnen Bakterienart noch keine ganz erschöpfende sein. Dafs die saprophytischen Bakterien einen nachteiligen Einflufs auf die mensclüiche Gesundlieit dm'ch den Genufs von Wasser, welches selbst er- hebliche Mengen dieser Mla-oorganismen enthält, nicht ausüben, lelirt die Erfalunmg. Wenn zwar die bakteriologischen Untersuclumgen eines Wassers bei der Beurteihmg desselben im Hinblick auf seine gesundheitsgemäfse Be- schaffenheit schon jetzt wesentliclie Anhaltspunlite (besonders im Vergleich mit dem chemischen Befmide, der Ref.) bietet, so werden doch noch weiter fortgesetzte systematische Untersuchungen erst im stände sein, für die hygienische Bem^teilimg eines Wassers wiclitigere Aufsclüüsse zu bringen. Das Trink- Louffi^) hat das Trinlrwasser von Livorno mikroskopisch imtersucht Livorno. \md mit Zululfenahme von Kiüturversuchen zaliii-eiche Exemplare von Jlicrococcus prodigiosus, luteus u. violaceus, Bacterium termo u. lineola, Bacillus subtilis, Ascophora elegans, Aspergillus glaucus, Stmnphylium botryosum und Cladosporium herbarum nachgewiesen. Dessen luigeachtet liält der Verfasser das Wasser fiü- trinkbar, weil sich unter den gefun- denen Organismen keine solchen befinden, welclio füi' spezifisch gesvuid- heitsschädlich gelten, über die Otto Schwcissingcr 2) empfielilt gewöhnliche JodgaUäpfeltinktm- der Reaktion von Apotlicken als Sehr empfindliches Reagens auf alkalisch reagierende Sub- BruBnen- 1) L'Orosi, 1885, Ann. 8, No. 10, S. 337 a. Arcli. Pharm. 1886, S. 93. 2) Chcm. Centr.-Bl. 1885, 20, a. Zeitschr. anal. Chem. 188G, 99. "Wasser. 43 stanzen. 2 Tropfen dieser Tinktiu- geben niit 20 com Brunnenwasser eine rosenrote Fäi-bimg, die nach einiger Zeit wieder verscliwindet. Unter Bezugnalinie auf diese Mitteilung berichtet M. Petrowitscli^j, dafs er im Laufe der letzten Jahre melu- als 100 Bruimenwasser aus der ungarischen Landscliaft Batschka (Komitat Bacs) untei-sucht und bei allen olmc Ausnahme die alkalische Reaktion mit 2 — -3 Tropfen Rosolsäure ge- funden liabo. Auch dabei ersclüen die rosenrote Färbung, welche aber nicht ver- sch\\ündet. Selbst das Donau- und TheiTswasser aus der dortigen Gegend gaben dieselbe Reaktion. Das Reagens gab mit destilliertem Wasser die erwälmto Reaktion nicht. C. Brunnemann^) hat ein Glciclies in Bremen beobachtet; nach dem Verfasser veriiindert aber freie Kohlensäure tlio Reaktion. Desgleichen weist F. Muck 3) die grofse Empfindlichkeit der Rosol- säiu-e gegen verschiedene Wässer nach mid findet durch Versuche, dafs nicht nur ein geringer Gehalt an Natiiumkarbonat, sondern zu allermeist das in reinem Wasser von den alkalischen Erdkarbonaten am meisten lös- liche Magnesiumkarbonat die Rotfärbung diu-ch Rosolsäm-e herbeiführt. 3. Mineralwasser. E. Reichardt^) hat im Jahre 1885 das Schwefel wasser zu Langen- ^unter-^^ salza genau untersucht. Bezüglich der Einzelheiten der Untersuchimg und *"jj|^°^ f^^ der Berechmmgen müssen wir auf das Original a. a. 0. verweisen. Die wassers zu nachfolgende Tabelle enthält in der Rubrik 7 die Resiütate der Analyse ^"ifa?" des Langensalzaer Schwefehvassers und gleichzeitig eine Zusammenstellung der Gehalte einiger anderer derartiger Schwefelquellen, nach dem Verfasser gegeben. (Siehe die Tabelle airf S. 44.) Analyse des Absatzes in F. ThabuisS) hat den Absatz des Mneralwassers von Chabetout demMiuerai- ' Wasser von analysiert. cuabetout. Camere^) besclireibt die topograpliische und geologische Lage der Jünerai- Quellen des j^Iineral wassers von Chätel-Guyon imd teilt die von Deval chätei- imd Sardon ausgeführten Analysen der beiden mchtigsten Quellen mit. ^"y""- G. Janecek'^) veröffentlicht die Analyse eines in Kroatien vielge- jamidcer brauchten Wassers, einer nahe am Kiüpaflusse, in etwa 3 Meilen Ent- aikaiisch- fernung von Agram, zutage tretenden alkalisch mmiatischen Säuerlings- Säuerling. Quelle, welche viel Älinlichkeit mit der Ciüestinsquelle in Viehy hat. In 1000 Teilen fand der Verfasser: 2,7243 Natron (Nag 0) 0,0 G 75 KaU 0,0026 Lithion 1) Zeitschr. anal. Cliem. 1886, 200. 2) Chem. Zeit. 1886, 675. 3) J. Gasbel. etc. 1886, 159. *) Arch. Pharm. 1886, S. 11. 5) Comp. rend. 101, S. 1163. «) Joum. Pharm. Chim. 1886, XHI. 329. ^) Ead jugosl. akad. MI. 78, Agram. a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 172. 44 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ^ :? 5^ 50: o ~ _• i-i t3 " 2.cn5 ?+ o a> B 2 hS S 2-0 o 2, 1=^ i^ - ^S^ =3 " - § wBB. M ;s er? fK ^' CT* M '^ G ^ S i_i CB p C? ^ 5' t^" ^j ^ ö w w - O C ff C? CD ^?7— ■ B S- P R n K P O^ CU^^ ^ ^ ^. ^ S hL rr\ rr. t-^ /-s C^ b-i ffS ^"^ ^ ?i 5 B 2 S &.^ ■P^ td P P &5 o 2 o o er? £^ £?". s <^ a SB SB. "^ ! 7^ B 5 B £. o p. I iij to ^3 -^i 00 c; 00 (XI H< o 01 a'^::: Er' ■ ' l'P 2 CR a> 3 CO 1— O CO H- ~a Ol c;ii I I 00 o CO o "o Ott- ►- I I tO I I o coo Cl Ol C5 I i ">-' I I "►-'"to oV- I I •»^ r f s=> CO CD CO CO '8 CO tf- Ol ^] CO rf- tf^ Ol I I t-l 05 ^ *^ CO 1 I er. 00 1 1 OD ö Vi CO Ol CO coi— -J Ol 1 Ci CO 1 CO C5 I-' 1 1 »—CO CO to I-' "^coo^cocol I loiol lolco'^'^li^"^ o CO - H^^ c H 00 (_^ '^ S^ Ol p P ri crp r^ ,— ^ H fi tJ' 5^ 00 ^ B CT. O' :d -J 2. I^ TO er Pi P- c* ^ cct-i w p p ^ crq CO 3- O) 2 -a p • p, p- p Wasser. 45 2,9345 0,0367 0,0021 0,0001 0,2524 Calciumoxyd 0,0779 Magnesia 0,0001 Sü-ontian 0,00004 Barpiinoxyd 0,00950 Eisenoxydiü 0,00031 Manganoxydul 0,00272 Alnminiumoxyd 1,8572 gebundene Kolüensäure lialbgebundene und freie Koldensäxu'e Schwefelsäiu^e Phosphorsäm-e Salpetrige Säure 0,00009 Borsäui-e 0,02691 Kieselsäm-e 0,60577 Clilor 0,00024 Brom und 0,00052 Jod. E. Fresenius^) teilt die neuerdings bei der chemischen Untersuchung des Kochbrmmens in Wiesbaden erhaltenen Eesiütate mit mid vergleicht die Resultate mit denen, welche der Verfasser im Jalu-e 1849 erhalten hat. Es ergiebt sich daraus, dafs seit dieser Zeit die Menge der Hauptbestand- teile des Kochbrimnens, Chloralkalien, Sidiate etc. sich so gut als nicht verändert hat. Die Karbonate von Kalk luid Magnesia zeigen eine ganz geringe Abnahme. Diese Yerhältnisse lassen auf migemein gi-ofsaiüge mid gleichbleibende Entstehungsm-sachen des Brunnen wohl den Scldufs zu. J. A. Wanklyn 2) hat beobachtet, dafs das Wasser von Woodhall Spa., bei Lincoln, welches auf serordentlich reich an Jodiden und Bromiden ist, auch freies Jod enthält, imd zwar nicht blofs spurenweise, sondern soviel, dafs es braun gefärbt erscheint. Dm-ch ßcliütteln mit Schwefelkolüenstoff versch-windet diese Färbung und der Schwefelkolüenstoff färbt sich \Tiolett. St. Meunier^) hat die Mineralwasser von 3 Quellen imtersucht, welche in der Nähe von Kapouran bei Boghor im Bereiche von Süfswasserkalk- ablagenmgen zu tage treten, die grüne Quelle, die warme imd die Quelle der Plattform. Alle 3 Quellen liefern Wasser, was sehr reich an festen Bestandteilen, besonders an Clilorcalcium imd Cldonnagnesiiun ist. Die giiüie Quelle ent- hält pro Liter 15,87, die warme Quelle 27,0 imd die Quelle der Plattfonn pro Liter 28,70 g feste Bestandteile. Kolüensaurer Kalk fehlt ganz in den Wässern. Für die 3 Quellen ist die quantitative Zusammensetzimg fast die gleiche, und zwar besteht der Eückstand in 100 Teilen aus: 54,203 Chlorcalcium, 40,651 Chlormagnesirmi, 2,860 Cldornaü-iimi, 1,104 Clüorkalium, 1,924 in Wasser imlöslicher Eückstand. Unter- suchung des Kocii- bruaneus in Wiesbaden. Freies Jod in dem Mineral- wasser von Woodhall Spa. Analyse einiger Mineral- wässer von Java. 1) Journ. prakt. Chem. 1886, 35, S. 126, a. Chem. Centr.-Bl. 1887, 258. 2) Chem. News 1886, 300 a. Cliem. Centr.-Bl. 1886, 94. 3) Compt. rend. 1886, 103, S. 1205. 46 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. Bakterien in schwefel- haltigen Wässern. Analyse der Mineral- quellen der griechischen Inseln AeLJna und Aodros. Bei näherer Kenntnis der geologisclien Yerliältnisse liefse sicli leicht die Vermutung aussprechen, dafs unter diesen Schichten, dm-eh -welche die Quellen nach der Obei-fläche ihi-en Weg haben, ein den Stafsfiu-ter Salzen ähnliches Lager seinen Platz haben könnte. D. ßef. L. Olivieri) mit ersuchte die in kalten und Avarmen Schwefel wässern vorkommenden Mikroorganismen und fand in den Zellen derselben Schwefel- körnchen abgesetzt. Der Sclileim der warmen Schwefelquellen enthält nach dem Verfasser die ZeUenelemente der Leptothrix, welche Miki-oorganismen reduzierend auf die im Wasser enthaltenen Siüfate einwirken. K. Dambergis'^) hat im Auftrage der griechischen Eegierung die Analyse der Mineralquellen auf den griecliischen Inseln Aegina und Andres ausgeführt. Das Wasser der Insel Aegina entquült sprudelnd und klar am nord- östlichen Ufer der Insel, IV2 Stimden von der Stadt Aegina entfernt, aus den Spalten kalkhaltiger Felsen, im Meere und unweit am Ufer desselben etwa 1/2 m über dem Meeresspiegel. Die heilsamen Eigenschaften der Quelle müssen von alters her schon bekannt gewesen sein, vne die Aäelen in den umliegenden Felsen ein- gehauenen Badewannen bezeugen. Heutzutage wml das Wasser der Quellen gegen rheumatische, gichtische und skrofulöse Exsudate benutzt. Auf der Insel Andres befindet sich die QueUe des Mineralwassers im Dorfe ApöMa, 3/^ Stunden weit von der Stadt Andres. Dieses Wasser ist berühmt betreifs der Heüung von Hamkonkrementen, Nieren- imd Blasen- steinen. Im Liter enthält das Wasser von Aegina (A) imd das Wasser von Andres (B) die folgenden Bestandteile in Grammen: A B Natriumkarbonat 0,4240 0,012 046 Calciumkarbonat ...... 0,0850 0,08.3000 Magnesiumkarbonat .... 0,3439 0,025140 Ferrokarbonat 0,0016 — Kahmnclüorid 0,1945 0,009 586 Natrimnchlorid 8,4091 0,111990 Magnesiumclilorid 1,5468 — Magnesiumbromid 0,0305 — Calciumsulfat 1,2376 0,024 010 Thonerde 0,0020 0,006 000 Kieselsäure . . . .... 0,0160 0,014400 Sa. der festen Bestandteüe 12,2910 0,304 370 Kohlensäure der Bikarbonate . 0,41004 0,054 680 VöUig freie Kohlensäure . . 0,14150 0,015 640 Das Wasser von Aegina hatte eine Temperatur von 26 C. und bei 12 ein spez. Gewicht von 1,009 635; seine Reaktion war schwach alkalisch. Das Wasser von Andres hat eine mäfsige Temperatm-, angenehmen Geschmack; hat ein spez. Ge\vicht von 1,0001525 bei 14« C, ist von 1) Compt. rend. 18SG, Bd. 103, pag. 556 a. Ceutr.-Bl. Agrik. 188G, 2) Berl. Ber. 1886, Nr. 14, S. 2538. <22. Wasser. 47 schwacli alkalischer Reaktion und gleicht nacli der obigen Analyse dem AVassor von Eviau in der Schweiz. 3. Untersuchungen, Verhalten und Reinigung anderer Wässer, See-, Flufs-, Ahwässer etc. E. Berglundi) findet nach neuen Bestimmungen, dafs der Brom- gehalt des Meerwassers nach älteren Untersuchmigen im allgemeinen viel zu hoch angegeben wird. Nach des Verfassers Bestimmungen ergaben sicli im Dm-chschnitt etw^a 340 mg Brom auf je 100 g CMor. Der relative Bromgehalt des Meerwassers ist auf je 100 g Chlor überall ungefähr 'derselbe. Axel Ha mb er g 2) hat während der Expedition von A. E. Nordenskjöld nach Grönland 1883 Meerwasserproben gesammelt, und 1. die Verhältnisse zwischen den Sulfaten und Clüoriden festgestellt, 2. Untersuchimgen an- gestellt über das freie Stickstoffgas und die Kohlensäure im Meervvasser. Nieder Stadt 3) hat im Ansclüufs an verscliiedene Analysen Hambiu-ger Wässer die Analyse von Seewasser, welches an der Düne von Helgoland der Oberfläche entnommen A\au-de, mit folgenden Resultaten ausgeführt. 100 000 Teile Wasser enthalten: 3504 Teile Trockenrückstand, davon 2G72 438 42 156 10 Bromgehalt des Meer- wasaers. Beiträge zur Chemie des Meer- wassers. Seewasser- analyse von der Düne von Helgo- land. Clüornatrium, Chlorcalciimi, Calciimisiüfat, Magnesiumsulfat, Bromnatrium. Die Temperatur des AVassers betrug 15 ^ C., das spez. Gewicht 1,0258. Adolf Kliemetschek und Jos. Sobieczky*) veröffentlichen die Resultate der chemischen Untersuchimgen über die von Jan Mayen mit- gebrachten Seewasserproben, gesammelt von F. Fischer. M. Fleischer 5) berichtet über die chemische Zusammensetzung des Wassers eines Entwässerungsgrabens im Moore, welcher an einem kleinen Flufs, der Wörpe, sich hinzieht imd erhebliche Mengen von Eisenoxyd- sfililamm absetzt. Die Untersuchung dieses Wassers ergab folgende Resultate: In 100 000 Teilen AVasser sind enthalten: 147.5 Teile fester Rückstand, wovon 27,4 „ in Wasser unlöslich beim Eindampfen geworden, 120.06 „ lösKche Teüe, 13,0 „ freie Kohlensäure. Fih- cüe in 100 000 Teilen enthaltene Salzmasse bereclmet der Ver- fasser folgende Zusammensetzung: Chemische Unter- suchung von Seewasser- proben. Eine Salz- quelle im Moorgebift des WOrpe- flusses. 1) Berl. Ber. 1886, S. 2888 a. Arch. Pharm. 1886, S. 84. 2) Joum. prakt. Cliem. 188Ü, 33, S. 140 u. 433. 3) Eulenberfj, Vierteljahrsschr. f. ger. Med. 1886, K F. 44, S. 38G a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 676. *) Sonderabdruck aus dein Werk: Die internationale Polarforscliuug i. J. 1882 bis 1883. Die Österr. Polarstation Jan Mayen, 1. Bd., 1886. 6) Centr.-Bl. Agrik. 1886, 352. ■wasser. 48 Boden, Wasser, Atinospliäre, Pflanze, Dünger. 96,07 Clüomatrium, 2,G9 Clüorkalium, 4,91 Chlorniagnesium, 14,84 Clüorcalcium, 1,89 Calciumsiüfat, 14,21 kohlensaures Calcium, 2,65 „ Magnesiiun, 8,35 ,, Eisenoxj'diü, 2,51 Ideselsaiires Calcium, 0,30 Kieselsäiu'e. Die Resultate der üntersuchimg- des "Wassers der Wörpe, sowie der "Wasser der der Quelle nahe gelegenen Gräben ergiebt beim Vergleich, dafs man es hier mit einer aus den üntergrundssclüchten des Moores herauf- dringendeu Quelle, kohlensaurer Eisen-Kochsalzquelle, zu thim hat, welche au der Stelle, wo sie aufgefmiden und imtersucht wm'de, jedenfalls bereits stark mit Tage- bez. AVörpewasser verdüimt ist. Bakteriin "^' E'^sonberg^) giebt eine ausführliche Charakteristik über die im Main- wälu'eud der "Winternionate (vom November bis März 1885) oberhalb und initerhalb der Stadt Wüi'zbm-g im Main vorkommenden Bakterienarten. Nach dem Verfasser führt das verhältnismäfsig reinere Flufswasser oberhalb der Stadt soavoIü die Gelatine vei-flüssigende als nicht verflüssigende Bacillen in relativ spärlicher Anzalil imd die Zahl der konstant vorkom- menden Arten ist eine beschränkte; dagegen sind hier die Kokken so sehr in der Tlberzalil, dafs sie den weniger zahlreichen Vertretern anderer Gat- timgen als die hauptsäclüichsten "Wasserbewohner aus der Familie der Spaltpilze gegenüber gestellt werden können. Unterhalb der Stadt "^ärd der Bakterienbefund dm'ch die Schmutz- wasser derselben nicht nm* quantitativ, sondern auch qualitativ derart alteriert, dafs eine grofse Anzahl von Ai-ten aus allen Gattimgen mit Ein- schlufs der Hefe- imd Scliimmelpilze neu hinzutritt und zweitens, dafs die Zalü der verflüssigenden Ai-ten und der die Gelatine nicht verflüssigenden Bacillen sich den Kokken gegenüber um ein bedeutendes erhöht. Der Verfasser glaubt aus seinen Versuchen eine ganz allgemeine Folgenmg ziehen zu dürfen, indem er sagt, dafs die meisten Stäbchen- bakterien imd die verflüssigenden Arten am besten mit einem leicht zer- setzhchen Nälu-material gedeihen; die Koklven dagegen, mid imter diesen hei-vorragend nm^ zwei Spezies, sind diejenigen, welche von Hmninsub- stanzen leben, die also dann noch ausdauern, wenn das für die übrigen Spaltpilze am besten passende, leicht zersetzliche Nälu-material verbraucht ist. Die Kokken sind also die eigentlichen Freiwasserbewolmer, die typischen Flufsbakterien, die andere Arten überdauern, weil sie dasjenige Nähiinaterial für sich beansi^nichen, das überall an den Orten der Zersetzmig organischen Materials ziüetzt noch vorliauden ist, die Huminsubstanzen. Im "Wasser der Flüsse fülu'en die örtlichen Vcrschicdoilieiten des Näluhodens zm' Be- günstigimg und überwiegenden Vennehrimg bestimmter Ai'ten von Mikro- organismen; es nehmen an dem Prozefs, den man als die „Selbstreinigimg K Arch. Hjg. 1886, V. 446. Wasser. 49 der Flüsse" bezeichnet, verschiedene Arten von Spaltpilzen und zwar in ganz eigenartiger Abwechselung teil. Renk^) bespricht das Grundwasser imd betont, dal's dasselbe und sein Stand isoliert von den anderen Bodenverhältnissen fiu- Pettenkofer so bedeutungslos ist, wie das Zifferblatt und der Zeiger einer Ulu" geti*ennt vom ülu-wcrke, zu dem sie gehören. Den Stand des Grundwassers hat Pettenkofer nur als einen deutlich sichtbaren Index für den zeitlichen Rh}i;hmus in der A\ifehianderfolgo und Dauer gewisser Befeuclitungszustände einer über dem Grundwasser liegenden Bodenschicht erwählt; es sei gleich- giltig, ob dieser Zeiger einige Fufs näher oder ferner der Obei-fläche hin imd her gehe. Die Ansicht, dal's das Hauptverkehrsmittel, durch welches Pilze aus tieferen Bodenscliichten an die Oberfläche imd zur A'erstäubung gelangen kömien, das kapillare Wasser, die Bodenfeuchtigkeit ist, ist von den Lokalisten, im Verein mit Pettenkofer, schon seit längerer Zeit veiii'eten. Fr. Stolba^) hat im Juni 1886 das Moldauwasser in Prag einer chemischen Untersuchimg unterworfen. Resultate a. a. 0. A. Celli imd F. Marius-Zuco^) beobachteten bei der Untersuchung des Grundwassers von Rom starke Salj^etersäurebildung imd wmxlen da- dm-ch veranlafst, zu ermitteln, welchen Miki'oorganismen diese Wh-kimg zu- zuschi'eiben sei. Die Verfasser fanden, dafs einzelne Keime (Bacillus supro- genus aquatilis, B. fluidificans, micrococcus luteus) nicht im stände sLiid, Salpeterbildung zu veranlassen. J. Munro*) setzt die frühere Untersuchung von Warrington fort, in welchen die Bedingimgen für den Übergang von Ammoniaksalzen mid stickstoffhaltigen organischen Substanzen der Flufs- imd Quellwässer in Salpetersäure imd umgekehrt ermittelt werden sollen. Ernst von Cochenhausen^) empfiehlt ziu- Reinigmig des Wassers mit Beriicksichtigung seiner Verwendimg in der Textilindustiie statt der Methoden von de Haen imd Bohlig die von Stingl verbesserte Wasser- reinigimgsmethode von Schulze. Die Kosten dieses Verfahrens sind ge- ringer, als diejenigen, welche durch die Anwendung der beiden ersteren Prozesse verursacht werden. Wenn ein Wasser freie Säuren enthält, so kann die Reinigung des- selben nur nach der Schulze -StingFschon Methode ausgeführt werden, da durch Anwendung der Methode von de Haen und Bohlig die Härte des Wassers in vielen Fällen erhöht wird. Das Centi-alblatt der Bauverwaltimg, No. 4, 188G enthält einen Artikel über die Rehiigung der Seine, speziell über die Entwässenmg von Paris. Dazu vergleiche man auch Humblot, das Sielnetz von Paris. (Les Egouts de Paris ä la fin de 1885. In 4^ avec fig. e. ]Ä. Paris, Choix.) 1) Kep. anal. Chem. 1885, S. 367 aus Arch. Pharm. 1885, S. 38. 2) Listy Chem. 11, 5, Prag, techn. Labor, a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 94. 3) Berl. Ber. 1886, 818. *) Berl. Ber. 1886, 816, a. Chem. Sac. 1886, 632. ^) Programm der technischen Staatslehranstalten Chemnitz 1886, a. Chem. Centr.-Bl. 1886, S. 779. Jahresbericht 1886. 4 Über das Grund- wasser. Analyse des Moldau- wassers. Unter- suchung.' des Grund- wassers in Rom. Bildung und Zersetzung von Nitraten und Nitriten in Flufs- und Quell- Wässern. Beinigung des Wassers für die Textil- industrie. Reinigung der Seine und Ent- wässerung von Paris. 50 Boden, Wasser, Atraospliäre, Pflanze, Dünger. Verfahren zur Eeini- guxig von Abwässern. Über "Wasser- reinigung durch Filtration. L'ber die Eehaudluug der Ab- wässer von Städten. Die Eeini- gung städtischer Abwässer zu Essen. DasPasteur- Chamber- land'sche Filter. t'ber Filtration vou Wasser. M. Naliusen^) hat eiii Verfalu-en der Reinigung von Abwässern sicli patentieren lassen, wobei die in den Abwässern gelöst enthaltenen stick- stoffhaltigen organischen oder unorganischen Yerbindimgen dm-ch gleich- zeitigen Zusatz von Aluminixun salzen , Kieselsäurehydrat und Kalk teils cliemisch, teils mechanisch niedergesclüagen werden. A. Gr. Salamon und V. de Vere Mathew^) veröffentlichen eine Ai'beit, in welcher die Verfasser nachweisen, dafs die mechanische Wii-kung der Filter bei der Abscheidung der IVIikroorganismen aus dem Wasser stets von einer chemischen Wirkung begleitet sei. Tidy3) liefert eine ausfülirliche Abhandlung über die Reinigung der städtischen Abwässer, aus der wdi* nm' entiiehmen, dafs der Verfasser als beste Reinigungsart füi- Abwässer die Behandlung derselben mit Kalk bis ziu" alkalischen Reaktion (nach Versuchen pro Liter Wasser 1,3 g Kalk) unter Zusatz von etwas Thonerdesalz empfielilt. In einem auf der Generalversammlung des Niederrheinischen Vereins f. öffentl. Gesundheitspflege gehaltenen Voi-ti'ag*) spricht sich Stadtbaumeister Wiebe mit Wärme für das Röckner-Rothe'sche System zur Reinigmig der Essener Abwässer aus. Nicht nur die Kosten des Betiiebes und des Reinigungsverfalu^ens nach dem Rö ckn er -Rothe' sehen System — (über dieses Verfaliren von Röckner-Rothe s. d. Jahresb. 1884, S. 71) — sollen sich, bei der Rei- nigiuig von 12 000 cbm Wasser täglich, mäfsig stellen, besonders, wenn der bei dem Verfaliren gewomiene Schlamm eine zweckmäfsige land^^'il■t- schaftliche Venvendung finden ANdrd, sondern es soll auch ein gereinig-tes Wasser gewonnen werden, welches sowohl in chemischer, als auch in bakteriologischer Beziehung den zu verlangenden Anforderungen vollkommen entspricht. In letzterer Bezielnmg vergl. man die bakteriologischen Untersuchungen der Essener Abwässer von M. Wahl. 5) Finkelburgß) besclu-eibt das Fast eur-Chamberland' sehe Füter (s. d. Jalu-esb. 1884, S. 69) und die äufserst günstigen Versuchsresultate, welche betreffs der Reinigimg, bez. zuverlässigen Unschädlichmachung jedes ü'gendwie mit Mila'oorganismen und Ki-anldieitskeimen infizierten Genufs- wassers, erzielt worden sind. W. Hesse ^) hat ebenfalls Filtrierversuche mit dem Chamberland- schen, sowie mit solchen ThonzeUen, welche die Firma Hüls mann in Altenbach bei Würzen liefert, angestellt. Ferner benutzte der Verfasser zu seinen Versuclien Asbestfilter. Während letztere das Wasser keimfrei filti'ierten, Avar dies bei den ThonzeUen, namenüich den Chamberland- 1) J. Gasbel. etc. 1886, 313. ^) Dingler's polyt. Journ. 1886, 178, i. Journ. cliera. sfic. 1886, 261, a. J. Gas- bel. etc. 1886, 760. 3) Journ. clicm soc. 1886, 344, a. Dingler's polvt. Journ. 1886, 854. *) Centr.-Bl. all- Gesundheitspfl. 1886, H. 1, S". 1. s) Centr.-Bl. allg. Gesundlieitspfl. 1886, H. 1, S. 18. «) Centr.-Bl. allg. Gesundheitspfl. 1886, S. 24. 7) Zeitschr. Hygiene 1886, 1, 178, a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 777. Wasser- filtratioii im Wasser. 51 seilen keiiiesAvegs der Fall. Dies letztere Eesultat steht im 'Widersijnich mit dem von Finkelburg u. a. gelmidenen Thatsachen. Nach Coccone*) liefert die Wasserfiltratiou im Grofsen nur dann ein günstiges Eesidtat, wenn zu der mechanischen Wh-kung des Filtermaterials Grofsei sich noch eine chemische gesellt. Eine derartige Wii-kung wii'd nach dem A'erfasser diu-ch Eisenoxyd (in welcher Form? Hydroxyd? D. Ref.) in hohem Grade imd olme Über- gang von Eisen in das Wasser ausgeübt. Jlisclmngen von 1 Tl. feinem Eisenoxyd mit 2 Tln. Sand in einer Scliicht von 25 — 35 cm Dicke an- gewendet, haben sich vorzüglich bewähi-t imd sollen ein ziemlich unreines Wasser in ein so voiti-effhches und bakterienfreies Trinkwasser imigewandelt haben, dafs nach Zuckerzusatz imierhalb Monatsfrist sich keine Gärimgs- crscheinungen bemerldich machton, wälu-end eine mit dem imfiltrierten Wasser hergestellte Zuckerlösimg schon nach 48 Stunden in voller Gärung stand. Anhang. Über die Reinigimg von Wasser, von P. F. Frankland. (Jom-n. Soc. Chem. Ind. 1886, 4. G98, a. Chem. Centr.-Bl. 188C, 431.) Über Eiiu'ichtimgen zm- Reinigung gewerblicher Abfallwässer, von K. Mor gentern. (D. Ind.-Ztg. 1886, 27, S. 375.) Über die Flufs-, Quell- mid Pumpwässer von Hambiu-g, von Nieder- stadt. (Eulenberg, Vierteljahi-ssclu\ 1886, 379, a. Chem. Cenü\-Bl. 1886, 676.) Die wechselnde Zusammensetzung des Wassers der Nahe bei Bingen im Jalu-e 1885, von E. Egger. (Notizbl. d. Vereins f. Erdkunde 1886, 6. Heft.) Beiti-äge zu einer Hydrologie für die Provinz Eheinhessen, von E. Egger. (Notizbl. d. Vereins f. Erdkimdo 1886, 6. Heft.) Instruktion, nach welcher in Franki-eich die chemische Analyse der Trinkwässer fiu' che Städte und Kommiuien ausgeführt werden soU, von G. Pouchet. (Rev. d'Hygiene VH. 701, a. Chem. Cente.-Bl. 1886, 27.) Über die Vermelu'ung der Bakterien im Wasser, von G. Wolffhügel imd C. Riedel. (Ai^beiten a. d. Reichsgesimdlieitsamt I. 455.) Das Radbuzawasser in Pilsen, von Fr. Kundrät. (Listy chem. 10. 240, Pilsen, a. Chem. Centr.-ßl. 1886, 172.) Chemische Zusammensetzung des Niedersclüags, der sich bei der Reinigrmg der Ablaufwässer einer Zuckerfabrik mit Kalk büdet, von Fr. Farsky. (Cenü-.-Bl. Agrik. 1886, 436, a. d. V. Ber. d. Thätigkeit der landw. Versuchsstat. Tabor 1886, 20.) Untersuchimgen über den Gehalt der atmosphärischen Niederschläge an Stickstoffverbindmigen etc., von 0. Kellner, J. Sawano, T. Yoskii und R. Makino. (Landw. Jahi'b. 1886, XV. 701, a. Conü\-Bl. Agrik. 1886, 793.) ^) Ann. cliim. med. farra. 1885, Settembre, p. 175, a. Arch. d. Pharm. 1886, S. 177. 4* 52 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Studien über Trinkwasser nnd Typhus, von J. Kratter. (Graz 1886, Leuseimer und Lubensky, a. J. Grasbel. etc. 1886, 549.) Erfahi'ungen mid Yersuclie über die Verwendung von verzinkten Eisen- rohren für Wasserleitungen, von H. Bunte. (Referat der Verhandlimgen der XXVI. Jakresversammlmig des deutschen Vereins von Gras- und "Wasser- fachmännern in Eisenach 1886. J. Gasbel. etc. 1886, 61.) Litteratur. Ergebnisse der amtliehen Verhandhmgen über die Eeinigung der Abflufswässer , von E. von Lippmann. Berhn. Beilage der ,, Zeitschrift f. d. Eüben- und Zuckerindustrie des Deutschen Eeiches". Der Aachener Sattel und die aus demselben hervorbrechenden Thermalquellen, gr. 8^. Aachen, Mayer. Purification et emploi economique des eaux d'egout, p. Defosse. In S''. Paris, Dupont. Chemische Untersuchung der Schützenhofquelle zu Wiesbaden, von H. Fresenius, gr. 8''. Wiesbaden, Kreidel. Die Wasserversorgung Breslaus früher und jetzt und die Kanalisation von Breslau, von V. Schneider. Festschrift ziu- Versammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege. 1886. Breslau. Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung des Trinkwassers der Stadt Brunn, von Ezehak. gr. 8**. Brunn, Knauthe. Die Wasserversorgung der Stadt Wiesbaden in Gegenwart, Vergangenheit und Zu- kunft, von E. Winter. Wiesbaden, L. Schellenberg'sche Hof buchdruckerei. Zufulir gebundenen Stickstoffs aus der Atmosphäre an den Boden. Atmosphäre. Referent: R. Hornberger. Untersuchungen über den Gehalt der atmosphärischen Niederschläge an Stickstoffverbindungen imd über das Maximum an gebundenem Stickstoff, welches der Ackerboden der Atmo- sphäre zu entziehen vermag. Von 0. Kellner, J. Sawano, T. Yoskii und R. Makino. ^) Es wurde der Gelialt der atmosphärischen Niederschläge an gebim- denem Stickstoff zu Tokio in Japan bestimmt, welches Land eigenartige meteorologische Verhältnisse aiifweist, beim Monsimwechsel (Juni und Sep- tember) je eine 4 — 6wöchentliche Regenzeit hat, auch die übrige Zeit nicht regenarm ist. Die Salpetersäiu:ebestimmungen vom November 1883 bis incl. Oktober 1884, nach Schlösing-Tiemann ausgefülui;, ergaben in Summa pro Jalir bei 113 Regentagen, 1337,2 mm Niedersclüag, 13 o C. mittlerer Temperatm- 0,3285 mg Salpetersäiu-o (NgOg) pro Liter, 4392,4 g pro Hektar. Die im Jahresdiu-chschnitt gefundene Menge von 0,3285 mg pro Liter ist gering im Vergleich zu den anderwärts ermittelten Mengen: Rothamsted 0,463, Tisis 1,77, Florenz und VaUombrosa 1,03, Montsouris bei Paris 2,931 mg pro Liter. Die ausnehmend niedrige Zahl für Tokio erklärt sich 1) Landw. Jahrb. XV Bd. 1886, S. 701—711. Atmosphäre. 53 aus den grofson Niederschlägen, die oft mehrere Tage nnnnterbrochen an- halten und die Luft dergestalt von Nitraten iukI Nitriten befreien, dafs der am zweiten imd dritten Tage fallende Regen fast nichts melir davon ent- hält. Daher war auch wälu-end des Sommers die Salpetcrsäuremenge pro Liter geringer als im Winter (März bis August 0,227, September bis Fe- bruar 0,5G2 mg). Die absoluten Quantitäten waren in beiden Jahres- hälften fast gleicli. Die nach dem Nefsl er 'sehen Verfahren ausgeffihi'ton Ammoniakbestim- numgen (vom Januar 1885 bis 188C) ergaben im ganzen Jahr bei 13,10 c, mittlerer Temperatm-, 108 Regentagen, 1580 mm Regenhöhe 0,154 mg Ammoniak pro Liter, 2421 g pro Hektar. Je gi-öfser die Menge eines Niederschlags war, desto geringer war der Ammoniakgehalt pro Liter, im Sommer Avar er geringer als im Winter. Ein Vergleich mit Rothamsted ergiebt, dafs in dem relativen Ammoniakgehalt des Regens gleicher Stärke /Avisclion Rothamsted mid Tokio keine oder nur geringe Unterschiede be- stehen. Die gesamte Stickstoffmenge, die durch die Niedersclüäge im Laufe des Jahres einer Bodenfläche von 1 ha zugefilhii w^urde, betrug 2,644 kg, war also trotz der fast doppelten Regenliöhe beträchtlich geringer als in Rothamsted, avo sie (bei 876 mm Regenhölie) 3,592 kg ausmacht. Verfasser zieht aus den Ergebnissen folgende allgemeinere Sclilüsse: 1. Der Gehalt eines atmosphärischen Niedersclüags an Stickstoff Verbin- dungen hängt vor allem ab von der Intensität imd Dauer desselben: je gi'öfser die Litensität mid je länger die Dauer, desto geringer ist die Konzentration. 2. Selbst unter verscliiedenen klimatischen Bedingimgen bleibt sich die Konzenti-ation der Niederschläge gleicher Höhe im Dm'chschnitt einer gi"öfseren Anzahl von EäUen annähernd gleich. (Ausgenommen sind Sclmee, der bei gTofser Kälte gebildet wird, imd Niedersclüäge auf hohen Bergen.) 3. Das Verhältnis des Stickstoffs in Form von Ammoniak zu dem in Form von Salpeter- und salpeü'iger Säiu-e bleibt in den Niederschlägen selbst unter ziemlich verschiedenen klimatischen Verhältnissen selu' konstant. 4. Die jähiiiche Niedersclilagsmenge bietet gar kein Mals für die ab- solute einer gegebenen Fläche zugeführte Quantität gebundenen Stick- stoffs, sondern es kommt hierbei vor allem auf die Intensität und zeitliche Verteilung der einzelnen Niedersclüäge an. Da die Menge gebundenen Stickstoffs, welche im Laufe eines Jahres dem Boden durch atmosphärische Niedersclüäge zugefülu-t wird, wolü kaum einen wesentlichen Teü der Stickstoffnalunmg landwh'tschaftlicher Gewächse repräsentiert, AX'iu-den femer über die Maximalmengen gebundenen Stick- stoffs, welche der Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, Be- obachtungen angestellt. 200 ccm einer 5prozentigen Schwefelsäurelösimg wnirden in einem Gefäfs von 26 cm Durchmesser 3 Monate lang, gegen Regen und Staubstüi-me geschützt, im Freien stehen gelassen und dann auf ilu-en Gehalt an Ammoniak imtersucht. In gleicher Weise diente ziu' Absorption der Salpeter- imd salpetrigen Säm-e eine öprozentige Lösimg von kohlensaurem Kali. Die Ergebnisse waren folgende: 54 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Sauerstoff- gehalt der Waldluft. Mittlere Tem2)eratur 3,90 C. 5,9 „ 19,5 „ 21,0 „ Ammoniak absorbiert pro Hektar 1,672 kg 3,604 ,, 3,943 „ 4,958 „ 1,934 „ Salpeter- imd salpetrige Säure absorbiert pro Hektar 1,304 kg 1,685 „ 0,824 „ 1,204 „ November 1884 bis Januar 1885 Febniar bis April (1885) . . . Mai bis Jiüi (1885) .... August bis Oktober (1885) . . November 1885 bis Januar 1886 Im ganzen Jahr 14,308 kg 5,017 kg Die Ammoniakabsorption war also in der wärmeren Jahreszeit be- deutender als in der kälteren. Im ganzen war Stickstoff absorbiert, auf 1 ha Fläche berechnet, in Form von Ammoniak 11,78 kg, in Form von Salpeter- und salpetriger Säm-e 1,30 kg, im ganzen 13,08 kg. Zählt man dazu noch den Stickstoff der atmosphärischen Niedersclüäge im Betrage von 2,64 kg. so ergiebt sich als Maximalzufuhr eine Menge von 15,72 kg gebimdenen Stickstoffs pro Jahr und Hektar. (Siehe auch „Boden" S. 17.) Untersuchungen über den Sauerstoffgehalt der "Waldluft, von E. Ebermayer. ^) Bei den im Spätsommer und Frühherbst an ca. 20 verschiedenen Oi-tliclikeiten Bayerns vorgenommenen Bestimmmigen des Sauerstoffgehalts von Waldluft und Freüandluft A\nirden gefunden : Im Walde Im Freien Im ]\Iittel . . . 20,78 Yol.-Proz. 20,82 Vol.-Proz. ,, Maximum . . 20,94 „ 21,00 „ „ :yiinimmn . . 20,61 „ 20,72 „ Die Bestimmungen sind nach der Linde mann 'sehen Phosphor- absorptionsmethode ausgefülirt mit einem Apparat, der im wesentlichen aus einer Mefsrühre (Hempel'sche Grasbürette) mid aus einem Absorptions- apparat (Hempel'sche Graspipette) besteht, welcher letztere mit Phos- phorstängelchen und Wasser beschickt ist. Die nicht unerheblichen Diffe- renzen der vorstehenden Maximal- und Minimalzahlen dfu'ften vorwiegend von kleinen dem Verfalu-en anhaftenden Feldern herrühren. — Luft, welche bei Sonnenschein imd Windstille unmittelbar über den Blättern entnommen war, zeigte sich zuweilen etwas saiierstoffreicher als Freiland- luft. Dagegen entliielt die Waldluft im Innern gesclüossener Bestände, entnommen zwischen Boden imd Kronendach, sein- häufig etwas weniger Sauerstoff als die Luft des Freilandes, wohl infolge des Sauerstoffver- brauchs bei der Verwesung der Waldbodendecke. Jedenfalls kann von einem irgend ins Gewicht fallenden liöheren Sauerstoffgehalt der Wald- luft keine Rede sein; dennoch besitzt sie im Vergleiche zm- Stadtluft diu'ch ihi-e Armut an Staub- und Kohleteilchen , Mikroorganismen etc., so wesentliche Vorzüge, dafs ilir nach wie vor eine hohe hygienische Bedeutung zukommt. 1) Forstw. Centr.-Bl, 8. Jahrg. 1886, S. 265—277. Durch Biederm. Centr.-Bl. 1886, Vm. S. 505. Atmosphäre. 00 Über den Kolilonsäurcgolialt der Atmosphriro, von 0. Wal- ^■^°^l2l^^ tCrS hofer. ^) der Atmo- Der Verfasser zieht ans allen einsclilägigen Untersnchnngen folgende *p'*'«- Sclilüsse : „Die Lnft der südlichen Halbkugel, besonders unter hohen Breite- graden, ist weniger reich an Kohlensäure als die nördliclic Halbkugel; in südlichen Gegeiulen überwiegt der Einfluls des Meeres in solc^hcm Grade, dals der Gehalt an Kolüensäm-e in der Nacht sich nicht merklicli ändert; ein Sinken der Temperatiu" des Meerwassers hat eine Abnahme des Kohleii- säuregehalts der Athiosphäre zm* Folge. Derselbe wechselt mit dem Breiten- grade überhaupt, mit der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der Höhe über dem Boden, den Jahres- und Tageszeiten, den Niederschlägen und den Windrichtiuigen, und en-eicht nicht die durchschnittliche Höhe, welche man l)isher ffh- ihn ermittelt hatte." Die mittlere Regenmenge Deutschlands, planimetrisch bestimmt, ^^^^^^^^,^^ von H. Töpfer. 2) Die planimeh-ische Messmig der mittleren Eegenmengen Deutschlands nach der Regenkarte des Verfassers ergiebt, dafs von den 540 594 qkm des Deutschen Reiches angehören der Zone von 400— 500 mm Regenhöhe 29 469 qkm (etwa V20) Deutsch- lands. 500- 600- 700- 800- 1000- - 600 700 - 800 -1000 -1400 über 1400 210199 165 787 82 735 31095 18 721 2 618 ( 120) 'I20) 'I20) V20) Wird nmi den einzelnen aufeinanderfolgenden Gebieten eine mittlere Regenhöhe von 450, 550, 050, 750, 900, 1200, 1600 mm zugeteilt, so ergiebt sich eine jährliche Niederschlagsmenge von 353,305 cbkm und eine mittlere Niederschlagshöhe von 653,5 mm. Ü^ber die Entstehung des Tau's, von Aitken.3) Der Verfasser wendet sich gegen, die ziemlich allgemein angenommene Theorie der Taubildung, wonach der Tau aus den der Erdoberfläche be- nachbarten Luftschichten niedergeschlagen wird an Körpern, die imter den Taupunkt der Luftschichten abgekühlt sind, und sucht nachzuweisen, dafs der Tau in den meisten Fällen nicht aus der Atmosphäre, sondern aus dem Boden stammt. Während der Nacht angestellte Beobachtungen zeigten, dafs der Erdboden iii geringer Tiefe immer wärmer war als die angrenzende Luftmasse; man war also zu der Vermutung berechtigt, dafs, solange diese]- AVärmeüberschufs die Temperatur der Erdobei-fläche über dem Tau- })iuikt der Luft zu erlialten vermag, Dämpfe aus der feuchten Erde auf- steigen und am Gras sich als Tau kondensieren würden, dafs also der Tau nicht von der schon vorher in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit herrülireii könne. Um zu entscheiden, ob in Tau -Nächten Wasserdämpfe aus dem Boden aufsteigen, ^vlu•den angestrichene Metallti-ögo umgekelu-t auf einen Entstehung des Tau's. 1) Die Natur, 188G, 135. Durch Met. Zeitschr. III. 278. a) Met. Zeitschr. EI. 370. 3) Naturf. XIX. 188G, S. 93. 56 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Nebel- bildting. Hjgro- tkopische Wasser- zufuhr. Grasplatz gestellt. Die Innenseite derselben war jede Nacht mit Tavi be- legt imd das bedeckte Gras wav stets am nassesten. In manchen Nächten trat aiiTserhalb kein Tau auf; immer war die Menge des kondensierten AVassers im Innern gröfser als aufsen, wo die dem Boden entstiegenen Dämpfe zimi grofsen Teil durch Luftströmungen hinweggeführt werden, während dies bei dem imter den Trögen aufsteigenden Dampf nicht mög- lich ist. Von zwei Thermometern, wovon das eine auf der Grasfläche, das andere z-v\ischen den Halmen auf dem Erdboden standj zeigte das letztere in Nächten mit Tau stets 5 — 10*^ mehr als das erstere. Das Residtat einer solchen TemjDeratiu-differenz kamr niir darin bestehen, dafs der Wasser- dampf aus dem wäi-meren Boden in die darüber befindliche kältere Luft eindringt und ein Teil desselben bei der Berühinmg mit dem kalten Gras sich in Tropfen niedersclilägt. Gleichzeitig machte man Beobachtungen auf der freien Ackererde imd fand im allgemeinen, dafs in Nächten mit Tau der Grasboden immer, die freie Ackererde in den meisten Fällen Wasser- dämj)fe abgiebt, welche zum gröfsten Teil in die Luft übergehen imd nm" zum geringeren Teil an der stark abgekühlten Erdoberfläche sich kondensieren. Über Nebelbildung, von E. Helmholtz. i) Der Verfasser fand, dafs, um in vöUig dampfgesättigter Luft Nebel- bildung hervorzm'ufen, eine mefsbare Druckdepression (von 0,73 mm Queck- silberdi'uck bei 20 ^ C.) erforderlich ist, wodiu'ch der AVasserdampf \mi ^/gQQ seines Drucks übersättigt wird, mid erkläi-t dies damit, dafs der Sättigimgs- di-uck über konvex geki^ümmten Oberflächen, den Nebelkugeki, gröfser sei als über ebenen mid konkaven Flächen, und deshalb der Dampf um einen gewissen Beti'ag übersättigt Averden müsse, um Nebel zu bilden. Diese Übersättigung braucht jedoch, um die Nebelbüdmig einziüeiten, nicht sehr grofs zu sein, da die Nebelkugehr stets fester oder flüssiger Ansatzkeme bedürfen, und auch vorfinden, mid zwar in dem in der Atmosphäre immer vorhandenen, wenn auch imsichtbaren Staub. Verfasser hat in dampf- gesättigter Luft, welche mittelst Filti-ation diu'ch reine Watte vöUig von Staiib befreit wai", Depressionen bis zu einer halben Atmosphäre angewandt, wodurch zehnfache Übersättigung des Dampfes eintreten mufste, ohne dafs sich eine Spur von Nebehi zeigte. (Verfasser erinnert an die analoge, als „Siedeverzug" bekannte Erscheinmig.) Aus der Existenz der Wolken läfst sich mithin schliefsen, dafs überall in der Atmosphäre Staub schweben mufs, der jedenfalls von aufserordentlicher Feinheit ist. Solcher nebelbildeu- der imsichtbarer Staub läfst sich schon durch Glülien eines Platiudralits, ja selbst eines Glasstabs liei"vorbringen. Auch die bekannten Salmiaknebel bedürfen zu ihrer Bildung der An- satzkeme. Sind zwischen dem Ansatzkern und dem kondensierten Wasser chemische Ki-äfte wirksam, so erhält sicli der Nebel aucli dann, wenn die Luft nicht mehr völlig dampfgesättigt ist. Hierdurch wird die Hartnäcldg- keit und Dichte der Nebel in grofsen Städten mit vielen Rauch imd Säm-e- dämpfe erzeugenden Feuerstätten verständlich. Untersuchungen über die durch die Hygroskopicität der Bodenarten bewirkte Wasserzufuhr, von J. S. Sikorski. 2) 1) Naturw. Rundsch. 1, No. 0, pag. 69—71. 6) Forsch. Agr.-Phys. IX. 413-433. Durch Meteor. Zeitschr. IE. 263. Atmospliäre. 57 Als Endi-csultat ergicbt sich aus den uiufang-i'oiclieii Untersuchiingen dos Verfassers, dals die durch das Koiuh^nsationsvorinügcn seitens der Böden bewirkte "VVassorzui'uhr für die Vegetation ohne Bedeutung ist, weil 1. die- selbe im Vergleich zu dem Wasserbodürfnis der Pflanzen, resp. zu den atmosphärischen Niedersclüägen verschwindend klein ist und sich nur auf die obersten zu tage tretenden Bodenschichten (3 — 5 cm) erstreckt; 2. der Boden selten \md nur vorübergehend in einen solchen Zustand gerät, dafs er füi" die Kondensation von Wasserdampf geoigenschaftet wäre; 3. gerade in Trockenperioden, in welchen eine derartige Anfouclitung des Bodens, wenn überliaupt, einen Nutzen gewälu-en könnte, das Verdi chtmigsvermögen des Erdi-eichs infolge des niedrigen Feuchtigkeitsgehalts der Atmosphäre und der heiTSchenden hohen Temperatm' bedeutend vermindert ist, und unter solchen Verhältnissen von dem in der vorhergehenden Periode kon- densierten Wasser sogar beti-ächtliche Mengen verloren gehen. Die Vorausbestimmung des nächtlichen Temperaturmini- mums, i) Die Kenntnis der zu erwartenden niedi-igsten Nachttemperatm- ist na- mentlich in den Monaten April imd Mai von grofsem Wert. Man darf nicht erwarten, dafs in dieser Beziehmig die CentralsteUen für meteorologische Be- oljaehtungen allen Amorderimgen genügen können, da längst bekannt ist, dafs an Orten mit wenigen Meilen gegenseitiger Entferniuig sein verschiedene Nachtminima auftreten können imd auch in der Tliat meist auftreten. Was man wünschen mufs, sind daher km'ze Eegeln, welche auch den Laien in den Stand setzen, an der Hand einfacher Instnimente das nächtliche Temperatur- nünimiun mit grofser Wahi'sclieinlichlceit vorausbestimmen zu können. In dieser Hinsicht besitzen vdi- schon werts^olle Arbeiten von Lang in München und Kamm er mann in Genf, über welche Köi^pen zu- sammenfassend berichtet. Lang geht von dem einfachen Grundsatz aus: „Nachtfrost tritt nicht ein, wenn der Taupvmkt der Luft über 0^ liegt; Nachtfrost ist dagegen zu befürchten, Avenn der Tanpimkt imter den Ge- frierpimkt sinkt," imd giebt eine kleine Tabelle über diejenige Gröfse der Psychrometerdifferenz und der relativen Feiichtigkeit, welche bei verschie- denen Temperatm-en einem Taupunkt von ^ (oder einer Dampfspannimg von 4,G mm) entspricht. Danach ist Nachtfrost zu ei-warten, wenn bei einer Temperatiu* von 140 120 100 80 60 4« 20 das feuchte Thermometer mit dem trockenen düferiert mindestens um 5,80 4,90 40 3,10 2,30 1,50 0,70 und die relative Feuchtigkeit höchstens beträgt 39 44 50 58 66 75 87 o/^. Dabei ist stillschweigend vorausgesetzt, dafs die Beobachtimg, welche man selbstverständlich in Nachmittags- oder nicht zu späten Abendstimden an- stellen Avird, auch fiu" die kältesten Nachtstimden Giltigkeit habe, und die Dampfspannung in dieser Zeit nicht wesentlichen Änderungen imterworfen sei. Eine nähere Prüfung dieser Voraussetzung hat aber ergeben, dafs der normale Taupimkt zm Zeit des nächtlichen Tempcratiu-minimums im all- Voraus- bestimmung des Tempe- raturmiui- muma. 1) Meteorol. Zeitschr. von Hanu u. Küppen 188G, m. S. 125. forscher XIX. Jahrg., No. 25, 262. Durch Natur- 58 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Temperatur- uuterschied zwischen Stadt und Land. gemeinen im ilai um 1 — 2^ niedriger ist als um 6 Uhr abends. Soll also aus Feuclitigkeitsbestimmimgen am Tage auf die Frostgefalu^ füi- die folgende Nacht gesclüossen werden, so mufs man auf diese Differenz Rücksicht nehmen. Drei weitere Methoden rülu-en von Kammermann her, der geftmden hat, dafs in ungefähr der Hälfte der Fälle das nächtliche ^linimum unter die am Abend bestimmte Temperatiu- des Taupiuilctes herabsinkt. In den sechs Monaten März bis August ist die tiefste Nachttemperatiu" dm-chsclmitt- lich fast genau gleich dem Taupimkt um 9^2 Uhr abends, in den übrigen Monaten erheblich tiefer als dieser. — Das zweite Verfahren beruht auf der Yoraussetzmig, dafs die zu erwartende Änderung nach 10 Ulu* abends bis zum Minimum proportional sei der Änderung vom Maximum bis 10 Ulir abends; für Grenf ist sie dm-chsclmittlich ^/^ der letzterwähnten Änderung. Beide Methoden, obwolü theoretisch gut begründet, leiden namentlich an dem Mangel der späten Beobachtungsstimde und des etwas komplizierten Verfahrens. Die dritte Methode ist zwar rein empmscher ISTatm-, wäre aber ilirer Einfachheit wegen die praktisch werfrv^ollste , falls sie sich bewähren sollte. Kammermann hat nämlich für Genf den Erfalu'ungssatz gefunden, dafs im ]VIittel die Differenz zAvisehen der Angabe des Thermometers mit der feuchten Kugel imd dem nächtlichen IVIinimum wälu-end des ganzen Jalires fast konstant bleibt (zwischen 3,1 und 4,3 O), wälu-end der Unter- schied zA\dschen der Lufttemperatm* imd dem nächtlichen Minimum be- deutenden Schwankungen unterliegt (z^vischen 4,3 und 9,4*^, beidemal für 1 Uhr mittags). Sobald man also im Besitz der nötigen Korrektion ist (füi' Genf im Mittel 4^), kann schon um 1 Ulu- nachmittags auf das zu erwai-tende nächtliche Minimum ebenso sicher geschlossen werden, wie wenn der Taupimkt um 10 Ulu* abends bestimmt worden wäre. Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land, von J. Hann.i) Die mittlere Temperatiu- ist mit seltenen Ausnahmen das ganze Jahr liindiu-ch in der Stadt höher als in deren Umgebimg auf dem Lande. Der Beti-ag dieses Temperatiu:überschusses ist sehr verschieden und schwankt von 1/2 bis 1 ; er ist weniger von der Gröfse der Stadt beeinflufst als von der nächsten Umgebimg der Beobaclitimgsstation. Bei sehr günstiger AufsteUimg der Thermometer in einer Stadt kann er im Jalu-esmittel bis imter ^/^ ^ herabsinken. Die jährliche Periode dieses Temperatunmterscliiedes ist nach den Ort- lichkeiten sein- verscliiedon und hängt von den Straldungseinflüssen ab, denen die Thennometer ausgesetzt sind. Einige Städte zeigen das Maximmn des "Wärmeüberschusses im Sommer, indem bei ihnen die Wärmereflexion der Mauern überwiegt, andere im Wintei', infolge der verminderten Aus- strahlung. Die Nähe der Thermometer an dicken Mauern auf deren Nord- seite kann zur Folge haben, dafs die mittlere Temperatur in der Stadt im Frühjalu" langsamer zu steigen, im Herbst langsamer zu sinken scheint als auf dem Lande, so dafs die Differenz zwischen Stadt- und Landtempe- ratiir im Frühjahr sich verringert, im Herbst wächst. Im allgemeinen ist der Lokaleinflufs der Städte imberechenbar imd wirkt deshalb ganz besonders störend auf die Bem-teilimg der wahren Temperatiu-verhältnissc. 1) Zeitschr. Met. von Hann XX. 12. Atmosphäre. 59 Im täglichen Gange der Temperatur ist die Art dieses Einflnsscs viel übereinstimmender, sofern fast ausnahmslos in den külilercn Tagesstimden der Temperaturunterschied am gröfsten, in der wännsten Tageszeit am kleinsten ist. Desgleichen sind die täglichen Temperatnrminima in der St0 "Ci^ ~CT ~CD ^ ~^ ^ ^ lo l»WOC0O00OCX)O o o o CD h- ihfi.h-'i— 'Cüo^ai— 'CO OtOOrf^rfi'COO-JI-i o p i— i CT! CO OQ ~h-i~^"cD~^'o^lo~^3~Ü1 CD üTcooeoociOtocj ^ qq w w ^ CD h-' o ^ OD "col» I— ' to CO 1-^ 00 00 CO o 5*^ J^ "oo'h* 00 CO O CO H-' CO rfi- LO CO oo tO CO CO C! £L 2 CD 53 to er N tSJ 1— ' H-* 00 ^ CJt 00 l-i ^ CD "co'üi o"tf^ |> pQ cn' CO CO to ;3. ■ g p O W O! H^ h^ P' Ä- 2^ tr !^ P- CD tr O O l-* to 00 B' ö nerde sphorsäur« wcfelsäure seisäure . or eine S] Jt^ JO -^-Pw ^ cd' 'bi'o CD CO • GQ CQ CO "-J tf^ CO •<1 ÜT er 2 o o 00 'bo'h-i >► CO 2. - - CO t 00 > }^ 00 h-^ CO W "üi > O^ CO ^ i»w ^ LO • CO Ci 00 C7I O • O CO ~co~o -<1 td o o pt X I tr I ~H-' ^ "co "bo *ä o OT o hp» S ~o"co'h-i~o H* CD h-» O s CD 02 3 ]5 ES] ■Td 2 tö 1 CJQ H» § 1 CD < o "oo T-O ~C5 "*>- »» *^ rf^ 00 O LO ^ (-1 tSO CO COOTl— 'h-i-^COCOt— 'O To ~co "o ~0 ~G0 ""^5 "Ci "ül "o OOCTIOOI-'OO'OCO H-' H-' CO CO h-'Otf^t-'t-'l— 'I— 'I— 'O ~h-'~tf^^i'bo~co~CH^'o"rf^ h-'OOOOLOtf^Oh-'-Jh-' _CO j 1— k CO 1— ' OT IT) LO o -vj o Pflanze. 71 Asche der Heidelbeere, von R. Hornberger. i) Trockcnsnb- ,/^?^^l'^®' stanz 9,53 "/q In lUOU Teilen Frischsubstanz 1,568 In 1000 Teilen Trockensubstanz KaH 16,39 Natron .... 1,48 Kalk 2,28 Magnesia . . . 1,75 Eisenoxyd . 0,32 Manganoxydiüoxyd 0,59 Phosphorsäm-e . . 4,99 Schwefelsäm-e . . 0,89 Kieselsäiu-e . . . 0,26 Reinasche . . . 28,71 0,141 0,217 0,167 6,030 0,056 0,475 0,085 0,025 2,736 In Prozenten der Eeinasche 57,11 5,10 7,96 6,11 1,12 2,05 17,38 3,11 0,89 Bei 10 Früchten joro Quadratdecimeter (eine mäfsige Ernte) würden pro Jahr nnd Helrtar ca. 5 kg Kali und 1,5 kg Phosphor säiu'e dem Boden entzogen. Asche der Wucherblume (Chrysanthemum segetum), von "^^u^^el-' R. Heinrich. 2) Yon der oberirdischen Pflanze entliielten: biume. KaU Natron Kalk Magnesia Eisenoxj'd u. Thonerde^) Schwefelsäure PhosphorsäiU'C Chlor Kieselsäm'e .... Kohlensäure u. Verlust 1000 Teile Trockensubstanz 19,22 10,39 8,23 6,47 11,14 5,30 8,88 6,11 1,86 36,46 1000 Teüe Reinasche 25,28 13,66 10,82 8,51 14,65 0,97 11,68 8,03 2,21 Hiervon ab füi' Cl. Rohasche ... Reinasche . . . , 113,88 1,38 101,81 1,81 100,00 .... 112,50 .... 70,04 O/o Es wird angenommen, dafs die untersuchte Pflanze sicli nur da ent- wickelt, wo der Boden kalkarm sei. Der betreff'ende Boden, auf welchem Chrysanthemmn ^vmcherte, enthielt 0,045 ^Jq Kalk in der luftti'ocknen Substanz. Asche der wilden Kartoffel von Paraguay, von E. Sclimid ,„'^*'^m®, imd L. Richter.*) Kartoffel. 1) Zeitschr. Forst- u. Jagdwesen 1886, 154. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 487. 2) Landw. Ann. Mecklenb. 1885, No. 24, S. 187. ^) Die Kohasche enthielt 14,3 o/o Sand, wahrscheinhch wurde hierdurch der hohe Gehalt an Eisenoxvd und Thonerde bedingt. *) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 456. 72 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 100 Teile Eeinasche entlüelten : 2^3 FegO CaO MgO KgO P2O5 SO3 SiOo inollen Rhizome Sinir 2,90 3,23 11,20 4,81 3,50 69,33 51,92 12,G2 7,57 4,86 6,33 4,22 7,74 0,93 4,71 4,13 4,16 9,57 Asche von Lallemantia. Zusammen- setzung der Sandwich e. Cl Remasche in der Trockensubstanz Asche von Lallemantia iberica, von L. Richter, i) Proz. Zusammensetzung der Reinasclie (3,63 ^/q der Trockensubstanz). Fe2 03 2,63 CaO 9,94 MgO 10,72 KgO 44,32 NagO 0,99 P2O5 26,73 SO3 3,53 SiOa 0,97 Cl 0,17 Zusammensetzung von Sandwicke, von E. Schmid. 2) Die Pflanzen wuchsen üppig auf lehmigem Sandboden. Es entliielt: 8. vn Bei Beginn der Blüte 16. vn in voller Blüte 29. vn am Ende der Blüte Prisch- subst. % 84,78 4,24 3,14 0,53 4,22 4'56 1,67 Trocken- subst. % 27,86 20,64 3,45 27,72 29,97 11,00 Frisch- subst. "'0 81,00 3,91 3,44 0,69 6,18 6,53 1,69 Trocken- subst. % 20,58 18,10 3,65 32,51 34,35 8,91 die Frisch- die Trocken- substanz Substanz % % Wasser 85,19 — Protein 4,61 31,15 (davon reines Eiweifs) 3,54 23,94 Fett 0,63 4,23 Nfreie Extraktstoffe . 4,20 29,25 Holzfaser .... 3,89 26,26 Reinasche .... 1,49 10,11 Zusammensetzung der Asche der bei Beginn der Blüte geemteten Pflanzen Eisenoxyd u. Thoncrde . 3,13% Kalk 21,54 „ Magnesia 6,81 „ Kau 29,03 „ Natron 0,98 „ Phosphorsäm-e . . . . 11,50 „ Schwefelsäure . . . . 4,89 „ Kieselsäiu-e 8,66 „ Chlor u. Kolüensäui'c . . 13,46 „ 1) Landw. Versuchsst. 1886, XXXni. 456. 2) D. landw. Presse 1886, No. 7. Pflanze. 73 Anbau und Zusammensetzung des Beinwell, von E. Schmid. i) Nacli den Beobachtiuigen des Verfassers wm-de das Futter nur von einer Ziego angenommen. Im trockenen Zustande "wird das Beinwell am meisten verschmäht. Zusammensetzimg im 1. Schnitt (1 G.YI) 2. Sclmitt (1 G. ^T:I) S.Schmtt (IG.IX) frisch ti'ocken frisch trocken frisch trocken Wasser .... 86,92 — 88,10 — 87,95 — Protein .... 3,45 26,39 2,82 23,68 2,74 22,71 davon reines Eiweifs 2,87 21,97 2,57 21,61 2,39 19,88 Nfreie Extraktstoffe. 5,29 40,38 4,72 39,67 5,21 43,19 Holzfaser .... 1,71 13,04 1,67 14,02 1,63 13,53 Reinasche .... 2,21 16,93 2,31 19,44 2,18 18,10 Zusammensetzimg der Eeinasche des 1. Schnitts: Eisenoxyd mid Thonerde. 2,28 0/q Phosphorsäure. . . . 7,67% Kalk 17,74 „ Schwefelsäure .... 1,96 „ Magnesia 3)77 „ Kieselsäiu'c 17,00 „ Kali 36,42 „ Clüor imd Kolüensäiu-e . 11,40 „ Natron 1,76 „ Zusammen- setzung von BeinweU. Yegetation. Referent: C. Kraus. A. Samen, Keimung, Keimprüfung. Einflufs des Feuchtigkeitsgehalts der Rübenknäule auf die Keimkraft der Samen bei längerer Aufbewahrung, von P. Grass- m a n n. ^) Diu-ch Einschichtung zwischen feuchtes Fliefspapier wurden den Knäiden verscliiedene Wassergehalte (von 13,32 o/^ auf 18,20, 24,05, 29,91, 34,55 o/q) gegeben, die Proben in Gläsern luftdicht verschlossen, imd die Keimmig in je lOtägigen Zwischem-äumen festgestellt. 1. Keimprozent von je 100 Samen. Dauer de Einwir- Wasser gohalt 13,32 o/„ 18,20 % 24,05 7o 29,91 7o 34,55 % kung ' ■ ^ ^^ ry ^ ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ^agö keimt fault keimt fault keimt fault keimt fault keimt fault 10 ^ 87,85 4,51 85,79 5,46 84,08 7,92 82,83 10,21 20 85,79 4,67 84,65 5,64 83,07 8,31 80,79 13,39 30 85,24 4,93 83,26 6,36 80,53 12,27 72,57 18,40 40 [ 89,43 2,48 84,45 5,32 79,97 8,97 75,44 15,27 63,74 22,43 50 84,03 5,43 79,62 11,52 74,46 19,98 61,34 22,85 CO 82,25 8,55 74,19 13,53 72,36 20,62 59,02 26,30 70 ^ 82,08 9,05 68,82 21,00 62,89 26,64 46,23 33,34 Die Keimkraft nimmt also rapid ab 1) I). lanchv. Presse 1886, No. 7. 2) Österr. Kübenzuckerzeit. 1886, XXIY. (N. F. XY.) 734. Zeitschr. d. Ter. Eiibenzuckerind. 1886, 102 u. 725. Keimkraft der Rüben- knäule. 74 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, 2. Keimimgsenergie (in Prozenten auf je 100 Samen) d. li. Hervordi-ingen von Keimen iimerhalb der ersten 6 Tage: Dauer der Einwirkung Tage 10 ^ 20 30 40 50 60 70 Nicht zu lange Ein\\irknng höherer Feuchtigkeitsstiifen erhöht die Keimungsenergie, jedenfalls weil liierbei die QueUung des Keims schon beginnt. Bei den obigen Samen nahm bei länger hinaus fortgesetzter Prüfung das Keimprozent folgendermafsen ab : T-. j Wassergehalt Dauer der ^ Wassergehalt 13,32 o/o 18,20 o/c 24,05 % 29,91 % 34,55 o/o 79,85 76,52 74,22 65,35 78,87 63,20 68,19 72,53 76,14 62,14 67,00 71,17 81,91 69,82 62,24 37,74 25,53 68,75 44,33 29,21 19,43 65,75 34,91 25,70 10,04 65,71 21,14 16,99 7,77 ilinwir- 13,32 % 18,20 o/o 24,05 0/, 29,91 o/o 34. 350/0 Inmg ■■ " v ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- ge- Tage keimt fault keimt fault keimt fault keimt fault keimt fault 70 89,43 2,48 82,08 9,05 68,82 21,00 62,89 26,64 46,23 33,34 100 ^ 80,51 10,85 60,87 29,53 13.19 70,40 72,69 133 166 = 200 78,14 13,17 41,57 47,61 6 73,49 75,11 88,73 3,87 75.82 16,24 19,84 60,72 78,82 79,34 73,79 18,04 68,64 82,29 83,27 233 ; 72,58 19,72 72,58 83,76 89,84 Die Keimkraft nimmt erst stetig, dann plötzlich luiYerhältnismäfsig rasch ab. Aus obigem ergiebt sich der "Wert des gründlichen Austrocknens der Saat auf dem Felde imd ilu'er trockenen Aufbewalunmg. Keimung Über die Keimungsverhältnisse von Raphanus Raphanistrum, Kaphanus von F. Schindler, i) nistrum. Die Hedeiichsameu können jahrelang ohne Verlust der Keimfähigkeit im Boden liegen, tun gelegentlich infolge der Bodenbearbeitimg, Nieder- schlagsverhältnisse u. s. w. zur Keimung zu gelangen. An dieser Resistenz hat die Fruchthülle teil, welche den Samen bis zu seiner Keimimg fest mnschliefst. Sie ist knochenhart, prosenchymatisch, dadiu'ch ein wesent- licher Schutz gegen mechanische Eingriffe imd Insektenfrafs. Sie verliin- dert aber den Eintiitt von AVasser und das Aufquellen des Samens niclit, der aber gleichwohl oft lange Zeit nicht in Keimung übergeht. Die Keim- versuche fülirten zu folgenden Resiütaten: 1. Zwischen feuchtes Filti-ier- papier gebrachte Hedericlifrüchte keimten nm' zu einem germgen Prozent- satze (im lyiittel von 6 Proben ca. 23 o/q). Von den Fruchtschalen be- fi'cite Samen keimten rascher imd besser (im Mittel von 3 Proben zu ca. 51 ö/o). 2. In allen Fällen, wo der Versuch im Herbste begann, ergab sich im Verlaufe der Keimung eine deutliche Periodizität, man köimte bei gleich- bleibenden äiil'seren Bedingungen eine Frülijalu'S- und Herbstperiode imter- scheiden. 3. Hedericlifrüchte, in Blumentöpfen im Freien angebaut, keimten in der gleichen Zeit nur zu 8,G ^Jq im Mittel. 4. Früchte, welche über ') Österr. Landw. Wochenbl. 1886, No. 34. Pflanze. 75 Winter in einem Kompost gelagert hatten, keimten, im Frühjalir angebaut, rasclier imd reichliclier als solche, welche in gewöluilicher Erde oder z\vi- schen Filterpai^ier imtergebracht waren (im Mittel zu G7,5 ^Iq). 5. Solche, welche während des Winters in Irischem Schafmist aufbewalui wurden, hatten ilu-e Keimfähiglieit vollliommen verloren. — Das wiederliolte, völlige Austrocknen der im Keimbett liegenden Hederichsamen ^^irkt ungemein tordernd auf die Keimung ein. Anthoxanthum Puelii Locoq et Lamotte, von F. Nobbe. ^) tjfu°^''pyeiii Diese aus Sttdeiu'opa stanmiende einjährige Art war bis 18G0 in Deutsch- land imbekannt, hat sich aber jetzt durch den Samenhandel als Unkraut auf Ackerfeldern selix verbreitet. Der Samen wird massenliaft gesammelt und im Samenhandel verwendet. — Unterschiede zwischen A. odoratiun und Puelii: A. odoratum A. Puelii bis 60 cm hoch, kaum 30 cm hoch, dichter Stock aufrecliter Halme, Stock vei'ästelt mit verwirrten Hahnen, in allen Teilen feiner und dürftiger. Blätter sclimäler, relativ länger, Kispenähi-e dicht, gelbbräxmiich, Kispenälire lockerer, offener, lichter gefärbt, Farbe der Scheinfrüchte kräftig Scheinfrüchte lichter, melu- graubraun. Die braun. Farbeimuance variiert etwas. Das absolute Korngewicht beider ist ziemlich gleich, auch die Spelzenlänge. Die im lufttrockenen Zustande gekniete Granne der tiefsten Spelze hat einen starken, braunen, sclu-aubig gestreiften unteren und einen feineren, lichteren oberen Teil, die etwas küi'zere Granne der zweiten Spelze ist gerade. Länge der tiefsten Spelze (mm) bei mttei Max. Äün. A. odoratum . 7,38 9,30 5,20 A. Puelii . . 9,14 11,00 7,00 Granne der zweiten Spelze: A. odoratum . 4,50 5,60 3,40 A. Puelü . . 5,92 7,00 4,50 Die Spelzenlänge = 100 gesetzt stellte sich im Durchschnitt die Grannenlänge : imterer oberer Gesamt- Teü der Granne gramie bei A. odoratimi . 111,4 124,7 233,5 A. PueHi . . 138,5 160,3 292,3 Ein weiteres Hilfsmittel zm- Erkennung von A. Puelii ist die botani- sehe Analyse der in der Probe auftretenden Unkrautsamen u. dergl. (zer- di-oschene oder verkümmerte Roggenkörner, Kornblume, Windlialm, Feld- kamüle und andere Ackergewächse). Unter A. odoratiun finden sich dagegen Aira flexuosa, Luziü aalbida, campestris, IVIilium effusum, Festuca ovina u. s. w. — • Der relativ geringe Kiüturwert des Puel'schcn Ruchgrases erhellt aus dessen unbedeutender Massenbildimg und der niu- einjährigen Dauer, wenn es auch ebenso Cumarin enthält wie das echte Ruchgras. 1) D. landw. Presse 1886, No. 76. Zu vergl. auch ebenda No. 89. (Bemerkungen von H. Putensen.) 76 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Ozon und Keimung. Methoden zur "Wert- bestimmung des Saat, guts. Ozon und Keiniiing, von A. Vogel, i) Yerscliiedene Samen wiutlen in eine stark niit Ozon beladene Luft unter den übrigen für die Keimnng günstigen Bedingungen gebracht. Das Ozon übte durchaus keinen nachteiligen Einflufs auf den Keimungsvorgang, ob einen fördernden, bleibt vorerst xmentscliieden. Die Samen von Brassica iberifolia, eine neue Verfälschung des weifsen Senfsamens, von C. 0. Harz. 2) Ein neues Fälschungsmittel des weifsen Senfs (durch in- dischen Raps), von H. Steffeck. 3) Anatomie des Baumwollen- und Kopaksamens, von H. v. Bret- feld.4) Beschreibung der Samen von Lallemantia iberica, von L. Richter. 5) Über mikrochemische Prüfungen von Pflanzensamen auf Eiweifskörper, von T. Szymanski.^) Die einheitlichen Methoden der österr.-ungar. Samenkon- trollstationen zur Wertbestimmung des Saatgutes. 7) Die einheitlichen Methoden der österr.-ungar. Samenkontroll- stationen zur AVertbestimmung des Saatgutes, von v. "Weinzierl.8) Die zur Keinnmg zu vei-wendenden Samen müssen einer Diu'chscluiitts- probe entnommen werden. Prinzipiell soU nur eine Keimprobe mit 200 Samen ausgeführt werden, bei schwer keimenden Samen aber eine doppelte. Von Insekten beschädigte Kömer und solche mit nur wenig verletzter Testa sind als gesimd anzusehen. Solche, deren Testa ringsiun aufgesprimgen ist, werden ebenso wäe zerbrochene zu den fremden Bestandteilen gerechnet. Befinden sich imter den Samen einzelne mit zweifelliafter Echtheit, so sind sie zu den identischen zu zälalen. Wenn bei Grassamen in den Ährchen nur ein Samenkorn vorhanden ist, so gilt das Ährchen als ein Samen; ent- hält es mehrere Samen, so ist es in so viele Teile zu zerlegen, als es Samen enthält. AVenn bei der Keimimg 1 — 2 Könier verloren gingen, so sind bei der Berechnimg der Keimfälügkeit blofs die ziu-ückgebliebenen Samen mafsgebend. — Als Keimbett wiu-den bestimmt: Filterimpier (porös, verhältnismäfsig dick), gesiebte Gartenerde, femkörniger und geglühter Quarzsand. Für die Melu^zalil der Samen ist das Filterpapier zu verwenden. Einzelne Samenarten, insbesondere zai^te Gräser, verlangen das natüi'liche Substrat, Erde, als Keimimgsmedium; der ausgeglühte Sand ist zweck- mäfsig für Zucker- imd Futterrüben. Vor der Exposition der Samen in den Keimapparat sollen aUe mit Ausnalmie der Gras-, Bh-ken- und Erlen- samen in Quell Wasser von ca. 15 — 20 ^ C. eingeweicht werden, Getreide- 1) Zeitschr. d. bayr. landw. Ver. 1886, März, S. 200. 2) Zeitschr. d. bayr. landw. Ver. 1886, 83-i. 3) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIU. 411. *) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 472. 5) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 455. 6) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 229. ^) Ergebnisse der I. Konferenz der Vorstände der österr.-ungar. Samenkontroll- stationen zu Budapest im Oktober 1885. Wiener landw. Zeit. 1886, No. 75. (Zu vergl. Mitt. d. k. ung. Ministeriums für Ackerbau, Industrie u. Handel, II. Jahrg., 2. u. 3. Heft. 8) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 76. Pflanze. 77 imd Kleesamcn 12, Waldsamen 24 Stunden. Scliwer queUbare Samen (Ivlccsainen, Lnpinen, Wicken, Akazien u. dergi.) sollen vor dem Einweichen mit heilsem AVasser abgebrüht, Wickensamen mit Glaspapier abgerieben ■werden. Von den nach Beendigung des Keimprozesses nicht angequollenen Samen ist ein Drittel zu den keimfähigen zu rechnen. Als gekeimt werden diejenigen Samen beti-achtet, deren Eadicula 2 mm lang ist; solche, bei denen die Plumula ohne Eadicula ersclieint, haben als keimungsunfähig zu gelten. Die Keimfähigkeit wird im Versuchspi'otokolle in Zehntelprozenten, in dem Certifikate niu' in ganzen Zahlen angegeben. Die Keimfähigkeit des Futter- und ZuckeiTübensamei^s soll dm'ch 2 Zahlen ausgccb-ückt wer- den: die eine giebt die Zalü der gekeimten Knäiüe, die andere die der von 100 Knäulen erhaltenen Keime an. — Die Temperatur ist möglichst auf 18 — 20 C. zu halten, bei gewissen kloinen Samen (Poa, Alopecm-us, Agrostis, Anthoxanthimi, Helens, Alnus, Betula) ist die Temperatiu- täglich diu-ch etwa 6 Stimden auf ca. 28 ^ zu steigern. Als Dauer der Exposition Anuxle besclüossen: bei Geti-eidearten, Klee- und Kohlarten, Leindotter, Timothy gras 10, Eübonsamen, engl, imd franz. Eaygras 14, anderen Grä- sem 21, Samen von Nadel- imd Laubhölzern 28 Tage. — Die Latitude darf bei der Keimfälügkeit 5, bei der Eeinlieit 2 ^Jq (bei Grassamen 5 %) nicht übersteigen. — Der Gebrauchswert ist im Certifikate nicht anzugeben. — Die Thätigkeit der Samenkonti-ollstationen soll ausgedelmt werden: 1. auf botanische Heuanalysen, 2. niila-oskopische Untersuchimg landw. wichtiger vegetabilischer Eohstoffe, 3. Bestimmungen zweifelliafter Kultiu'- und schäd- licher ITnla-autpflanzen, 4. komplette Braugersteimtersuchimgen (Keimfähig- keit, Keimungsenergie, Korngewicht, Melüigkeit, Spelzengewicht). Samenkontrolle der Versuchsstelle zu Marburg im J. 1885.1) flf^'g^^^l. Von 53 Eotklecproben waren 19 seidehaltig und zwar meist selir kontroue. reich an Seide; Keimfähigkeit des Eotklees zwischen G8 und 88 ^/q. Die 15 Luzemeproben waren seidefi-ei; Keimfälügkeit ( 36—970/0. Die Gras Samen keimten zu: Lolium perenne . . 77- -91 o/q. „ itaücum . . 32 u 72 „ Holcus lanatus . 31 „ Agrostis stolonifera . 76 „ Avena elatior Dactylis glomerata . . 57 „ 80 „ . je 1 Probe. Festuca rabra . . . 41 „ Phleum pratense . . 98 „ Zweiter Bericht über die Thätigkeit der Grofsh. badisclien pflanzen- ]ihysiolog. Versuchsanstalt zu Kai-lsruhe im Jalu-e 1885. Von L. Just. Karlsnüie 1886. 72 S. Neuer Keimapparat, von V. Th. Magerstein. 2) Derselbe besteht aus einem flachen, cj^lindrischen Gefäfse aus Zimi- blech, 26 cm Dm-clmicsser, 6 cm Höhe. Dicht über dem Boden ist ein Zuflufsrohr, welches durch einen Kautschuksclüauch mit einem Wasser- behälter in Verbindung steht. 3 cm über dem Boden ist gegenüber diesem Keim- apparat ^) Landw. Zeit. u. Anzeiger. Cassel 1886, No. 16. 2) Österr. landw. Wochenbl. 1886, No. 5. Wiener landw. Zeit. 1886. No. 31. 78 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Zufliifs- ein Abflufsrolu-. 1 cm über dem Boden des Gefäfses sind Stützen, auf welchen ein 1 ^2 cm hohes Gefal's von Blech mit dm'clilöchertem Boden, 25 cm Diu'clmiesser, liegt. Der Boden dieses Blechs wii-d mit Spodiima bedeckt, darauf folgt die ^/^ cm hohe Keimplatte aus porösem Thon, mit 100 flachen A^ertiefimgen ziun Einlegen der Körner. In der Höhe des oberen Eandes der Keimplatte hat die Wand des äufseren Gefäfses Öff- nimgen zimi Eindringen der Luft. Obenauf liegt ein Blechdeckel, der in der jyiitte in einer Öffnung einen Kork in freier resp. mit Thermometer versehener Bohrung trägt. Neue Keimapparate, von M. HoUrung. i) ChlorophyU- funktion. ChlorophyU- thätiRkeit im ultra- violetteu Dunkel. B. Assimilation und Stoffwechsel. Beiträge zur Kenntnis der Chlorophyllfunktion, von A. Na- gamatz. ^) 1. Können Blätter von Landpflanzen unter "Wasser assimi- lieren? Die Blätter verhalten sich in kohlensäurehaltigem Wasser verschieden, je nachdem sie vom Wasser benetzt oder mit einer Luftschicht bedeckt bleiben. Die letzteren büden viel, die ersteren keine Stärke. 2. Hat das durch ein assimilierendes Blatt hindurchgegan- gene Licht noch die Kraft, in einem zweiten Blatt Assimilation zu bewirken? Die geringe Dicke der ClilorojDhylL führenden Scliichten in Blättern und anderen assimilierenden Organen, dann die Erfahi'ung, dafs das dm'cli reiae Clilorophylllösmig gegangene Licht nur* in selu' geringem Grade die Fähigkeit besitzt, die Blätter von Wasserpflanzen zm^ Sauerstoffausscheidmag zu vei-anlassen, läfst erwarten, dafs die gestellte Frage verneinend zu be- antworten seta wii-d; der dü-ekte Versuch ergiebt, dafs schon clilorophyU- haltige Gewebescliichten von weniger als 0,2 mm Dicke im stände sind, die Assimilationskraft der Sonnenstralilen vollständig zu erschöpfen. 3. Einflufs des Welkens auf die Stärkebildvmg durch Assi- milation. Gewelkte Blätter erzeugen keine Stärke. Die Thätigkeit des Chlorophylls im ultravioletten Dunkel, von G. Bonnier imd L. Mangie. 3) Die Verfasser prüften, ob die Thätigkeit des Chlorophylls auch im ultravioletten Dunkel, imter dem Eiaflusse der Absorption dieser Stralilen, vor sich geht. Die gTöfste Schwierigkeit stellen die Atmmigsersclieinungen im Dunkeln bei dieser Pritfmig entgegen, indem sie geeignet sind, die Thätigkeit des Chlorophylls zu verdecken. Nach den Untersuchungen der Verfasser ist das Verhältnis der ausgeatmeten Kolüensäm'e zum absorbierten Sauerstoff unabhängig von der Natur der die Pflanze treffenden Stralüen, wälirend lüervon die Thätigkeit des Chlorophylls unmittelbar abhängt. Tritt CO demnach eine Änderung ia dem Werte des Quotienten -— -^ im ultravioletten O2 1) Zeitschr. ges. Brauwesen, 1885, No. 5, 102. Centr.-Bl. Agrik. 188G, IX. 636. 2) Würzburger Diss. Würzburg 188G. 3) Compt. rend. 1886. CH. 123. Centr.-Bl. Agrik. ]886, XVI. 314. Pflanze. 79 Dimkel ein, so kann nian sclilielsen, dafs das Chlorophyll eine Thätigkoit äulsei-t, und zwar muls der Wert, da die Chlorophyllthätigkeit in Kolilen- säiu-ezersetzimg besteht, zunehmen. Die Versuche ergaben das letztere Resultat : im gewöhnlichen Dunkel im ultravioletten Dunkel Picea excelsa 0,73 Sarothamnus scoparius 0,GG Pinus silvestris 0,85 Erica cinerea 0,81 Hex aquifolimn 0,76 1,05 0,84 0,99 0,99 0,9G Hiernach würde auch ini ultravioletten Dunkel Clüorophyllthätigkeit vor sich gehen. Das Chlorophyll und die Reduktion der Kohlensäure durch die Gewächse, von C. Timiriazeff. i) Eine allcoholische Chlorophylllösung mit naszierendeni Wasserstoff vorsichtig behandelt liefert ein strohgelbes Reduktionsprodukt, wenn die Lösung dünn ist, und in konzentrierter Lösung ein braimrotes, das bei Lampenlicht rubinrot aussieht. Die reduzierte Substanz hat ein deutliches Spekti-imi, welches liauptsäclüich dm-ch die Abwesenheit des Bandes I im Rot charakterisiert ist. Dieses Band wurde bisher als unveränderliches Kennzeichen aller Derivate des Chlorophylls betrachtet. Eine andere Eigen- tümliclikeit dieses Spekti-ums ist eia breites Band an der Stelle des Bandes n und der beiden Intervalle zwischen den Absorptionsbändem I u. n und z^\^schen ni u. IV des Chlorophyllspektnmis. Die in Rede stehende Sub- stanz oxydiert sich an der Luft sehr sclmell und büdet wieder Chlorophyll. Offenbar hat man es mit einem Körper zu thun, der analog demjenigen ist, der in der Pflanze existieren mufs, da z. B. etiolierte Pflanzen sich niu' auf Kosten des Sauerstoffs der Luft gxün färben. Verfasser spricht ihn als ein Reduktionsprodiüvt des grünen Prinzips im Clilorophj^U an und nennt ilm Protophyllin. Dessen Lösung kann nur im zugesclmiolzenen Rohr aufbewalu't werden, aber auch darin färbt sie sich im Sonnenlicht rasch grün, wenn Kohlensäure zugegen ist, wälu-end im Dimkeln aufbe- walu't, die Farbe imd das charakteristische Spektiiun der Lösmig unver- ändert bleibt. Enthält das Rolu' Wasserstoff statt Kohlensäm-e, so ruft das Licht keine Änderimg hervor. Ob in jenem Falle die Oxydation auf Kosten der Kohlensäure stattfand, ist imgemfs, da das in der Röhi-e blei- bende Gas nicht imtersucht wurde. — Da eine Verändenmg imd zwar Oxydation des Clilorophylls sicli im Spekti'um dm'cli AufheUiuig der beiden InteiTaUe (zwischen den Bändern I u. IE u. m u. IV) zu erkennen giebt, so meüit Verfasser, dafs das Protophyllin den ' Unterschied zwischen dem Spektrum des fi-isch extraliierten und des dm'ch Oxydation veränderten CldoropliyUs verursacht. Denn gerade an der Stelle jener beiden Inter- valle hat das Protophyllin ein breites Absorptionsband, und dieses wüixle sich mit Zerstönmg oder Oxydation des ProtophyUins aufhellen. Photometrische Untersuchungen über die Absorption des Lichts in den Assimilationsorganen, von J. Reinke.2) Funktion des Chloro- phyUs. Absorption des Lichts iu den Assi- milations- orgauen. J) Compt. rencl. 188G, CH. 1886, 686; durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI, 375. 2) Bot. Zeit. 1886, No. 9—14. 80 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Beduktiou iler Kohlen säure in den Pflanzen. Die Abliandlimg bezieht sieh auf die Methoden der Bestimmung der Absorptionsspektren gefärbter Pflanzenteile luid giebt Beol\iehtimgen über derartige Spekti-en selbst. "Wir entnelimen liier der Abliandlimg die Vor- stellung, welche sich Verfasser vom Aufti-eten der Assimilationspigmente im lebenden Plasma imd deren Tliätigkeit im Assimilationsprozesse ge- bildet hat: Als Chlorophyll ist eine in den lebenden Clu'omatophoren enthaltene Verbindung von sehr hohem Molekulargewicht zu bezeicluien, ■welche aus einem farblosen, zu den Proteinkörpern zählenden und einem farbigen Atomkomplex besteht, die locker zusammenhängen. Der farbige Komplex gliedei't sich in einen grünen imd einen gelben Teil. Bei der Assimilation lagert sich CO3 Hg der Eiweifsgi-uppe in lockerer Bindung an. Die Atome der Eiweifsgnippe werden durch einfallendes Licht in Vibra- tionen versetzt, die zm' Zertrümmerung von CO3 Hg imd Ausscheidung von O2 füliren, die liiezu erforderliche Intensität aber erst durch die Absorption der Pigmentgruppen erhalten. Bei Abtötung der Zellen erleidet das Chloro- phyllmolekiü diux-h Zerfall in die farblose und in die farbige Atomgruppe eine Veränderimg. Älmlich könnten das Phäophj^ll (der braimen) imd das Rhodophyll (der roten Assünüationsorgane) aus einer Eiweifsgruppe und farbigen Bestandteilen zusammengesetzt sein. Über Reduktion der Kohlensäure im pflanzlichen Organis- mus, von H. Putz. 1) Verfasser stellt als Hyiiothese auf, dafs Kolüensäiu'e in der Zelle diu'ch elektrische Ströme, welche dm-ch Lichtwöi-kung entständen, auf indii-ektem "Wege zerlegt würde, nämlich Wasser imd Salze würden zersetzt, wähi-end der liierdui'ch gelieferte "Wasserstoif das reduzierende Agens bildete. Die mit Chlorophyll ausgestattete Zelle wäre als ein photoelektrisches System anzusprechen. Über Bildung von Stärkekörnern in den Laubblättern aus den¥iättern Zuckcrarten, Mannit und Glycerin, von A. Meyer. 2) arten u.°8.wl Nachdem von Böhm nachgewiesen war, dafs entstärkte Blätter auf Zuckerlösungen bestimmter Konzentration gelegt, den Zucker aufnehmen imd daraus Stärke bilden, imtersiichte Verfasser das Stärkebüdungsvermögen für versclüedene Stoffe. Von Blättern, die an der Pflanze durch andau- ernde Verdunkelimg entstärkt worden waren, wiu-den Flächenstücke von 4 bis 6 cm2 mit ilirer Oberseite auf die Lösungen aufgelegt und vor Licht und Staub geschützt bei 15 ^ stehen gelassen, nach einiger Zeit abgehoben und auf Stärke geprüft. Aus reinen Gtykosen (Dextrose, Läviüose, Galaktose) vermochten zwar nicht alle, aber doch einige der untersuchten Arten Stärke zu bilden. Fast alle Blätter bildeten auf einer zehniorozentigcn Lösung von Lävulose reiclüich, auf einer Lösung von Dextrose verliältnis- mäfsig wenig Stärke, niu- wenige Blätter erzeugten auf Galaktose Stärke. Diejenigen Pflanzen, in deren Zellen gewisse Zuckerarten vorkommen, zeigten sich auch besonders befähigt, aus diesen Stärke zu biklen. Auf Rohrzucker bildeten die meisten Blätter Stärke, \äelleicht hatte aber in diesen Fällen vor der Aufnalime des Rohrzuckers eine Inversion desselben stattgefunden. Blätter von Beta nelimen Rohrzucker als solchen auf. Die- Stärke- bildung in 1) Chem. Centr.-Bl. 1886, No. 41, durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XI. 791. 2) Bot. Zeit. 1886, No. 5, 6, 7, 8. Pflanze. 81 jenigon Blätter, welche aiif Rolu'zucker Stärke gebildet hatten, erzeugten keine Spur davon auf Lösimgen von Milchzucker. Auf Lösungen von Maltose bildeten Blätter von Beta und SjTinga nur Spuren von Stärke, während diese reichlich in Blattstücken von Dalüia entstand. Auf Raffinose entstand keine Spiu" Stärke. Die Blätter aller Oleaceon, von welchen be- kannt ist, dal's sie ^lannit enthalten, bildeten auf Lösungen von Mannit reichlich Stärke, wählend die Blätter anderer Ptlanzen stärkefrei blieben. Auf Diücit bildeten iiiu- die Blätter einer Pflanze reichlich Stärke. IVIit Er}i;lu'it wauxle kein positives Resultat erzielt, dagegen bildeten die Blätter weniger Kompositen mit Grlycerin Spuren von Stärke, reiclilich jene von Cacalia suaveolens. — In den Versuchen von E. Laurent bildete sich Stärke in stärkefreien Kartoffelsprossen, deren unteres Ende in Saccharose, Glykose mid Glyccrin tauchten; nicht in IjcJsungcn von Essigsäiu-e, Oxal- säure, WeinsäTU'e, Dextrin, Tannin. Über die Ungleichheiten in der Zusammensetzung der Gase zusammen- ° o '-' Setzung der in den Blättern, die sich in Luft befinden, von S. Peyron. ^) Gasein Es soUte die Zusammensetzung der im Parenchym imd in den Lücke]i blättern, der Blätter enthaltenen Luft ermittelt werden. Die jungen Blätter entliielten stets weniger freien Sauerstoff als die ausgewachsenen und diese weniger als etiolierte Blätter; dafür war um so mehr Kolilensäiu-e vorhanden. Blätter, die sich im Dunkeln befimden hatten, enthielten stets mein- Sauer- stoff als solche von Pflanzen, die sich im vollen Licht entwickelt hatten. Die Farbe der Blätter übt auf iliren Gasinhalt keinen Einilufs aus. — Es scheint am Tage zwei Zeiten zu geben, zu Avelchen der freie Sauerstoff im ]VIinimmn vorhanden ist imd wahrscheinlich die Thätigkeit des Proto- plasmas ein Maximum hat, morgens 8 bis 10 ülu- imd abends zwischen 4 luid 5^2 ^r- ^6^ Sauerstoff ist im Maximum vorhanden von 11 V2 ^is 3 Uhr, walu'scheinhch entsprechend der gröfsten Intensität des Tageslichts. Über die Atmung der Pflanzen, von G. Bonnier u. L. Man"-in.2) Atmung der ° ' o / pflanzen. Ein Hauptge%\'icht bei ihrer Untersuchung legten die Verfasser auf die Bearbeitimg der Frage, ob überhaupt mid unter Avelchen Bedingimgen zwischen dem Volumen des eingeatmeten Sauerstoffs und der ausgeatmeten Kolüensäiu-e ein bestimmtes Verhältnis herrscht. Die Versuche zeigten, CO2 dafs das Volumverhältnis für dieselbe Pflanze in einem gegebenen Momente eine selir konstante Gröfse ist, welche bei sonst sich gleich- Ijleibenden anderen Bedingungen in sehr weiten Grenzen imverändert bleibt, in welchem Mengenverhältnisse auch die Gase in der Luft vorhanden sind. Ebenso wird mit verschiedener Höhe der Temperatm- zwischen ^ imd 36^ C. das Verhältnis nicht geändert, ebenso ist es dasselbe, ob die Pflanzen im Dimkebi gehalten oder mit Licht verscliiedener Intensität beleuchtet werden. Dagegen variiert der Quotient bei derselben Pflanze mit der aU- mälilichen Entwickelimg. Wälu-end der Keimimg wird im allgemeinen ein gi'öfseres Volum Sauerstoff aufgenommen, als Kohlensäure ausgeatmet -«drd, später wird der Quotient allmälüich gröfser, zur Blütezeit en-eicht er sein Maximum, lun gegen den Herbst hin wieder abzmiehmen. Für Tabak z. B. 1) Compt. rend. 1885, CI. 1023; durch Centr.-Bl. Ägrik. 188G, XYl. 314. 2) Ann. nat. Bot. IL S. 4, durch Naturforscher 1886, No. 14. Jatureabericht 1886. 6 82 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Atmung der Blätter im Dunkelu. Sai'.erstoff- bedUrfnis der Bakterien. sind die entsprecliendeii Zahlen 0,58 im Frühjahr, 0,87 (füi' die Blätter), 0,92 (für die jiuigen Fi-üchte) im Sommer, 0,73 (für die Blätter) anfangs November. Bei Pflanzen mit immergrünen Blättern erreicht der Quotient sein Maximum im Frühjahr. — Mit dem Steigen der Temperatin whtl melu' Sauerstoff eingeatmet mid Kohlensäure abgegeben, wie bekannt, ohne dafs ein Temperatiu'optimum existiert, die Atmimg steigert sich bis zu dem Momente, wo durch zu hohe Temperatiu' der Tod der Pflanze eintiitt. Nimmt die Feuchtigkeit der umgebenden Luft zu, so steigex-t sich die Atmimg. Beleuchtiuig setzt die Atmung gegenüber der Dunkelheit herab, rot und gelb melir als blau und -sdolett. Untersuchungen über die Respiration der Blätter im Dun- keln, von P. P. Deherain und L. Maquenne. ^) Verfasser stellten sich zur Aufgabe, zur exakten Einnittehmg des Gras- wechsels der Pflanzen, des Verhältnisses zwischen absorbiertem Sauerstoff und abgegebener Kohlensäm-e, durch vorgängige genaue Pi-üfung der anzu- wendenden Methoden zu gelangen. IMit Ausbildung und Prüfung dieser beschäftigt sich die vorliegende Abhandlmig vorzugsweise, aufserdem ent- hält dieselbe zahlreiche kritische Ausfüluimgen gegen die Untersuchungen Co von Bonnier und Mangln, welche gleiclifalls das Verhältnis -— ^ zu er- mittehi versucht hatten. Die Verfasser benutzten 1. die Methode des luft- leeren Raums. Die Gase der Versuchsblätter werden bei Begiiin des Ver- suchs ausgepumpt ; nach dem Verweüen der Blätter in einem abgesperrten Luftv^olumen wird das Auspmnpen wiederholt und die Zusammensetzimg der dm'cli die Atmimg veränderten Luft bestimmt. 2. Die Kompensations- methode. Die Blätter befinden sich in einem Gasbeliälter, dem von Zeit zu Zeit Luftproben zur Analyse entnommen werden, wälirend von aufsen wieder normale Luft zum Ersatz des entzogenen Luftvolums eintreten kann. CO Die Verfasser geben die folgenden Sätze: 1. das Verhältnis — - ist unabhängig von der Dauer des Aufenthalts der Blätter im Dunkeln. 2. Es ist in selir weiten Grenzen imabhängig von dem Partiärdruck des Sauer- stoffs und der Kohlensäure in der umgebenden Atmosphäre. 3. Es wächst mit der Temperatiu-. Ln Mittel ergab sicli: Evonjinus europaeus Pinus silvestris Pinus austriaca Temperatur CO2 0, 350 1,20 1,07 350 1,05 0,92 350 Qo 1,0G 0,88 CO, 4. Das Verhältnis - ^ überschreitet gewülmlich die Einheit. O2 Beiträge zur Kenntnis des Sauerstoffbedürfnisses der Bak- terien, von G. Liborius. ^) Man kann inbezug auf das Sauerstoffbedüi'fuis unter den Bakterien drei Klassen untersclieiden : 1. Obligate AnaeroVjien, welche für alle Lebens- fimktionen auf die Abwesenheit von Sauerstofl' angewiesen sind. Einige 1) Ann. agron. 1886. XU. No. 4, 145. 2) Zeitschr. Hygiene. 188Ö, I. 115. Pflanze. 83 von diesen erregen Gänmg, andere vermehren sicli ohne Gärung. Sauer- stoffzufiihr sistiert alle Lebensäiü'sernngen dieser Bakterien. 2. Obligate Aerobien, welche unter allen Umständen reicher Sauerstotfzufiüir bedüifen. 3. Fakultative Anaerobien, die für gewölmlicli auf Sauerstoffzufuhr ange- ■svicscn sind, bei reichlichen Sauerstotfmengen am ki'äftigston vegetieren. Dieselben können auch bei vollständiger Sauerstoilentziolumg noch eine be- trächtliche Konsumtion des Nährmaterials imd eine bedeutende Vermelu'ung leisten, wenn auch bei Bcsclu-änkung des Sauerstoffzutritts eine Verlang- samung ilires Wachstimis eintritt. Über die Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von Berthelot und Oxalsäure , in den Andre. ') pflanzen. Die Bestimmimg gesclüeht nach einer neuen Methode. 1. Chenopodimn Quinoa enthielt Oxalsäiu-e in Prozenten der Trocken- substanz (Saft nahezu neutral): 12. Juni 17. JuH löslich uülöslich zusammen lösHch milöslich zusammen "VVm'zel 0,98 1,80 2,78 1,00 0,45 1,45 Stengel . . . 0,88 2,76 3,64 0,53 3,16 3,69 Blätter. . . . 4,12 0,62 4,74 5,44 7,37 12,81 Blütenstand . . — — 4,29 4,56 2,42 6,98 Ganze Pflanze . 2,25 4,02 2,10 3,09 5,79 2. Amai-anthus caudatus am 18. Jmii: "Wiu'zel 0,61 3,65 3,76 Stengel . . . — 6,97 0,97 Blätter. . . . 0,53 5,86 6,39 Blütenstand . . 0,42 1,75 2,17 Ganze Pflanze . 0,35 5,51 5,86 In dieser Pflanze, welche zugleich Nitrate enthält, sind die letzteren anders verteilt als die Oxalate; die Nitrate sind im Stengel angehäuft. 3. Mesembrj^anthemiun am 18. Mai: gar nicht sauer; am 9. Jimi: ebenso; ain 8. Juli: Saft sauer. 9. Juni 8. Jul i löslich unlöslich zusammen löslich unlöslich zusammen Wiurzel .... — — — 1,44 1,60 3,04 Stengel u. Blätter 7,89 1,61 9,48 — — — Stengel ... — — — 1,41 1,66 3,07 Blätter. ... — — — 5,91 3,33 9,24 Ganze Pflanze . — — — 4,37 1,99 6,36 Die Blätter bilden den Hauptsitz der freien Säure (Acidität in den Wurzeln 0, im Stengel 0,37%, in den Blättern 2,03 o/^.) 4. Rumex acetosa am 20. Jmii: Oxalsäure löslich unlöslich zusammen Wurzel Spm^ 4,25 4,25 Blattstiele und Nerven. 2,30 8,03 10,33 Blattflächen .... 6,70 5,37 12,07 Ganze Pflanze . . . 4,31 5,97 10,28 1) Compt. rend. 1885, CI. 354. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 261. 6* 84 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Acidität: Wiu-zelii 0,75. Blattstiele 5,78. Blattflächen 5,41. Dieser Säuretiti'e entspricht nicht dem der löslichen Oxalate und übeiii'ifft ihn in den AViu'zeln und Blattstielen. Dieser Umstand zeigt das Vorhandensein anderer Säiu-en, namentlich in den Blattstielen an. Oxalsäure Über die Bildung der Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von 111 den Pflanzen. Bcrtlielot imd Andre. 1) Die Oxalsäiu'e wiuxle diu'ch alle Entwickelungszustände bei folgenden Pflanzen verfolgt: Chenopodium quinoa, Amaranthus caudatus, Mesembryan- themum cristallinum , Rmnex acetosa. Der Saft von Rimiex ist mu' stark sauer, jener von ilesembryanthemum ist besonders wässerig imd anfangs neutral, ^viY([ aber im Verlaufe der Vegetation sauer. In Chenopodium mid Amaranthus ist der Saft nicht oder nur schwach sauer. Ebenso ist die Verteilung der löslichen und milöslichen Oxalate in den genannten Pflanzen verschieden: die imlöslichen herrschen jederzeit und in allen Teilen von Amaranthus vor, während in Mesembryanthemum fast aUe Oxalsäm-e am Ende der Vegetation in löslicher Form vorhanden ist; bei allen 4 Pflanzen sind die Oxalate, aufserdem stets im Blatte im Überschufs vorhanden, wo sie sich zu bilden scheinen. Den speziellen Angaben entnehmen wir folgendes : 1. Eumex acetosa. Samen: 0,05 <^/q Oxalsäure in der Trockensubstanz. 5. Juni. Ein junger Sprofs entlüelt 5,1 % lösliche, 8,8 % unlösliche Oxalsäure (Oxalsäm^e ^/^ des Trockengewichts der Pflanze). 2G. Juni. Eine Pflanze enthielt 3,G8 % freie Säure, 4,31 % lösliche, 5,97 % TO"dösliche Oxalsäm^e (^/j,, des Trockengew. der Pflanze). In der Wiu'zel befinden sich fast nm' milösliche Oxalate, ebenso sehr vielfach in den Blattstielen. 27. September. Einige Stengel sind im Sommer geschofst. Ln IVIittel von 14 Pflanzen 1,G5 % Oxalsäure in löslicher, 1,51 % in unlös- licher Foim. Das absolute Gewicht der Oxalsäure ist aber noch immer gestiegen. Die Wurzeln enthalten fast nm' nocli unlösliche Oxalate, im Blattsaume mid noch mehr in den Stielen herrschen jetzt die Icisliclien vor. 20. Oktober. Der Stickstoff fand sich in den Blättern zu 4,17 *^/o der Trockensubstanz. Die reichliche Bildung stickstoffhaltiger Stoffe in den Blättern soll zur Bildung der Oxalsäm-e in Beziehung stehen. 2. Amaranthus caudatus. 18. Jmii (Hervorti'eten des Blütenstandes). Eine Pflanze enthielt 0,35 % lösliche mid 5,51 ^Jq der Trockensubstanz unlösliche Oxalsäiu'e. Die Nitrate und Oxalate sind in der Pflanze verscliieden verteilt. Im Stengel kommen ilire Mengen einander gleich, in den Blättern imd Blüten, wo die Nitrate verschwinden, sind die Oxalate stark vertreten. 24. Juli. Eine Pflanze enthielt 0,31 o/o lösHche imd 5,23 % iiiüös- liche Oxalsäure. Die Säure liat fast proportional dem Gewichte der Pflanze zugenommen. 17. September (Blüte sehr entwickelt). 0,28% lösliche, 4,38 ^/q un- lösliche Oxalsäure. Die Oxalsäure ist ein wenig vermindert. Wäh- 1) Compt. rend. 1886, CH. 995 u. 1043. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 544. Pflanze. reiicl der Blütezeit scheint die Oxalsäm-e aufzidiören, sich zu bilden, sie ist fast ganz in nnlösliclicr Form vorhanden und am stärlcsten in den Blättern vorti-etcn. 3. Chenopodium (|\iinoa. 18. Mai. Eine trockene Pflanze enthält 1,21% lösliche, 2,69% mi- lösliche Oxalsäure. 12. Jmii. Die Oxalsäure hat proportional dem Gewicht der Pflanze zugenommen, ist zur Hälfte als lösliches Salz vorlianden, aber sehr imgleich verteilt. Absolut am meisten findet sich im Blatte, daim folgen Stengel, Wurzeln, zuletzt die Blüten. Im Prozent-Gehalte unterscheiden sich diese Organe nicht viel von einander. Lös- liche Oxalate sind hauptsächlicli in den Blättern vertreten (7/g der Gesamtsäure) , wälu'end im Stengel mehr die unlöslichen (^j^ der Gesamtsäure) sich finden. Die Oxalsäm-e bildet sicli hauptsächlich im Blatte, wälu-end die Basen, welche wie der Kalk fähig sind, imlösliche Oxalate zu bilden, dm-ch die Wm-zel aus dem Boden in Form löslicher Salze gezogen werden und aUmählich in die verschiedenen Pflanzenteile dringen. 17. Jidi. Blütezeit. Die Oxalsäm-e ist auf nngefälu- das Fünf zigfache vermehrt, der Prozent- Gehalt hat um die Hälfte zugenommen. Die Wurzeln enthalten 1,45, die Stengel 3,69, die Blätter 12,81, die Blüten 6,98 ^Jq. Der Gehalt an löslichen Oxalaten steigt vom Stengel nach den Blättern und Blüten hin. 14. September. Blätter gelb, Stengel trocken, Frucht bildmig vorge- sclu'itten. Die saure Eeaktion ist nicht merkhch. Die Oxalsäure hat absolut und proz. abgenommen (0,84 ^Jq löshche, 2,84 % un- lösliche Oxalsäure). Absolut am meisten enthalten die Blüten, dami die Stengel, proz. am meisten die Blätter. Der Gehalt an unlöslichen Oxalaten ist stark vermehrt. 4. Mesembryanthemum cristaUinum. Aus dem Samen liefsen sich keine Oxalate abscheiden. 18. Mai. Acidität nicht bemerklich. 9. Juni. Acidität kaum morldich. 7,9 ^/q lösliche, 1,6 % unlösliche Oxalsäiu:e. 8. Juli. Saft der Stengel und Blätter, niclit der Wvu'zehi, sauer. Lös- liche Oxalsäm-e 4,4, mü()sliche 2,0 ^/q. In den Blättern vorxWegend löshclie Oxalate und freie Sänre. 23. September. Saftreaktion ebenso. Es sind fast nur noch lösliche Oxalate vorhanden. Über die Absorption der Rüben wurzeln während des Wachs- Absorption -TT T 1 i\ der Rübeu- tums, von H. Leplay. *) wurzein Verfasser behauptet, dafs die Oxalsäuren, apfelsauren und ander- YvaJhstumr weit igen organischsam-en Calcium- und Kaliumsalze der Rüben aus aufge- nommenen Karbonaten dieser Metalle dm-ch einen Reduktionsprozefs ent- ständen. Um dies zu erweisen, ^\nu'den Rüben in ausgeglühtem, mit Cal- ciundvarbonat imd -phosphat, sowie Calciumsidfat , gemischtem Sande er- 1) Öster. Kübenzuckerzeit. 188G, (XXIV.) N. F. XV. Oktoberh. S. 656. Auch Scheibler's Neue Zeitschr. Kübenzuckerind. 1886, (XVn.) S. 29. 86 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. zogen imd mit Kolüensäiu-e, Kalimn- imd Ammoninmbikarbonat, sowie Gips enthalteudem Wasser begossen. Der erwähnte Scliliifs ergiebt sieh für den Verfasser daraus, dafs diese Rüben eine gröfsere Menge organischer Säuren enthielten als Rüben, welche in nicht besonders vorbereitetem Kalk- boden gewachsen waren. Über die Bedeutung der organischen Säuren für den Lebens- prozefs der Pflanzen, von 0. Warburg, i) Assimilation Die Assimilation des Asparagins durch die Pflanze, von Asparagins. P. Baessler. ^) Jimge Maispflänzchen wwden in eine folgendermafsen zusammengesetzte Lösung gesetzt: 4 Mol. Clilorkalium 0,2960 1 „ Chlorcalciimi 0,1109 1 „ Tricalciumphosphat 0,3079 1 „ Magnesiumsulfat 0,1192 Monokaliumphosphat 0,1330 Eisenphosphat 0,0330 1,0000 Die Lösung erliielt einen Zusatz von 0,4 g Asparagin pro Liter. Die KontroUpflanzen vegetierten in Tharander Normallösung. Schon nach einem Tage ti-übte sich die asparaginhaltige Lösimg, es traten reichlich Bakterien auf, Ammoniakbildimg, später auch Schwefel- wasserstoff unter Abscheidimg von Schwefeleisen, trotz wiederholten Um- setzens gingen die Pflanzen sclüiefslich zu gründe, da es nicht mögLLcli war, die mit schleimartiger Substanz umhüllten Wurzeln nachhaltig zu reinigen. AVeitere Kiütiu-en mit mu' 0,2 g Asparagin pro Liter hatten erst besseren Erfolg, scliliefsKch stellten sich auch Mer Wurzelerla-ankungen ein imd die Pflanzen starben ab. Nach mikroskopischer Untersuchimg strotzten die jüngsten Blätter der erkrankten Pflanzen von Asparagin. Die Asparaginpflanzen hatten gegen- über den normalerzogenen Maispflanzen nur den zehnten Teil an Trocken- substanz imd sehr hohen Stickstoffgehalt. In Prozenten der Trockensub- stanz lieferten: . ■ „ at ™ i a Asparaginpflanzen Normalptlanzen 1. Reihe 2. Reihe 1. Reihe 2. Reihe Gesamtstickstoff 3,71 3,50 1,00 1,85 davon in Eiweifs 2,42 2,85 0,75 1,31 in Amidosäm-eamid ...0,1378 — — — in Amidsäure 0,1258 — — — Aus diesen Zalilen erheUt, dafs eine Verarbeitung des aufgenommenen Stickstoffs zu Eiweifs stattfand. Der Mifserfolg der Kultiu- ist nicht in der verabreichten Form des Stickstoffs, sondern in Nebcniunständen zu suchen. In einem weiteren Versuche ^vurde so verfahren, dafs Maispflanzen, welche längere Zeit in stickstofffreier Nährstofflösung von obiger Zusammen- setzung vei-weilt hatten, teils täglich mehrere Stunden in eine reine 1) Untersuchungen aus dem botan. Institut zu Tübingen Bd. El. H. 1, S. 53 — 150, Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 3, S. 221, vergl. Jahresbericht 1885, S. 127. 2) Landw. Versuchsst. 1886, XXXUI. 231. Pflanze. 87 Asparagiiilösimg- (0,4 g- pro Liter) gota\iclit Avm'den, um dann nach Ab- spülen der Wurzeln in die stickstott'freie Lösung ziu'ück 7A1 gelangen, teils ebenso mit einer Lösung von Kaliunuiitrat in Berührung kamen. Der Erfolg dieses mehrfach modifizierton Verfalirens war ein günstiger. Am 27. August %vurden folgende Grüfsen gemessen (mm): Asparag'inpflajizen Salpeterpflanzon Pflanze 1 Pflanze 2 Pflanze 1 Pflanze 2 Höhe 305 380 400 480 T,^ j. 1 1 f lobend G 4 4 4 Blattzalü < ,.. . _ A o \ dürre 4 o 4 G Blattgi-Öfse 320:22 320:24 325:20 395:24 Wm-zcllänge, wälu-end der Ycr- suchsperiode gebüdet .... 320 170 200 270 Die seit der Einsctzmig neu gebildeten Blätter sind normal grün und sehr üppig. Zm- Zeit der Ernte (am 28. September) fand man: Asparaginpflanzen Salpeterpflanzen ' L 2. Mittel ' L 2. MitteT mm mm mm mm mm mm AVurzellänge, während der A^ersuchsperiode gebü- det 390 250 270 280 330 305 Höhe 370 480 425 380 540 4G0 Blattzahl , wälu-end der Versuchsperiode gebil- det 5 7 G 5 7 G Durchschnittl. Blattgröfse 320:22 320:24 320:23 325:20 393:25 359:23 Trocl-en f ^^'^"'^'^el . . - - 0,488 - - 0,451g selbst r^^®^^'"^^- T^^ • - - 2,497 - - 1,727,, ^ 1^ Ganze Pflanze — — 2,967 — — 2,178,, In Prozenten der Trockensubstanz produzierten innerhalb G3 Tagen: Mais])flanzen in . . „ o i j. ^ ^ . ,,., . Asparaginpflanzen Salpeterpflanzen Gesamtstickstoff . 1,85 1,37 1,G1 Eiweifsstickstoff . 1,31 1,23 1,27 Berücksichtigt man, dafs die Asparaginpflanzen mehr Trockensubstanz produziei-ten als die Salpeterpflanzen, so berechnet sich für erstere 40,6, für letztere 35,1 mgN. War der Stickstoffgehalt bei Beginn des Versuchs gleich, so hätten die Asparaginpflanzen 15,7 ^/qN mehr aufgenommen als die Salpeterpflanzen. Ein Beitrag zur Kenntnis der Eiwoifsbildung in der Pflanze, von C. 0. Müller. 1) Die Resultate der Untersuchung geben die nachfolgend mitgeteilte Antwort auf die gestellten Fragen. L Ist das durch Lichtabschlufs in allen höheren Pflanzen hervorgerufene Asparagin ein Nebenprodukt des Stoffwechsels? Alle Pflanzen, auch die unter normalen Bedingimgen kein Asjiaragin finden 1) Landw. Versuchsst. 1886, XXXHI. 311-347. Eiweifs- bildung in der Pflanze. 88 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. lassen, zeigen beim Verdunkeln in ihren wachsenden Teilen Asparagin. Bei Lichtgegenwart nnd Anwesenheit von kolilensäm-ehaltiger Luft wird es in der Pflanze weiter verarbeitet, solange als das normale AVachstnm nicht merklich geschädigt worden ist. In ausgewachsenen Organen konnte Aspa- ragin mu* ausnalunsweise und dann nur in Spuren nachgewiesen werden. Ebenso "\\'ie die Phaneroganien scheinen sich auch lünsichthch Bildung imd Yerarbeitimg des Asparagins die niederen Chlorophyll führenden Pflanzen (Pteris) zu verlialten. — • Diese Versuche bestätigen, einmal, dafs alle Pflanzen der AsiDai'aginanhäidung fällig sind, dann, dafs das durch Verdunkelung gebildete Amid keinen pathologischen Charakter trägt. „Das durch Ver- dunkelung in der Pflanze angehäufte Asparagin wird unter normalen Ver- hältnissen im pflanzlichen Organismus verbraucht. Es ist daher nicht als ein Nebenprodukt des Stoffwechsels aufzufassen." n. Finden überhaujDt Beziehungen zwischen der Asparagin- bildung resp. Verarbeitung und dem Mangel resp. der Anwesen- heit von Kohlehydraten statt? Verdunkelt man junge Pflanzenteile, die in Verbindung mit der Mutterpflanze bleiben, und läfst die alten Or- gane ungestört assimilieren, so findet in ersteren eine Asparaginanhäutung statt. Dasselbe wird bei Lichtzutritt unter normalen Bedingungen im Stoff- wechsel wieder verbrauelit, solange als durch die Liclitentziehung das noiTuale Wachstum nicht merldich geschädigt wird. Ausgewachsene Organe lassen nm- ausnahmsweise Asparagin finden, wenn man sie längere Zeit im Dimkeln hält. „Asparagin häuft sich in den wachsenden Organen einer Pflanze an, wenn man dieselbe nur in jenen Teilen verdunkelt. Es ist deshalb die Annahme als falsch zurückzuweisen, dafs die Assimilations- prodnkte die Verarbeitung dieses Amids zu Eiweifsstoffen bedingen." m. Durch welche Prozesse wird in der Pflanze einerseits eine Asparaginverarbeitung herbeigeführt, und wodurch wird andererseits eine Anhäufung desselben verursacht? Alle Experi- mente zeigten, dafs sich in den wachsenden Teilen Asparagin ansammelt, wenn dieselben in einer kohlensäurefreien Luft gehalten werden. Ausge- wachsene Oi'gane liefsen imter denselben Umständen kein Asparagin finden. Das Licht spielt bei der Verarbeitmig und Anhäufung des Asparagins ebenso wenig eine RoUe wie die Anwesenheit oder der Mangel von Kolüeliych-aten. Ist es aber der Pflanze mögKch, zu assimilieren, so tiitt nicht nur kein Asparagin auf, sondern das vorhandene wiitl auch verarbeitet. „Der Assi- milationsprozefs als solcher, der Status nascendi der Kolüehydrate, führt die Verwendung des Asparagins zur Protoplasmabildung in der Pflanze herbei." rV Aus welchen in der Pflanze vorkommenden Verbindungen wird das Asparagin gebildet? A^erfasser vermutet, dafs es aus den assimi- lierten Kohlehydraten und den unorganischen Stickstoffverbindungen entsteht. Wärme- Über die Wärmemengen, welche von den Pflanzen abge- derPflanzen. geben uud aufgenommen werden, von Gr. Bonnier. ') Verfasser bediente sich zweier verschiedener Kalorimeter und führte seine Untersuchungen an folgenden Pflanzen aus: Erbse, Kichei'erbse, Mais, Weizen, Bolme, Feldbohne, Ricinus, Kresse, Brunnonkresse, Lupine, Ii-is, Richardia, Syringa, Robinia. Es ergab sich nach beiden Methoden über- 1) Compt. rend. 1880, CIL ; durch Biolog. Centralbl. 1886, VI. No. 13. Pflanze. 89 oiiistimmcml, ilals die in gleicher Zeit von einem gleichen Gewichte pflanz- lichen Gewebes abgegebenen Wärmemengen sehr verschieden sind, je nach dem Entwickclmigsznstand der Pflanze und des Pflanzenteils. Die Zalü der Kalorien geht im allgemeinen von einem Maximum zu einem Minimum über. Die höchsten ]\Iaxima findet man bei Begiim der Keimimg \md während der Blütezeit. Diese beiden Perioden fallen mit denjenigen der intensivsten Atmung zusammen, ohne dafs aber auf eine direkte Beziehung zwischen beiden Erscheinungen gesclilossen werden kann. Denn die aus- geschiedene A\'ärmemengo entspricht nicht derjenigen, welche die Yerbren- nung der vom Organismus verlorenen Kohle darstellen würde. Bei Beginn der Keimmig findet man die Zahl der abgegebenen Kalorien gi-öfser als diejenige sein würde, welche die Bildung der produzierten Kohlensäure ergeben hätte; am Ende der Keimung oder für einen erwachsenen beblät- terten Zweig läfst sich gerade das Entgegengesetzte konstatieren. Ebenso gaben aufi^'ebKihte Blüten imd reifende Früchte stets eine geringere Wärme- menge ab als diejenige, welche die Bildung der ausgeschiedenen Kohlen- säm-e ergeben hätte. Man kann annehmen, dafs, solange die Gewebe in der Yerzelu-img einer begi-enzten Keservestoffmenge begriffen sind, wie beim Beginn der Keimung, sich die durch die Umfonmmg der Reserve- stoffe erzaigte Wanne zu derjenigen addiert, welche die Bildung der Kohlen- säm-e erzeugt. Sind dagegen die betreffenden Gewebe im Begriffe, Reserve- stoffe zu bilden, wie bei den reifenden Früchten, dann subtrahiert sich die durch die Bildung dieser Substanzen absorbierte Kolüensäure von der diu'ch die Atmung frei gewordenen, und man mifst nm' die Differenz zwischen diesen beiden Quotienten. ZuT physiologischen Bedeutung des Gerbstoffs in den Pflan- zen, voi M. Westermaier. 1) Verfasser vei-ti-itt auf Grund seiner Untersuchungen über das Auftreten des Gerbstoffs in den Pflanzenzellen die Ansicht, der Gerbstoff müsse bei mazichen Pflanzen als Assimilationsprodukt betrachtet werden, und er be- wege sich von den assimilierenden Geweben zu den übrigen Pflanzenteilen. Über das Assimilationssystem, von G. Haberlandt. 2) C. Ernähning. Über Verteilung und Wanderung der Nitrate in den Ge- weben der Pflanzen, von G. Capus. 3) Die Niti-ate wm-den mikrochemisch dadm-ch in ihrem Auftreten ver- folgt, dafs Querschnitte in eine mit etsvas Salzsäme versetzte, dihme Lösimg von salzsaurem Cinchonamin gebracht wnuxlen. Letzteres giebt mit Niti-aten einen in Wasser unlöslichen Niedersclüag. In dieser Weise wm-den viele Pflanzen in ihren verscliiedenen Organen und Geweben geprüft. Reserve- nifrate enthielten (die durchschossen gecbuckten Arten besonders reichlich): Solanum tuberosum, Parietaria officinalis, Urtica dioica, Mercurialis annua, Blitimi Bonus Henricus, Finnaria officinalis, Tritismn repens, Beta, Physiolog. Bedeutung des Gerb- stoffs. Verteilung und Wande- rung der Nitrate in den Pflanzen. 1) Sitz.-Ber. Berliner Ak. Sitzung v. 3. Dez. 1885, Forsch. Agr.-Phvs. Bd. IX, H. 3, S. 217. a) Ber. (l. botan. Ges. 1886, IV. 206, Forsch. Agr.-Phys. IX. H. 4, S. 311. ») Anual. agron. 1886, XU. 24. 90 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dringer. Ammoniak- aufnahme durch die Blätter. Stickstoff- quellen der Pflanzen. Capsella Biu'sa pastoris, Lappa major, Sinapis alba, Reseda liiteola, Brassica oleracea, Ballota, Clienopodiiim , Cirsiuin, Matriearia, Dalilia, Spinacia oleracea, Amaranthus chlorostacliys und paniciüatus, Datiu'a stranionium, Solanum nigrum, Cucurbita melopepo, Diplotaxis, Boelimeria. Keine Nitrate im tlDerschufs enthielten: Senecio %'ulgaris, Foeniculum offi- cinale, Lactuca Scariola, Galiimi aparine, Syringa vulgaris, Beta maritima, Obione, Anchusa, Viola tricolor, Malva, Dianthus, Stellaria Holosteum, Rumex, Crepis, Phaseolus miütiflorus (etioliert), Althaea rosea, Vinca minor, Chrj^san- themum, Solanum villosum. Den Nitrate fülu-enden Pflanzen ist nach an- deren Autoren noch eine Anzahl von Arten beizulilgen. — Die Menge der Niti-ate wechselt je nach, der Entwickelungsstufe der Pflanzen; am meisten fijidet sich lau'z vor der Blüte. Die Versuche mit abgeschnittenen, in destilliertes Wasser gestellten Zweigen von Dahlia imd anderen Niti-ate speichernden Pflanzen beweisen, dafs bei Verlünderung der Aufnahme von Nitraten der VoiTat verbraucht wird, wenigstens wenn die Pflanze in voUer Vegetation sich befindet und alle Vorräte verarbeiten kann. Im etiolierten Zustande bereichern sich die Pflanzen an Nitraten, weü deren Aufnahme fortdauert, der Verbrauch, aber unterbleibt. — Das Vermögen, Nitrate zu speichern, ist eine Aii;eigenschaft, welche besonders Pflanzen zukommt, die auf nitratreichen Böden wachsen. Stengel von Senecio und Cluysanthemum, in eine Niti-atlösimg gebracht, absorbierten niemals einen Niti'atnberschufs, obwohl sie zu vegetieren foitfuhren. Ai-ten derselben Gattimg Können im Speicherungsvermögen abweichen. Niti'atführende Pflanzen erkennt man schon an ihrer Saftigkeit. Die Anhäufung gescliieht im Parenchym und kann nicht dm-ch den Transpirationsstrom be^^^.rkt sein; die Eigenschaft, Niti-ate zu speichern, gehört der lebenden Zelle an. Über die Aufnahme von Ammoniak durch die Blätter, von C. Nerger. i) Verfasser ist der Ansicht, dafs die Pflanzen der Luft Ammoniak ver- mittelst der Tautropfen entzögen, und dafs namentlich die sog. Stickstoff- sammler sich reichlich mit Tau belegen imd lange taufeucht bleiben. Nur ganz jimge Blätter vermögen aus Lösungen von kolüensam-em Ammoniak Ammoniak aufzunehmen. Es wurden Lösungen des genannten Salzes in verschiedener Stärke hergestellt und in diese die Blätter von Rübsenpflanzen getaucht, nach einer halben Stimde herausgenommen xmd der Stickstoft- gelialt der Lösungen bestimmt. „Die Aufnahme des Stickstoffs entspricht annähernd der Quadi-atwurzel aus dem Litergehalte der Lösung an kolüen- saurem Ammoniak, wie ich im Herbste in ganz gleicher Weise bei der Bolmenpflanze auch schon gefunden hatte . . . Dieser Satz (dafs die Aufnahme des Ammoniaks durch die Blätter der Quadi-atwm-zel aus dem Litergehalt der Lösimg an kolüensaurem Ammoniak proportional ist) gilt voraussicht- lich für alle Pflanzen, doch hat wahrsclioinlich jode Pflanzenart ilir spezi- fisches Aufnahmevermögen." Welche Stickstofl"tj[uellen stehen der Pflanze zu Gebote? von Hellriegel. 2) 1) D. landw. Presse 1886, No. 39. 2) Landw. Versuclisst. 188G, XXXIII. 464: „Kiu-zer Bericht über die 29. Sektion der 59. Versammlung deutsclier Naturforscher und Ärzte zu Berlin 1886." Pflanze. 91 Die Gramineen sind mit Bezug auf ilire Stickstoffnahrnng auf den Boden allein angewiesen. Die einzige Form, in der sie den Stickstoff a\if- nehmen, ist die der salpetersauren Salze. In dieser Form ist der Stick- stoff flu- die Gramineen direkt assimilierbar und seine Wirkung quantitativ, d. h. die Produktion stellt immer in geradem Verhältnis zu gegebener Menge Salpeterstickstoff'. Die Crucifercn, Chenopodiaceen und Polygoneen verhalten sich den Gramineen gleich. Die Papilionaceen sind mit dem Bezug der Stickstoffnahrung nicht auf den Boden angewiesen. Die Stickstoffquellen, welche die Atmosphäre bietet, köiinen allein schon genügen, dieselben zu einer noiTualen Entwickelung zu bringen. Es sind nicht die in der Luft vorhandenen geringen Mengen gebundenen Stickstoffs, welche die Emälirimg der Papilionaceen bewirken, sondern der elementare Stickstoff der Atmo- sphäre tritt hierbei in Mitwii'kung; imd zwar stehen mit der Assimilation desselben die sog. Leguminosenknöllchen in tlii-ekter Beziehung. Diese Knöll- clien imd AVachstiun der Papilionaceen in stickstofffreiem Boden lassen sich wiUkih-licli hervornifen durch Zusatz von geringen Mengen Kultm-boden und verhindern durch Aussclüufs von Mikroorganismen. Bei verschiedenen Pa- pilionaceenarten wirkt um- der Zusatz von gewissen Bodenarten Knöllchen bildend imd Wachstiun fth-dernd. Salpetersaure Salze werden zwar auch von den Papilionaceen assimiliert, ob aber eine ganz normale Entwickelung der Pflanzen allein mit Hilfe derselben möglich ist, erscheint noch fraglich. Über die Stickstoffquellen der Pflanzen, von H. Gilbert. ') Die Stickstofffrage vor, auf und nach der Naturforscher- Versammlung, von A. B. Frank. 2) Die wesentlichen chemischen Elemente der Pflanzen, von Th. Jamieson. 3) Verfasser stellte Versuche an, um zu erfaliren, ob von den folgenden 11 Elementen: Kolüenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, Kalimn, Calcium, Magnesiiun, Schwefel, Clilor, Eisen nicht einige den Pflanzen entbelu'lich sein könnten. Schwefel, Calcium, Magnesimn sollen nach diesen Versuchen, wenigstens in den frülien Stadien des Wachstiuns, ohne Bedeutimg fih- die Pflanze sein. Kritische Besprechung von de Vries „Plasmolytische Studien über die Wand der Vacuolen". Nebst vorl. Mitteilimgen über Stoff- aufnalune. Von W. Pfeffer.^) Einige Anilinfarben werden in der Zelle aufgespeichert. Bring! man in eine Lösimg von Methylenblau (0,001 — 0,002%) z. B. Trianea bogo- tensis, so ist nach einigen Stunden der Zellsaft der Wurzelhaare tiefblau gefärbt, in den Zellen der Wiu'zelepidermis und im übrigen Wm-zelkörper sind blaue Körnchen ausgeschieden. Kleine Körnchen bilden sich auch in den Blättern dieser Pflanze, in der Wm-zel von Azolla, Euphorbia, Pej^lus u. s. w. In allen diesen Fällen bleibt das Protoplasma migefärbt und be- wahrt seine volle Lebensthätigkeit. Eine solche Anhäufmig von Methylen- *) Kurzer Bericht über die 29. Sektion der 59. Versammlnn^ deutscher Natur- forscher und Ärzte zu Berlin 1886. Landw. Versuchsst. 1886, XXXIIl. 466. 2) D. landw. Presse 1886, No. 97. 3) Chem. News. 1885, LH. 287. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 249. *) Botan. Zeit. 1886, No. 6. Die weseut- lichen chemischeu Elemente der Pflauzc. Stoffauf- uahme durch die Wurzeln. 92 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. blau kommt A-ielen, aber nicht allen Pflanzen zu. Dabei werden entweder präformierte Körnchen gefärbt, oder es entsteht mit ün Zellsaft gelösten Stoffen ein Niedersclilag oder eine lösHche Yerbindmig, die sich imter Um- ständen in Krystallen ausscheiden kami. — Beim Weiterwachsen der ge- färbten Objekte imd Vermelmmg der Zellen findet eine Yerteilung der Körnchen resp. gefärbten Lösimg auf die Tochterzellen statt. Andere Objekte entfärben sich allmählich. Auch aus den anderen Objekten läfst sich durch verschiedene IVIittel, z. B. verdünnte Citronensäure, der Farbstoff olme Schädigung des Lebens wieder entfernen. Zuckei- anhäufung in der Zuckerrübe. Lösung der Stärke in den Blättern. D. Stoffbewegung. Zur Kenntnis der Verwendung der Kohlehydrate in den Pflanzen, von L. Brasse.^) Um die Zuckeranhäufung in der Zuckerrübe zu erklären, stellt Ver- fasser folgende Hypothese auf. Der Zucker geht in der Rübe eine leicht zersetzbare Verbüidmig mit dem Protoplasma ein, wodurch er die Difiii- sionsfäliigkeit verhert. Diese Verbindung unterliegt den Gesetzen der Dissociation , analog dem Verlialten von schwefelsaurem Kalium oder Cal- cium bei Gegenwart von Wasser. Im Zustande des Gleichgewichts, wenn (in der Pflanze) weder Zucker gebildet noch verbraucht wird, häuft sich selber überall an, wo er die fragliche Verbindmig eingehen kann, es wird zwischen der Zuckerlösimg und der Verbindimg ein bestimmtes Verhältnis bestehen bleiben. Wird in den Blättern Zucker durch Assimilation ge- bildet, nimmt die Konzentration der Lösung liierdm-ch zu, so Avird mit dem Übersclneiten der zulässigen gelösten Zuckermenge der Überschufs in die Protoplasmaverbindung einti'eten, umgekelu't, weim Zucker z. B. zum Wachstmn verbraucht mid hierdurch die Lösung verdünnt wird, wu"d sich die Verbindung zersetzen, bis die frühere Zuckermenge, die Dissociations- tension, wieder hergestellt ist. Aus Rübenstücken in reinem Wasser müfste demnach Zucker austi^eten, in Zuckerlösmigen je nach deren Stärke von der Rübe Zucker aufgenommen oder aV)gegeben werden. Als Rübenstücke 24 Stimden in Zuckerlösungen verschiedener Konzentration verweilten, hatte die überstehende Lösimg an Zucker etwas zugenommen, wenn die Kon- zentration geringer war, sonst abgenommen. Lösung der Stärke in den Blättern, von L. Brasse. 2) Die Blätter enthalten ein diastatisches Ferment, welches unter ge-\vissen Bedingungen nicht verkleisterte Stärke in reduzierenden Zucker umzuwan- deln vermag. Bei 50° imd 57" tritt keine Verzuckeiimg ein, wolü aber bei 34° und 42°. Höherer als Atmosphärendruck scheint die Umbildung der nicht verkleisterten Stärke zu befördern. Die Menge der angewen- deten Stärke ist olme Einflufs auf die Litensität der Umbildung, nur wird die Gi-enze, welche eine Fimktion der Verdünnung ist, rascher erreicht; füg-t man Wasser zu, so setzt sich die Umbildung fort, der Zucker nimmt der Volum Vermehrung entsprechend zu. Deutlich crgiebt sich der Einflufs des bereits gebildeten Zuckers auf die Umbildung der übrigen Stärke, wenn 1) Ann. agron. 1886, XII. Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 5, S. 399. 2) Ann. agron. 1886, XII. No. 4, S. 200. Pflanze. 93 der Zucker in dem Mafse seiner Bildimg durch Dialyse gleicli cntlbrnt ■wird: die Verzuckerung nimmt zu. Vhev das Ycrlialten von Stärke und Zucker in reifenden und trocknenden Tabaksblättern, von H. Müller-Tluirgau. i) Verfasser untersuchte, inwieweit fennentiei-te Rohtabake, wie sie im Handel vorkommen. Stärke enthalten, und ob zwischen Stärkegehalt und A^''ohlgeschmack , Aroma, A^erbrennlichkeit u. s. w^ ein Zusammenhang er- kennbar ist. Dann wurde geprüft, wie sich lebende Blätter am Stocke inbezug auf Stärkebildung und Stärkeverbrauch bei verscliiedencm Roife- zustand mid verschiedener Stellung an der Pflanze verhalten. Ebenso wm-de das Verhalten von Stärke und Zucker beim Trocknen des Tabaks einer experimentellen Prüfimg unterzogen. Wir berücksichtigen als in diesen Referatsabscluiitt fallend nur Punkt 1 und 2. 1. Das ^''erhalten der Stärke in reifenden Tabaksblättern. Die liier ausschlaggebenden Beobachtungen win-den in der tabak- bauenden Gegend bei Mamiheim angestellt. Ein vom Praktiker besonders berücksiclitigtes Zeichen der Eeife sind die heUere Farbe, welche das ganze Tabaksblatt amiimmt und die gelblichen Flecken, welche das ganze Blatt gelbgrün marmorieren. Diese Erscheinung beniht darauf, dafs sich in den Chlorophyllkchiieni die Stärke immer mehr anhäuft, so dafs dmch diese die Masse der Chlorophyllkörner endlich verdrängt wird. Die in der Nähe der Nen'en befincUichen Gewebe behalten die grüne Farbe am längsten. Die Untersuchung dreier imgieich reifer Blätter ergab, dafs die Tabaks- blätter mit zimehmender Reife immer stärkereicher werden. — Um zu prüfen, bis zu welchem Grade die Stärke wälu-end der Nacht aus dem Tabaksblatte versch\\dndet, trennte A^erfasser eines Abends an einigen Blät- tern die eine SeitenhäKte von der Mittehippe, die andere Hälfte am näch- sten Morgen ab und unterAvarf sie der Jodprobe. "Wälu-end der Nacht ver- schwindet niu" ein Teil der Stäi-ke, bei niederer Temperatiu* mu- ein ganz geringer, bei mittlerer (14°) bis zu 1/4 der vorhandenen. Ganz reife Tabaks- blätter sind am Morgen reich an Stärke. Es enthielten Oberfläche Trockensubstanz . Zucker in 100 g Trockensubstanz Zucker in 1 m^ Blatt- fläche .... Stärke in 100 g Trockensubstanz Stärke in 1 m^ Blatt- fläche 14,89 2 noch grüne Blätter 3 ziemlich reife Blätter 2 ganz reife Blätter 6 Uhr abends cm 2 463,5 7 Uhr morgens cm^ 442 6 Uhr abends cm 2 996,6 7 Uhr morgens cm 2 100,3 G Uhr abends cm 2 454 7 Uhr morgens cm 2 450 g 2,20 g 1,96 g 5,63 g 5,42 g 2,97 g 2,72 1,25 0,60 1,05 0,63 0,81 0,41 0,59 0,27 0,59 0,34 0,53 0,23 31,39 20,74 38,42 33,30 42,62 36,95 14,89 11,81 21,71 17,87 27,84 22,31 Verhalten von Stärke und Zucker iu reifenden und trock- nenden Tabak- blättern. 1) Landw. Jahrb. 1885, XIV. 465—484. 94 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Der hohe Stärkegehalt der reifenden Tabakpflanzen erklärt sich daraus, dafs der Blütengiplel ausgebrochen wird imd auch die Geizen sorgfältig entfernt werden. Durch den Einflufs der wachsenden Geizen vermindert sich der Stärkegelialt derjenigen Blätter, in deren Winkel sie wachsen. Aufser dem Reifezustand beeinflufst auch der Stand der Blätter an der Pflanze den Stäi'kegehalt ; dm-chschnittlich enthalten die unteren Blätter weniger Stärke als die höherstehenden. Die sog. Sandblätter imterscheiden sich durch verhältnismälsig hohen Zucker- und geringen Stärkegehalt we- sentlich von anderen reifen Blättern. 2. Das Verhalten der Kohlehydrate beim Trocknen der Tabaksblätter. Wälu-end des Trocknens verschwindet schon u\ den ersten Tagen die Hauptmasse der Stärke und sclüiefslich die letzte Spirr, wenn die Ver- dimstimg nicht zu rasch vor sich geht. Am Nachmittag geerntete Blätter entleeren sich ebenso vollständig ^\ie vormittags gebrochene. Frische reife Blätter enthalten verhältnismäfsig wenig Zucker, am meisten noch abends. Beim Trocknen nimmt derselbe am 20. Tage bedeutend zu, naclilier wieder ab. Zunächst wandelt sich die Stärke in den Blättern in Zucker um, dieser erleidet eine weitere Zersetzimg, zidetzt in Kolüensäm'e xaid Wasser, wenigstens geben die Blätter ganz bedeutende Mengen Kolilen- säiu-e aus und atmen anfangs normal. Der in abgebrochenen Blättern sich bildende Ziicker kami nicht wegwandern imd veranlafst eine erhöhte At- mimg, welche wieder zxxv Besclüeimigimg der Stärkeimiwandlung beiü'ägt. Im fertig geti'ockneten Tabak fand Verfasser regelmäfsig Zucker, in sclmell getrocknetem weniger als in langsam geti-ocknetem. Der anfänglich erhöhte Zuckergehalt stellt auch den Eippen mein" Zucker ziu' Verfügimg und zAvar wird dieser dort in Stärke verwandelt, die zuletzt wieder fast verschwindet. Der nach dem Trocknen in den Blättern vorhandene Zucker verschwindet beim Fennentationsprozefs vollständig, sowohl aus der Blattfläche als den Rippen; die Stärke scheint hierbei nicht angegTÜfen zu werden. — Wenn es gelänge, in einheimischen Tabaken, die nicht zu reich an Eiweifsstoifen sind, den Gehalt an Kohlehydraten so zu steigern, dafs ein gröfserer Teil von jenen beim Trocknen imd Fermentieren umgesetzt wird, so ■v\wde dies gut brennenden Tabak ergeben. Bei geringerer Blätterzalü an der Pflanze steigt der Stickstofi"gehalt. Die Geizen verbrauchen Eiweifsstoffe, aber auch Kolilehydrate. Bei der Ernte wird man weniger auf die Tageszeit Bedaclit zu nelimen haben, als vielmelu' auf die vorausgegangene Witterung, indem nach andauernd ti-übem Wetter gebrochene Tabake den nach somiiger Wit- tenmg geernteten nachstehen düi-fton. Untersuchungen über das Saftsteigen, von S. Schwendcner.i) Chemische Zusammen- setzung der Kartoffeln bei verschie- den grofsem Saatgut. E. Zusammensetzimg in Terscliiedenen Entwickelungsperioden. Chemisch-physiologische Untersuchungen über das Wachs- tum der Kartoffelpflanze bei kleinerem und gröfserem Saatgut, von U. Kreusler. ^) 1) Sitz.-Ber. d. k. preufs. Akad. d. Wiss. 8. Juli 1886. Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 4, S. 308. 2) Landw. Jahrb. 18S0, S. 369—379. Pflanze. 95 Bei Gelegenlieit von Ycrsuchen über den Einflnfs der Auswahl und A^orbereitung der SetzldioUcn auf die Erträge wurde das Material zxw Ver- folgung der Stoffwandlungou während des Yerbrauclis der Reservestoffe, der Heranbiklung neuer KnoUen, so-wie des Waclistiuns der Kartoffclpflanzo über- hawpt gesammelt. Der Versuch geschah mit der Farinosa, von der Ideine und gi-öl'sero KnoUen auf fruchtbarem Lehm ausgelegt waren. Die Unter- suchimg Aviu-de in 4 Perioden vorgenommen: 1. einige Zeit nach dem Aufgehen, doch vor dem KnoUenansatze, am 3. Jimi; 2. am 9. Juli in der Blüteperiode; 3. am 7. August in der Fruchtreife; 4. am 10. September, bei bereits vei-trocknetem Laube imd grölstenteils reifen KnoUen. Als wichtigste Sclüüsse der lunfangreiciien Untersuclmng ergeben sich folgende. 1. Gröfsere (ca. 80 g schwere) und kleinere (ca. 40 g scliwere) KnoUen derselben Sorte zeigten ziu- Zeit der Aussaat bei gleichem spez. Gewicht auch sehr nahezu che gleiche Zusammensetzung, insbesondere gleiclien Prozentgehalt nicht nur an Trockensubstanz und Stärke, sondern auch an Aschenbestandteilen imd im Safte gelösten Substanzen. 2. Die in verscliiedenen Stadien der Ausscliöpfung wieder heraus- genommenen ]\Iutt er kn ollen werden immer wässeriger, teils weil Wasser aufgenonunen wh-d, teils die Trockensubstanz sich immer mehr (sclüiefs- Uch auf ca. 3 % des Frischgewichts) vermindert. Insbesonders wird die Stärke aufgebraucht. Reduzierender Zucker, welcher vor der Aussaat vollkommen felilt, findet sich in den auskeimenden Knollen bis zuletzt in merkUchen Mengen. Erst nach Inversion mittelst Säm-e auf Kupferlösung wirkende Substanzen waren im Saatgut wie in den mehr oder minder er- schöpften KnoUen jederzeit nachweisbar. Auch die stickstoffhaltigen Ver- bindimgen nelmien absolut wie proz. rasch ab. Ein ansehiUicher (ca. zwi- schen 20 bis 30 o/o) schwankender Teü des Gesamtstickstolfs entfäUt in aUen Perioden auf Nichteiw^eifs , wonmter sich Amide (Asparagin) stets nachweisen Uefsen. Niti-ate (kleine Spiu-en) fanden sich nur zeitweiUg, Das Verhältnis von Löslichem und UnlösUchem in der MutterkiioUe ver- scliiebt sich im Laufe der A^egetation selu" erhebUch. Der lösUche Anteü der Trockensubstanz nimmt anfängUch progressiv zu, schUefsUch bei fast voUständiger Erschöpfung der KnoUen, relativ wieder ab. Die Quote des lösUchen Eiweifses sinkt von Anfang kontinuierlich imd rasch. 3. Die Tochter-Knollen lassen bis zm- Reife folgendes erkennen. Anfangs sind sie sehr wässerig, mit fortschreitendem Wachstiun werden sie immer reicher an Trockensubstanz. Glykose entliielten die ganz jungen KnoUen in ansehnlicher Menge, die einigermafsen gereiften nicht mehi* in Spuren. Substanzen, welche erst nach Inversion durch Säm-en die Kupfer- lösimg reduzieren, waren in den ganz jungen KnoUen nur spärUch vor- handen, später treten sie melir in den Yorderginmd, um bei völUger Reife ganz zu verschwinden. Die Veränderungen des Stickstoffgehalts zeigen eigentümliche Unregelmäfsigkeiten, welche hauptsäclüich durch das Ver- halten der nichteiweifsartigen Stoffe bedingt scheinen. Der Prozentsatz des Nichteiweifsstickstoffs (bezogen auf den gesamten) zeigte sich in den ganz jungen Knollen (mit im Maximum ca. 40 *^/o) ziemlich genau so hoch wie in den gereiften; dazwisclien mid zwar zur Zeit des lebhaftesten Wachs- tums dagegen erheblicli vennindert. Der auf den Saft entfaUende Anteil organischer Substanz überhaupt ist bei den ganz jimgen KnoUen weitaus 96 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. am reichlichsten und (mit ca. 28 % des gesamten) etwa doppelt so hoch als bei den gereiften imd den SaatknoUen. Der ünterscliied erklärt sich durch die allmähliche Bildimg der Stärke aus löslichen Ivolüehydraten. Die Quote des dem Saft zugehörigen Stickstoffs mid zumal die Menge des als Eiweifs vorliandenen, ist iimgekelut anfänglich am geringsten imd vermelui; sich mit fortsclneitender Eeife. Von den Mineralstoffen fällt bei Mutter- wie bei Tochterknollen der sehr überwiegende Teil auf den Saft. 4. In den oberirdischen Organen nehmen, auf trockenes Gesamt- ki-aut prozentisch berechnet, Eohfaser imd stickstofffreie Extraktstoffe fort- während zu, Eohprotein und Eohfett ab. Eohprotein und Eohfett über- wiegen in den Blättern, Eohfaser in den Stengeln, bei den stickstofffreien Extraktstoffen sind die Abweichungen geringer. Die laanken Blätter sind von den gesunden hauptsäclilich dmch eine starke Verminderimg des Äther- extrakts verschieden. — Die Früchte sind ziemlich reich an Fett, sehr reich an stickstofffreien Extraktstoffen, an Protein, Eohfaser und Asche dem Ki'aute wesentlich nachstehend. — Das ganz junge Ki'aut der Kartoffel gehört zu den stickstoffi-eichsten Vegetationsprodukten (bis 7,5 % Stickstoff in der Trockensubstanz). Von dem Stickstoff fällt eine sehr erhebliche Quote auf Nichtproteüi imd Nitrate (im ganz jimgen Kraut etwa 3,5, in jimgen Stengeln fast 5 % der Trockensubstanz an Salpetersäure). Zm- Zeit der Blüte erreicht der Gehalt an Nichtproteinstickstoff beim Kraut mehr als 40, bei den Stengeln sogar 60 % der Gesamtmenge; ein Drittel liier- von, bei den Stengeln mehr als ch-ei Viertel entfallen auf Salpetersäure. Einige Wochen später zeigte sich der Salpetergehalt relativ imd absolut sehr stark vermindert, olme Zweifel durch Verwendimg des Salpeterstick- stoffs ziu' Bildung von Eiweifs. Dafs diese hauptsächlich in den Blättern vor sich gehen mufs, ist daraus zu entnehmen, dafs die Blätter stets sehr viel weniger Nitrate enthalten, als Stengel imd Wurzeln. Die sehr im- gleichartige und zeitweise erstaimlich grofse Anhäufimg von Niti'aten macht es walu-scheinlich, dafs diese Salpeter säm-e nicht ilu-er ganzen Menge nach von aufsen aufgenommen wurde, sondern zum Teil erst in der Pflanze sich büdete. 5. In den unterirdischen Organen (AVm'zeln und miterirdischen Stengelteilen) nimmt beim Heranwachsen das Eohprotein (relativ) rasch ab, etwas weniger Fett imd Asche, wälu-end sich Eohfaser selir stark, stick- stofffreie Extraktstoffe wenig vermehren. Die ganz jungen Wiu-zeln kom- men in der Zusammensetzung den jimgen, oberirdischen Stengeln sehr nahe; sie sind selir reich an Nitraten. In den Wurzeln war wie in den Stengeln der Salpetergehalt niu^ mehr sehr gering. Der Ertrag an KnoUen war bei dem gröfseren Saatgut zu allen Zeiten der gröfsere, namentlich im Anfange. Durch das gröfsere Saatgut wird auch das Wachstum der oberirdischen Organe beschleimigt. Die Veränderungen der gröfseren und kleineren ]\Iutterknollcn im Boden imterscheiden sich in der prozentischen Zusammensetzung nicht wesentlich von einander. Auch im Ausschöi^fungsgrade existieren keine wesentlichen Verschiedenheiten, doch werden die meisten Bestandteile bei der kleineren KnoUe relativ etwas stärker in Anspruch genommen. Im allgemeinen kann man folgern, dafs die Eeservestoffe des gi'ofseren Saatgutes absolut und relativ länger vor- halten, wenn auch beides nicht in dem Mafse, um die Ertragsüberlegenheit Pflanze. 97 erklärlich zu inaclien. Der Umstand, dal's die Pflanzen des grüfseren Saat- guts sclion vom Beginne ihres Wachstums und zu Zeiten, da die Reserve- stoffe beiderseitig nocli wenig vermindert erscheinen, selir entschieden das rijei-geAvächt behaupten, macht eine von Anfong schon kräftigere Veranlagimg der Knospen u. s. v,^ als Ursaclie der Ertragsüberlegenlioit äulserst wahr- scheinlich. Die sclnväclilicheron Töchter des kleineren Saatguts scheinen der KartotfeDcrankheit in stärkcrem Mafse \uiterworfeii , und dürfte daher auch von diesem Gesichtspunkte die "Walil nicht zu kleiner Saatknollen angezeigt sein. Für jede Kartoffelsorte existiert eine Grenze, über welche hinaus die Steigenuig der Gröfse des Saatguts sich nicht melu- rentiert. Im allgemeinen wiegt jedoch das Risiko eines zu grofsen Saatguts weit weniger scliwer als die Gefahren, denen man bei Anwendung zu kleiner Knollen den Erti-ag aussetzen würde. Über die Entwickehing der Zuckerrübe, von A. Girard. ^) Die in den Jalu-en 1884 imd 1885 ausgefülii'ten Untersuchungen uni- fafsten die Ernte und Gemchtsbestiminung der Rülienblätter (Stiel imd Spreite getrennt), des Stammes i) und des gesamten Wurzelwerks, die Messung der Oberfläche dieser Teile imd ilu-e chemische Analyse. Die Rüben, deren Wm-zeln wäiu'end eines Sommers bis 2,5 m in den Boden dringen und Seitenwiu-zebi von bis 1 m Länge entwickeln, wiu-den in gTofsen Behältern von 2 m Höhe, G m Breite und 13 m Länge gebaut. 1. Der Stamm. 2) Gewicht, trocken (g) . . . Oberfläche (cm^) .... Von 100 Gewichtsteilen der Pflanzen treffen auf den Stamm Proz. Zusammensetzung: Wasser (Saccharose! Glj-kose I ■ ' ■ Andere org. Stoffe Mineralbestandteil. Unlösl. ( Holzfaser . . . Stoffe I Mineralbestandteil. 0,12 17 6,8 89,1 1,45 3,17 1,81 1,30 4,10 3,40 0,38 I 0,26 1-5 (M* 1,3 42 10,7 119 15,1 j 24,8 0988 26,7 177 29,5 ,8188,58,85,11 4,49 5,40 8,98 GcAvichtszunahme, trocken (g) Gewichtszunahme d. Zuckers 1,21 0,5 1,16 1,25 3,27 0,25 9,4 4,5 bp Ö 47,5 69,2 246 280 38,9 45,7 88,7 314 52,0 84,26182,8782, 9,96 11,1711,30 0,93 1,13 1,13 0,98 3,58 0,27 16,0 10,5 3,44 0,23 0,83 1,20 3,70 0,23 1,10 0,95 3,93 0,22 21,2 I 21,3 I 21,5 14,5 1 14,6 1 14,0 101,6 352 57,3 7484 ,57 9,41 1,60 0,91 3,30 0,21 O 132,6'169,8 378 417 59,8 13,1 3,3 83, 10,41 1,46 1,06 3,49 0,19 63,3 3482 40 12,19 1,01 0,99 3,17 0,20 31,8 21,2 37,2 33,6 Aufser Wasser imd Zucker sind die verschiedenen Bestandteile wähi-end des gi'üfsten Teils der Yegetationszeit in fast imveränderlichem Verhältnis vei-ti-eteu. Das Verhältnis von Wasser und Zucker verändert sich zwar, die Summe dieser Bestandteile bleibt aber ziemlich konstant (94 % des 1565—1567; 1886, CHI. 1) Compt. rend. 1886, CH. 1324—1327; 1489—1492- 11 12— li; 159-162. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 683. 2) So heilst es im Referat; gemeint ist wohl der eigentliche fleischige Eüben- körper (Ilj-pokotyl -\- Pfahlwurzel), soweit letztere fleischig verdickt ist. Jahresbericht 1S8G. 7 Eat Wicke- lung der Zuckerrübe. 98 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. „Stamin"-Grewiclits). — Der Ziickergehalt veimelirt sich bis ziiletzt. Der einmal gebildete und im Eübenkörper aufgespeicherte Zucker hält sich darin unter allen Vegetation sbed in giuigen, er wiixl nicht z. B. nach längerem Eegen zur Bildung neuer Blätter verwendet. • — Im "Wachstiun der Eübe kann man drei Perioden unterscheiden: bis zum 15. Juli ist das Gewächs in der Entstehung und raschem "Wachstum begriffen, vom 15. Juli bis 24. August wird (las GeAvicht ziemlich konstant, dann folgt die letzte, herbstliche Periode, wähi-end welcher Gewichts- und Zuckervermehnmg noch bedeutender werden. 2. Pfahlwurzel und Würzelchen. Ö CD m Gewicht beider Teile, trok- ken (g) Oberfläche ((|cm) .... Länge der Pfahlwurzel (m) Von 100 Teilen der Pflanze treö"eu auf Pfahlwurzel und Würz eichen (g) . . . . 0,16 179 0,65 10,1 0,30 0,80 482 1110 1,0 4,8 1,3 2,4 0,99 1132 1,45 2,0 1,17 1190 1,80 1,80 1,35 1624 1,90 2,21 2,21 2716 2518 2,1 I 2,3 2,82 3,60 2500 2920 2,3 2,5 1,5 1 1.5 1,5 1.5 Proz. Zusammensetzung: Wasser (Saccharose \ . . Glykose | . . Andere org. Stoffe Mineralbestandteil. Holzfaser . . . MineralstofFe . . Dem Gewichte nach ganzen Pflanze aus, dagegen 3. Die Blätter. 90,2092,01 0,05 Löshche ^ ;--^ ►^ < tp ^ t-s i-s CQ o Oi in C5 o -i* 00 CO l-H Sorte a 2 ^ o &, 02 B i CO Geldwert 100 kg Kör- ner =lßM 100 kg Spreu und Stroh = 2 ]\I ^ Ol IS] CO .2 bO B^ CD ^-^ kg kg ig M W tg 0, > 1. Neuseeländer . . . 2C09 4637 7246 510,18 36:64 51,20 342 115 2. Hallet's Canadischer 31 03 4899 8062 604,06 39:61 48,00 381 115 3. Ehönliafer . . . 3118 4691 7809 592,70 40:60 49,00 364 121 4. Schwedischer . . 3727 5205 8032 700,42 42:58 42,80 348 125 5. Triumph .... 2733 6311 9044 563,50 30:70 42,00 408 130 6. Beseler's .... 3Ü04 5665 9269 689,94 39:61 44,80 297 125 7. Gelber flandrischer . 3182 6115 9297 631,42 34:66 43,20 311 180 8. Bestehom's . . . 3667 5000 8667 686,72 42:58 47,60 319 125 9. Weifser sibirischer . 3120 5101 8320 604,46 38:62 50,80 361 115 10. Heusdorfer August . 3531 4Ö0G 8427 662,88 42:58 44,80 351 124 11. Böhm. Postemer 3548 5048 8596 668,44 41:59 42,80 290 122 Kulturwert verschiede- ner Hafer- varietäten. 1) Magdeb. Zeit. 1886, No. 69 und 79. 8* 116 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Die Witterung war der Entwickelimg des Hafers im allgemeinen nicht im- günstig. Neuseeländer \mä Eliönliafer hatten schwache Halme mid lagerten be- reits im Jimi stark. Stärkere Halme hatten HaUet's Canadischer, weifser sibiri- scher, Heusdorfer und Posterner Hafer, sie lagerten Anfang Juli. Bedeutend stärkeren Halm hatten Beseler's, schwedischer und Bestehoim's Hafer, bei ilmon ti-at Lagerung erst "Slitte Jidi infolge anhaltenden Regens ein. Die stärksten Halme hatten flandrischer und TriumpMiaf er. Letzterer ist ein „Strohi-enommist". Proz. Zusammensetzimg der Haferkörner a) des Saatgutes, b) der Ernte. (Die Nummern der Sorten wie oben). 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Mittel Wasser . . ja) 15,0 b) 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 15,0 KoMaser . a) 12,4 b) 12,0 9,2 9,7 10,0 11,3 9,6 9,2 11,8 12,4 10,5 8,9 9,3 9,3 9,3 8,9 11,4 10,1 9,1 8,8 9,3 10,2 10,0 10,0 Asche . . . a) 3,7 Ib) 2,7 2,5 2,8 3,1 2,9 3,7 3,1 4,3 2,8 2,8 2,9 4,4 3,1 3,5 3,1 3,0 2,7 3,4 3,1 3,5 3,4 2,9 2,9 Fett . . . . .( a) 3,9 |b) 4,3 4,6 4,8 4,6 5,0 4,2 4,1 4,2 4,5 4,3 4,0 5,3 4,8 3,9 4,2 5,2 5,1 5,1 5,1 4,8 4,6 4,6 4,6 Eiweifs . . (a) 10,0 b) 12,4 10,5 10,7 12,1 10,4 10,0 10,8 12,8 11,1 8,7 11,1 9,3 10,5 9,9 10,5 8,7 11,1 8,9 9,8 8,5 9.9 10,8 10,8 Stickstofffr. Extraktst a) 55,1 . \ b) 53,6 58,1 57,0 55,3 55,5 57,5 57,8 52,0 54,2 58,7 58,1 56,8 57,2 58,4 58,5 57,0 56,0 58,5 58,2 58,7 56,9 56,7 56,7 Wie im Yorjalu-e wai'en im allgemeinen die pi ■oteinreichsten Yarie- täten die am wenigsten ei-tragreichen. Die ertragreichsten Varietäten hatten auch dm'chschnittlich die gröfsten Körner (die geringste Anzalil pro 10 g), es bedingt aber die höhere Korngrölse imd das gröfsere Kornge-vvicht nicht ausschliefslich den höheren Ertrag, sondern es wiu'de auch von den erü-ag- reicheren Varietäten eine gröfsere Körnerzahl pro Hektar produziert. — Die vergleichenden Berechnimgen des Nährgeldwertes der pro Hektar geemteten Nährstoffmengen u. s. w. erweisen, wie mchtig es ist, die besten Varietäten anzubauen, indem Merdm-ch wolü um ^3 höhere Ernten erzielt werden köimen. Haferaubau- Aubauversuche von Hafer Sorten, von J. Kühn. ^) Saatquanttun: 60 kg pro Hektar. 23,5 cm Drillweite. Boden: Dilmiallehm. Der Hafer kam in zweiter Tracht nach stark gedüngten Futterrüben. Angebaut -wnu-den: Triumph-, gemeiner weifser Rispen-, weifser canadischer Rispenhafer; Bese- ler's Hafer, Diett-ich's Hafer, brauner begrannter Falmenhafer. Ernte des weifsen canadischen und des Fahnenhafers am 11., der übrigen Sorten am 25. August. Ertrag pro ha Stroh > ^H 3 ^ |2S Namen der Sorten imd Spreu Körner ^M 8> l"^W kg kg wie 100 : kg g kg 1. Triumphhafer von Metz 5 933 1 722 29,00 48 23,21 196,65 2. Canadischer Rispenhafer 5 446 2 904 53,33 523/, 31,60 346,37 3. Triumphhafer von Platz 6 235 1916 30,74 48 22,23 239,50 4. Beseler's Hafer . . . 5 869 3 075 52,39 45 29,76 299,50 5. Dieü-ich's „ . . . G439 3 066 47,62 46 Vs 28,28 301,69 6. Gemeiner Rispenhafer . 5 341 2 921 54,70 443/, 26,69 269,90 7. Falmenhafer .... 5 690 2 776 48,80 44 V2 24,05 309,80 1) Landw. Zeit. u. Anz. Cassel 1886, No. 22. Landw. 1886, No. 45. Pflanze. 117 Proz. Zusammensetzung der ^eernteten Haferkömer (W issergelialt überall 15%): Nummer der Sorte ■wie oben Protein Fett Nfreie Extrakt- stoffe Holzfaser Äsche 1. 11,42 4,24 55,42 11,15 2,77 2. 11,94 4,78 55,19 10,54 2,55 3. 12,50 4,13 53,29 12,41 2,72 4. 9,74 4,25 58,19 9,87 2,95 5. 9,74 4,07 58,24 9,95 2,90 6. 9,24 4,19 58,00 10,27 3,30 7. 11,1G 4,11 55,50 11,17 3,0G Entgegen der gewüludichen Regel hat No. 2 hohen Körnerertrag und hohen Proteingehalt. Der TriumiDlüiafer hat sich auch bei diesem Versuch als Körnerfrucht ungünstig verhalten. In anderen Yerhältnissen mag sich dies, nach anderweitigen Versuchen, besser vei'halten, auf keinen Fall darf er allgemein als eine der ertragTeichsten Sorten bezeichnet werden. Wegen der kräftigen Habnbildung luid des späteren Rispenausti-iebes ist er aber zu Futtergemenge weiirv'oU und zu diesem Zwecke zu empfehlen. Anbauversuche mit Hafer in Saint-Remy, von Cordier. ^) Die Herbstsaat des schwarzen Hafers von Colomnier ging dm-ch die Februarfröste aus. Man erntete auf einem sandigen Lehmboden (nach Kar- toftehi, Reihensaat am 23. März, der Winterhafer am 4. November) pro Hektar: Körner Eektoliter- Stroh i. (hl) Ge wicht (kg) LmtedaiuLu Schwarzer ungar. Hafer 69,82 45 5000 25. vn. Früher Hafer von Etampes 55,18 44 5000 14. , A. rousse com-onne . . 49,50 48 3125 27. , Canad. pedigree-Hafer . 44,44 50 4111 15. , A. Joanette ou de Chenailles 42,00 50 3500 19. , A. courte ou pied de mouche 41,86 43 3400 29. , Schwarz, tart. pedigree-Hafer 39,04 48 3625 27. , Belg. Winterhafer , . 38,50 50 2962 22. , Früher Hafer von Georg len 35,44 47 2500 15. , Kleiner nackter Hafer . 21,42 70 4375 29. , Grofser nackter Hafer . 18,75 72 2400 15. , Haferanbauversuch( 3, von F. H< 3ine. 2) Geemtet ^vurden pro Hektar in Ki Logramm : 1884 1885 Protein-Proi 1885 5. Protein pro Hektar kK Probsteier Anderbecker 4178 3638 10,63 386,6 Bestehorn's ameliore . 4404 4104 11,19 459,2 AVeifser dänischer . . 45 30 3790 11,31 428,6 A'erbess. schwedischer . 4812 4162 10,63 442,4 Französischer Proüfic . — 3294 11,75 386,2 Pringle's Trimnph . . — 3468 11,75 407,4 _') Joiun. agric. 1886 (XXI.) T. IL 13. Nov., No. 918, S. 790. '■') Mitget. von J. Märcker. Magdeb. Zeit. Landw. Centralbl. f. d. Prov. Posen 1880, No. 16. • 118 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Anbau von Triumph- )i afer. Qualitäts- beurteilung der Gerste. Anbau von Triumphliafer, von S. Angele. ^) Derselbe bestockt sich stärker als die übrigen Hafersorten, man braucht deshalb nur die Hälfte des Saatquantums und erzielt eine gröfsere Menge Stroh. Seine Reife tritt aber wesentlich später ein, der Samen war sehr leicht und enthielt wenig Melil. — In einem anderen Versuch wm^en die zahlreichen Bestockimgstriebe bei warmer, trockener Witterimg nur teilweise reif. Als der Anbau neuerdings geschah, war daneben gebauter Frühhafer schon reif, wäln-end der noch grüne Triumphliafer von Rost befallen wm'de und deshalb abgemäht werden mufste. Zur Qualitätsbeurteilung der Gerste, von W. Hoffmeister. 2) In derselben "Weise \äe der Hafer ■\\'urde eine gröfsere Zahl von Gersten- proben imtersucht. Entwickelung der Gerste auf reichem und gedüngtem Boden. 6 Ö 1000 Körner \viegen durch- schnittl. Durch- 1000 Körner wiegen Stickstoffgehalt in den gehalt an Stick- stoff grofse mitt- lere kleine klein- ste grofsen mitt- leren kleinen klein- sten g % g g g g 7o 0/ /o % 7o 1 38,3 2,34 48,5 40,0 27,6; 23,7 2,20 2,36 2,47 2,43 ungedüngt 2 38,G 2,40 49,0 32,2 20,3 — 2,38 2,39 2,66 — ebenso 3 35,87 2,34 50,7 33,8 21,4 — 2,20 2,35 2,60 — Cliilisalpeter 4 34,50 2,54 52,5 34,5 19,4 — 2,40 2,64 2,77 — Chilisalpeter 1 4- Super- phosphat 5 37,1 2,56 48,9 33,0 17,3 — 2,52 2,53 2,81 i - ! ebenso 6 34,5 1 2,67 1 49,5 33,6 19,1 — 2,56 2,75 2,85 -1 Chilisalpeter Bei starker Proteinentwickelung nimmt das Durchschnittsgewicht der Körner ab. Die annähernd gleich gi'ofsen Körner haben nicht gleichen Stick- stoffgehalt, derselbe wü-d diu'ch die Düngimg erhöht. Mit Abnahme der Komgröfse steigt der Proteingehalt. Entwickelung der Gerste auf anscheinend zu dürftigem Boden, (Siehe cUe TabeUe auf Seite 119.) Die grofsen Körner sind stickstoifreicher als die kleinen. Indessen wurden auch Proben untersucht, bei welchen die Unterschiede im Stickstoff- gehalte nach der Korngröfse unwesentlich oder ganz verscliAvunden waren. Eine weitere Tabelle führt für eine Reihe Gerstenproben, ausgesondert nach der Komgröfse, den Gehalt an Asche, an Phospliorsäure imd Stick- stoff auf. Der Aschegehalt nimmt im allgemeinen mit dem Proteingehalte zu und er ist meistens innerhalb derselben Sorte bei den Ideineren Körnern gröfser als bei den grofsen. Der Phosphorsäm-egehalt ist bei den stickstoff- ännsten Körnern ebenso hoch als bei den proteini'eichsten , er ist es auch innerhalb derselben Sorte bei den ärmeren Grofsen gegenüber den reicheren, *) Der Ratgeber in Feld, Stall und Haus. 2) Landw. Jahrb. 1886, XV. 865. 1886, AprU. Pflanze. 119 lüOO Körner wiegen Stickstofl'gehalt der nung grofse mittlere kleine kleinste grofsen mittleren kleinen kleinsten der Probe g g S g 7o % % 7o 1 54,8 40,9 32,G 2G,9 1,53 1,24 1,26 1,30 2 57,8 45,0 29,G — 1,59 1,38 1,35 — 3 43,8 35,4 21,1 — 1,79 1,59 1,40 — 4 59,4 49,32 30,05 — 2,08 1,85 1,85 — 5 48,2 36,3 21,5 -. _ 1,86 1,70 1,72 — • G 47,4 35,7 27,9 — 1,92 1,82 1,79 — 7 58,9 40,2 34,7 — 1,77 1,54 1,56 — Imperial- ! gerstc 8 49,1 37,1 25,2 1,86 1,67 1,61 — 9 G9,0 51,4 38,9 — 1,69 1,55 1,45 — Schwell. Gerste ja häufig noch etwas höher. Infolge dessen gestaltet sich das Yerhältnis der Phosphorsänre zum Stickstoff bei den stickstoffämisten weit enger als bei den reichsten, imd zwar wiederum sowohl iu Beziehung zu verschie- denen Sorten als auch zu verscliiedenen Gröfsen derselben Seilte. Über das Yerhältnis des Spelzengewichts einer Anzahl in Ostpreufsen geernteter Gerstensorten, von Klien. i) Bei 27 Gerstenproben schwankten die Spelzengemchtszalilen zwisclien 8 und 140/0; ^^ö geringste Menge hatte eine Chevalier-, die gröfste eine Wüitergerste. Varietät, Bestellung, Boden, Düngung üben auf das Speizon- gewicht grofsen Einflufs. Bei von einem Düngungsversuclie stammenden Proben fand sich, dafs die mit Superphosphat (mit imd olme Stickstoff) gedüngten Parzellen die gi-öfsten Spelzenmengen gaben, wähi-end die mit Präpipitat gedüngten Flächen spelzenärmere Gerste geliefert hatten. — Die spelzenreichen Sorten waren vom Brauer nicht gekauft worden. Über mehlige und glasige Gerste, von Chi\ Grönlund. 2) Bei der Umbildung des Gerstenkorns von der glasigen in die mehlige Form spielt nicht allein das Einweichen, sonderji auch anderes entschei- dend mit. 1. Gerstekultiu'en in einem Garten mit verschiedenen Düngestoffen gaben gleichmäi'sig eine stark glasige Frucht, woraus folgt, dafs andere Verhältnisse sich mit Eücksicht auf die Entwickehmg der meliligen Gei'ste weit mehr geltend machen als die Düngimgsverhältnisse. 2. Die stark glasige Fracht ist gleich nach der Ernte mn- wenig empfänglich für die Einwirkung der Feuchtigkeit bezüglich der Umbildung zu melüiger Gerste. Spelzon- gewicht von Gersteu. Mehlige und glasige Gerste. 1) Königsberger hrnd- und forstw. Zeit. 188(3, No. 24. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 647. 2) Zeitschr. ges. Brauw. 1886, No. 14 u. 15. Kef. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. GIG. 120 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Beregnete Gerste. Gersten- anbau- ▼ereuche. 3. Wenn, sie einige Zeit gelagert hat, ist sie weit geneigter, cliu'cli Einwii'kimg der Feuchtigkeit mehlig zu werden. 4. "Weniger stark glasige Gerste ans guten Malzgerstegegenden wurde, wenn sie gelbreif geei'ntet war, gar nicht oder in geringerem Grade inbezug auf die Meliligkeit verändert, falls sie gleich nach der Ernte in Wasser gelegt wiu'de. Wemi sie vor dem Eimveichen geti'ocknet ^viuxle, wurde sie dagegen selu' mehlig. Die voRreife Gerste wiuxle, Avenn gleich nach der Ernte in Wasser gelegt, weit melüiger als zuvor. 5. Verschiedener Weichegrad in Yerbindimg mit Trocknen bei höheren oder niederen Wäa-megi-aden gab verschiedene Resultate. Je höher der Wännegrad, mn so melu' Körner AAiutlen nielilig. 6. Die aufbewahrten Gersteproben ^vau'den nach 1- oder 2 jährigem Liegen an einem ti-ockenen Orte gar nicht oder nin sehr wenig inbezug auf die Meliligkeit umgebildet, wogegen sie dm'ch Liegen an einem feuchten Ort weit mehliger werden konnten, wenn sie es auch nicht immer wurden. 7. Gerste, welche kürzere Zeit der feuchten Luft ausgesetzt wiu-de, änderte sich gar nicht oder nur wenig diu*ch die Temperatiu: des Zimmers; weit melu' in einem Thermostat bei 25 ^ C. imd in hohem Grade, wenn sie 48 Stmiden der feuchten Luft ausgesetzt wmxle. 8. Viele Gründe sprechen dafür, dafs nicht nm- nach, sondern auch während der Ernte die Beschaffenlieit der Körner in Verbindung mit der Art des Trocknens die gröfste Bedeutimg rücksichtlich der Entwickelung von Mehlkömem hat. 9. Die verschiedene Eniteweise vdvö. nach solcher Richtimg auch von Bedeutimg sein können, ohne dafs man aber aUgemeingiltige Regeln auf- stellen kann. 10. Die Gerste kann auch, oluie dafs man sie nach der Ernte der Feuchtigkeit aussetzt, durch den Einflufs der Kulturverhältnisse selbst mehlig werden; allein weder die Beschaifenheit des Samenkorns, noch die Vor- fnicht u. s. w. können die klimatischen Verhältnisse übenvinden. 11. Die Menge der Proteinstoffe steht oft im umgekehrten Verhältnisse zum MeliligkeitsgTad. Von dieser Regel giebt es jedoch viele Ausnahmen. 12. Es ist noch nicht festgestellt, warum die mehlige Gerste fiu- die Brauer gröfseren Wert hat als die glasige. Über beregnete und nicht beregnete Gerste, von Fr. Farsky.^) Probsteier Gerste la^ 8 Tage lang bei regnerischem Wetter auf dem Acker ausgebreitet. Die Körner waren zum Teil g-ekeimt. Von den ge- simden Köniem keimten 98, von den beregneten 45%. Sowolil die Ei- weifsstoffe wie die Kohlehydrate unterhegen durch das Beregnen einer weit- gehenden Zersetzimg ; die Lösliclikeit der organischen Bestandteile des Gerste- koms nimm t dui'ch das Beregnen zu. Gerstenanbau versuche mit Saatgut verschiedenen Ur- sprungs, von M. Märcker. '^) ^) Fünfter Bericht über die Thätigkeit der landvv.-clieni. Versuchsstation in Tabor 1886, ö. 1—3. Durch Ratgeber in Fehl, Stadt und Haus 1886, September. 2) Bericht über die Resultate der Gerstenausstellung des Magdeburger Vereins für Landwirtschaft u. landw. Maschinenwesen am 22. Oktober 188G. Magdeb. Zeit. 1886, No. 513, 527, 537. Pflanze. 121 Im Jalu-e 188G Avm-den folgende Gersten angebaut: 1. Eine Gerste, gezüchtet von v. Trotha-Gäusefuilh von ausgezeichneter Qualität (Chevalier- nachzucht). 2. Sualgerstc, mit der Chcvaliergerste der Hauptsache nach übereinstimmend. 3. Dänische Gerste, Nachzuclit der vorjülnigen Original- saat. 4. Slovakischo Gerste. 5, Slovakische Landgerste, mild und sein: ertragreich. 6. Schottische Perlgersto. 7. Goldene Melonengerste, beides Züchtungen von Oakshott in England. — Der Anbau geschah an 18 Yer- suchsorten. Der Boden wai" überall milder Lehmboden, Vorfrucht Zucker- rübe, Düngiuig Superphosphat (18 Pfiuid wasserlösliche Phosphorsäiu-e pro Morgen) imd teils I/2 Ctr. Chihsalpoter, teüs ebensoviel schwefelsaures Ammoniak. Saatquantum 25 kg pro preuls. Morgen, Drülweite zwischen 7 luid 8 Zoll. Die Witterung war dem Wachstimi der Gerste im allge- meinen günstig. In der ersten Hälfte des Juli beschleunigte eine abnorm starke Hitze den Eintritt der Reife übermäfsig. Zusammensetzimg der Saatgersten. Protein Innere Beschaffenheit der Körner hl -Gewicht Sorten -Nr. % 9,2 7,6 9,7 9,3 9,7 8,6 9,4 glasig 32 30 32 2 26 4 44 mehhg 22 56 26 72 34 42 14 halbmehlig 4G 14 42 26 40 54 42 67,8 67,8 67,2 62,4 66,0 67,0 61,6 Sorten -Nr Im Mittel aller Versuche erntete man pro Hektar Küogi-anun Kömer Stroh 1. 2. 3. 4. 5. Maxim. Minim. 3716 1600 3588 1752 3704 1400 3446 1454 3670 1838 Körner : Stroh (incl. Spreu) 2772 2658 2609 2926 4006 3782 3220 1,43 1,51 1,51 1,45 1,10 Mittel Maxim. Minim. Mittel 2701 5032 2640 3850 6700 2658 4179 5540 2068 5282 2078 4440 1846 Abgesehen von No. 5, welche in quantitativer Beziehung keine Be- rücksichtigauig verdient, steht das einheimische Saatgut (No. 2) in den Er- ti'ägen hinter den ausländischen Varietäten diu-chaus nicht zurück. Nach dem Urteil der Preisrichter gruppieren sich die angebauten Varietäten folgendermafsen : 3. 4. Hochfein Fein a Fein Gut JVüttel Unter I\littel 1. 4 10 5. = -1.3= = 16 10] 3 9 9 6 6 5 12 17 10 9 20 Zalil der Proben 30 31 30 32 31 No. 1 steht obenan, dami folgt die Saalgerste. Saatgut hat in der Qualität das fremde geschlagen. 5 5 Das einheimische 122 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Litteratur über Gerste. Der mittlere Proteingehalt war: bei Gerste No. 1. 8,86% 2 8 77 „ 3. 8,78 „ „ 4. 8,74,, ,, o. o,yJ „ Die besten Gersten hatten: den geringsten das höchste Proteingehalt hl - Gewicht Das lil-GeA\'iclit 68,0 68,2 68,0 68,1 67,1 den geringsten Gehalt an glasigen Körnern glasig mehlig halbmehlig Hochfein a 7,C% Hoclifeüi G 9,6 kg Hochfein 5,1 36,0 58,9 Hoclifein 8,0,. Fein a 68,0 „ Fein 13,4 29,6 47,0 Fein 8,0 ., Fein 68,8 „ 7 * •^ ' ; ^ Gut 8,4 „ Gut 68,5 „ Gut 17,2 24,8 58,0 Mttel 8,9 „ Mittel 67,8 „ Mittel 22,5 20,8 46,7 Unter Mtt. 9,8 „ Unter Mitt. 66,3 „ Unter Mitt. 38,3 12,1 49,6 Es betiiig der mittlere Gehalt an glasigen mehligen halbmehligen Körnern Gerste No. 1. 23,1 23,2 53,7 „ 2. 21,9 22,3 55,8 „ 3. 20,9 22,8 56,3 „ 4. 18,2 22,4 59,4 „ 5. 25,9 18,2 55,9 Die Anwendimg von Chilisalpeter resp. schwefelsam-em Ammoniak gab folgende Eesultate (Eiixäge pro Hektar): pro Hektar 100 kg Chilisalpeter pro Hektar 100 kg schwefeis. Ammoniak Sorten- Körner Stroh Protein hl-Gew. Kürner Stroh Protein hl-Gew. No. kg kg % kg kg kg "/o kg 1. 2692 3933 8,88 67,9 2710 4024 8,83 68,0 2. 2788 3767 8,76 68,1 2756 3789 8,78 68,2 3. 2659 4265 8,80 67,8 2656 3774 8,73 68,1 4. 2604 4092 8,77 68,0 2G14 3381 8,71 68,2 5. 2594 3987 — — 2897 3059 — — Mttel 2739,4 3851,0 — — 2726,6 3743,2 — - — Ohne No. 5. 2685,8 3967,5 8,80 67,95 2684,0 3967,5 8,76 68,13 Die Differenz zu gmisten des Chilisalpeters ist verschwindend gering, Cliilisalpetergerste entliielt im Mittel 21,8, Ammoniakgerste 23,5 ^/q mehlige Körner; auch hinsichtlich der Feinheit tiberwog die letztere, die Differenzen sind aber germg, die Befürchtungen über die qualitätsschädigenden Wü-kungen des Cliilisalpeters bei mäfsigcr Gabe übei-trieben. Die Düngmig mit Phosphorsäure hatte nur bescheidene Wirkmig imd ilir Einflufs auf die Qualität war dementsprechend auch kein ausgesprochener. Die bei der ersten mährischen Gersten-Ausstellung prämiiex'- ten Gerstensorten, von A. Zoebl. i) Beurteilung von Braugerste, von E. Möller-Holst.2) 1) Allg. Brauer- und Hopfenzeit. 1887, No. 16. 2) Allg. Brauer- u. Hopfenzeit. 1886, No. 54. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 720. Pflanze. 123 Zur Beurteilung der Braugerste, von E. Möllcr-Holst. ^) Erste Untcrfränkisclie Gerste-AusstoUung in Würzburg. 2) Über Prüfung der Gerste auf Mehligkeit, von L. Aubry. 3) Wie erzielt man gute Braugerste? von C. Nerger.'*) Die Saatfruclitauslese auf nassem Wege, von J. Wolff. 5) Um die (spezifisch) scliwcrsten K()rncr zu bekommen, wird empfohlen, eine starke Salzlösimg (Viehsalz) zu machen, in welche ein steijibeschwerter Korb konuut. In diesen Avia-d die bereits bestgereinigte Saatfrucht geschüttet und das Schwimmenbleibende abgeschöpft. Die Samen werden nachher in Wasser abgewaschen imd getrocknet. Konservierung feuchter Körner, von K. Sydow. ß) Um das Yerderben nicht ti'ockeu geernteten Getreides zu verhindern, empfiehlt sich Einrichtmig von DarrA^orrichtimgen, wie solche auf den Gütern der nissischen Ostseeprovinzen verbreitet sind. Auch ausgewachsenes Ge- treide wird hierdiu-ch gut backfällig. Über den Einflufs der Ernte-, Dresch- und der Aufbewah- rungsmethode auf die Güte der Körnerfrüchte, von E. Wollny.^) Hackkultur des Getreides, von Rimpau. ^j Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und prak- tischer Grundlage, von A. Nowacki. ^) Die Kultur der Getreidearten mit Eücksicht auf Erfahrung und Wissenschaft, von E. WoUny. ^0) c) Kartoffeln. Die wilde Kartoffel von Paraguay, von F. Nobbe.^^) Die Pflanzen entwickelten ein merkwürdig starkes Stolonensystem (Rhizome erster Ordnung über 2 m lang) mid lieferten Knollen von 22,9 % Trockensubstanz imd 17,1 ^/q Stärke. Die KjioUen waren gekocht migeniefs- bar, glasigsclüeimig, solaninhaltig, noch nicht ausgereift. Im Gehalt an Wasser-, Roh- und Reinasche, Stärke, Fett und Stickstoffsubstanz imter- schieden sich die Knollen nicht wesentlich von dem durchschnittlichen Gehalte der kulti\ierten Sorten. Verfasser liefert auch eine ausfülu-liche morphologische Besclu-eibimg der Pflanze; zu welcher Species sie gehört, ist noch nicht entscliieden. Über den Einflufs der Bodenart auf den Ertrag, Stärke- gehalt und die Erkrankung verschiedener Kartoffelsorten, von G. Marek. 12) 1) Allg. Brauer- und Hopfenzeit. 1886, No. 54. 2) Allg. Brauer- und Hopfenzeit. 1886, No. 128. 3) Zeitschr. ges. Brauw. 1885, No. 4. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 503. *) D. landw. Presse 1886, No. 99. 5) Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 1886, No. 9. 6) Fühling's landw. Zeit. 1886, 52. '') Zeitschr. d. bavr. landw. Ver. 1886, September — November. 8) Jahrb. der d. Landwirtschafts-Gesellschaft 1886, L 118. 9) Berlin 1886, bei Paul Parey. 10) Heidelberg 1887, bei C. Winter. 11) Landw. Versuclisst. 1886, XXXHL 447. 12) Fühling's landw. Zeit. 1886, H. 2, 3. Saat&ucht- aiiHlese auf uasecm Wege. Konser- vierung feuchter Körner. Wilde Kartoffel. Einflufs der Bodenart auf Ertrag u. 8. w. bei Kartoffel- sorten. 124 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Es \\iircleii Schächte von je 25 m Länge, 2,25 m Breite und 0,28 m Tiefe ausgehoben und 1. mit Lehmboden, 2, Sandboden, 3. Thonboden, 4. Moorboden, 5. Himiusboden gefüllt. Dazu kam G. ein IdiustKch her- gestellter kalkhaltiger Lehmboden. Ausgebaut wiu'den 46 Sorten. Die Residtate waren: 1. InbezugaufKnollengröfse. Ln Durchschnitte aller Sorten er- zeugte der kaUdialtige Lehm Knollen von 38 g „ Moorboden „ ?, 37 „ „ Thonboden „ -,36 „ „ Hiunusboden „ „33 „ „ Lehmboden „ „30 „ „ Sandboden „ »28 „ Jedoch erreichten die einzelnen Sorten teilweise auf verscliiedenen Boden- arten das gi'öfste Knollengewicht, die Melu-zald. auf dem gekalkten Lehm. 2. Inbezug auf die pro Staude gebildete Knollenzahl. Im Diu-chschnitt aller Sorten erzeugte pro Stock KnoUen auf Sandboden . Hiuniisboden Thonboden . Lehmboden . Moorboden . Kalklialt. Lehmboden 20 18 17 15 11 Die höchste EjioUenzahl erreichten die meisten Sorten auf Sandboden. 3. Inbezug auf den Ertrag. Im Dm-chschnitte aller Sorten waren die Erti'äge in DopiDelcentnern pro Hektar berechnet: ^ Thonboden .... 306,6 Hmnusboden . . . 296,1 Moorboden . . . . 291,0 Sandboden . . . . 276,5 Lehmboden. . . . 244,5 Kalkhalt. Lehmboden 210,0 Aber nicht alle Sorten erreichten ilu-e höchsten Erträge auf dem Thon- boden, ein grofser Ted gab vielmelu* am meisten auf Hmnus-, Moor- imd Sandboden. 4. Inbezug auf den Stärkemehlgehalt. Im Mittel aller Sorten markierte sich der Einflufs des Bodens in folgender Weise: Moorboden Sandboden Humusboden . Thonboden Lelimboden . Kalkhalt. Lelmi Ein Teil der Sorten en-eichte den höchsten Stärkemelügehalt auf dem Sand- boden, andere auf Hmnus-, Lelmi und kaUihaltigcm Lehmboden, etliche so- gar auf dem Thonboden. 4. Inbezug auf den Stärkeertrag pro Hektar gab Thonboden . . 45,78 Doppclcentuer Humusboden . 45,57 „ . . 15,4 7o . . 15,1,, . . 15,9,, . . 14,8,, • • 14,5,, • • 13,7 „ Pflanze. 125 Moorboden . . 45,3G Doppelccntner Sandboden . . 41,58 „ Lehmboden . . 3G,75 „ Kalkhalt. Lehm 30,03 Die meisten Sorten lieferten die gröfste Stärkemenge auf Moor-, Thmi- und Humusboden. 5. Inbezug auf die Zalil erkrankter Kartoffeln. Fiu- sämt- liche Sorten ergaben sich folgende Durchschnittszahlen für die Zahl der crla-ankten Kartoffeln : Lehmboden . . . 31,9 7o Thonboden . . . 36,1 „ Humusboden . . . 33,6 „ Kalkhalt. Lehm . . 33,2 „ Moorboden ... 26,1 „ Sandboden . . . 14,3 „ 6. Inbezug auf die Gewichtsprozente erkrankter Knollen. Nach dem Durchschnitt aller Sorten beti-ug die Erlo-ankungsziffer bei den einzelnen Bodenarten: Lehmboden . . . 31,1 7o Thonboden ... 28,6 „ Kalkhalt. Lehm . . 26,9 „ Hiunusboden . . . 26,4 „ Moorboden . . . 18,1 „ Sandboden . . . 10,4 „ Hieraus ergeben sich folgende allgemeinen Eesultate für die einzelnen Bodenarten : a) Für den Thonboden. Der Thonboden gab hohe Erträge an Knollen und an Stärkemehl, doch stand der Stärkemelilgehalt der auf ihm gewachsenen imd meist zm- Füttenmg geeigneten Kartoff ehi jenen von an- deren Bodenarten nach. A^on den angebauten 46 Sorten gaben die folgen- den 17 ihre höchsten Erträge auf Thonboden: Eichter's Imperator, E.'s lange weifse, R.'s vierzigknoüi go, Champion, Frühe Nassengrunder, Lippe'sche Rose, Daher 'sehe, Prima Donna, Red skin FloiubaU, Peru, The Farmer 's blush, Allvohol ^äolett, Anderssen, Sieberhäuser, Tliusnelda, späte Rosen — mit Ausnahme der Richter'schen Sorten Yor^^deg•end Futterkartoffeln. b) Für den Sandboden. Derselbe erzeug-te kleine, aber viele Kar- toffeln, er war l^esonders der Entmckelung der frülu-eifen imd der Speise- kartoffel günstig. Er förderte den Stärlonehlgehalt in den einzebien Sorten und ergab noch him-eichenden Ertrag an Stärke vom Hektar. Die Ge^vichts- I>rozente erkrankter Kartoffehi wai-en bei demselben selu^ niedrig. Hire relativ höchsten Erträge gaben auf dem Sand Blauäugige sächsische Bisquit, Gelb- fleischige Bisqiüt, Trophime, Richter's lange weifse, Improved peachblow, Englische, The farmers blush, Eos, Friihe Rosen; ilu-e höchsten Stärke- mengen Gelbschalige Bis(|uit, Fnilie Nassengnmder, Garnet - Chili , Gelb- fleisclüge Zwiebel, Auroiva. Sieberhäuser, Scluieeflocke. c) Für den Moorboden. Derselbe erzeugte grofsen Kartoffel- und guten Ej^oUenansatz mit hohen Erträgen. Er produzierte genügend stärke- reiche Kartoffeln und imterlag den Einflüssen der Erkranlamg 'nicht in so merkbarer "Weise wie der Lehm- und Thonboden. Die höchsten Erti'äge gaben 126 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Alkohol, Eichter's Schneerose, Magnum bonum, Achilles, Daber'sche, Frühe Yeriuoiit, Hertha, Aurora, Thi;snelda, Neue Lippe'sche luid Sclmeeflocke — teils Brenn-, teils Speisekartoffeln. d) Für den Lehmboden. Im allgemeinen hat dieser Boden nur rdedere ]\Iittelzalüen geliefert. e) Für den Humusboden. Dieser verhielt sich äluilich ^vie der Lehmboden. f) Für den kalkhaltigen Lehmboden. Die starke Kalkimg scheint keiner Sorte gut bekommen zu haben, der Diu'chschnittsertrag war auf diesem Boden am kleinsten. Im Mttel aller Bodenarten Lieferten 1. die gröfsten Knollen: Gamet-Chili 85 g, Eichter's Imperator, Späte Eosen 61, Neue Lippe'sche 49, AcliiUes, Degen's Bisquit 47, Lippe'- sche Eose, Eed skin Flom-ball 43, Gelbfleischige Zwiebel 42, Bi-eese's prolific 41, Magmun bonum 39, Sieberhäuser 38 g. 2. Die gröfste Knollenzahl pro Staude: Alkohol violette 31, Gelbe Eose 29, Alkohol, Eichter's 40 knollige. Frühe Nassengnmder 26, Troplüme, Peru, The Farmers blusli 25, Blaue Jenaer 24, Thusnelda 27, Champion 21, Eos 20. 3. Die höchsten Erträge pro Hektar in Doppelcentnern: Späte Eosen 409, Eed skin Floiu-baU, Eichter's Imperator 401, Peru 389, Frühe Nassengrunder 380, Alkohol 359, Eichter's 40knollige 352, Gelbe Eose 350, Eichter's lange weifse 348, Eos, Allcohol violette 343, Neue Lippe'sche 336, Garnet-Chili 329, Ceres 328. 4. Die höchsten Stärkegehaltsmengen: Alkohol 18,3%, Tro- plüme 17,6, Eichter's Edelstein und Lnperator 17,1, Champion 16,8, Gelbe Eose 16,7, Eichter's Schneerose, Eos 16,6, Anderssen 16,2, Daber'sche 16,1, Gelbfleischige Zwiebel 16,0, Sieberhäuser 15,9%. 5. Die höchsten Erträge an Stärke pro Hektar in Doppel- centnern: Eichter's Imperator 68,60, Alkohol 65,85, Gelbe Eose 58,52, Eos 57,06, Eed skin Floiu-baU 56,24, Degen's Bisquit 54,94, Späte Eose 53,60, Alkohol violette 53,55, Eichter's lange weiTse 52,21, Peru 51,45, Eichter's 40kiiomge 50,81, Champion 49,60. 6. Die geringsten Gewichtsmengen erkrankter Kartoffeln in Prozenten: Garnet-Chili 0,0, Mag-num boniun 0,5, Imperator 1,7, Gelbfleiscliige Zwiebel 1,7, Anderssen 3,0, Eed skin Flom-baU 3,3, Sieber- häuser 3,7, Eos 3,9, Improved plachblow 4,9, AcliiUes, 5,1, Peru 6,5. Das Abwelken der Steckkartoffeln, von A. Leydhecker. i) toffein. Zum Versuche diente eine Fläche von 16 a, welche im Vorjalire Sommerhabnfrüchte geti'agen hatte. Im Fi-ühjalu- wnirde mit StaUmist ge- düngt, das Feld in Kämme gelegt. Ausgelegt \\'ui'de am 5. Mai. Als Saatgut dienten 8 Sorten : 1. Schottische Champion. 2. Marmont. 3. Euphyllos. 4. Daber'sche. 5. Early Eose. 6. Blaue Eiesen. 7. Eed skin Flom-ball. 8. Eichter's Imperator. Von jeder Sorte Aviuxlen möglichst gleichschwere, mittelgrofse KnoUen ausgesucht, zur Hälfte kühl imd dimkel gelagei-t, ziu- Hälfte auf einem Schüttboden dünn ausgebreitet. Nach 7 Wochen Abwelken der Saatkar 1) ÖsteiT. landw. Wochenbl. 1886, No. 4 u. 5. Pflanze. 127 liattcu die Sorten im Durchschnitt 10,75 0/q au Gewicht verloren, beson- ders 1. (15,5 %), am wenigsten 2. (8,1 ^Jq). Bei keiner Sorte waren die Keime stärker angetrieben als bei den kühlgelagerten, frischgebliebenen Knollen. Entfernimg der Saatkämme 50, Höhe etwa 20 cm. Die KnoUen w^u-den 5 cm tief imd 32 cm entfernt untergebracht. — Bei eiiicni zweiten Versuche mit Sorte 1, 2, 4, 5 kam verschieden schAveres Saatgiit (grofse und ganz kleine Knollen) zur Anwendung. Die Hälfte dieser Knollen ver- weilte 50 Tage an einem warmen, luftigen Orte. Aussaat am G. Mai. Die anhaltend ti-ockene AVittermig nach dem Anbau hielt das Wachs- tum der Kartoffebi aufserordentlich zm-ück, besonders jene aus gewelktem Saatgut. Erst si)äter, als reicldichc Niederscliläge gefallen waren, ver- schwanden die Unterscliiede in der Krautbildung frischen imd welken Saat- guts. Ernte vom 2. bis 7. Oktober. Erträge (kg von ^/g a): 2. Saataait 11 2. bis 7. Oktober . Erträge (kg von 1/2 frisch. mittelschwer. To. der Sorte Grofse Knollen Kleine Knollen Zusammen. 1 G9,9 9,9 79,8 2 60,1 6,6 66,7 3 110,6 12,5 123,1 4 53,1 9,8 62,9 5 63,9 8,2 72,1 6 57,0 6,3 63,3 7 57,3 6,9 64,2 8 70,5 3,3 73,8 welk. mittelschwer. 1 84,0 10,5 94,5 2 64,8 6,3 71,1 3 123,6 18,3 141,9 4 53,1 9,9 63,0 5 68,2 4,2 72,4 6 61,2 9,6 70,8 7 60,6 7,8 68,4 8 72,0 6,3 78,3 Im Durchschnitte der 8 Sorten brachte somit das angewelkte Saatgut einen Mehrertrag von gTofse Knollen 5,64 kg, kleine „ 1,17 „ 6,81 kg. Das Abwellcou mrkte bei den verschiedenen Sorten verschieden aus- giebig. Der zweite Yersucli ergab in Kilogramm: 1. Saatgut grofs. No. der Sorte 1 2 4 5 CJrofse Knollen welk Kleine Knollen Zusammen Irisch frisch welk frisch welk 71,7 73,5 7,8 11,8 79,5 85,3 90,0 98,2 9,0 9,9 99,0 108,1 67,5 120,8 11,3 16,8 78,8 137,6 66,9 66,6 8,0 8,4 74,9 75,0 128 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 2. Saatgut Idein. No. Häufeln der Kartoffeln. der Sorte Grofse Knollen frisch welk Kleine Knollen frisch welk Zusammen frisch Avelk 1 58,6 68,4 13,6 7,5 72,2 75,9 2 54,5 72,2 10,2 10,0 64,7 82,2 4 63,9 63,9 11,1 21,6 75,0 85,5 5 54,0 64,8 6,6 6,9 60,6 71,7 Der Boden, auf dem der Yersucli stattfand, war frischer und etwas bindiger und nicht so freigelegen wie jener des ersten Versuchs. Das Häufeln der Kartoffeln, von Paul Gabler, i) 20 Knollen jeder Sorte, annähernd gleich gi-ofs und gleich schwer, wiu-den am 20. Mai ausgesetzt, je 10 Stöcke am 29. Jimi imd 20. Juli behackt und behäufelt, je 10 nur behackt. Fehlerhafte wm-den bei der Ernte nicht beobachtet. Ergebnisse: Kartoffel-Sorten. 1. 2. 3. 4. .5. 6. 7. 8. !). 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. Imperator . . . Fürst Bismarck . Herknles . . . Paterson's Viktoria Seed Red Skin Flourball Magnum bonum . Aurora . . . . Schneeflocke . . Hertha .... Späte Rosen . . Richter's Elegante Eos Bovinia . . . . Champion . . . Bisquit . . . . behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unbehäufelt behäufelt unliehäufelt behäufelt unbehäufelt 1884 1885 8150,0 6900,0 8300.0 8100,0 9150.0 8250,0 5550,0 5100,0 6400,0 4750,0 5200,0 3750,0 4450,0 3750,0 3750,0 8400,0 3100,0 2500,0 5050,0 3250,0 2750,0 2650,0 3600,0 i 3600,0 + 18,1 + 2,4 + 10,8 + 8,2 + 34,7 + 38,6 + 18,6 + 10,3 + 24,0 + 55,3 + 3,7 0,0 3600,0 3250,0 3100,0 2300,0 3950,0 3900,0 2450,0 2950,0 1700,0 3000,0 4250,0 3950,0 5350,0 5700,0 4400,0 4300,0 3050,0 2050,0 5150,0 5100,0 1750,0 2200,0 4100,0 2200,0 3500,0 3400,0 6000,0 4700,0 5150,0 6050,0 3350,0 3400,0 Ertrag Mehr- jj ertrag i durch i Be- li in häufeln g + 10.7 + 34,7 + 1,2 - 8,2 -76,4 + 7,5 - 6,5 + 2,5 + 48,7 + 0,9 - 25,7 + 86,8 + 2,9 + 27,6 -17,4 - 1,4 Mehr- ertrag durch Be- häufeln /o 7400,0 5450,0 6900,0 6450,0 7400,0 5550,0 5300,0 4500,0 6450,0 5200,0 5100,0 4950,0 6000,0 6400,0 5300,0 5150,0 6350,0 5000,0 8500,0 7650,0 5300,0 5350,0 6250,0 5250,0 8300,0 6300,0 6100.0 6450,0 5800,0 5600,0 + 35,7 + 6,9 + 35,1 + 17,7 + 24,3 + 3,0 — 6,6 + 2,9 + 27,0 + 11,1 - 0,9 + 19,0 + 31,7 - 5,7 + 3,5 1) Georg. 1886, No. 3. Pflanze. 120 1883 1884 1885 Kartoffel-Sorten. Ertrag in g Mehr- ertrag durch Be- häufeln 7o Ertrag 1 in g Mehr- j i Mehr- ertrag p , ertrag durch ^^^^ durch Be- "1 j Be- häufeln 1 häufeln % 1 g % in Tii i- • 1- behäufelt 17. Blaue fnsche . . ^^^beliäufelt -.o -.TT -c 1^ • behäufelt 18. Weifse Danziger . ,„,y,,häufelt ,,. ., behäufelt !••• ^^"^-^ unbehäufelt 20. Früheste Sechs- behäufelt wochenkartofiel unbehäufelt --,1 /-, 1 1 1 behäufelt 21. Goldelse. . . . ,,^|,e|,äufelt 22. Schneeglöckchen . ^^^^ nn A j behäufelt 23. Anderssen . . . ^^^b^häufelt 24. Weifse späte Roseu I;'//;2;äufeit 3350,0 2800,0 3450,0 3450,0 4700,0 3900,0 2050,0 1450,0 3850,0 1 4300,0 3750,0 4250,0 2000,0 2100,0 5000,0 3850,0 + 16,0 0,0 + 20,5 + 41,3 — 11,6 -13,3 — 5,0 + 29,8 _ 5850,0 4100,0 6150,0 6150,0 4250,0 4200,0 5050,0 5900,0 6750,0 7150,0 5400,0 3450,0 4200,0 3250,0 + 42,6 0,0 + 1,1 — 16,8 — 5,9 + 56,5 + 29,2 Die einzelnen Sorten verhalten sich demnacli gegen Behäufeln ver- schieden, manche gaben stets Melu--, andere Mindererti-äge. Bei den Fntter- kartoffeln, weniger bei den Speisekartoffeln, treten die A^orzüge des Be- hänfelns am deutlichsten hervor. Verfasser meint, dies rühre vom "Wasser- . gehalte her, der bei ersteren gröfser sei; das Behäufeln wii'ke liier als Schutz gegen Fäulnis imd andere Erla-anlamg, nicht von der bewii-kten geringeren Feuchtigkeit des Erdi'eiclis an sich. Im Jahi-e 1883, welches nafs war, hatte bis auf einen Fall die den Boden austrocknende Behäufelung überall günstig gewirkt. 1884 war mehr trocken, die Behäufelung bewii'kte deshalb nm' 13mal Mehrgewicht, Imal Gleichgemacht, 8 mal Mnderge wicht. 1885 war feucht, nasser nur gegen den Herbst liin. Es ergab sich 15mal ]VIelirge\\acht, Imal Gleichgewicht, 5 mal ]\Iindergewicht durch das Häufeln. Die Ergebnisse sollen si^äter mit den Niedersclilägen der einzelneji Monate verglichen werden. Kartoffelanbauversuche, von 0. Cimbal. i) Kartoffei- ' ' anbau- Bei dem ti'ockenen Sommer 1885, welcher die Spätsorten wesentlich versuciie. benacliteilig-te, wiu'den auf lumiosem, gut kiütiviertem Lehm die folgenden Ei-ti'äce erzielt. 1) Landw. 1888, No. 16. Jahresbericht 1886. 130 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Name orgen nach 'S § ^ a g 'S § m a^ 2:2 fl ^£ 5 ?£.5 rtragp n Kno Cen Stärk nach rtrag ro Moi Pf 1 W «3 n Pi 1 2 3 4 5 *6 *7 8 *9 10 11 12 13 14 *15 *16 *17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 *27 28 29 30 31 32 *33 34 35 36 37 38 *39 40 Hermann .... Koniblimie .... Hero AnreKe Matador 174 von 81 (Paiüsen) . A.r. 1 9 von 1 882(Paiüsen) Cliarlotte A.R. 27 vonl882(Paiüsen) Amaranthe Odin Hortensie Eicliter's Inii)erator . Ajiderssen 162 von 1881 (Paiüsen) Tremont Wormleigliton's Sämling Improved Peacliblow . . Alkohol, violett . . . Rosalie Early Hammcrsmitli . . Alkohol Kleopati\a Blanka Guillet Hei-tlia 153 von 1881 (Paiüsen) Lippische Rose . . . Eos Gelbe Rose Richter's Schneerose . . Champion Clarks ]\Iamc crop . . Euphyllos Wliite Elefant .... Red-Skin-FlonrbaU . . Calico Gelbfleisch, säclis. Zwiebel Roche Weifsfleisch.sächs.Zwiebel 151,20 156 254 160 172,80 149,40 180 163,80 147,60 156,60 148,20 160,20 140,40 143,10 149,40 136,80 160 149,40 152,40 158,40 144 127,80 153 144 149,40 165,60 130,20 147,60 131,40 131,40 145,80 136,80 122,40 160,20 150,30 140 136,80 141,30 136,80 126 22,61 21,86 22,13 21,30 19,58 22,61 18,76 20,43 22,61 20,43 22,13 20,01 22,61 21,94 20,86 22,61 19,16 20,43 20,01 19,16 20,86 23,05 19,16 20,43 19,58 17,59 21,74 19,58 21,94 21,74 19,58 20,86 23,05 17,23 18,36 19,58 20,01 19,16 19,16 20,43 3418,632 3410,16 3408,02 3408 3383,424 3379,034 3376,8 3346,434 3337 3309,66 3279,666 3205,602 3174,444 3139,614 3116,448 3093,148 3065,60 3052,242 3049,524 3034,974 3003,84 2945,79 2931,48 2941,92 2025,252 2912,904 2895,768 2890,008 2882,916 2856,636 2854,764 2853,648 2821.32 2760,246 2759,508 2741,20 2737,368 2707,308 2621,088 2574,18 Bemerkmigen zu einzelnen Sorten HervoiTagende, sehr gut be- "wälirte Züch- timg. Ebenfalls "wie- der gut bewälirt. Noch weiter zu prüfen. Palst wahr- scheinlich für leichte Böden, zu Brennerei- zwecken. Massenkartoffel ersten Ranges. Beachtenswerte Neuzüchtimg. Wie 3. Wie 6. AVie 3. Wieder gut be- Avährt. Empfehlens- werte Sorte. Neuheiten. Pflanze. 131 Name Chardon Dabor Mai;imiu bomiin . Späte Aveilsc Rosen . Frühe Nassenginmder Cuzko Amerik. Magnmn bonum N. R. 9 von 1881 . . Gleason Pringle Giiesenliäger . . . . Aiu'oi'a Achilles St. Patric S 'S? 1«^ d S p ffi a p- o a J" -ä 85 von 80 . . . . Silberliant .... Gesundheit .... Schobnaster. . . . Van der Veer . Early Eose .... Brannschweiger Zncker Idaho Plentiful The farmers blnsli Janowky Matschlefs .... Peerlefs Adirondak .... WeltAvmider. T^'rian piu-jjle . Marzipankartoffel . Boston Market . . . Maikönigin .... Eichter's frühe Zwiebel Königin von Rumänien Telephone .... Eai'ly Maiflower . Rosy Morn .... *Early Simrise . . . Heinemann's Delicatefs Late beautis of Hebron Earlv Olüo .... 126 113,40 129,00 144 145,80 142,20 138,G0 118,80 120,G0 117,0 109,80 118,80 124,20 111,G0 99 100,80 108,0 104,40 115,20 117 100,20 114,30 95,50 93,00 107,10 04,50 97,20 90,90 97,20 84,00 72,00 85,50 77,40 72 74,70 75,00 04,80 07,50 71,10 06,00 79,20 08,40 20,43 22,01 19,58 17,59 17,23 17,59 17,97 20,80 20,43 20,80 22,13 19,58 17,97 19,58 21,74 21,30 19,58 19,58 17,59 17,05 18,36 10,88 20,22 20,43 17,59 19,58 18,76 20,01 18,30 18,30 20,80 17,23 18,30 19,10 18,30 17,59 20,01 18,30 17,23 18,30 15,37 17,59 !3 c ^ <^ a Bemerkungen zu einzelnen Sorten 2574,18 2503,974 2573,508 2532,96 2512,134 2501,298 2490,642 2478,168 2463,858 2440,62 2429,874 2320,104 2231,874 2185,128 2152,20 2147,04 2114,04 2044,152 2020,308 1994,85 1949,832 1929,384 1928,988 1912,248 1883,889 1850,31 1823,472 1818,909 1784,592 1553,250 1501,92 1473,105 1421,004 1379,52 1371,492 1329,804 1290,048 1239,3 1225,053 1222,770 1217,304 1203,156 76, 77 scheinen keinen beson- deren Wert zn liabcn. 80. GartenkartoffeL 132 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Kartoffel- aubau- versuche. Name *83 84 85 *86l 87' 88 *89 *90 *91 *92 *93 Stolz von Amerika Wlüte Staar . . Alpha .... Rubicimd . . . Dr. Stej^hau . . König von Rumänien Pm-ple and Gold . Early Hoiiscliald . Queen of tlie Valley Joseph Rigault. Harlequin . . . ä^ 1 c cä ä W^ W Ph 70,20 60,30 63 47,70 68,40 58,50 52,20 43,20 50,40 39,00 14,40 16,54 19,16 17,97 23,05 15,92 16,54 17,59 19,16 15,92 14,51 17,59 1161,108 1155,348 1132,11 1099,485 1088,928 967,59 918,198 827,712 802,368 574,596 253,296 Bemerkimgen zu einzelnen Sorten 83. Taugt nidhts. 89. Wie 80. 90. Vielleicht frühe Marktkartoffel. 91. Wie 83. 92. Wie 80. 93. Für die grofsen Kultin-en imge- eignet. — Die meisten übrigen Sorten sind erst noch weiter zu prüfende Neu- heiten. Vergleichende Anbauversuche mit verschiedenen Kartoffel- sorten im Jahre 18 85, von F. Heine. ^) Der Boden war nicht ganz normaler Zuckerrübenboden, aber solchem sehr nahekommend. Gedüngt war mit Stallmist imter Beigabe von Cliili- salpeter imd Doppelsuperj)hosphat. Die Eiti'äge, pro Morgen berechnet (die bisher auf Grund vieljälu'iger Versuche besten 12 Sorten sind mit 2 Stern- chen, die unter den 1883 zum erstenmale geprüften Sorten besonders her- von-agenden sind mit einem Sternchen bezeiclmet): No. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Namen der Sorten **Gelbe Rose **Richter's Imperator **Magnmn bonum .... Rosaüe **EuphyUos **Eos ^ Paiüsen's No. 39 von 1874 **Frühe Nassengrunder . *Amaranth Richter's lange weifse . . Knollen- Ertrag pro Morgen Pfd. 17 223 15 420 16 532 16 261 17 613 13 799 17 048 14 637 14 629 15 118 Stärkegehalt 7o stärkemenge pro Morgen Pfd. 21,04 23,08 21,46 20,91 18,99 24,05 19,21 22,12 21,78 20,78 3584 3559 3548 3400 3345 3319 3275 3238 3186 3142 1) D. landw. Presse 1886, No. 24 u. 25, auch Sachs, landw. Ver.-Zeitschr. 1886, No. 7, S. 167. Pflanze. 133 Paulsen's No. 31 von 1874 **Eichter's Sclmeerose . . . *Hermanii Schulmeister Richter's No. 17 von 1875 . Prima Domia Richter's No. 2G1 von 1877 Gamet Chili Hortensie Adirondack Sächsische Zwiebel . . . Silberhaut ^''^Lippische Rose **The farmers bhish . . Idaho Dabersche **Aiu'ora ^'■'Champion Weilse CaUao *Matador Rosa Elephant Hero Panlsen's No. 8 von 1874 . Acliüles **Alkohol Bm-bank's Seedling , . . Wlüte Star Bresee's prolific . . . . Indispensable "Wittersche Dauer . . . . Fürstenwalder Richter's No. 200 von 1876 Improved Peachblow . Granat Zborow Richter's No. 83 von 18GG . Sutton's reading hero . . . Pringle Richter's No. 422 von 1877 Redskin floui'ball . . . . ^Aiu-elie Leschen "Waschewer ...... 15 030 14 786 12597 14 096 14138 14 496 15 082 12 789 14 636 14 716 13 709 13 470 14 312 14 044 15 351 12 764 13 406 14 438 13 953 16 071 13 389 12 913 15 417 12 162 12 155 14 065 14 040 13 570 14 418 12 848 12 138 11877 12 386 12 823 14 104 14 234 11 756 12411 12 323 12 251 11607 11479 13 220 20,76 20,97 23,97 21,21 20,99 20,40 19,52 22,94 19,95 19,68 21,70 21,43 20,14 20,52 18,68 22,36 21,25 19,62 20,27 17,38 20,83 21,58 18,06 22,77 22,72 19,63 19,46 20,13 18,94 21,24 22,26 22,73 21,74 20,81 18,76 19,90 22,31 21,04 21,14 21,19 22,26 22,50 19,46 3120 3101 3020 2990 2968 2957 2944 2934 2920 2896 2888 2887 2882 2882 2868 2854 2849 2833 2828 2793 2789 2787 2784 2769 2762 2761 2732 2732 2731 2729 2702 2700 2693 2668 2646 2634 2623 2611 2605 2596 2584 2583 2573 134 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. No. Namen der Sorten Knollen- Ertrag Stärkegehalt Stärkemenge pro Morgen Morgen Pfd. 7o Pfd. 11827 21,71 2568 12 091 21,08 2549 13 415 18,91 2537 12 836 19,60 2516 12 575 19,71 2479 13 365 18,46 2467 12 032 20,43 2458 12 226 20,06 2453 11490 21,30 2447 11950 20,32 2428 10 477 23,10 2420 11 966 20,16 . 2412 12 667 18,51 2345 10 939 21,35 2335 10 890 21,13 2301 10 785 21,26 2293 11380 19,95 2270 10 789 20,94 2259 11394 19,76 2251 10 297 21,85 2250 11006 19,95 2196 10 682 20,43 2182 9 255 22,29 2063 10 529 19,09 2010 11 166 17,55 1960 9 645 20,27 1955 8 661 22,12 1916 9 612 19,56 1880 9 429 19,82 1809 8 645 19,51 1687 8 334 18,80 1567 8 944 16,96 1517 8 073 18,51 1494 7 258 18,12 1315 4 641 19,16 889 54. 55. 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 64. 65. 66. 67. 68. 69. 70. 71. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83. 84. 85. 86. 87. Paiilsen's No. 8 von 1880 . Richter's No. 130 von 1876 Early liouseholcl .... Bresee's prolific v. Eifxirt Extra eai'lj^ Vermont . Kuzko Frülie Rose St. Paü'ic Holborn's Favoinite Frülie Zucker Paiüsen's No. 50 von 1874 *Charlotte Richter's No. 295 von 1877 Winninger Dabersche . Odin Netz Hambui'ger Ellipse Paulsen's No. 17 von 1877 Richter's No. 14 von 1875 Trophime Frühe blaue Early beauty of Hebron . . Richter's No. 42 von 1876 . Foster's early Peachblow. Grampian Richter's No. 25 von 1876 . Kleopatra Bisquit Fürst Bismai"ck Howora Willarcl Reine des hatives .... Thal -Königin Vermont Champion . . . Nach den Erfalu-ungen des Verfassers bedarf es eines mindestens 4- jälu-igen Versuchsanbaues, um den Wei-t einer neuen Sorte dem älterer gegenüber sicher festzustellen. Auf Grund der längere Zeit festgesetzten Anbauversuche lassen sich die besseren Sorten in folgende Reilienfolge nach den Durchschnittszahlen ilirer Leistimgen bringen : Pflanze. 135 Namen der Sorten Prüfungs- Jahre Rosalie **Eos *Araarantli *Hermajin **Alkoliol **Richter's Imj)ei'ator **E\i])hyllos **Li2jpisclie Rose Richter's lange weil'se . . ** Aurora **Friihe Nassengiimdcr . **Gelbe Rose **Magmun boniun . . . . **Tlie farmers blusli Pmdsen's No. 39 von 1874 **Richter's Sclineerose . **Chamiiion Hortensie Prima Donna Paidsen's No. 31 von 1874 Kuzko Idaho Fürstenwalder *Matador Rosa Elephant Aelülles Richter's No. 17 von 1875 . Dabersehe Richter's No. 83 von 1876 . Paidsen's No. 8 von 1874 . Piingle Wittersclie Dauer . . . . Burbank's Seodling Lnproved Paechblow . Zborow Paidsen's Nr. 50 von 1874 Sächsische Zwiebel Indispensable Gamet Chili Troplünie Wlüto Star Silberhaut Leschen Frühe Rose Bresee's prolific . . . . 2 9 2 2 8 8 9 9 5 9 G 9 5 8 7 8 G 2 9 2 5 5 9 2 3 8 2 8 2 8 5 2 5 5 5 5 5 2 8 9 3 4 4 Reifezeit 1885 mittelspät spät spät sehr spät mittelfrüh spät mittelspät spät mittelspät spät mittelspät mittelspät spät mittelspät mittelspät mittelspät spät mittelspät mittelspät spät mittelspät mittelfrüli mittelsi^ät spät mittelspät spät mittelspät mittelspät mittelspät früh mittelfrüh früh ndttelfrüh mittelspät mittelfridi selu- spät mittelspät mittelspät mittelspät spät mittelspät ndttelfrüh friüi früh fi-üh 136 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. No. Namen der Sorten Prüfungs- Jahre Eeifezeit 1885 46. 47. 48. 49. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 64. 65. 66. 67. 68. 69. 70. 71. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83. 84. 85. 86. 87. 1877 1877 Eedskiu floiU'baU . *Am'elie Paiüsen's No. 17 von Granat Oclin *Cliarlotte Hero Extra eaiiy Vermont . Adii'ondack .... Sclnümeister "Waschewer .... AVeifse CaUao . Eicliter's No. 295 von Frühe Zucker Richter 's No. 261 von 1877 Howora Richter's No. 200 von 1876 Winninger Dabersche . Frühe blaue Early household .... St. Paü-ic Sutton's reading hero . . . Wülard ....... Richter's No. 422 von 1877 Netz Paiüsen's No. 8 von 1880 . Holborn's Favomite . . Richter's No. 14 von 1875. Hambui'ger Fih'st Bismarck Richter's No. 130 von 1876 Bresee's profilic von Ei-fm-t . Grampian Bisfj^uit EUipse Early beauty of Hebron . Richter's No. 42 von 1876 . Foster's early Peacliblow Kleopati'a Richter's No. 25 von 1876. Thal- Königin Reine des hätives .... Yermont Champion . . . mittelspät spät mittelspät spät mittelspät sehr spät spät früh mittelspät mittelsj)ät mittelspät friüi spät früh mittelspät mittelspät mittelfrüh mittelspät fr-üh ft-üh mittelfi-üh spät ftiüi spät ft'üh spät mittelfrüh sehi' fr-üh fr'üh spät spät früh mittelfrüh früh mittclspät mittelspät spät mittelfrüh spät früh mittelfrüh selu- früli sein- früh Am meisten emiofielüt Verfasser No. 2, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 16, 17. Als Sorten, welche befriedigend holie Erträge geben und Pflanze. 137 gleichzeitig als Speise-, Brennerei- und Futterkartoffeln passen, nennt Yer- tasser No. G, 13, 16, 11, 12. Kartol'fclanbauversiiclie, von ¥. Janowsky. ^) Verfasser hat 49 Sorten nach dem Gülich'schen Verfahi-en angebaut und m-tcilt über die einzelnen Sorten Iblgcndermarscn. Yon den Speise- kai-totreln sind vorzugsweise zu eniplcklcn: Wcil'so i'undc Sechswochen, als l'riihe Speise- luul als selu' orti-agreicho Bronnerei- luid Futterkartofiel. Ilu' nalie kommen Magnuni bonum, Silberhaut, Goldelse, Frülie lange weifsc Sechs- wochen, Gelbe Rose, Frühe von Chicago, Richter's blaue Niere. Als Bi'cnn- kai'tolieln stehen bezüglich des Stärkeertrags, Dauerhaftigkeit und Widerstands- fälligkeit obenan: Frülie Nassengnmder, Frühe Rose, Sieberhäuser, Schnee- flocke, Alkohol, Trophiino, Champion, Ekirly Rose, Brownell's beauty. Für den Landwirt und den Bi'onner sind zu emi^felücn aufeinanderfolgend: Frühe Rose, Sieberhäuser, Hertha, Frülie Nassengrunder, Troi^liime, Champion, Alko- hol. Yon den Bremicreikartoffeln verdienen als Speisekartoffehi empfohlen zu werden: Frühe Rose, Early Rose, Champion; als Futterkartoffeln: Fnihe Nassengrmider, Frühe Rose, Hertha, Sieberhäuser, Schneeflocke. Als Futter- kartoffeln erweisen sich besonders wertvoll: Thusnelda, Achilles, AVliite Elephant, Hercules, Avelche zugleich für Brennereien wertvoll sind. Fafst man den landwirtschaftlichen, tecluiischen und den Wert als Speisekartoft'eln zugleich ins Auge, so dürfte die Reihenfolge sein: Frühe Rose, Weifse nmde Sechswochen, Sieberhäuser, Magnüm bonum, Hertha, Thusnelda, Achilles, Goldelse, Silberhaut, Trophime, Champion, Alkohol, Frülie lange weifse Sechswochen, White Elephant. Über Kartoffelbau, von Liebscher. 2) Die Kartoffel als Futterpflanze, von E. Pott. 3) Kartoffel- aubau- vtTHuche. d) Eüben. über Schofsrüben, von Fr. Herles.^) Die Ansichten über die Zusammensetzung der Schofsrüben sind sehr abweichend, teils soUen dieselben den gleichen Zuckergehalt besitzen wie nonnale Rüben, teils lüerin ziu'ückstehen und mehr Nichtzuckerstoffe ent- halten. Verfasser fülii-te seine üntersuchimgen im Jalire 1884 mid 1885 aus. Die Rüben ^\nirden zemeben, bei jeder Sorte der Brei gut diu-ch- einandergemischt imd je ein gleiches Gewicht des Breies auf einer starken Sphidelpresse ausgepreist, der Saft bei einzelnen Versuchen mit 3^/^ Kalk geschieden, saturiert und auf den Reinheitsquotienten untersucht. (Siehe die TabeUe auf Seite 138.) Um das „Mark" zu bestimmen, wurde der Rübenbrei ausgewaschen, erst mit kaltem, später mit lauwarmem, endlich mit heifsem Wasser mid nach Austi'ocknen bei 100 ^ C. gewogen. 1) Österr. landw. Wochenbl. 1885, No. 48. Centr.-Bl. Agrik. 1880, XVI. 193. 2) Jahrb. der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft 188(3, I. 12G. ^) Zeitschr. d. bajr. landw. Ver. 188(5, November und Dezember. *) Öster. Eübenzuckerzeit. 188G, XXIV. N. F. XV, August^Septemberh. 618. — Auch Zeitschr. f. Zueker.-Iud. in Böhmen 1886, 458. Kuben. Schofs- rüben. 138 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ■ a> ■^ bc ö a CO .MS .-Sa its- nach -ation Eübe Durc Schnitts w 'S Sc Keinhe quotic Keinhe quotient derSatui Varietät 1. a)NonTiale 365 16,2 13,57 2,63 83,76 86,16 Elektoral b) Scliorsrübe 351 16,85 15,67 2,18 87,06 89,88 2. a) Normale 321 15,5 13,37 2,11 86,38 90,32 Deprez pere b) Scliofsrübe 332 16,7 14,30 2,40 85,62 89,74 3. a) Normale 242 18,6 15,81 2,79 85,00 88,69 Biendorf b) Scliofsrübe 276 17,7 15,60 2,10 88,13 90,92 4. a) Normale 631 15,2 12,48 2,75 81,90 — Betterave riebe rosa b) Scliofsrübe 576 14,3 12,18 2,12 85,17 — 5. a) Normale 371 15,3 12,15 3,15 79,41 — Imperial b) Scliofsrübe 400 16,6 13,56 3,04 81,09 — 6. a) Normale 393 17,0 13,95 3,15 82,05 86,52 Biendorf b) Schofsrübe 363 16,55 13,84 2,71 83,87 88,09 7, a) Normale 480 16,5 13,26 3,24 80,36 85,18 Imperial b) Schofsrübe 418 16,1 13,23 2,87 82,17 86,92 8. a) Normale 460 17,0 13,76 3,24 80,94 — Betterave riche rosa b) Schofsrübe 500 15,6 12,95 2,65 183,01 9. a) Normale 266 16,95| 14,05 2,90 ! 82,89 — Imperial b) Schofsrübe 270 16,80 13,94 2,66 83,37 — Grefunden wm-de: ^' s ö 1 Kübe Durch- schnittsgew Saccharome Polarisatio Differenz Keinheits quotient Mark in Proz. Saftgehalt Proz. 100 M. Varietät 1. a) Noi-male 382 16,2 13,14 3,06 81,11 3,59 96,41 Betterave riche rosa b) Scliofsmbe 342 14,3 11,90 2,40,83,21 3,12 96,88^ 2. a) Normale 406 16,3 13,14 3,1680,61 .3,10 96,90, ■)■> b) Schofsrübe 444 15,5 13,66 1,84'88,12 3,76 96,24 3. a) Normale ; 344 16,3 13,44 2,86 82,45 3,87 96,13 Biendorf b) Schofsrübe ! 358 17,5 15,02: 2,48'85,82 4,25 95,75 4. a) Normale 1,384 16,1 13,74' 2,30 85,34 4,10 95,90 Imperial b) Schofsrübe 432 16,6 14,36 2,24 8G,o0 3,80 90,20 Da man das Schofsen für den Zuckergehalt scliädlich hält, werden vielfach die Blütenstengel abgeschnitten in der ileinung, die Schofsrübe liiedm-ch ziu' A^erarbeitnng geeigneter zu machen, obwolü auch hierüber die Ansichten sehr geteilt sind. Verfasser fand: Pflanze. 189 1 1 o Rübe 'S tr 2 i s o risation 'erenz "a 'S en- '- 1 T • IT-. Kultur- Ivulturversuche mit verschiedenen Rübenvarietäten, von A. No- versuche, woczek. ') Zum Anbau kamen folgende Sorten: 1. Vilmorin blanche amelioree; 2. Yilmorin-Imperial, Kreuzung; 3. Imperial, weifs, verbesserte; 4. Y.-I., Ivl.- Wanzleben er; 5. BA. Blanche amelioree; 6. AB. Amel. blanche forme- conique; 7. BH. Hätive blanche; 8. RA. Amel. rose; 9. RH. Hative rose; 10. BB. La reine du Nord; 11. BA. Amel. Maiu-us Deutsch.; 12. AA. Rose de Brabant; 13. SpM. Specialität Mette; 14. A^J. Imperial, weifs, verbesserte; 15. VR. Imperial, verbesserte, mit Rosaanflug; 16. YV. Yil- morin blanche amel. — Bezugsort: 1 — 4 Braime-Biendorf; 5 — 9 Simon- Legrand in Bersee (Nord); 10—12 Maimis Deutsch in Paris; 13 — 16 Mette in Quedlinbui-g. Die folgenden sind teils imbekannter Abstammmig, teils Nachbau von Originalvarietäten: 17. Michowskj-'s Yilmorin blanche; 18. Quedlinbiu-ger (mit unbekannter Marke); 19. Bramie's Yilmorin blanche; 20. Braune's Kl.-Wanzlebener (die beiden letzteren Nachbau der Kaadener Zuckerfabrik). Die Yersuche fanden teils auf dem Yersuchsfelde in Kaadcn, teüs aufserhalb an verschiedenen Orten Bölimens statt. Die Witterimgs- verhältnisso wären wolil der Zuckerbildimg günstig gewesen, im Frühjahre fand aber wegen der geringen Niederschläge nur ein imvoUlvommener imd später Aufgang statt, was den Ertrag heruntersetzte. Die Nachzuchten bewährten sich sclilecht, indem sie in der Qualität gegen die Origiiialvarietäten zm'ückblieben. So gab z. B. die Originalsaat 22,1% Sacch., 18,8% Polar., 84,9% Quot, der Nachbau 20,7 „ „ 17,5 „ „ 84,4 „ „ imter den nämlichen Wachstumsbedingungen. Die Resultate der übrigen Yersuche beweisen die Wichtigkeit der Samenauswahl ebenfalls. AYir müssen bezüglich der Einzellieiten auf die tabellarischen Zusammenstellimgen des Originals verweisen. Die Resultate der im Jahre 188 6 in Böhmen ausg.eführten Kulturversuche mit verschiedenen Rübenvarietäten nebst einigen Reflexionen zur Frage der Rübensamenzucht, von A. Nowoczek.2) 1) Österr. Rübenzuckerzeit. 188G (XXIV.) N. F. XV. Januar-Heft, S. 1. 2) Österr. Rübenzuckerzeit. 1886 (XXIV.) N. F. XV. Nov.- und Dez.-Heft. 142 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Prüfung von Rübsamen- sorten. Zucker- rUben- anbau- versuche. Allgebaut wiu'den: 1. von Braune -Biendorf No. 1, 3,4 wie oben, dazu Vihnorin, Kl.-Wanzlebener Ki-euzung- ; 2. von Simon-LegTand, dieselben wie oben; 3. von Mette-Quedlinbrn-g 13, 14, 16 \\de oben; 4. drei Züch- tungen von Sclilickmann, Auleben; 5. Jirku's (Mähren) Birnbaumer; 6. Bren- stedt's (Schladeu) Elite; 7. Dippe's (Quedlinburg) Zuckerreichste; 8. Hro- matka's (Brunn) iloravia A und B; 9. Vilniorin blanche amel. Original; 10. Knauer's Mangold A und B, Elektoral, verbesserte weifse Imperial. — Bezüglich der Anbauergebnisse müssen wir wegen dei'en grofsen Umfang auf das Original verweisen und ims begnügen,' auf das umfassende Unternehmen in obigem hingewiesen zu haben. Prüfung österreichischer Rübensamensorten, von E. v. Pros- kowetz jun. i) Die an 8 Yersuchsorten angebauten 5 Sorten sollten beweisen, dafs auch im Inlande gute Rübensamensorten gezüchtet werden können, ferner sollte den Züchtern der betreifenden Sorten ein Fingerzeig gegeben werden, inwiefern ilu-e Züchtungen der Verbesserung bedüiftig seien. Die Yersuchs- resultate und Prüfimgen der Qualität der Rübenernteii sind im Original nachzusehen, da eine Wiedergabe an dieser Stelle unthunlich ist. Vergleichender Anbau von acht Zuckerrübenvarietäten, von A. Petermann. 2) Das Versuchsfeld war sandig thoniger Boden; auf Feld I waren un- gedüngte Bohnen, auf Feld 11 Zuckerrüben in Kunstdünger Vorfrucht. Ge- düngt wxuxle pro Hektar mit 400 kg CMlisalpeter und 800 kg Superphos- jiliat. Angebaut waren folgende Sorten: Amelioree Vilmorin (Vilmorin- Paris). Birnbaum (Jirku- Birnbaum, Moldau). Kalinofka (Wolkhoff-Kalinofka, Rufsland). Colletrose Despretz (Despretz-Templeuve, Frankreicli). Elektoral Knauer (Knauer-Gröbers, Proufsen). lOein-AVanzlebener Original (Rabethge & Giesecke- Klein- Wanzleben). Klein -Wanzleben er anielioivo (Dippe- Quedlinbiu'g). Imperial (Dippe - Quedlinburg). Erträge pro Hektar in Kilogramm. 1. 2. 3. 4. 5. 0. 7. 8. Feld I Feld II Feld I Feld n i Rüben Blätter Rüben Blätter Gehalt Rein- Zucker Gehalt Rein- Zucknr Vh an Saft heits- in der an Saft heits- in der CO 7o Quot. Rübe % Quot. Rübe 2 53 317 38 652 55 799 36506 96,0 81,2 12,70 95,4 81,7- 12,08 7 59086 27131 60 275 24317 95,5 81,7 11,77 94,9 81,3 12,05 8 54405 37598 53455 32252 95,1 82,6 12,10 94,5 83,0 13,26 1 47 846 27517 48390 27951 95,7 83,3 12,83 93,9 84,8 14,08 4 62 700 40 348 68512 — 96,9 79,3 10,29 95,4 82,1 11,35 6 55 060 48 659 53459 34696 95,7 83,4 12,06 95,2 84,8 13,63 3 50 658 30549 54417 30 344 94,2 82,2 12,55 94,7 84,0 12,88 5 56 641 25492 54201 25 728 93,8 81,2 12,12 94,7 80,5 11,21 1) Österr. Rübenzuckerzeit. 1886 (XXIV.) N. F. XV. Aug.;Sept.-Heft, S. 611. — «\.uch Mitt. des Vereins zur Förderung d.landw. Versuchswesens in Österreich, I.Heft 1886. ") Bull, de la stat. agi-icolo experiment. de l'otat ä Gembloux, No. 35, Januar 1886. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, H. 11, S. 774. Pflanze. 143 Der Saftgehalt dov Rüben ist im allgemeinen zu 95 % anzunehmen, derselbe ist a])ei aus Kilben mit festerem Zellgewebe schwerer auszu- pressen. Sellist clor Kopf enthält wolil ebensoviel Saft wie die Rübe selbst. Riibenanbauversuche in der Provinz Sachsen 188G, von ^nbaü- M. Märcker. ^) Siebenter Bericht. v< .buche Die Yersuche waren gegen das A'orjahr erweitert, indem sich hieran 21 Yersuchsan steller beteiligten und 2G Proben Rübensaat geprüft wurden. Die Yermittelung der Rül)cnsamen und dessen Auswahl wm-de nicht den Züchtern überlassen, sondern der in Konkiu-renz zu stellende Samen miü'ste von einem gi-ofsen, gieichmäfsigen Posten von mindestens 100 Ctr. stammen imd ■\\iu-de von einer Yortrauonsperson entnommen. Angebaut A\'iu'den folgende Yaiietäten : A. Zuckerrüben von Yilmorin-Abstammung. 1. Gebr. Dippe's verbossei-te weifse zuckeiTeichsto Elite. 2. Yilmorin's blanche amelioree Original. 3. Grasshoif- Quedlinburg, Yilmorin Nachzucht. 4. Schäper-Rofsla, Barbarossa (Yilmorin Nachzucht). 5. Schreiber & Sohn-Hermgen, Yilmorin. G. Sclilitte & Co.-Aumühle, Yilmorin Nachzucht. 7. Hornimg & Co. -Frankenhausen, Yilmorin Nachzuclit. 8. Zuckerfabrik Körbisdorf, Yilmorin Nachzucht. B. Zuckerrüben Kl.-Wanzlebener Abstammung. 1. Kl.-AYanzlebener Origmal, ältere Zucht. 2. do., neuere Zucht. 3. Dippe's verbesserte Kl.-Wanzlebener Elite. 4. Grasshoif- Quedlinburg, Kl.-AVanzlebener. 5. Braime-Biendorf, verbesserte Kl.-\Vanzlebener. G. Sclireiber & Sohn -Heringen, Kl.-Wanzlebener. 7. Schütte & Co. - Aumttlüe, verbesserte Kl.-Wanzlebener. 8. Wilke-Gr.-Mölu"ingen, Altmärker Kl.-Wanzlebener. 9. Hornimg & Co.-Frankenhausen, Kl.-Wanzlebener. 10. Rabbethge- Einbeck, Kl.-Wanzlebener. 11. Weinschenk -Liükau, W.-Pr., Kl.-Wanzlebener. C. Yilmorin Kl.-Wanzlebener Kreuzung. 1. Braime-Biendorf, Yihnorin Ivl.-Wanzlebener Ej-euzimg. 2. Strandes -Zehringen, do. 8. Yibrans-Üffingen, do. D. Yerschiedene Yarietäten. 1. Yümorin Colletrose, Original. 2. Gebr. Mette -Quedlinburg, Spezialität. 3. do. verbesserte Aveifse Ln^ierial. 4. Strande's -Zehringen, verbesserte Glattblättrige. Als (Ivorrigierte) Älittelzahlen ergaben sich: ^) Magdeburger Zeit. 1886, No. 551 und 561. 144 Boden, "Wasser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. Ertrag pro Zucker in Brix Vo Zucker Zucker pro Zuckergehalt Varietät Morgen der Eübe Quotient Morgen in der Rübe Ctr. 7o Ctr. Max. Min. AI 148,8 16,28 20,75 17,86 86,2 24,24 17,8 14,8 A2 151,7 15,59 20,10 17,05 85,5 24,19 17,6 14,4 A3 177,0 14,89 19,10 16,04 84,7 26,29 15,9 13,4 A4 144,5 15,93 20,35 17,39 85,8 23,12 18,1 14,9 A5 141,4 15,39 19,89 16,91 85,1 21,83 16,9 13,3 A6 147,2 16,45 20,39 17,77 87,6 24,30 18,0 15,4 A7 152,8 15,93 20,26 17,47 86,7 24,56 17,0 15,5 A8 163,9 16,06 20,44 17,39 85,6 26,29 17,4 15,4 Mttel 153,4 15,80 20,16 17,24 85,9 24,35 Bl 201,6 14,74 18,79 16,00 85,8 29,78 16,9 13,1 B2 189,4 15,38 19,02 16,39 86,6 29,10 17,5 14,7 B3 183,4 16,16 20,15 17,51 87,3 29,55 17,3 15,4 B4 179,0 14,29 18,36 15,36 84,2 25,55 15,3 12,9 B5 201,5 14,75 18,56 15,84 85,9 29,57 16,7 13,2 B6 205,3 14,89 18,68 15,96 86,0 30,86 16,5 13,3 B7 184,9 15,71 19,77 17,02 86,4 29,08 16,9 14,4 B8 209,5 14,34 18,54 16,05 84,4 30,09 15,7 13,0 B9 166,2 15,40 19,43 16,93 86,7 25,82 16,3 14,6 BIO 183,1 15,21 18,98 10,17 85,5 27,72 17,2 14,7 Bll 196,2 14,84 18,39 15,76 86,2 29,32 17,0 13,5 Mittel 190,9 15,06 18,97 16,27 85,9 28,77 Cl 197,9 15,28 19,19 16,35 86,1 30,06 17,1 13,9 C2 164,4 14,79 19,03 16,07 84,9 24,55 15,9 13,7 C3 174,4 13,81 18,14 14,92 83,5 24,01 14,9 13,1 Mttel 178,9 14,63 18,79 15,78 84,8 26,25 Dl 204,0 13,74 17,48 14,60 84,4 28,03 14,9 12,6 D2 198,1 14,98 18,96 16,30 86,9 29,66 16,0 13,6 D3 185,0 14,61 18,67 15,78 84,7 27,02 15,6 13,0 D4 193,3 14,29 18,51 15,44 83,6 27,79 15,9 13,7 Mttel 195,1 14,41 18,41 15,53 84,9 28,13 Diese Tabelle beweist, dafs die deutsclie Rttbensamenzüchtimg in den letzten Jahren eminente Fortscluitte gemacht hat. Eigentlich sclüechte Züchtxmgen existieren unter den zur Prüfimg gekommenen überhaui^t nicht. Wie in den frülieren Jalu'en "war der Eüiflufs von Samem-üben, welche man nach der Polarisation aussuchte, auf die Beschaffenlieit der Nach- kommen ein selu- bedeutender. Z. B. erntete man Pflanze. 145 b) Ctr. jjro Morgen 1 92,0 2UG,8 Zucker in der Kübe % 1G,5 14,4 Zucker im Saft % 17,8 ) 15,4 I Kl.-M'auzlobener a) b) 2U2,U 195,7 1G,0 15,3 17,3 16,G 1 I Vilinoriu blanche anu'lioree. a) 1G4,1 17,0 18,2 b) 1G3,4 1G,5 17,G a) sind die Ernten der A]>k")innilingc der zuckerreiclisten, b) jene der zuckerännerei\ Mutten-üben. Auswahl der Samenrüben, von F. Kndelka. i) Kleine Sclieiben von 1 — 2 cm Breite und Höhe von den reinge- waschenen "\\''urzelenden werden in eine Salzlösimg gelegt, deren Konzen- tration dem Zuchtmaterial derartig angepalst ist, dafs niu' ^/^ bis 1/5 aller Rüben luitersinkt. Je geringer das Prozent der als spezifisch schwerer abge- sonderten J^üben ist, desto gröfser der Unterschied im spezifischen Gewichte beider Rübengrup}>en, desto höher ist in den ausgelesenen Rüben die Polari- sation \md fast projjoi-tional mit dieser letzteren steigt der Reinhcitsr|Uotient. Zuckerrübenanbauversuche in Gröbers, von Knauer und P. Grassmann, mitgeteilt von M. Märcker. 2) Der Rübenbau, von F. Knauer. 3) Zu den Veröffentlichungen über Zuckerrüben-Samenzucht, von-G. Marek.*) Das Wichtigste über die Zuckerrübe und deren Kultui*, von H. Briem.5) 11., 12. u. 13. Fortsetzung. Essais sur ix^ielfj[ues varietes de betteraves, von A. Nantier.6) Relations entre la densite, la ricliesse et la purete des jus de betterave, von Pagnoul. '') Answahl der Samenrttbeu. Litteratur. e) Futterpflanzen. Futteranbauversuche in der Schweiz 1884/85. 8) Angesät ^^au■den auf besseren Bodenarten die folgenden ^lischimgen (pro Juchart): mit 4() % Zusclüag % kg I. Rotklee 100 11,20 IL 1. Rotidee 90 10,08 2. Ital. Raygi^s .... 10 2,80 m. 1. Rotklee 65 7,28 2. Ital. Raj'gi-as .... 35 9,80 1) Deutsche Zuckerindustrie 1886, No. 28, Centr.-Bl. Agrik. 188(), H. 10, S. 718. '^) Magdeb. Zeit. 188.5, No. 599, Centr.-Bl. Agrik. 1886, H. 3, S. 188. 3) 6. Aufl. Berlin 1886 bei P. Parey. *) Fühlings landw. Zeit. 1886, H. 1, S. 32. Kritische Erörterungen über ver- s<-lnedene einschlägige Publikationen. 5) Öster. Riibenzuckerzeit. 1886, (XXIV. N. F. XV.) März-, Juli- u. Oktoberheft. '') Ann. agron. 1886, T. XII. No. 4, S. 204. ') Ann. agron. 1886, T. XII. No. 5, S. 221. ^) Schweiz, landw. Zeitschr. 1886, Heft 3 u. 4. JaUreabericht 1886. 10 Futter. pflanz"!!. Futter- anbau- versuche. 146 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. r\^ Y. YI. vn. Ym. IX. mit 80% Zuschlag % kg 1. Rotklee 25 3,60 2. Bastardklee . . 25 2,25 3. Ital. Raygi-as . . 25 9,00 4. Engl. Raygras . 25 9,90 1. Rotklee . . . 10% 2,399 2. Bastardklee . . 16^/3 1,50 3. Weifsklee . . . 16 2/3 1,50 4. Franz. Ray gras . 16^/3 8,696 5. Ital. 16 2/3 5,997 6. Engl. 16 % 0,597 1. Rotklee . . . 12 1/2 1,80 2. Bastardklee . . 12 V2 1,125 3. Weilsklee . . . 12 V2 1,125 4. Luzerne . . . 12 V2 2,362 5. Franz. Ray gras . 12 V2 6,625 6. Ital. 12 V2 4,500 7. Engl. 12 1/2 4,950 8. Knaulgi*as . 12 V2 3,375 1. Rotidee . . . 12 V2 1,80 2. Bastardklee . . 12 V2 1,125 3. Weilsklee . . . 12 V2 1,125 4. Franz. Raygras . 12 V2 6,525 5. Ital. 12 V2 4,500 6. Engl. 12 V2 4,950 7. Knaulgras . . 12 V2 3,375 8. Timotheegras . 12^/2 1,462 1. Rotidee . . 11 1,584 2. Bastardklee . 11 0,990 3. Weifsklee . . 11 0,990 4. Franz. Raygras 11 5,742 5. Ital. 11 1,980 6. Engl. 11 2.178 7. Knaidgras . . 11 2,970 8. Timothee . . . 11 1,287 9. AViesenschwingel . 11 4,158 10. Goldhafer . . . 12 2,592 1. Rotklee . . . 11 1,584 2. Weifsklee . . 11 0,990 3. Bastardklee . 11 0,990 4. Franz. Ray gras . 11 2,871 5. Ital. „ . 11 1,980 6. Engl. . 11 2,178 7. Tiniothee . . . 11 0,643 8. Knaidgras . . . 11 2,970 9. Wiesenschwingel . 11 4,158 10. Goldhafer . . . 11 2,376 11. Wiesenfuchsschw anz . 12 2,052 Pflanze. 147 mit s;0 0/j^ Zusclilag X. 1. KotkloG . . 2. AVeil'sklco . . 3. Bastardklee . 4. Franz. Raygras 5. Ital. \, G. Engl. 7. Tiraothee . . 8. Knaulgi'as . 9. "Wiesenscliwingel 10. Goldlialer . . 1 1 . Fuclisschwanz 12. Kammgras . 13. AViesenrispengi'as . Auf der Fürstenalp (1782 m) wuchsen die Pflanzen im Saatjalire sehr schön, besonders Mischungen III u. TV. Über Winter gingen aber Rotklee, Luzerne und die Raygräser ganz oder fast ganz aus; Bastardklee hielt besser ans als Rotklee; "Weifskloo hatte sich ziemlich gi\t erhalten, ebenso Knaiü- gras. Timothoe, Goldhafer, Wiesenschwingel, Wiesenfuchsschwanz, Kamm- gras, AViesenrispengi-as hielten sich selir gut. Phleum, Poa imd Festuca sind aber auch die Naturgräser der Alpen in dieser Höhe. Der Ei-ti'ag der einzehien Parzellen war um so gröfser, je mehr die winterfesten Gräser überwogen. Man erhielt in Heu pro Juchart: % kg . 11 1,584 11 0,990 11 0,990 10 2,610 10 1,800 10 1,980 10 0,585 10 2,700 9 3,402 9 1,944 9 1,539 10 0,900 1